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Yezrel

Fortgeschrittener

  • »Yezrel« ist weiblich
  • »Yezrel« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 219

Zwangssymptome: Zwangh. Persönlichkeit, Zwangh. Langsamkeit, Kontroll-/Zählzwang

Medikament / Dosis: keine

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

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Mittwoch, 23. Januar 2013, 17:52

Der Zusammenhang zwischen Zwanggedanken und körperlicher Reaktion

Liebe Foris

Ich hätte den Thread auch unter Psychosomatik setzen können, weil ich eine Schmerzkrankheit habe, aber ich möchte das Thema allgemeiner fassen in Hinblick auf viele Beiträge hier im Forum, wo Zwängler mit Zwangsgedanken, -bilder und -vorstellungen körperliche Reaktionen zeigen, vor allem auch sexuell, während sich das bei mir eher über Schmerzen bemerkbar macht. Manchmal leite ich diese Schmerzen auch sexuell ab, d. h. mir ist der Zusammenhang bewusst. Es ist sogar zu einem gewissen Grad steuerbar. Allerdings haben die Schmerzen auch eine dämpfende Wirkung auf die Sexualität.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Zwänge über den Körper abgeleitet werden als Schmerzen, sonstige körperliche Beschwerden oder sexuelle Erregung, die aber auch schon fast schmerzhaft wird, weil sie nicht echt ist, d. h. ungut und zwanghaft erlebt wird.

Zwänge wiederum sind unbewusste, symbolische Botschaften, sie drücken verdrängte Gefühle und Ängste aus und bahnen sich auf unvorhergesehene Weise ihren Zwangsweg. Durch den Zwang entsteht eine Entlastung dieser Gefühle und Ängste, ohne diese aber in ihrer Bedeutung zu verstehen und aufzudecken. Sobald aber die Ursache wegfällt, der Druck dieser verdrängten Gefühle und Ängste nachlässt, geht auch der Zwang zurück, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Wichtig zu wissen und vielleicht auch für viele eine Entlastung, wenn sich der Zwang in sexuellen Zwangsvorstellungen zeigt: Die dahinterliegende Befindlichkeit drückt sich zwar zwanghaft-sexuell aus, aber die Bedeutung dessen ist sehr wahrscheinlich eine ganz andere und wird nur durch die sexuelle Reaktion symbolisch abreagiert/ausgedrückt.

Persönlichkeiten mit Zwängen sind laut Fachliteratur oft (aber nicht immer) ängstlich-vermeidend bzw. selbstunsicher, wie auch die anderen Persönlichkeitsstile aus dem Cluster C, wo Angst der Auslöser darstellt. Die zwanghafte Persönlichkeit fällt auch darunter und die Zwänge werden den Angststörungen zugerechnet. Es hat also mehr mit der eigenen Unsicherheit zu tun, ein ständiges Suchen nach Halt, der sich in den Zwangsvorstellungen festsetzt und dort klammert, da sonst unsicher und haltlos in der eigenen Gedanken- und Gefühlswelt, orientierungslos, deshalb der Sog des Zwangs und der fehlende eigene Selbsthalt. So empfinde ich es bei mir.

Selbstfürsorge und die Stärkung der eigenen Persönlichkeit ist da eine große Hilfe nach meinen Erfahrungen, um die Zwänge abzudämpfen.
Lieben Gruß
Yezrel