Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Mittwoch, 25. März 2015, 18:03

Der Kampf gegen Zwangsgedanken

Der Kampf gegen die Zwangsgedanken.

Hi ich bin Tasse, und wollte mal meine Geschichte erzählen und Meinungen hören


Seit einiger Zeit leide ich an den sogenannten Homosexuellen Zwangsgedanken.

Aber ich fange einfach mal von vorne an.

Alles fing an vor gut 5 Jahren als ich noch bei der Bundeswehr war. Die Zeit war relativ gut dort und ich hatte nie Probleme mit solchen
gedanken. ICh war den relativ lange Singel und das sprach sich dort rum und man munkelte ich wäre vielleicht Schwul oder ähnliches, am anfang habe ich mir immer gedacht so in quatsch alles nur dummes gerede lass sie mal reden. Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt auch ein paar Freundinnen und mir nie über andere Sachen gedanken gemacht. Irgendwann schlichen sich dann diese gedanken ein, vielleicht bin ich es ja doch, finde ja momentan eh keine Frau.. usw. Die mich aber nie schwer belastet haben und nur ganz selten kamen. Habe mich in der Singel Zeit auch immer nach Frauen umgeschaut (also nicht zwingend gesucht sondern einfach normale unterhaltungen).

Auch hatte ich nach der Bundeswehr Zeit wieder eine Freundin mit der ich am Anfang ziemlich Glücklich war, was aber ziemlich Enttäuschent geendet hat. Ein bisschen pech mit der Frauenwelt hatte ich schon immer:/. Egal trotzdem waren diese Gedanken seit dieser Zeit erst mal nicht mehr aufgetaucht.

Dann habe ich meinen neuen Job angefangen und war dort auch ziemlich zufrieden. Die mitarbeiter waren alle samt relativ in Ordnung. HAtten aber eine seltsame Angewohnheit: Sie nannten sich aus Spaß alle gegenseitig Homos ( was übergreifend auf die Abteilungen ging; z.b. Putzhomo oder ähnliches). Am anfang störte sich mich das eigentlich weniger, doch irgendwann schleichte sich der Gedanke ein : Vielleicht meinen die Dich ? Bist du doch Schwul etc. Irgendwann wurde das dann stärker und ich wusste selber nicht mehr so recht was da los ist. Muss dabei auch sagen das ich da auch relativ lange Singel war, und diesmal auf die richtige warten wollte.

Irgendwann wurde das mit dieses Gedanken so schlimm das ich mal neben Arbeitskollegen stande und den drang verspürte zu wissen was passiert mit mir wenn ich den jetzt küsse. Später erschreckte ich über diesen Gedanken und war ziemlich verwundert.

Mit einiger Zeit legte sich diese Bezeichnung meiner Arbeitskollegen und meine Gedanken wurden auch wieder weniger.

Dann traf ich ein Frau die mir so dermaßen den Kopf verdreht hatte und ich so verliebt war. Es lief sehr gut zwischen uns wir passten fast perfekt zueinander, ich war sehr glücklich. Sie war aber leider noch in einer Beziehung die schon seit jahren am scheitern war und wir mussten alles heimlich machen.( Eigentlich ein Unding, aber manchmal passiert sowas einfach). Irgendwann merkte ich aber das sie noch zu tief in ihrer alten Beziehung feststeckte, von den Gefühlen, das ich beschloss das sie diese erst ma hinter sich bringen muss. Danach geht das mit uns weiter .

Mittendrin in dieser Zeit kamen meine Arbeitskollegen wieder an und machten sich ein Scherz und wollten wissen wer anderen auf den Schritt guckt. Habe ich mir nie Gedanken drüber gemacht, aber durch die Vorigen Vorfälle war ich natürlich der Meinung das das nur für mich gewesen ist. UNd dann schlich sich das immer mehr ein, es ist dann wie ein Teufelskreis der dich immer mehr und mehr hinunter zieht. Die gedanken wurden immer tiefgründiger und verwirrender. Mein Kopf malte sich sachen aus das ich eh nur Pech bei den Frauen habe ich muss das jetzt sein, die die du jetzt hast spielt eh nur mit dir... und solche Sachen halt . Andererseits kämpft man dagegen an und ist dann im inneren Kampf und möchte diese Gedanken loswerden und kämpft immer mehr, und dadurch werden die Gedanken stärker... ein Teufelskreis...

Ab und an hatte ich auch ein paar gute stunden ohne alles, aber ich hatte furcht vor dem eigenen Geschlecht durch diese Gedanken, weil ich jedes mal egal bei wem ich war immer das Gefühl hatte ich muss jetzt auf den stehen. Mein Kopf hatte sich so verworren das er mir sagte das ich auf alle stehe egal wer da kommt. (Was ja eigentlich unnatürlich ist).
Nach ein paar Wochen mit diesem Kopfkampf, kam mir mein Gehirn vor als würde es Brennen, da es ständig am kämpfen war.

Diese Gedanken setzten mir so zu das auch meine Freundin das irgendwann merkte, (Libido wollte nicht mehr so richtig, obwohl ich, wie sagt man so schön, Rattenscharf auf sie war ). Gesprochen hab ich noch nicht mit ihr, weil mich das zu diesem Zeitpunkt ziemlich belastet hatte.

Der Kampft in meinem Kopf führte sich täglich weiter, und die Gedanken setzten mir richtig. Ich heulte manchmal an richtig schlechten Tagen weil ich dieses Gefühl loswerden wollte. Und manchmal auch in tränen ausbrach als ich Bilder von meiner Freundin sah und ich einfach nur wie vorher sein wollte, als ich so Glücklich war. Ich wusste genau das ich meine Freundin liebte, aber der Kopf einfach zu war. Bis mich schon fast Suicid Gedanken überkamen.

Ich habe mich dann, im Heulrausch, vor Google gesetzt und einfach mal gegoogelt. Und fand dieses Forum, ich wusste bis dahin ja nicht das es sowas wie Zwangsgedanken gab. In einigen Themen die ich über dieses Thema durchstöberte fand ich Menschen die dasselbe durchmachen wie ich. Ich habe jedes passende Thema plus Antworten aufmerksam durchgelesen und fing vor freude an zu Weinen und sagte mir da geht es Menschen genau so wie mir.

Ich verspürte eine Riesen Erleichterung, und dachte noch lange über dieses Thema nach. Von dort an sagte ich mir immer selber, falls so ein Gedanke auftrat, das es Zwangsgedanken sind. Immer im Gedanken an meine Freundin, half mir das auch relativ schnell.


Was ich noch erwähnen will ist, das es mit meiner Freundin wieder ,auf gut Deutsch, Bergauf ging. Sie hatte ihr altes Leben hinter sich gelassen,
und teilt ihren Weg mit mir.

Mein Kopf wurde klarer und meine Laune änderte sich positiv. Ich hatte Tage am Anfang dabei, das ich mir ziemlich oft sagen musste, das das Zwangsgedanken sind. manchmal ging das bis zu 3 Stunden. Aber es wurde immer weniger und manchmal musste ich auch ganz schön kämpfen das ich nicht wieder in das alte Muster verfalle.

Mittlerweile komme ich ganz gut damit klar und mein Kopf ist meistens frei. Ab und an schleicht sich immer noch diese Gedanken ein, aber ich kann ganz gut damit jetzt umgehen. Mit der Freundin läuft es auch ganz Gut und ich bin fast schon wieder so Glücklich mit Ihr wie am Anfang.

Nur hab ich das Gefühl es fehlt noch ein kleiner letzter Anstoss um den Rest dieser Gedanken verschwinden zu lassen weil Sie immer noch täglich erscheinen ich Sie Aber kaum zulasse.(Ich musste auch lernen das nicht alles unbedingt Zwangsgedanken sind; z.b. habe ich jede Erinnerung die irgendwie mit Männern zu tun hatte, sei es Grillen oder sonstiges, als Zwangsgedanke dargestellt).

Ich Schreibe hier weil mir das Forum geholfen hat damit klar zu kommen. Und wollte Meinungen zu meiner Geschichte hören.
Und Wissen wollte ob ich vielleicht eine Therapie machen sollte um den letzten Rest dieser Gedanken loszuwerden.

Falls Unklarheiten da sind, einfach nachfragen :thumbsup:


PS. Bitte verzeiht mir meine Deutsch Kenntnisse und die Grammatik :rolleyes:




zwängler

Anfänger

  • »zwängler« ist weiblich

Beiträge: 10

Zwangssymptome: Gedanken-, Kontrollzwang

Medikament / Dosis: keines

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: wonderland

Beruf: Büro

Hobbys: lesen, spazieren gehen, geocaching

  • Nachricht senden

2

Sonntag, 29. März 2015, 14:35

Hallo Tasse,

da hast du ja in der letzten Zeit einiges erlebt. Aber ich finde, du hast dich super gehalten und es mit eigenem Antrieb fast ganz geschafft, von den Zwangsgedanken wieder los zu kommen. Das verdient auf alle Fälle Respekt :thumbup:

Ich würde dir auf alle Fälle raten, noch eine Therapie anzuschließen, um wie du auch sagst, die Reste dieser Gedanken ganz los zu werden. Du kannst es auch im Internet noch googlen, es heißt im Allgemeinen, wenn die Zwangsstörung noch keine allzulange Zeit besteht, hat man gute Chancen, sie wieder ziemlich gänzlich wegzubekommen. Gut, ich bin kein Arzt und es kommt immer auf den Einzelfall an. Aber eine Therapie kann meiner Meinung in deinem Fall nur nützlich und unterstützend sein.

Wünsche dir weiterhin alles Gute