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rosesraining

Anfänger

  • »rosesraining« ist weiblich
  • »rosesraining« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 35

Zwangssymptome: agressive Zwangsgedanken, Denkzwang, Grübelzwang

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

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Beruf: Studentin

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1

Dienstag, 24. März 2015, 15:49

Schlaflosigkeit und Zwänge/Ängste machen mich fertig

Hallo ihr Lieben,

ich wollte mal fragen, ob jemand von euch auch ähnliche Probleme hat.
Seit ca. 3 Tagen schlafe ich nachts sogut wie gar nicht. Lediglich immer nur mal für 1-2 Stunden. Den Rest der Zeit liege ich im Bett, total angespannt und ängstlich. Mir kommt das schon fast depressiv vor. War auch bei meiner Ärztin. Sie meinte, da es ja noch nicht so lange ist, soll ich es doch mal mit so Baldrian-Tabletten versuchen. Die helfen meiner Meinung nach aber überhaupt nicht.
Ich habe soo Angst, durchzudrehen. Meine Zwangsgedanken drehen sich ja primär um Kontrollverlust und der höllischen Angst vor einer Psychose. Ich denke mir, wenn das so weitergeht und ich einfach nicht mehr schlafe, werd ich doch bestimmt verrückt auf Dauer.
Hat jemand von euch auch schonmal mehrere Tage so bescheiden geschlafen wie ich? :( Mich macht das echt fertig, es ist so zermürbend. Bis vor 1,5 Wochen ging es mir noch so gut und jetzt fängt so ein Mist an :( Das riesige Problem ist auch einfach, dass man schon total angespannt ins Bett geht und den ganzen Tag bereits darüber nachdenkt, wie es wohl sein wird, wenn man versucht zu schlafen. Dieser enorme Druck lässt mich dann aber nicht einschlafen, total der Teufelskreis.

Freue mich über Antworten von euch!
Liebe Grüße
RosesRaining
Nicht zu viel denken. Du könntest Probleme schaffen, wo vorher gar keine waren!

girasol1991

unregistriert

2

Dienstag, 24. März 2015, 17:56

Hey,

ich habe selber Erfahrungen mit Schlafproblemen aufgrund der Zwänge gehabt, zwischenzeitlich so stark, dass selbst Schlaftabletten nicht helfen konnten.

Mein Rat an Dich: Entspann Dich, je mehr du darüber nachdenkst, etc., desto schlimmer wird es werden. Schlafstörungen sind meistens ein Teufelskreislauf, eben weil man so viel drüber nachdenkt und das zu sehr fokussiert. Lass mal ein paar Wochen vergehen, wenn es immer noch nicht besser wird, such erneut deine Ärztin auf. Ansonsten helfen auch immer gewisse Regeln zur Schlafhygiene, kannste mal googeln, findest so einige Tipps und Tricks! :)

Btw: Depressionen treten meistens als 'Nebenerkrankung' von Zwängen auf.


Alles Gute!

3

Donnerstag, 26. März 2015, 17:20

Hi Rosesraining,

ich hatte auch eine Zeit lang das Problem kaum oder gar nicht schlafen zu können auf Grund von Zwangsgedanken und der Angst verrückt zu werden oder eine Psychose zu bekommen.

Wenn ich gemerkt habe das ich einfach nicht einschlafen kann auf Grund dieser Anspannung und inneren Unruhe, bin ich einfach wieder aufgestanden und hab mir ein Bier aufgemacht. Das hilft schon mal. :D Du solltest es aber bei einem belassen. Setzt dich vor den Fernsehr oder lese ein Buch. Ich habe mir beispielsweise immer irgend welche Komödien angeschaut oder ein Buch über Zwänge gelesen. Das hat mich irgendwie immer beruhigt weil ich immer bei lesen erkannt habe das dass was in dem Buch steht so oft auf das was ich fühle zutrifft und mir dadurch wieder klar gemacht habe das es ja wirklich nur Zwangsgedanken sind und damit nichts Gefährliches. Lesen macht dazu noch müde. Wenn das auch nicht hilft empfehle ich dir einfach deinen I-pod zu schnappen und draußen spazieren zu gehen. Rauch eine Zigarette und atme die kühle Nachtluft. (Falls du ab und zu mal Rauchst)

Schlaf ist wichtig aber manchmal geht es nicht, dann wende ich das was ich dir gerade erzählt habe an und bei mir hilft es eigentlich immer. Wichtig ist auch das was Girasoline gesagt hat. Mach dir nicht so viele Gedanken darüber. Ich kenne das wenn man so eine art grübel Zwang hat aber das zieht einen nur runter. Bleib auch nicht die ganze Zeit nur so im Bett liegen. Ohne Ablenkung steigert man sich nur noch mehr rein und übrigends bekommt man von Zwangsgedanken nicht einfach so eine Psychose. Da muss man schon eine menge dope rauchen oder dafür eine Veranlagung haben.

Keep it real
Flex

rosesraining

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4

Samstag, 28. März 2015, 13:31

Danke an euch 2 für eure Antwort! Ihr habt definitiv Recht, Reinsteigern bringt gar nichts... Und zu überlegen, wie man wohl diese Nacht schlafen wird erst recht nichts. Nur ich kann irgendwie nicht davon ablassen und bin total panisch. Meine Ärztin hat mir ein ganz leichtes Antidepressivum verschrieben, was ich abends einnehmen soll und was den Schlaf fördert. Hab es jetzt gestern das erste Mal genommen und die Nacht war eigentlich auch ganz gut. Auch wenn es nicht die Art von Schlaf ist, die ich gewohnt bin.
Ich weiß echt nicht, was da mit mir gerade los ist. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass ich bald psychotisch werde und steigere mich in alles total rein. Echt schrecklich. Zurzeit habe ich auch noch so ein "Surren/Knistern" im Ohr, wenn es leise ist. Ein bisschen wie ein Tinnitus. Sowas google ich dann natürlich und finde Begriffe wie "Akoasma", das sind Geräusche, die Schizophrene hören, ohne dass sie da sind. Und mein ZG ist natürlich "Oh oh das hast du, jetzt bist du schizophren." Das ist so nervenaufreibend. Ich habe jetzt auch im Internet vom "schleichenden Verlauf" dieser Krankheit gelesen, der in den meisten Fällen eine ungünstige Prognose hat. Da hab ich mich natürlich auch wieder vollkommen reingesteigert und sehe meine Depri-Symptome und meine Schlaflosigkeit als Indiz dafür :(
Ich könnte echt das schönste Leben haben und mach mich selbst so fertig mit dem ganzen Reinsteigern in sämtliche Symptome :( Hab erst für Anfang Mai einen Termin beim Therapeuten gemacht, mal sehen wie ich das aushalte. Und meine Horrorvorstellung ist einfach die, dass ich bis dahin eh schon eingewiesen worden bin und am Rad drehe :-( Hilfe :-(
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zwängler

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5

Sonntag, 29. März 2015, 14:20

Hi rosesraining,

wie Flex8 schon sagt, von Zwangserkrankungen bekommt man nicht zwangsläufig Psychosen. Psychosen sind ein anderes Krankheitsbild, soweit ich informiert bin und können ohne den Zusammenhang von Zwangserkrankungen auftreten. Hast du vielleicht gerade eine allgemein stressige Phase? Bei mir z. B. verstärken sich die Zwänge immer, wenn ich anderweitig Stress habe (z. B. im Job). Wenn dem bei dir auch so ist, versuche, den Stress, der von außen auf dich zukommt, zu reduzieren. Es gibt gute Entspannungstechniken oder Entspannungsmusik. Oder mache mal einen Tag lang nur Dinge, die dir wirklich Spaß machen, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen. Also einen Tag nur für dich.

Wegen den Ohrgeräuschen kannst du ja mal einen Termin beim HNO ausmachen. Vielleicht ist es wirklich Tinnitus. Ich habe auch stressbedingten, zeitweiligen Tinnitus. Aber seit ich diese Diagnose vom HNO habe, bin ich beruhigt, denn ich weiß ja was es ist, wenn das Ohr wieder "pfeift".

Ich wünsche dir alles Gute

rosesraining

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Sonntag, 29. März 2015, 15:28

Hey Zwängler,

vielen lieben Dank für deine Antwort! Es ist beruhigend zu wissen, dass es noch mehr Menschen gibt, die solche irrationalen Ängste und Sorgen teilen können und in gewisser Weise auch verstehen. Das mit dem Ohrensausen ist auch nur, wenn es wirklich extrem leise ist und ich mich nur darauf konzentriere. Müsste vielleicht wirklich mal zum HNO-Arzt gehen deshalb.
Bezüglich des Stress-Faktors, den du gerade angesprochen hast, ist bei mir zurzeit Folgendes: Bin vor einem knappen Monat das erste Mal in eine eigene Wohnung gezogen und stehe somit nun finanziell auf eigenen Beinen. Und das ist eben dieser Teufelskreis: Ich schlafe kaum, habe panische Angst vorm Verrücktwerden und habe das Gefühl, meiner Arbeit (arbeite in der Schule auf Vertretungsbasis und warte zurzeit auf meinen Ref-Platz) nicht mehr gewachsen zu sein. Ich liebe meine kleinen Mäuse in der Schule, aber derzeit hab ich das Gefühl, mein Unterricht ist grottenschlecht. Dann kommt immer die Horror-Vorstellung, dass die Schulleitung zu mir kommt und sagt, dass es so nicht mehr weitergeht... ich meinen Job verliere, in der Psychiatrie lande und nie wieder ins Schulleben (das ich eigentlich so liebe) zurückkehren zu können. Ich möchte mich aber auch nicht krankschreiben lassen, da mir das alles irgendwo auch Halt gibt. Und außerdem bekomme ich nur die Stunden bezahlt, die ich auch halte. Bisher habe ich es immer geschafft, auch im Regen zu tanzen und mich von keiner Krise unterkriegen zu lassen. Ich hoffe, das ist auch diesmal der Fall. Man darf die Hoffnung auf Besserung seines seelischen Wohlbefindens wirklich nie aufgeben. Die Sonne steckt immer hinter den Wolken, egal wie dunkel sie auch sind (bei mir sind sie gerade fast schon schwarz :cursing: ). Das ist so leicht geschrieben und doch so schwer in die Tat umgesetzt. Oh man :(
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zwängler

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Montag, 30. März 2015, 23:14

Hi rosesraining,

der Umzug in die erste eigene Wohnung ist schon ein hoher Stressfaktor. Man ist selbstständig, für sich verantwortlich, und es ist ein wichtiger Schritt im Leben. Eine "Errungenschaft", die man natürlich nicht wieder aufgeben möchte. Ich verstehe das sehr gut und dieser Umstand kann bewusst oder auch unbewusst eine Menge Stress erzeugen.

Dazu kommt bei dir noch der Eintritt ins Berufsleben. Der Beruf macht dir Freude und du möchtest ihn auf jeden Fall behalten. Da beginnt das Dilemma. Bei Zwangserkrankungen läuft es oft so, dass eben genau die Dinge, Vorstellungen, die uns am wichtigsten sind "bezwängelt" werden. Gerade weil du dein jetziges Leben so wie es ist, behalten möchtest, malst du dir das Schlimmste aus (z.B. der Unterricht ist schlecht, die Schulleitung entlässt dich, du verlierst die Kontrolle über dein Leben)

Das ist sehr schwierig, da herauszufinden, je wichtiger die Sache, desto stärker oft der Zwang. Jedenfalls ist es bei mir so.

Vielleicht hilft es dir, wenn du weißt, dass es mehr Leute gibt, die dich verstehen, z. B. hier im Forum. Vielleicht hilft es dir zu wissen, dass auch ich in meiner Lehrzeit sehr verstärkt unter Zwängen litt, eben auch, weil ich diese Lehre unbedingt schaffen wollte, um auf eigenen Beinen stehen zu können. Ich habe die Lehre geschafft. Ich war nicht die beste, aber ich habe es geschafft. Hab daher Mut, wir Zwängler schaffen meist viel mehr, als wir uns es in diesem Moment zutrauen. :dafuer:

Sommerwiese

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Dienstag, 31. März 2015, 11:39

gutes posting! :dafuer:

Danke besonders für diese Sätze:

Zitat

Bei Zwangserkrankungen läuft es oft so, dass eben genau die Dinge, Vorstellungen, die uns am wichtigsten sind "bezwängelt" werden. Gerade weil du dein jetziges Leben so wie es ist, behalten möchtest, malst du dir das Schlimmste aus


Genauso erlebte ich es auch immer.

LG
Sommerwiese