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Zwackelmann

unregistriert

1

Donnerstag, 18. April 2013, 15:45

Angst, mir nahestehenden Menschen zu schaden

Hallo liebes Forum !
Ich bin 16 Jahre alt und leide seit geraumer Zeit darunter, dass ich mir vorstelle Menschen die ich eigentlich sehr mag, bzw. liebe Schaden zufügen zu müssen. :(
Angefangen hat alles vor ca. 5 Wochen. Zu der Zeit hatte ich allerdings andere Ängste, die genauso irrational waren, wie meine jetzigen... ich habe z.B. eine Zeit lang gedacht, ich würde verdummen oder auch mal dass ich plötzlich rechtsradikal werden würde. Nur so ein Schwachsinn eben ! Mich überrumpelten immer wieder Gedankengänge, die ich garnicht haben wollte und die in keinster Weise zu mir und meinem Charakter passten. Allerdings hab ich es damals noch nicht als Zwangsstörung erkannt, da ich mich mit der Thematik vorher auch noch nie auseinandergesetzt hatte... Mit der Zeit wurden diese Gedanken aber immer schlimmer. Als ich beispielsweise eines Tages mit einem Kollegen auf nem Punk-Konzert war, hatte ich einen ersten emotionalen Zusammenbruch. Erst war alles lustig und munter, die Musik war geil, die Leute auch, doch plötzlich überrumpelten mich wieder diese Gedanken. Ich fing an mich zu fragen ''Was sind das für Leute hier ???'', ''Wieso bin ich hier ???'' , obwohl das garnicht meine Einstellung dazu war... da war ich nervlich total am Ende, und musste erstmal raus und mich lange mit meinem Kollegen unterhalten . Diese zwanghaften Gedanken wurden die Tage darauf immer schlimmer, bis es plötzlich so weit ging, dass diese furchtbaren Vorstellungen bekam, wie ich Freunden und Leuten aus meiner Familie Schaden zufüge. Ich fand das so bedenklich, dass ich es meinen Eltern erzählt habe. Auch habe ich ihnen erzählt, das ich Angst habe ihnen etwas anzutun, weil eben dieser innere Zwang da ist. Sie haben sehr gut reagiert, finde ich und sich oft mit mir vernünftig unterhalten und mir zugehört, wenn ich etwas auf der Seele hatte (was sie bis heute noch tun). Wir haben auch in 2 Wochen einen Termin beim Psychologen, was mir immer wieder Hoffnung gibt, dass es besser wird. Doch diese Zwangsgedanken etwas böses tun zu müssen, sind immernoch da :( Ich hab z.B. so eine Angst meiner lieben Mutter etwas anzutun, zu der ich eigentlich ein wunderbares Verhältnis habe. Es ist vergleichbar wie ein inneres Kind welches einem am Rockzipfel hängt und sich immer wieder meldet. Ich denke mir immer ''Scheiße, was wäre wenn du jetzt durchdrehst und etwas tust was du nicht tun willst ???'' . Ich leide mittlerweile unter Angstattacken und dauerhafter Nervosität, nur wegen dem Zwang.

Kann mir jemand sagen wie man bei solchen akuten ''Überflutungen'' von Zwangsgedanken am besten handeln kann um wieder runter zu kommen ? Gibts da irgendwelche Tricks?? Ich versuche immer die Gedanken zu unterdrücken aber das funktioniert nur mäßig ... ich hab so eine Angst Leuten zu schaden, obwohl ich ein Mensch bin der Gewalt absolut verachtet ..bin echt überfordert und total am Ende momentan...

Würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen !

Jake_Sully

Fortgeschrittener

  • »Jake_Sully« ist männlich

Beiträge: 265

Zwangssymptome: Angst vor Schmutz/Parasiten

Medikament / Dosis: Fluoxetin

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Pandora

Beruf: EU-Rentner

Hobbys: PC, Internet, Linux-Mint, Kinofilme

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2

Freitag, 26. April 2013, 05:02


... leide seit geraumer Zeit darunter, dass ich mir vorstelle Menschen die ich eigentlich sehr mag ...
... Ich leide mittlerweile unter Angstattacken und dauerhafter Nervosität ...
... bin echt überfordert und total am Ende momentan ...

Von derartigen Zwangsgedanken hab ich hier schon oft gelesen, meine Zwänge sind anders. Johanneskraut wirkt ja auch wie ein SSRI, es gibt da viele Varianten. Das beste-passende Medikament findet man am schnellsten unter ärztlicher Aufsicht in einer Psychiatrie-Klinik. Ich hab schon viele Tabletten probiert, als SSRI nehme ich Fluoxetin und bei nervösen Angstattacken kurzfristig Risperidon. Seit 2012 funktioniert bei mir auch manchmal die Gedankenstopp-Übung.

girasol1991

unregistriert

3

Freitag, 26. April 2013, 10:40

Hey,

lies dich mal ein wenig durch die anderen, ähnliche Beiträge, ist momentan ein sehr weitverbreitetes und hier diskutiertes Problem.
Des Weiteren ist zu empfehlen, wenn du nicht mehr weiter kannst und es sehr stark ist, zu einem Experten zu gehen. Medikamente rate ich nur in Kombi mit einer Therapie, ist auch weit verbreitet. Nur Medikamente würde ich nicht raten, vor allem nicht ohne, dass ein Arzt es dir verschrieben hat, selbst wenn es nur Johanniskraut ist.

Alles Gute!

4

Freitag, 26. April 2013, 20:01

hallo zwackelmann,
du bist wirklich nicht allein mit diesem speziellen gedanken-problem!
meine tochter(17) hat den gleichen (zwangs-)gedanken. und noch ein paar andere.
das ist wirklich nur therapeutisch in den griff zu kriegen. super, daß du gleich mit deinen eltern geredet hast und ihr auch bald einen therapeuten-thermin habt! je eher man das angeht, desto schneller kriegt man die erkrankung wieder in den griff.
allein kann man meist nur alles mögliche versuchen, mit meist mäßigem, vor allem nicht dauerhaftem erfolg. therapie, unter umständen mit medikamentöser unterstützung, kann dich lehren, wie du mit deinen unerwünschten gedanken umgehst, sodaß sie dich nicht mehr so stark belasten können.
kopf hoch! bei dir ist das alles noch ganz am anfang; da hast du die allerbesten chancen, erfolgreich dagegen anzugehen!
liebe grüße,
katja