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Baloubaby

unregistriert

1

Montag, 14. Oktober 2013, 13:57

Gedanken sich selber was anzutun :(

Huhu.
Ich habe mich hier in diesem Forum angemeldet, weil ich hoffe dass ich hier noch andere Leute mit meinem Problem finde, und ich mit denen drüber schreiben kann.
Vorweg : Als ich 9 Jahre alt war, hat mein Bruder mich gezwungen den Horrorfilm 'See no Evil' zu gucken. Da war ein Mann der hat Jugendlichen die Augen ausgerissen.

Nun, vor 3 Monaten bekam ich zum erstenmal eine Panikattacke, echt schlimm zittern, schwitzen, luft weg. Ich habe dann 1 Monat damit gekämpft dass ich luft kriege, dann eines Abends vor 2 Monaten habe ich mit meinem Freund ' Haus der Dämonen 2' geguckt, es handelte sich dort kein bisschen um den Film von früher, aber auffeinmal bekam ich die Gedanken MIR selber die Augen auszureissen und sehr große wahrnehmungsstörungen, ich meine ich würde mir nie selber die Augen ausreissen aber ich habe einfach Angst dass ich irgentwann die Kontrolle verliere.Dann wollte ich mich in eine Kinder- und Jugendpsychatrie einweisen lassen, bin also zum Arzt gegangen hab mir die Einweisung geholt, weil ich einfach mit den Nerven wegen den Gedanken so am ende war, dass ich einfach nur noch geweint habe. Dann als ich da war erklärte ich der Ärtzin dort alles, sie sagte aber sie können mich nicht nehmen da ich nicht selbstmord gefährdet sei, und es mir im endeffekt nichts bringen würde 4 Tage in die geschlossene zu kommen. So jetzt geht es mir wieder halbwegs gut, ich habe in einem Monat einen Termin beim Psychologen, und sie sagte mir schon am telefon, dass sie mir wahrscheinlich neben der Therapie citalopram verschreiben wird. Ich bin sehr ängstlich mit den Nebenwirkungen von Medikamenten, hat jemand erfahrung damit? Und kann mir jemand nen Tipp geben, wie ich Abends diese Gedanken weg kriege, weil ich mittlerweile auch schon Schlafstörungen habe. ?(

Schussel

Anfänger

  • »Schussel« ist männlich

Beiträge: 54

Zwangssymptome: Magisches Denken, grübel Zwang, Waschzwang

Medikament / Dosis: Sertralin 200mg

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Hobbys: Basketball, Fitness, Musik

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2

Montag, 14. Oktober 2013, 21:54

Hi Baloubaby,

mit den Nebenwirkungen ist das so eine Sache...
Die einen vertragen das Medikament recht gut, andere haben Nebenwirkungen. Solltest du Nebenwirkungen bekommen wäre zu überlegen, ob sie erträglich sind, oder ob das Medikament abgesetzt werden sollte.

Zu den Gedanken kann ich leider auch keine Patentlösung geben und ich denke es ist am besten, wenn du mit der Therapeutin besprichst, wie ihr euch der Erkrankung nähert.

Halt die Ohren steif

Schussel

girasol1991

unregistriert

3

Mittwoch, 16. Oktober 2013, 15:10

Schussel hat recht, mit den Nebenwirkungen kann man keine Pauschalantwort geben. Ich rate dir nur folgendes: Lese nicht die Packungsbeilage, da bekommst die Hälfte der Nebenwirkungen wahrscheinlich eh, die Wirkung dauert einige Wochen (ca. 4 bis 6 Wochen) und danach wird wahrscheinlich langsam hochdosiert um zu schauen wie das Medikament wirkt, wenn dir die Nebenwirkungen zu stark sind oder du dich sonst irgendwie unwohl damit fühlst, dann sprich das an und klär ab ob du wechseln kannst, es gibt viele verschiedene Medis, generell solltest du aber das Medikament auch nur nehmen, wenn du es wirklich möchtest. Medis können helfen, meine Erfahrung ist, dass sie vor allem depressive Anteile reduzieren, bezogen auf einen Zwang gibt es ganz unterschiedliche Erfahrungswerte, ich merke nur relativ wenig bezogen auf meinen Zwang. Erwarte keine Wunder (das habe ich nämlich ganz am Anfang -.-).
Ist deine zukünftige Therapeutin auch Psychiaterin/Neurologin? Denn andernfalls kann sie dir eh erstmal nur empfehlen ein Medi zu nehmen, verschreiben muss das ein 'richtiger' Arzt.

Was deine Gedanken abends anbelangt, mmh ist schwierig was zu sagen...Ablenkung wäre eine Möglichkeit, mit jemandem Vertrautes ein Gespräch anfangen, versuchen den Gedanken kommen und gehen zu lassen oder aber den Gedanken denken und vllt gar laut sagen um dann festzustellen, dass nichts passiert. Ist enorm schwierig dir da einen Rat zu geben, gerade weil du noch nicht in Behandlung bist und ich dir nichts falsches raten möchte. Das sind so Sachen, die ich in meiner Therapie 'erarbeitet' habe und die glaube ich viele so versuchen anzuwenden, aber ist natürlich selten leicht (gerade den Gedanken wirklich zu denken oder gar zu sagen fällt mir so schwer und ich habe 'nur' Angst dreckig zu werden aufgrund eines Gedankens).

Hast du mal wg. der Schlafproblematik überlegt in der Apotheke nachzufragen was es vllt. an Naturheilmitteln oder Ähnlichem gibt? So Richtung Beruhigungstropfen, bei den Bachblüten gibt es verschiedene die teilweise wohl auch gegen Zwänge wirken sollen. Nur so, als Hinweis, wenns wirklich so schlimm ist (kenn ich von mir selber auch, konnte damals nicht schlafen und nichts, nicht mal mit Schlaftabletten...und das ist einfach der Horror)...

Alles Gute!

Baloubaby

unregistriert

4

Mittwoch, 16. Oktober 2013, 21:53

Danke girasol1991 , mir fällt es echt schwer darüber zu reden wenn ich diese Gedanken habe sage ich nur zu meinem Freund 'ich habe wieder die Angst wegen dem Film' dann kümmert er sich sofort um mich, und ja meine Mutter sagt 'passiert nichts' ich finde dass sie es nicht so ernst nimmt, zudem weiß ich jetzt auch noch seid vorgestern dass ich schwanger bin, und ich habe viel gelesen dass Mütter Angst haben ihren Kindern was anzutun jetzt habe ich schon schiss dass ich diese Angst auch bekomme. :-(

girasol1991

unregistriert

5

Freitag, 18. Oktober 2013, 10:36

Schwanger zu sein ist doch eine tolle Nachricht, herzlichen Glückwunsch! Dann rate ich dir aber erst recht eine Therapie anzufangen! :)
Mach dir keine Gedanken über ungelegte Eier, wenn du (warum auch immer) eine solche Angst bzw. einen solchen Zwang entwickeln solltest, dann musst du dann schauen wie du damit umgehen kannst. Wenn du dir jetzt bereits Gedanken darüber machst, dann wirds nur immer schlimmer für dich werden. Ich glaube, dass wir uns sehr ähnlich sind, denn ich bemühe mich nur relativ wenig über andere Zwänge zu lesen, vor allem im Akutstadium meiner Erkrankung habe ich mich von Zwangsliteratur und was für Zwänge es alles gibt ferngehalten, weil ich panische Angst hatte, dann solche Zwänge zusätzlich zu entwickeln. Vielleicht hilft es dir also, wenn du darüber nicht so viel bzw. gar nichts liest. Da ist jeder Mensch anders, es gibt auch viele denen es hilft darüber zu lesen und zu lesen und zu lesen...

Trau Dich und sprich offen darüber, beschreibe deinem Freund deine genauen Ängste, es wird wahrscheinlich schwierig für ihn sein, dass direkt nachzuvollziehen, aber er wird sich bestimmt bemühen und dir dann vllt besser helfen können. Mein aktueller Freund versteht vieles auch nicht und erlebt momentan eine rapide Verschlimmerung des Zwanges, aber ich bemühe mich immer ihm zu erklären, was das alles bedeutet und weshalb es so ist. Wenn man die eigenen Ängste ausspricht werden sie realer, aber genauso können sie auf die Dauer auch ihre Macht verlieren. Ich habe jahrelang nicht darüber gesprochen und das hat alles nur verschlimmert, jetzt suche ich regelmäßig das Gespräch und wenn ich merke, dass sich neue Dämonen (Zwänge, Ängste, etc.) anbahnen, versuche ich, sie schnell mit meiner Therapeutin zu besprechen und die meisten von den Sachen sind gekommen, waren vllt ein bis zwei Wochen da und dann wieder verschwunden.

Mmh, was deine Mutter anbelangt...also auf der einen Seite kann es natürlich sein, dass sie dich nicht ernst nimmt...auf der anderen Seite kann es aber auch vllt unterbewusst ihre eigene Angst sein, dass du sowas hast (nicht weil es schlimm ist, so etwas zu haben, sondern weil sie nicht weiß wie sie dir helfen kann und Mütter wollen ja immer helfen und alle Lasten den Kindern abnehmen)...ich glaube, dass hängt ein wenig davon ab, was für ein Verhältnis du zu deiner Mutter hast. Meine Mama hat mich damals relativ ernst genommen, dennoch meinte sie auch 'aber es passiert nichts', etc. einfach weil auch nichts passiert und anfangs dem sozialen Umfeld die Ängste einfach so gar nicht erschließlich und komplett absurd sind. ich sage inzwischen, wenn ich mich nicht ernst genommen fühle, auch genau das meiner Mama bzw. meinen Eltern, und versuche ihn bestmöglich zu beschreiben was in mir vorgeht damit sie die chance haben es nachzuvollziehen (zumindest theoretisch gesehen)...vielleicht versuchst du, wenn du möchtest, deiner mama das einfach noch mal ganz in ruhe zu erkären, auch zu erklären, dass es zwangsstörungen gibt, was das ist etc. denn vielen ist das so erstmal gar nicht wirklich klar und tuen es deshalb meist auch zunächst als ein neurotischen Wesenszug ab...

alles in allem kann ich dir nur wärmstens empfehlen, dir einen therapieplatz zu suchen, denn experten können dir einfach am besten helfen!!! und es gibt keinen grund sich zu schämen oder sonst irgendwas!!!

Baloubaby

unregistriert

6

Freitag, 18. Oktober 2013, 19:06

Ja ich freue mich schon sehr auf mein Baby :) und ja ich habe heute meiner Mutter alles erklärt, aber verstehen tut sie dass nicht wirklich, weil sie es selber nie hatte. Ich werde versuchen mit jedem offen darüber zu reden, und einen Therapieplatz werde ich kriegen :)
Ich habe mal eine Frage. Ich habe gestern ein Video auf Youtube gesehen wo es um aggressive zwangsgedanken geht. Er meinte man soll sich seine ängste so heftig wie möglich aufschreiben, dass man richtig Angst davor hat und sie dann jeden Tag 45 min durchlesen und am Ende den Satz
' das ist nur ein zwangsgedanke der mir große Angst macht. Diese Gedanken habe ich mir nicht gewünscht und werde mir sie auch nicht wünschen. Ich darf diesen Gedanken denken und halte ihn nicht fest. Ich lasse diesen Gedanken wie auf einer Wolke vorbei ziehen.'

Würde dass helfen wenn ich es wirklich so mache, also nebenbei der Therapie?

Verwendete Tags

Gedanken, horror.