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Zwangsgedanken: Zwangsvorstellungen!?

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Freitag, 15. November 2013, 01:51

Zwangsvorstellungen!?

Endlich kann ich schreiben;)
Ich brauche nämlich dringend einen Rat:
Sind das was ich habe Zwangsvorstellungen?
(bitte von der Länge nicht abschrecken lassen, es wird nämlich ein bisschen ausführlicher...)


Und zwar:
Habe ich seit ich 13 bin regelmäßig (manchmal sogar täglich) die Vorstellung, dass eine Freundin von mir versucht, mich umzubringen. Es ist immer das gleiche, ich stelle mir vor, mit unserer damaligen gemeinsamen Lieblingsband einer großen Bühne zu stehen&zu singen(das war damals unser gemeinsamer Traum) und mitten im Lied steht sie auf einmal vor mir & bedroht mich mit einer Pistole. Manchmal erschießt sie mich direkt, aber meistens erpresst
sie mich oder erzählt mir&den anderen warum sie
mich unbedingt umbringen muss&was ich ihr alles angetan habe.
Manchmal erschießt sie auch eines der Bandmitglieder oder droht mir zumindest damit, um mich zusätzlich zu verletzen. ich gebe mir dann immer die Schuld daran, dass die Person gestorben ist, weil ich mein Leben nicht auf die Reihe gekriegt und das mit meiner Freundin nicht vorher geklärt hab. Eine Zeit lang hab ich mir aus lauter Wut & Verzweiflung vorgestellt, dass ich sie umbringen würde, was das ganze nur noch schlimmer gemacht hat. Mittlerweile versuche ich einfach nur, ihr die Pistole aus der Hand zu reißen, ohne, dass sich irgendwie ein Schuss löst

Das erste Mal hatte ich diese Vorstellung nach einem Streit mit ihr, aber diese blieb die ganze Zeit in dem halben Jahr, in dem wir uns immer stritten, uns ungefähr eine Woche lang ignorierten und uns dann wieder einigermaßen vertragen haben, obwohl wir uns nie wirklich ausgesprochen haben. Weshalb das dann jedes Mal wieder von vorne los ging.

Das trickige an der ganzen Vorstellung ist, dass ich das durchlebe, als wenn's wirklich passieren würde. Ich hab lange Zeit gedacht, dass es Halluzinationen oder so was wären, aber dafür konnte ich es zu einfach kontrollieren. Am Anfang war's total heftig, ich merkte kaum, dass es eine Vorstellung war, wollte so oft wie möglich allein sein& schämte mich halb zu Tode. Vorallem weil die Freundin in der Schule direkt neben mir saß. Nacht für Nacht habe ich geweint&Todesangst vor ihrer "bösen Seite" gehabt, nur um sie am nächsten Tag wieder lachend neben mir sitzen zu haben. Das war so abstrus, ständig wieder dieses Gefühlschaos& das schlimmste war, das niemand wirklich was von all dem gemerkt hat. Nach aussen hin sah es aus wie ein normaler Streit, fast schon so lächerlich wie an den Haaren ziehen im Gegensatz zu einem Mordversuch.
Vorallem, weil sie eigentlich ein herzensguter Mensch war, der beim besten Willen keinen umbringt.
Ich erinnere mich noch an die Klassenfahrt damals, wo sie heulend gesagt hat, dass sie niemals in der Lage wäre, jemandem etwas anzutun.


Nun ist mir klar, dass sich so Vorstellungen nicht von heute auf morgen in Luft auflösen, aber nach 5 Jahren reicht es mir langsam. Auch wenn sie nicht mehr ganz so weh tun wie damals, rauben sie mir doch noch total viel Zeit und Energie. Immer wenn ich Musik von damals oder Musik, in der es um Leiden geht(á la:Du bist Schuld daran, dass ich leide(wovon es leider viel zu viel gibt)) höre, wenn ich mich an Orten von damals aufhalte oder manchmal auch nur wenn ich an die Band denke, geht das ganze von vorne los. Ich denke morgens im Bus, wenn ich zur Schule fahre daran, wenn ich wieder nach Hause fahre, wenn jemand von einem schlimmen Ereignis oder einer Trennung spricht, und die letzten Wochen teilweise sogar 3-4 Stunden pro Tag während des Praktikums. eigentlich immer, wenn ich allein bin, besonders, wenn ich von der Schule komme oder Sonntags, wenn ich eigentlich was für die Schule machen, mich ausruhen, meiner Mutter helfen oder sonst was machen sollte oder könnte.
Aber am häufigsten & am schlimmsten ist es nachts, da steigere ich mich richtig da rein und meistens werden dann aus geplanten 8 Stunden Schlaf 5, höchstens 6, was vor allem im Winter&nach all den Jahren zu Dauerschlafmangel und Erschöpfung führt, sodass ich in der Schule immer kaum noch aufnahmefähig bin. Meistens nehme ich mir zwar vor, Mittags den Schlaf nachzuholen, aber meistens geht die Vorstellung dann wieder los. Es ist ewig der gleiche Teufelskreis.
Gleichzeitig kriege ich von anderen öfter zu Hören, dass ich ja nichts tue außer faul herumzusitzen, was extrem nervt. Richtig krass war es allerdings, als bei einem Probevorstellungsgespräch nach meinen Hobbys gefragt wurde & nach dem mir keine einfielen verdutzt erwidert wurde, was ich denn die letzten Jahre gemacht hätte. Da fiels mir echt wie Schuppen von den Augen, Was hatte ich die letzten Jahre eigentlich gemacht? nichts. Die Vorstellungen hatten einfach sämtliche Zeit und Energie in Anspruch genommen.

Noch heute habe ich Angst vor der Reaktion meiner Mitmenschen, weshalb ich häufig sage, dass ich irgendwie nicht einschlafen konnte, zu groß ist die Angst, dass die Vorstellungen von den Reaktionen der anderen wahr werden könnten. Verbittert und zynisch habe ich behauptet, dass das übliche "wenn du ein Problem hast, kannst du zu mir kommen" total verlogen sei und sich eh keiner mehr um mich kümmern würde, wenn sie von diesen Vorstellungen wüssten. Ich hab die anderen um ihre "lächerlichen" Sorgen wie Liebeskummer oder Streit mit Eltern beneidet& hätte alles getan, um irgendwie zu tauschen. Und ich war der festen Überzeugung, dass ich der einzige Mensch auf der Welt bin, der "wahres" Leid erdulden muss, während die anderen sich alle nur anstellten.
Bei einigen meiner besten Freunde allerdings hatte ich immer wieder Angst, dass ich sie zu sehr mit diesen Vorstellungen belasten würde und sie vor lauter Sorgen um mich ihr Leben nicht mehr normal führen können. So viele abstruse Gedanken&Vorstellungen.
Bisher habe ich es nur 3 Leuten gesagt, wobei eine Person denkt, dass es nur kurzzeitige Träume waren. Ich konnte ihr einfach nicht sagen, dass ich mir das auf irgendeine Art und Weise bewusst ausgedacht habe.

Wenn ich nur den Namen der Freundin höre, ist es, als würde mir jemand mit einem Messer ins Herz stechen&alles um mich herum scheint stehen zu bleiben, es überfällt mich totale Panik.
Andere Freunde erwähnen den Namen dagegen nur im Nebensatz, es schien mir, als wäre die Freundin ihnen nach kurzer Zeit egal geworden& als wüssten sie auf der anderen Seite nicht, "zu welchen Gräueltaten sie in der Lage ist". Ich fühlte mich unverstanden und gleichzeitig total lächerlich, weil ich ihr so viel (egal ob positive oder negative) Beachtung geschenkt habe, während alle anderen mir zeigten, dass es unnötig wahr und ihr Leben einfach fröhlich so weitergeht wie vorher auch. Meins bleibt irgendwie immer noch stehen, auch wenn ich in den letzten Jahren immer mehr neue Leute kennen gelernt und mir ein Leben vernab von der Freundin aufgebaut habe, was mich zwar extrem viel Kraft gekostet hat, aber ich bin stolz darauf.
Außerdem habe ich viel über Abhängigkeit gelernt und mich von der Abhängigkeit zu der Freundin gelöst, bin ein Stück weit erwachsen geworden.

Wahrscheinlich ist es deshalb so hart für mich zu merken, dass ich diese Vorstellung immer noch habe. Ich weiß zwar genau, wie ich sie auslöse & wie ich es auf der anderen Seite verhindern kann, aber ich kann einfach nicht damit aufhören. Und irgendwas in mir will auch gar nicht damit aufhören, wenn es erstmal damit angefangen hat. Ich verstehe das einfach nicht.

Ich hoffe, ihr könnt mir sagen, ob das Zwangsvorstellungen sind oder generell was das ist und was ich damit machen kann.

Bin für jeden Beitrag dankbar:)
Viele Grüße
Midori:)

Femme1705

Anfänger

  • »Femme1705« ist weiblich

Beiträge: 35

Zwangssymptome: Zwangsgedanken, grübeln, Kontrolle

Medikament / Dosis: Clomipramin 75 mg retardiert

Status: Betroffene/r

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Freitag, 15. November 2013, 06:05

Hi midori,

Ich denke dass es bei dir Zwangsgedanken sind. Ich muss zugeben dass ich ein ähnliches Problem habe, mit der ständigen Vorstellung dass eine Person aus der Vergangenheit mich verfolgen will etc.

Bei mir ist es auch so, wenn der Name fällt kriege ich schon die Krise ... Es gibt noch viel mehr dazu zu erzählen, dass tue ich aber nicht, da das den Rahmen sprengt.

Jedenfalls mache ich eine Therapie wegen Zwangsgedanken. Bei dir ist sicherlich einiges anders, aber das Grundproblem sind Zwangsgedanken. Zumal man die angstphantasien selbst erfindet, aber es gab natürlich einen Auslöser dafür, z.b. Fühlst du dich ihr gegenüber hilflos?

An deiner Stelle würde ich eine Therapie anfragen, wenn es schon fünf Jahre dauert geht es bestimmt nicht ohne.

Lg :-)

3

Sonntag, 22. Juni 2014, 19:09

Hallo Femme 1705,

Danke für deine Antwort :)
Tut mir leid, dass ich ers jetzt antworte. Aber ers hab ich das ganze Thema ziemlich weggedrängt& dann mein Passwort vergessen :pinch: . Was für ein Timing...-.-

Ne Therapie oder ähnliches mache ich immer noch nicht (obwohl ich das schon länger wollte), weil ich zum einen nicht weiß, an wen ich mich da wirklich wenden soll, zum anderem mich einfach nicht traue, mit jemandem darüber zu reden. Aber nachdem ich jetzt längere Zeit versucht hab, dass ganze zu vergessen und gemerkt hab, dass das natürlich nichts bringt, is mir klar geworden, dass ich wahrscheinlich doch irgendwas machen muss.


Was ich vorher nich richtig erklärt hab: Ja, ich hab mich ihr ausgeliefert gefühlt. Sehr sogar, obwohl sie immer nur Worte benutzt hat, manchmal sogar unabsichtlich. Aber sie hatte so ein Talent, einen mit Worten in der Luft zu zereißen.
Wahrscheinlich kam die Vorstellung daher.
Ich weiß, dass das nich wirklich passieren wird.

Aber trotzdem weiß ich, dass ich mich verbal niemals gegen sie wehren kann.

Manchmal denke ich daran, sie anzurufen, in der Hoffnung, dass dann wieder alles gut wird, aber ich weiß, dass der Versuch wieder vollkommen nach hinten losgehen wird.

Ich versteh einfach nicht, warum ich nach all den Jahren immer noch so an ihr hänge, obwohl sie mir so viel Schmerzen zugefügt hat.
Bin im Moment ziemlich ratlos. ?(

Midori

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