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Sonntag, 5. Mai 2013, 08:51

Zwangsgewitter im Kopf - was hat euch geholfen?

Hallo!

Ich bin Mitte 30, habe eine Familie mit zwei wunderbaren Kindern und leide seit ca. 10 Jahren an einer Zwangserkrankung. Bei mir sind es immer nur Zwangsgedanken und Grübelzwänge zur Neutralisierung der Ängste. Von aussen sieht man quasi nix. Obwohl ich mich super mit der Thematik auskenne und auch intellektuell genau verstehe, was bei mir passiert, kann ich mich in Krisen kaum wehren. Gerade ist wieder so eine Krise. Nach stressreichen Monaten und dem langen Winter hat mich ein neuer Zwangsgedanke geentert. Er bezieht sich auf meine Kinder. Das hat mich so destabilisiert, dass gerade auch wieder die schlimmsten körperbezogenen Zwangsgedanken durchknallen... Könnte es sein, dass ich eine schwere Krankheit habe? Ist dieses und jenes Symptom ein Hinweis darauf? Es fühlt sich wie ein Gewitter im Kopf an. Dauernd knallts. Und ich, ich bin ein kleines Tier, das zusammengekauert in der Ecke liegt und jedes Mal zu Tode erschrickt. Manchmal habe ich das Gefühl, ich würde mein eigenes Leben wie durch ein Fenster sehen. Ich bin draussen, mein Alltag, alles was kostbar und wertvoll ist, ist drinnen. Wie kann es sein, dass ich von einem auf den anderen Tag von meinem eigenen guten Leben ausgeschlossen wurde? (Okay, ich mache das selbst, ich weiss, aber trotzdem: Das ist so gemein, so unfair.) Ich weiss, auch diese Krise wird vorbeigehen. Aber im Moment ist es die Hölle. Bevor das SSRI, das ich gerade auf eine zwangsgedankenkompatible Dosis erhöht habe, greift, brauche ich eine Strategie. Ich habe mich noch nie an das Forum gewandt, aber möglicherweise war das dumm. Ihr wisst genau, wie es mir geht. Was hat euch in Akutphasen geholfen?

Danke!
Viele Grüsse von mir (und meinem Zwang, der es sich gerade sehr gemütlich in meinem Kopf gemacht hat...)

girasol1991

unregistriert

2

Sonntag, 5. Mai 2013, 09:37

Hey,

was mir spontan einfällt sind zwei Dinge, die ich versuche mir regelmäßig und besonders in schlimmeren Phasen versuche bewusst zu machen:

1.) Es geht vorüber. Das ist für mich ein Trost, Zwänge haben das an sich, dass sie mal stärker und mal schwächer sind. Bisher hat sich aber alles immer irgendwie gelegt und das wird es auch in Zukunft immer tun.

2.) Mach Dinge, die dir Spaß machen, Ablenkung ist das Stichwort. Gib dem Scheiß in deinem Kopf nicht zu viel Macht! Lass die Gedanken kommen und gehen, halt dich nicht dran auf. Such dir irgendwas, was so positiv ist, dass es erträglicher wird. Ich denke, jeder Mensch hat was. Bei mir ist es meistens Musik oder meine Hunde, manchmal auch ein gutes Buch, dass mich so sehr fesselt, dass die Gedanken weniger werden, ohne das ich es merke. Hier ist es hilfreich zu reflektieren, was dir sonst in solchen Situationen schonmal geholfen hat. Ohne Situationen in denen der Zwang sehr unwichtig war und was diese Situationen ausgemacht hat. Begib dich in solche Situationen, achte auf dich und deine Gefühle, wonach ist dir an dem jeweiligen Tag, wo hast du Ressourcen, die du nutzen kannst.

Ist natürlich nicht leicht, aber ich muss sagen, wenn man das in leichteren Zeiten anfängt zu trainieren und dadurch Übung und vor allem Strategien entwickelt, dann ist es einfacher schlimmere Zeiten zu überstehen.

Hoffe, dass dir das hilft!

Quovadis

unregistriert

3

Dienstag, 21. Mai 2013, 15:39

- Sport (generell Energien positiv nutzen)

- kognitive V.T.

- Kontakt mit "gesunden" Menschen

- Ängste aushalten und Selbstmitleid gänzlich einstellen