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davidcelan

Anfänger

  • »davidcelan« ist männlich
  • »davidcelan« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 3

Zwangssymptome: zwangsgedanken

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: berlin

Beruf: student

Hobbys: filme machen, lesen

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1

Mittwoch, 6. August 2014, 14:02

grauenvolle gedanken, suzidängste

liebes forum,

ich muss nun all meinen mut zusammenkratzen und euch um hilfe bitten. denn das ich hilfe brauche steht für mich nun ausser frage und ich habe viel zu lange gewartet irgendetwas sinnvolles zu unternehmen. und ich werde so gut wie möglich versuchen bei der wahrheit zu bleiben - auch wenn ich wahrheit und kopfkino inszwischen nicht mehr unterscheiden kann.

zwänge, zwangsgedanken und ängste ziehen sich durch mein ganzes leben - das vor allem in meiner kindheit und jugend nicht einfach verlaufen ist. vor einigen jahren hatte ich schlimme gedanken, dass ich anderen menschen etwas antun könnte. gedanken, die nun dank therapetischer hilfe fast verschwunden sind - damals aber sehr schlimm und akut waren. aber alles wirklich alles verblasst vor dem hintergrund dessen, was mir seit einigen monaten durch den kopf geht.

vor einigen jahren setzte sich in meinem kopf die idee fest, ich sei nicht homosexuell sondern stünde vielmehr auf kleine kinder. da ich einen therapeuten hatte mit dem ich sprechen konnte hielt sich diese idee immer in grenzen. ich hatte ja jemanden, der dies rationalisieren konnte und vertraute sehr auf ihn. dennoch war mir der gedanke immer unerträglich. er war für mich das schlimmste was ich mir überhaupt vorstellen konnte. der therapeut sagte zu mir, ich befände mich in einer endlosschleife. denn ich habe bis heute angst vor sexualität und beziehungen aufgrund der dinge, die mir in meiner kindheit und jugend widerfahren sind. mein körper verlange nun dannach, ein normales leben zu führen und aus meiner angst gäbe es solange keinen ausweg bis ich endlich themen wie sexualität und beziehungen stelle. aber meine befürchtung war schon immer: was wenn ich mich öffne und meine angst auf kinder zu stehen nicht verschwindet? ist das dann die bestätigung? endlose gedankenschlaufen gingen mir durch den kopf und ich hörte auf mich mit männern zu treffen weil ich befürchtete, diese nicht attraktiv zu finden - was ich dann als bestätigng meiner angst auffassen würde. im mai 2013 begann dann eine leise öffnung. ich wurde ungezwungener und freier. doch dann - so ab november 2013 begann ein unglaublicher albtraum. eine entsetzliche zeit, die nun noch einmal eine neue dimension angenommen hat.

wenn ich auch nur die umrisse von kindern sehe, wenn ich auch nur das wort "kind" denke drehe ich vollkommen durch. letzte woche war ich in meiner heimat, trier, zu besuch. und dort rannten überall kleine jungen rum. ich bin irre geworden. wirklich irre. ich kann das kaum in worte fassen. denn schon während ich das ich schreibe werde ich von ängsten überflutet. meine lunge zieht sich zu, ein kloß sitzt mir im hals und mir läuft der schweiß. am schlimmsten ist aber das nun das sichten von kindern wirklich körperliche reaktionen in mir hervorruft. jetzt beginnen meine hände zu zittern und ich will weinen oder schreien. ich bekomme keine luft mehr. hyperventiliere. bei diesen reaktionen handelt es sich aber nicht um erregungen oder so. sondern ich versuche soz. zu überprüfen ob ein gedanke in mir ein bestimmtes gefühl hervorruft. und tatsächlich ist da so eine art druck oder kribbeln im bereich meiner hoden. ich muss da wirklich ins detail gehen, denn das ist genau das was mich wahnsinnig werden lässt. ich weiß, ich stehe auf männer. wenn ich mir einen runterhole, dann auf männer. ich schaue auf der straße auch männern hinterher. ich möchte nicht mit kindern zusammen sein, ich möchte nicht kinder anfassen und berühren - aber noch während ich das hier schreibe schreit mein körper mich an: doch du willst! und nennt mir beispiele um mich vom gegenteil zu überzeugen. auch das komische gefühl ist wieder da.

noch vor wenigen wochen schien alles so gut zu sein. ich ging zur uni, trieb sport, traf mich mit typen, hatte eine therapie in der ich auch von meinen ängsten sprechen konnte. nach langen zögern. aber warum vermag all dies in meinem kopf keine änderung hervorzurufen? oh gott! gestern saß ich im bus und direkt vor mir streichelte ein mann seine tochter. ich bin fast durchgedreht. ich konnte da nicht raus. schweiß lief mir runter, ich fühlte mich wie betäubt als wäre ich garnicht mehr am leben, wie ein scheiß zombie. als ich dann ausstieg war da eine gruppe von kindern. und da hielt ich es dann einfach nicht mehr aus. ich ging wie ein untoter auf die autobahn zu, die neben dem bahnhof verläuft. aber feige wie ich bin, habe ich wieder umgedreht. aber warum? was bringt das leben mit solchen ängsten? mit solchen gedanken? mit solchen reaktionen? letzte woche habe ich das badezimmers meines großvaters nach rasierklingen durchsucht. ich traue mich nicht mehr auf die straße. ich treffe mich kaum noch mit freunden weil ich es nicht ertrage, dass menschen zu mir, einem potentiellen kinderschänder, freundlich sind. das habe ich doch garnicht verdient. immer wieder fange ich an zu heulen. immer wieder hyperventiliere ich. diese angst macht mich wahnsinnig. ich wache nachts auf und schreie ins kissen. ich gehe auch nicht mehr zum sport. ich schaffe es nicht mehr was für die uni zu tun. nur der gedanke an den tod besänftigt mich noch. wenn ich auf der straße auch nur die ahnung von kindern habe wechsle ich die seiten und plane meine routen möglichst um schulen und kindergärten die ich kenne herum. und ich habe überhaupt keine ahnung warum ich noch am leben bleiben sollte. so jetzt kann ich kaum noch stehen und mir ist schlecht. und mir kommen auch wieder die tränen. mein magen spielt auch wieder verrückt.

es ist mir egal, dass meine therapeutin sagt, dass ängste natürlich auch körperliche reaktionen auslösen können. ich versuche standhaft zu bleiben - aber je entschlossener ich werde desto schlimmer wird die angst. bis ich fast weggefegt werde. es ist, als ginge eine schwarze, dunkle flut über mich hinweg, in der ich mich verliere. ich möchte mein leben so gut wie möglich weiterführen. ich weigere mich mein studium aufzueben denn dann hätte ich noch mehr zeit für die angst und es wundert mich auch nicht, dass es gerade nun so schlimm geworden ist, wo meine therapeutin in urlaub ist und ich semesterferien habe. ich kann nicht mehr. ich kann einfach nicht mehr. und das ist das erste mal in meinem leben das es mir so geht. bitte, bitte helft mir. ich funktioniere noch irgendwie - aber noch so eine woche wie die letzten beiden halte ich nicht mehr aus.

2

Mittwoch, 6. August 2014, 22:10

:)

Grade das was du am wenigsten wollen würdest läst dich der Zwang denken !!!!!
Du solltest extra in die nähe von Kinder gehen und keine Umwege fahren so wirst du merken das du garkein intresse hast,und das es nur Zwangsgedanken sind um du stärker du versuchst sie zu verdrängen oder aus dem Weg zu gehen desto stärker werden sie!!!

3

Mittwoch, 6. August 2014, 22:13

Das ist ja grade das schlimme an der Zwangserkrankung!!
Sie läst uns sachen denken die und zutiefst quälen und verzweifeln lassen!!
Wenn du aber einmal einen weg gefunden hast damit umzu gehen dann werden diese Gedanken aufhören ,bis wieder neue kommen aber auch mit denen wirst du lernen umzugehen!!

girasol1991

unregistriert

4

Mittwoch, 6. August 2014, 22:18

Hey,

auf Anhieb fallen mir ein paar Sachen ein, die dir vllt weiterhelfen könnten:

a.) In Krisensituationen, wo du das Gefühl hast durchzudrehen, das Krisentelefon/die Seelsorge kontaktieren.
b.) Deine Therapeutin trotz Urlaub anzurufen - meine Therapeutin sagt, egal was ist, wenn es wirklich schlimm ist, kann ich sie immer anrufen.
c.) Ich weiß nicht wer alles inwiefern von deiner Erkrankung weiß, aber ich suche Hilfe und Unterstützung bei meinen Eltern und meinem Freund in solchen Phasen.
d.) Wenn du Medikamente nimmst, kontaktiere deinen Psychiater/Neurologen, es gibt Möglichkeiten Bedarfsmedikamente in Krisen zu nehmen, die einem zunächst helfen können.
e.) Versuch es mit Ablenkung jeglicher Art!
f.) Wenn du studierst, schau mal in der psychiatrischen Ambulanz deiner Uni vorbei, die können dir da vllt auch helfen.
g.) Das Sinnvollste ist meiner Meinung nach aber ein Klinikaufenthalt! Es muss keine auf Zwänge spezialisierte Klinik sein, ich denke dir würde auch schon eine allgemeine psychiatrische Klinik (die deiner Stadt/deines Kreises) helfen. Vllt kannst du als Notfall dort direkt einen Platz ergattern und dich erstmal stabilisieren, sodass du bis zum Semesteranfang in zwei Monaten wieder fit bist. Alternativ kann man auch krankheitsbedingt Semester pausieren, da fragst du am besten mal an deiner Uni den Beauftragten für Menschen mit Behinderungen und chonischen Erkrankungen.

So, das waren erstmal ein paar Tips!

GIb nicht auf!!!

davidcelan

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5

Donnerstag, 7. August 2014, 00:57

vielen dank für die lieben reaktionen. es ist gut zu wissen, dass es leute gibt, die einfach zuhören. als ich heute vom einkaufen kam war ich wieder völlig fertig. dieses ständige sich selbst überprüfen, das ständige grübeln und vergleichen, das nicht enden wollende nachdenken über gedanken und deren reaktionen. gott sei dank wohne ich in einer wg. meine mitbewohnerin viel gleich auf das etwas nicht stimmte. aber ich sagte, es ginge mir gut. wenn ich das nicht gesagt hätte wären alle dämme gebrochen und ich hätte nur noch geheult. ich habe jetzt informationen gesucht. z.b. gehe ich morgen zu einem selbsthilfezentrum und spreche mit einem arzt. außerdem werde ich meine therapeutin anrufen. und ich habe vor in eine klinik zu gehen, zumindest in eine tagesklinik. aber ich fürchte mich so, dass das nie mehr aufhören wird. ich habe so angst, dass meine ängste einfach so lange weitergehen bis sie real werden. kann sowas sein? das macht mich am meisten irre. ich hätte noch schreiben sollen, dass meine therapie noch nicht so alt ist. zwei drei monate. aber ich denke, wenn ich die von euch vorgeschlagenen schritte einleite dann wird es mir vielleicht bald besser gehen. aber so recht glauben kann ich es irgendwie noch nicht. denn das schlimmste an dem derzeitigen zustand ist, dass ich etwas verloren habe, das ich eigentlich trotz allem immer hatte, egal wie schlecht es mir ging: hoffnung.

girasol1991

unregistriert

6

Donnerstag, 7. August 2014, 10:20

nun, ich kenne diese angst, dass es nie wieder weggeht...ich werde wohl immer einen rest an zwang haben, manchmal macht es mir wirklich angst und ich werde sehr traurig, wenn ich denke, dass ich mit 14 erkrankt bin und mein ganzes leben einfach noch vor mir habe und immer damit zu kämpfen habe. aber (!!!) man lernt damit zu leben, man lernt, die ängste und zwänge in schach zu halten und kann ein relativ normales leben führen. das ist bei jedem anders, es gibt viele faktoren, die da mit reinspielen ob man wieder ganz zwangsfrei wird. mach dir darüber nicht zu viele gedanken, versuche erstmal jetzt wieder stabil zu werden - was morgen ist, ist heute erstmal zweitrangig...

coca cola

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Zwangssymptome: Zwangshandlung, zwang der Sauberkeit, jemanden etwas schlimmes antun, sexuelle Gedanken

Medikament / Dosis: Quetiapin-Actavis 50mg, Amioxid-neuraxpharm 30 mg, paroxat 10 mg

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Ostfriesland

Beruf: Bauzeichnerin

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7

Donnerstag, 7. August 2014, 23:41

Hi,

Hab auch ein oder anderen zwang den du beschreibst.
Wie schon gesagt, man soll von den Zwang keine Angst haben und nicht meiden sondern damit arbeiten und genau das machen was du vermeidest. Am Spielplatz gehen und einfach mal die Kinder beobachten... Der Zwang langweilt sich irgendwann wenn er dich nicht mehr ärgern kann.

Ich hatte das mit Kindern auch eine Zeit, die laufen immer gegen Mittag bei der Arbeit lang... Ich dachte jedesmal ...." Hilfe" ... Aber dann muss man dagegen stinken und sagen, der Zwang ist da und jetzt spinnen wir das mal weiter...
Das echt blöd, aber nach einiger Zeit denkst du gar nicht mehr so drüber nach bzw. Der Druck der entsteht ist nicht mehr so schlimm...

Zwänge sind echt Mist, aber wir schaffen das...

Lieben Grus coca Cola

davidcelan

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8

Montag, 11. August 2014, 13:33

und so wird dir in berlin geholfen, wenn du nach hilfe suchst:

meine therapeutin ist seit ungefähr einem monat in "urlaub". obwohl sie sagte, in notfällen erreichbar zu sein, ruft sie nicht zurück und meldet sich nicht. als ich zu einer beratungsstelle der volksfürsorge ging, saß dort ein ziemlich unmotivierter arzt, der nichtmal meinen namen wissen wollte und mich auch nicht genauer nach details fragte und mir stattdessen einen haufen flyer in die hand drückte - von denen die hälfte veraltet war und die nummern nicht mehr aktuell. ein therapeut fragte mich als erstes nach meiner versicherungskarte - als sich herausstellte, dass ich nicht privatversichert bin wimmelte er mich ganz schell ab. trotz der möglichkeit des kostenerstattungsverfahrens. auch bei der stelle von der hu in berlin wurde ich zunächst abgewimmelt, da ich ja schon in behandlung sei. als ich meinte ich wolle nun doch den therapieplatz wechseln versicherte man mir einen rückruf am selben tag - da es sich ja um einen notfall handele. der rückruf ist bis heute nicht erfolgt. vor der psychiatrie habe ich allerdings so große angst weil ich fürchte, dort nicht mehr herauszukommen. oder mit medikamenten, die ich nicht mehr grundsätzlich ablehne, vollgepumpt zu werden. es bleibt der berliner krisendienst - aber ich traue mich nicht über meine ängste und gedanken zu sprechen weil ich fürchte, sie könnten dann "wahr" werden. am we wurde es dann aber so schlimm, dass ich mich entschlossen habe, es mit der psychiatrie zu versuchen. ich kann einfach nicht mehr. bin vollkommen am ende.