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Dienstag, 2. April 2013, 13:28

Zwangsgedanken i. B. auf Kinder - Angst etwas schlimmes gemacht zu haben

Hallo,

ich bin neu hier im Forum. Ich habe mich angemeldet, weil es mir momentan nicht gut geht und sich meine Gedanken um eine Situation kreisen...

Erst kurz zu mir. Ich bin 23 und leide seit einigen Jahren an Zwangsgedanken. Anfangs waren es primär sexuelle und ein Frage- und Grübelzwang...Mit der Zeit hat sich das Ganze auf das für mich schlimmste übertragen - Kinder. Ich liebe Kinder über alles, studiere sogar Pädagogik und es war immer mein großer Wunsch, mich Kindern zu arbeiten und selbst eigene Kinder zu haben. Seit ich aber diese furchtbaren Zwangsgedanken habe, fühle ich mich einfach furchtbar. Ich arbeite nebenher im Kinderheim und obwohl mir die Arbeit früher total Spaß machte, ist es mittlerweile ein totaler Kraftakt für mich, ständig sind Trigger, die meinen Zwang antreiben und mir irgendetwas einreden. Sei es, dass ich irgendwelche furchtbaren Gedanken vor Augen habe oder Angst habe, etwas Schlimmes gemacht zu haben...es ist so grausam :(

Vor inzwischen schon vier Wochen gab es eine Situation, die mich seitdem zweifeln und grübeln lässt....
Ich saß auf der Arbeit auf einem Stuhl. In dem Raum waren noch andere Betreuer und auch Kinder. Jedenfalls kam ein vierjähriger Junge an, der gekränkelt und gequengelt hat und hat sich vor mich gestellt (ich saß wie gesagt auf dem Stuhl) und hat sich so an mich gelehnt und seinen Oberkörper im 90 Grad Winkel nach vorne gebeugt um seinen Kopf auf meinen Schoß zu legen und hat halt dann geweint. Als er sich so an mich lehnte, war halt der Bereich zwischen seinen Beinen genau an mein Knie gedrückt...mich hat es sofort durchzuckt und überall gekribbelt - ich glaube auch, dass ich sofort wieder Angst hatte und mich unwohl fühlte. Wovor ich jetzt Angst habe, ist die Tatsache, dass ich glaube, dass ich mein Knie irgendwie bewegt habe. Anfangs dachte ich glaube ich noch, dass ich das (wegen des unwohl fühlens) Knie irgendwie wegziehen wollte, aber mittlerweile befürchte ich, dass ich das irgendwie gemacht habe, um den Penis intensiver zu spüren...ich habe mich so in die ganze Sache reingesteigert, dass ich mittlerweile überzeugt davon bin und sogar denke, dass ich noch gewippt habe...
Ich denke mir klar, dass ja noch andere im Raum waren und ich mich ja glaube ich unwohl fühlte und das deswegen sicher nicht machte und selbst wenn ich es bewegt habe, muss es ja nicht gleich einen sexuellen Grund gehabt haben, sondern was weiß ich, warum.
aber ich komme momentan einfach nicht von diesem schlechten gewissen weg und der tatsache, dass ich ständig darüber nachgrübeln und mir die situation wieder in den kopf rufen muss.
ich will einfach nur, dass das aufhört :(
Hat jemand einen tipp für mich???

girasol1991

unregistriert

2

Dienstag, 2. April 2013, 14:33

Hey,

gibt einige Beiträge hier, die eine ähnliche Thematik aufweisen wie deiner! Durchstöber vllt die andern Seiten ein wenig und du findest Leute, denen es ähnlich geht.

Allgemein kann ich dir nur sagen, dass du - vor allem auch vor dem Hintergrund, dass du noch andere Zwänge teilweise aufweist/aufgewiesen hast, vllt über eine Therapie nachdenken solltest! Ideal ist meist eine Verhaltenstherapie, die kann man von ambulant bis stationär machen, wobei du kennst dich damit wahrscheinlich aus, denn du studierst das gleich wie ich und da hat man so ein wenig Ahnung davon (denke ich). Für den Anfang könntest du dir vllt Fachliteratur/Selbsthilfebücher kaufen oder durchstöbern. In der Bib deiner Uni gibt es bestimmt Literatur!

Ich persönlich finde es wichtig meine Zwang zu kennen und einiges darüber zu wissen, das habe ich viel im Rahmen meiner Therapien gelernt und kann inzwischen (auch wenn ich vorrangig Zwangshandlungen aufweise) einigermaßen damit umgehen. Therapie und Studium ist auch ziemlich gut zu vereinbaren, mache ich momentan noch.

Hier eine Seite mit ein paar guten Tipps, auch wenn du sie vllt kennst und/oder sie zu Beginn unmöglich erscheinen:

http://www.zwangsstoerung.ch/sh-zwg.htm



Liebe Grüße!

3

Donnerstag, 4. April 2013, 13:00

Hallo,

danke für deine Antwort.

Ich bin mir nur so unsicher, ob das alles nicht doch einen ganz anderen Grund hatte und es nicht meine Zwangserkrankung war...ich hab mich ja so weit da reingesteigert, dass ich mittlerweile wirklich "überzeugt" bin, das aus einem falschen und sexuellen Grund gemacht zu haben....warum habe ich das dumme Knie nur bewegt??? :(

4

Dienstag, 9. April 2013, 18:24

Hi..
Also ich weiss nicht ob das Thema noch aktuell ist, aber ich antworte dir trotzdem mal.
Ich kenne diese Art von Gedanken.

Ich glaube, das Problem ist: Es gibt 10000 Gründe wieso du dein Bein bewegt hast. Davon "entlasten" dich 999, aber du wählst den Schlimmsten und den, der ganz bestimmt nicht wahr ist.. Wenn es aber wahr WÄRE, dann wäre es ja schrecklich für dich.. Und um das kreist dann der Gedanke. Du hast dich sofort unwohl gefühlt, schreibst du, wie wahrscheinlich ist es dann, dass du dich bewegt hast um etwas zu spüren? Wenn schon, dann hast du dein Knie bewegt, um etwas NICHT zu spüren, oder es war ein "sich winden", weil du möglichst schnell aus der Situation, die dir Angst gemacht hat, wolltest und so weiter und so fort.

In solchen Momenten hilft mir meine Therapeutin immer sehr gut! Sie erklärt mir wieso es nicht so sein kann und macht aber auch deutlich, wenn es -auf dein Fall bezogen- doch so wäre, dann wäre das der Zwang und du hättest ja auch in dem Fall niemandem geschadet! Erst dein Gedanke würde das Bewegen von dem Bein zu etwas schlechtem machen. Dem Kind hast du ja nicht geschadet, du hast nur dein Bein bewegt und im Nachhinein etwas hineininterpretiert.
Das dient eigentlich mehr dazu, das der Gedanke sich nicht mehr so schlimm anfühlt und du ihn somit dann gehen lassen kannst.. Denn sobald er nicht mehr bedrohlich st, geht er weg.

Bist du in Therapie?
Gruss, grau

5

Samstag, 13. April 2013, 01:11

Hallo grau,

Danke für deine Antwort! Ich kann es echt schwer erklären, weil du auch von "danach" reininterpretieren gesprochen hast. Ich habe eben die Befürchtung, dass ich vorab oder währenddessen schon dachte, dass mir das gefällt oder ich es extra mache, wiederum habe ich mich glaube ich unwohl gefühlt bzw sofort gedacht "oh Gott, das ist jetzt wieder so eine trigger Situation". Die Sache ist, dass ich mich so da reingesteigert habe und so lange darüber nachgedacht habe, dass ich mittlerweile fast "überzeugt" bin, das extra gemacht bzw mit einer falschen Intention gemacht zu haben! Es ist so furchtbar, ich habe so ein schlechtes Gewissen und kriege die schuldgefühle einfach nicht los. Anfangs dachte ich, dass es womöglich war, weil ich das Knie wegziehen wollte, aber mittlerweile habe ich das alles so vor Augen und bin so tief im Strudel, dass ich die womögliche Wahrheit gar nicht mehr sehe!
Kennst du solche Dinge auch, also dass du dann von etwas ganz anderem so stark überzeugt bist?
Ich habe bereits eine kurzzeittherapie gemacht, musste die aber beenden, weil ich mich bei meiner Therapeutin leider gar nicht wohl und aufgehoben fühlte und sie wenig Ahnung von zwängen hatte! Ich stehe nun auf der Warteliste für einen neuen Therapeuten, und die Therapie wird voraussichtlich hoffentlich in ein bis zwei Monaten losgehen...

Liebe grüße!

6

Samstag, 13. April 2013, 15:41

Hey,

Nun ja.. Es muss ja nicht danach gewesen sein, das hineininterpretieren! Das kann auch währenddessen oder davor sein. Du hast dein Bein evtl. noch gar nicht bewegt, und schon gedacht, aha das könnte mir gefallen (Zwang, nicht Gedanke von dir!) und als du es dann tatsächlich bewegt hast, ist ja natürlich klar für dich, dass das wegen "dem" war und mit einer falschen Absicht und du jetzt etwas Schlechtes getan hast.

Das ist ganz, ganz typisch für diese Zwangsgedanken, also bei mir zumindest läuft es genau so ab. Ich habe das oft mit "jemanden anschauen", also zum Beispiel am See oder so, ich denke mir dann "oh Gott schau bloss nirgendwo hin, am Schluss siehst du noch ein Kind nackt " und dann vor lauter "verbieten" überhaupt irgendwohin zu schauen, mach ich es erst recht, weil es dann einfach nicht anders geht und bin dann auch gleich überzeugt davon, das ich mich extra umgesehen habe weil ich so etwas sehen wollte. Danach geht es weiter mit dem Kreis, ich weiss dann ja, wo ich definitiv nicht mehr hinschauen sollte, weil dort ein Kind sitzt und schaue immer wieder zwanghaft in diese Richtung, bis ich völlig erschöpft bin und vor Schuldgefühlen fast durchdrehe.

Alleine komme ich dann aus diesen Schuldgefühlen nicht mehr raus. Dann muss mich meine Therapeutin oder mein Freund beruhigen und irgendwann geht es dann langsam wieder. Ich frage dann auch 100 mal nach, wieso es nicht schlimm ist usw.

Wenn man jede Bewegung und jeden Gedanken auf eine Goldwaage legt und alles stundenlang versucht zu interpretieren, dann wird irgendwie jede natürlich Handlung und jeder noch so kurze Gedanke zu etwas komischem/schlimmen..

Ich hoffe es geht ganz schnell vorwärts und du kannst bald deine Therapie beginnen! Nur schon das Erzählen von solchen Dingen und dann merken, dass andere das nicht als so schlimm beurteilen, selbst MIT den Gedanken, das tut enorm gut und hilft.. Ich glaube, du hast dich da sehr fest reingesteigert und aus meiner Sicht, also einer neutralen Sicht, kann ich sagen, dass du absolut nichts Schlimmes getan hast. Das war alles der Zwang, du hast niemandem geschadet und das alles sagt nichts über dich aus.. Hast du mal ein bisschen im Forum herum gelesen, was andere mit Zwangsgedanken in diese Richtung schon so erlebt haben? Manchmal hilft das, manchmal triggert es auch ganz übel, da musst du natürlich für dich entscheiden, ob du dir das zumuten kannst..

Liebe Grüsse, grau

7

Dienstag, 16. April 2013, 12:52

Hallo,

danke für deine Antwort.
Ja, es ist wirklich immer sehr schwierig, gerade, weil ich eben noch mit Kindern arbeite. Ich hatte lange Zeit eben auch diesen Fragezwang und Grübeln/ Misstrauen gegenüber meinem Freund und ich merke enorm, dass das alles davon abhängt, wie sehr ich abgelenkt bin oder wie viel "Raum" ich habe, mich in das Ganze reinzusteigern. Die letzten Wochen war ich extrem im Prüfungsstress und hatte kaum "Zeit" um über dieses und jenes nachzudenken, was dazu führte, dass ich wochenlang kaum Fragen an meinen Freund stellte. Aber seit die Prüfungen rum sind, bin ich wieder total in dem Strudel.
Und eben weil ich mit Kindern zusammenarbeite, sind da eben ständig Trigger vorhanden, die mich wieder zweifeln lassen. Und es ist immer wieder dasselbe Schema, nur leider erkenne ich das nicht wirklich...gestern auf der Arbeit war es ähnlich: Ich habe mit den Kindern draußen gespielt und das eine Kind war neben mir und hat etwas Quatsch gemacht und ich habe sie dann so neckisch am Nacken gepackt und da so ein paar mal "massiert"...eigentlich eine völlig harmlose Sache, aber währenddessen dachte ich schon "oh gott, ob das wieder was sein wird, woran ich zweifle?" und habe es dann extra nochmal gemacht - aber, wieder absolut typisch, nun zweifle ich, ob ich diese Massagebewegungen nicht untenrum bei ihr gemacht habe....eigentlich ist es wirklich immer dasselbe: eine völlig harmlose Sache wird zu was Sexuellem bei mir....aber ich habe das alles dann so real vor Augen und zweifle so sehr, dass ich mri gar nicht mehr sicher bin, was jetzt stimmt und was nicht :(

Ich hoffe wirklich auch sehr, dass die Therapie bals losgeht, das alles macht mich fertig und raubt mir so viel Kraft, nicht zuletzt, weil ich merke, dass sich die beiden Zwänge immer abwechseln, je nachdem, wenn der eine verschwindet. Ich erlaube mir schlichtweg auch nicht glücklich zu sein und "muss immer Probleme haben". Auch habe ich null Selbstvertrauen und kenne mich selbst kaum, was die Zweifeln nur noch mehr anhebt...
Im Forum selbst habe ich auch schon etwas gestöbert und war bislang auch viel in englischsprachigen unterwegs....es tut auf jeden Falll gut, bestätigt zu bekommen, dass man nicht die einzige ist...langfristig helfen tut es aber natürlich leider nicht...

Liebe Grüße

8

Dienstag, 16. April 2013, 21:54

Hi,

Dein letzter Post hätte ganz genau so von mir sein können, mit irgendeinem anderen Beispiel, bin gerade echt ein bisschen erschrocken. Immer wieder krame ich etwas neues hervor, und wenn ich das hier so schreibe, sehe ich ja selber wie doof das ist, aber dann kommt schon der Gedanke "aber was ist wenn du ... blabla ... doch gemacht hast und das NICHT ein Zwangsgedanke ist, sondern doch wahr!?"

Wahrscheinlich hilft es nicht mal, wenn man sieht, dass andere wirklich auch genau dieses Problem ebenso haben, da man irgendwie immer denkt, selber sei man doch schlimmer und anders, und bei den anderen, ja, da sind es nur Zwangsgedanken, bei einem selber ist es aber bestimmt mehr!


Naja, wie du schreibst, es hilft halt langfristig nicht. Was aber helfen wird, ist die Therapie und du wirst wieder da raus kommen!!

Ja viel mehr kann ich leider nicht schreiben :S

Grüsse, grau

9

Mittwoch, 17. April 2013, 00:33

Das stimmt. Vielen Dank, dass du trotzdem antwortest...Ja, ich habe schon sehr oft ähnliche Beiträge von anderen gelesen. Klar, denkt man sich dann da irgendwie "dann muss es ja scheinbar doch die Krankheit sein", aber wie du selbst sagst, kommen dann halt doch immer die "wenn aber"-Gedanken...Momentan ist es echt so schlimm, die Zweifel und Themen wechseln sich ständig ab, meine Beziehung leidet auch schon wieder total, weil ich Sachen von vor Ewigkeiten rauskrame und mir den Kopf zerbreche. Zusätzlich misstraue ich total und zweifle auch da ständig an Aussagen oder Dingen von meinem Freund...z. B. hab ich vor mittlerweile 1 1/2 Jahren mal eine Kondompackung (also nur diese Hülle) unter dem Wohnzimmertisch bei meinem Freund gefunden, obwohl wir damit zu der Zeit nicht mehr verhütet hatten (sorry, für diese Details^^)...klar, das war natürlich auch eine zunächst zweideutige Sache, aber mein Freund hat mir versichert, dass er einfach nur geschaut hat, ob die noch haltbar sind und halt dazu eins auspackte und die Hülle hat liegen lassen...wie gesagt, das war vielleicht was, wo jeder erstmal zweifelt, aber mit ein bisschen Vertrauen und Einschätzung, sollte so was dann ja bald vergessen sein...tja und jetzt, nach so langer Zeit kommt das immer mal wieder hoch und ich frage ständig, ob nicht doch was mit einer anderen lief und frage ständig jedes Detail dazu nach....auch hab ich totale Komplexe wegen meinem Körper, obwohl viele sagen, dass ich hübsch bin etc...ständig muss ich dann nachfragen, ob er meine Brüste groß genug findet und all das, weil er früher auf größere Brüste stand und jetzt aber nicht mehr und ich habe Angst, dass er mir das nur vormacht um mich zu "schützen"....gestern auf der Arbeit hat dann auch noch ein kleines Kind gefragt, warum ich so kleine Brüste hätte....auch, wenn sie objektiv gesehen vllt normal groß sind war das für meine Komplexe natürlich Gift und ich kam durch diese dumme Bemerkung von einem vierjährigen Kind wieder total in den Gedankenstrudel "findet er sie vielleicht doch zu klein?" "ich bin häßlich" und all das....es ist so schlimm. An jeder Ecke lauert ein Trigger, der mich wieder total aus der Bahn wirft. Das alles ist dann so schlimm, dass ich an nichts anderes mehr denken kann und meinem Freund Gott weiß was vorwerfe und jetzt wieder Stress ist, weil ich ihn dann darauf festnagel, dass er mir Rede und Antwort stehen soll, ob er mich betrogen hat, ich ihm gefalle und all das...
Es vergeht echt kein Tag, an dem nicht irgendwas ist, worüber ich mir Gedanken mache...

Sorry, das war jetzt etwas ab vom ursprünglichen Thema, aber das ist, wie du siehst, gerade das, was mich absolut bewegt...

Warst oder bist du denn noch in Therapie? Welche Form von Zwangsgedanken hast du? Nimmst du Medikamente?

Liebe Grüße

10

Freitag, 19. April 2013, 12:51

Hey,

Das ist sicher sehr schwer für dich mit diesen Dingen, die dich so belasten. Es ist wirklich anstrengen, wenn irgendwie jeden Tag etwas Neues ist, und sobald mal nichts Neues zu finden ist, sucht man nach etwas altem, wie bei dieser Kondompackung bei deinem Freund.

Das Problem glaube ich, ist, dass man sich mit den Zwängen ja nicht einmal selber (ver)traut! Die Zwangsgedanken hätten sonst ja keinerlei Wirkung. Man traut seiner eigenen Erinnerung nicht mal. Wie soll man denn da anderen vertrauen? Ich glaube das ist sehr schwer, aber durchaus möglich zu lernen...

Es geschehen so oft Dinge, die einfach keinen Sinn machen auf den ersten Blick oder Grund für Eifersuchtsanfälle sind usw. und meistens gibt es wirklich eine stinknormale Erklärung. Aber die 100% Sicherheit hat man auch da nicht- und es ist ja klar, das uns das dann fertig macht, da wir nicht einmal bei den eigenen Gefühlen, Gedanken, Erinnerungen das Gefühl haben, die 100% Sicherheit zu haben. Irgendwie fehlt so ein Urvertrauen, sich selber gegenüber und anderen gegenüber sowieso.
Vielleicht stimmt das für dich auch so in etwa. Nützt halt nicht viel, um das Problem loszuwerden, ausser vielleicht man findet heraus, wie man dieses Vertrauen wieder aufbauen kann, als aller erstes sich selbst gegenüber. Und das wird dann wahrscheinlich in der Therapie der Fall sein. Und dann kann man evtl.
Vielleicht ist das ja auch alles Quatsch und hat keinen Zusammenhang, aber für mich stimmt das so irgendwie schon.

Ich bin in Therapie, aber nehme keine Medikamente vorerst noch, so lange das möglich ist. Ich habe nicht hauptsächlich Zwänge, sondern sie sind ein Teil von auch anderen Dingen, eigentlich versuche ich noch herauszufinden, was ich genau "habe". Auf jeden Fall habe ich einen Grübelzwang und immer Angst, früher etwas getan zu haben, ohne mich zu erinnern. Dazu kommt zum Teil auch der Zwangsgedanke ich könnte Pädophil sein usw.

Liebe Grüsse

11

Sonntag, 21. April 2013, 00:49

Hi grau,

mich wundert es auch gerade sehr, wie ähnlich wir uns scheinbar sind, denn mit deinem letzten Beitrag hast du mir auch total aus der Seele gesprochen! Also deine Theorie mit dem selbstvertrauen und den zweifeln an sich selbst trifft auf mich hundertprozentig zu und würde ich total bestätigen! Ich versuche momentan auch damit anzufangen, zu mir selbst zu finden, Meditation etc...aber hoffe wirklich, dass die Therapie bald losgeht

Ich hätte noch eine Frage an dich, wenn du auch sagst, pädophile Zwangsgedanken zu haben. Ist etwas unangenehm, aber ich frag es einfach mal. Hast du manchmal auch so ein komisches Spannungsgefühl untenrum? Also hört sich dumm an, aber ich habe das manchmal, wenn ich wirklich in einer AngstSituation bin oder so! Heute zb habe ich einem Jungen eine Geschichte um'sgelesen und er hat sich öfters mal bei sich in den Schritt gefasst und ich habe das eben immer so aus dem Augenwinkel wahrgenommen und merke dann aber, wie es bei mir untenrum sich im Schritt bzw Genital verspannt...ich kann dann nie sagen, was das genau ist, ob Angst, Anspannung oder irgendeine Assoziation, nur rede ich mir dann eben oft ein, dass mir das ja gefallen hat und es ein richtiges ErregungsGefühl war...wobei ich auch schon viel darüber gelesen habe und es wohl ein Angstgefühl ist und mit der Krankheit zusammenhängt, aber oft zweifel ich eben doch...
Kennst du so was auch?

Liebe Grüße

girasol1991

unregistriert

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Mittwoch, 24. April 2013, 15:27

Loreen, das ist glaube ich total 'normal' - also in dem Sinne normal, dass es zu der Erkankung gehört. Da spielen so viele verschiedene Dinge mithinein, angefangen dabei, dass du es ja irgendwie erwartest, dass sich was regt, du bist darauf ja aufgrund der Erkrankung total gepolt und achtest auf sowas!

Ich kann dir mal ein Beispiel aus meiner Erkrankung geben, habe vor allem einen Waschzwang und habe meine Aufmerksamkeit so krass gepolt, dass ich wenn ich durch eine schmale Tür gehe, denke ich habe sie berührt. Ich habe sie (eigentlich) nie wirklich berührt, bilde es mir aber so krass ein und fokussiere mich so sehr darauf, dass ich tatsächlich spüre wo sie mich berührt hat. Total dämlich, aber ich denke, dass es ähnlich auch bei dir sein wird. Du fokussierst deine Gedanken so sehr darauf, dass du auch wirklich was spürst untenrum, was aber keine wirkliche sexuelle Erregung ist (verglichen jetzt mit einer solchen sexuellen Erregung die man empfindet, wenn ein Mann oder eine Frau, an der man sexuell wirklich interessiert ist, einen dort unten berührt und stimuliert!).

13

Donnerstag, 25. April 2013, 11:03

Hallo,
Entschuldige das ich erst jetzt antworte, mir ging es die letzten Tage nicht besonders gut.

Ja, dieses Gefühl kenne ich auch. Und obwohl ich auch weiss, dass das dazu gehört, und nicht eine Erregung ist, sondern etwas, das ich in meinem Kopf entstehen lasse, macht es mir auch heute noch zum Teil Angst.
Momentan versuche ich mit dem umzugehen, indem ich es irgendwie ins lächerliche ziehe. Ich kann das nicht wirklich erklären, ich mache mir dann einfach klar, das es lächerlich ist, mir einzubilden, ich hätte dieses Gefühl, nachdem ich weiss, das ich auf Männer stehe etc. und das schon seit immer so ist. Funktioniert bei dem Gefühl erstaunlich gut, weil eben, sobald er nicht mehr Angst einflössend ist, verschwindet der Gedanke meistens...
Kann es leider nicht besser erklären, aber auf jeden Fall: Ja ich habe auch dieses Gefühl aber es gibt einen Weg, dieses Gefühl nicht so überzubewerten und es somit langsam loszuwerden...

Liebe Grüsse

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Donnerstag, 25. April 2013, 13:51

Ah okay, verstehe, keine Problem. Geht es dir denn inzwischen etwas besser?

Ja, ich finde das auch unglaublich nervig und bekomme da zum Teil Angst. Oft ist es wirklich so, dass ich ganz klar sagen kann, dass es sich anders anfühlt, als bei meinem Freund oder so, aber manchmal ist es in dem Moment so extrem, dass ich mir einbilde, dass es sich wie eine "reale" Erregung anfühlt - klar, letztendlich produziert das alles nur das Hirn und ich habe auch schon oft gelesen, dass es wirklich ein typisches Symptom dieser Art von Zwangsgedanken ist, aber ich hasse es einfach :(

15

Donnerstag, 25. April 2013, 15:39

Ja, ich glaube das kann man in dem Moment auch nicht von dem Gefühl unterscheiden, das kann sich dann ja auch wirklich so anfühlen! Das heisst aber noch lange nicht, dass das heisst, dich würde "das" erregen, sondern du lässt da etwas in deinem Kopf entstehen, das dieses Spannungsgefühl auslöst... So würde ich das für mich erklären. Denkst du nicht? Ich glaube es ist gar nicht nötig, sich dann auf das Gefühl zu fokussieren und versuchen, Unterschiede zu finden. Auch wenn du in deiner Angst keine Unterschiede findest, hat das nichts damit zu tun, das dich die aktuelle Situation (oder eben die Person) dich erregt.

Nein zur Zeit geht es mir irgendwie nicht so gut, die Gedanken sind zum Teil echt stark und nehmen einen grossen Teil meiner Zeit ein, aber das wird schon wieder..... -.-

Liebe Grüsse

16

Donnerstag, 25. April 2013, 17:58

Ja, das stimmt schon. Manchmal bin ich dann trotzdem so verunsichert und steiger mich so sehr hinein, dass ich wirklich nicht mehr klar sehen kann und überzeugt bin, dass es doch etwas mit dem Kind zu tun haben muss...ich hasse das so sehr :(

Ohje, das tut mir leid. Ja, solche Phasen gibt es leider...ist bei mir zur Zeit ähnlich....noch vor ein paar Wochen habe ich kaum Fragen an meinen Freund gestellt und das über mehrere Wochen hinweg und auch die Zwangsgedanken in Bezug auf Kinder gingen etwas zurück. Das lag daran, dass ich total im Prüfungsstress von der Uni war und dadurch total abgelenkt war und keine "Zeit" hatte, mich so sehr in alles reinzusteigern...jetzt, wo das aber rum ist und ich wenig Beschäftigung habe, läuft alles wieder auf Hochtouren. Es ist so nervig :(

Liebe Grüße

17

Samstag, 27. April 2013, 11:38

Sorry, dass ich schon wieder schreibe, aber mir geht es gerade richtig scheiße :(

Ich bin heute morgen aufgewacht und konnte mich erinnern, dass ich heute Nacht irgendeinen sexuellen Traum hatte und sogar einen Orgasmus "im Schlaf" bekommen habe...jetzt im Nachhinein habe ich total Angst, dass ich irgendwas mit einem Kind geträumt habe. Ich vermute ganz vage, mich an einen Männerkörper erinnern zu können, aber so ganz sicher bin ich mir nicht mehr, weil ich irgendwie das Zweifeln und das schlechte Gewissen habe...
Was mache ich denn jetzt?? :(

LG

18

Samstag, 27. April 2013, 12:34

Hallo,

Ganz genau das hatte ich auch, sogar noch extremer denn ich war mir sicher, was ich geträumt habe und es war echt scheisse denn es war "eindeutig". Und zwar 2 mal.
Ich habe meiner Ärztin das in voller Panik erzählt und war echt am Boden- und sie hat gelächelt und gesagt das heisst NICHTS! Du hast dich so sehr auf das ganze fixiert.. und in deinen Träumen wird das verarbeitet, und auch "durcheinander gebracht", das ist echt vollkommen normal, selbst wenn das kein Männerkörper war, sondern etwas anderes. In Träumen kann ja alles passieren... du verarbeitest einfach deine Gedanken vom Tag, und wie das zum Ausdruck kommt, das kannst du nicht steuern und ein Traum bedeutet ja auch nicht, dass dort deine Wünsche oder deine innersten Wünsche hervor kommen!!! Man kann die schlimmsten Dinge träumen, auch was man anderen antun könnte usw. Du beschäftigst dich ja den Großteil deines Tages mit diesen Gedanken und da ist es ja nur logisch, das es irgendwann auch in den Träumen vorkommt... FALLS es überhaupt so war. Vielleicht interpretierst du das ja auch erst jetzt hinein und es war überhaupt nichts in diese Richtung.

Mach dir keine Sorgen, wirklich.
Grüsse, grau

19

Samstag, 27. April 2013, 13:01

Das muntert mich sehr auf, danke.

Ja, ich weiß noch, dass gestern auf der Arbeit das eine Kind so die Arme um meine Beine geschlungen und mich dabei untenrum etwas gestreift hat. Daraufhin hat es untentrum wieder so gebitzelt und ich habe den ganzen Tag überlegt, ob man physisch erregt werden kann von Kindern (also durch Reibung etc.), obwohl man es psychisch nicht mag, also ob das trotzdem möglich ist.
Vielleicht hätte ich dieses Gedankenkarussell dann tatsächlich in diesem Traum verarbeitet...

Ich hoffe so sehr, dass die Therapie bald losgeht. Sämtliche normalen Alltagsgegebenheiten machen mich fertig...

LG

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Sonntag, 28. April 2013, 14:06

Und das, was girasol1991 letztens geschrieben hatte, mit dieser "Überzeugung", dass dies und jenes passiert ist, habe ich auch...es ist so furchtbar...
Ich war vor einigen Wochen mit meinem Freund auf einer Party und hatte einiges getrunken und war dann mit meinem Freund auf dem Weg nach draußen, er ist nochmal zur Toilette und ich stand alleine im Flur und habe gewartet bzw. schon mal meine Jacke angezogen. Und dann kam ein Freund in den Flur und war wieder auf dem Weg in den Partyraum und ist an mir vorbei und hat mich gefragt, wie ich heiße und worauf ich warte oder so und meinte dann glaube ich, dass er mal wieder reingeht und wir uns vielleicht später noch treffen...aber sobald er drin war, hatte ich unglaubliche Angst, ihn geküsst zu haben. Habe das direkt meinem Freund erzählt und das Betrunkensein von mir hat alles nur nnoch schlimmer gemacht. Mein Freund hat mich beruhigt und sagte, dass das nur wieder die Angst ist. Aber über die Zeit habe ich mich so krass reingesteigert, dass ich mittlerweile echt überzeugt bin, dass ich den geküsst habe und habe das mittlerweile echt real vor Augen...klar, man könnte sagen, dass der andere das gar nicht zugelassen hätte und das ja eine Sache von Sekunden oder wenigen Minuten gewesen sein müsste und so....aber ich kriege diese furchtbaren Schuldgefühle nicht weg. Ich habe ständig das Gefühl, dass ich meinen Freund überzeugen muss, dass es doch passiert ist, weil er einfach nicht daran glaubt, dass ich es getan habe...
was mach ich jetzt nur? :(