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Yezrel

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Zwangssymptome: Zwangh. Persönlichkeit, Zwangh. Langsamkeit, Kontroll-/Zählzwang

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1

Dienstag, 22. Januar 2013, 10:43

Wie reagieren Therapeuten auf Zwänge?

Hallo liebe Foris

In letzter Zeit geht´s mir nicht so gut, was meine Zwänge verstärkt. Da ich bereits eine Diagnose als zwanghafte Persönlichkeit habe, fielen die Zwänge nicht so ins Gewicht, auch weil ich meine Zwänge normalerweise ziemlich gut im Griff habe bzw. es immer unter Zwanghafter Persönlichkeit einreihte. In der letzten Sitzung hat aber mein Therapeut auch gemerkt, dass da noch Zwänge mitschwingen. Es war bisher nie groß Thema, aber nachdem ich nun selbst merke, dass meine Hauptproblematik auch mit den Zwängen zu tun hat, möchte ich es natürlich auch in der Therapie thematisieren und bearbeiten. Nur habe ich gleichzeitig Angst, dass mein Thera da irgendwie Druck machen könnte. Als ich bei der letzten Sitzung ein bisschen zu lange in einem Beispiel gedanklich hängenblieb, holte er mich da richtig raus, das zweimal. Nur reicht das einfach nicht, wenn er mir "befielt", mit dem Zwangsgedanken aufzuhören. Ich möchte nicht so bestimmt und dominiert werden. Ich möchte das selbst abstellen.

Deshalb meine Frage, wie eure Theras damit umgehen, ob ihr da zu Befehlsempfängern werdet oder wirklich noch eine symmetrische Beziehung möglich ist in der Therapie. Nimmt einen der Therapeut überhaupt noch für voll?
Lieben Gruß
Yezrel

girasol1991

unregistriert

2

Dienstag, 22. Januar 2013, 11:07

Hey,

also wenn du einen ordentlichen Therapeuten hast, dann schafft er die Gratwanderung. Meine Therapeutin ist schon ehrlich und direkt, aber an sich macht man das im Tempo des Patienten, alles andere macht auch keinen Sinn, es soll ja schließlich erfolgversprechend sein.
Meist wird vorher festgelegt was ist wenn, blablabla...an sich ist ein direkter Einstieg mit Expos auch nicht unbedingt immer so sinnvoll - weiß nicht wie das bei dir so an Ursachenerforschung und Darstellung des Zwanges etc. bereits aussieht.
Ich bin seit über einem Jahr in Therapie und wir machen langsam Expos, im Vordergrund standen zunächst Ursachenforschung, Abstecken von Zielen etc. Das ist glaube ich auch so üblich.
Im Rahmen meines TK-Aufenthaltes habe ich schneller Expos gemacht, aber auch immer nur soweit wie es für mich möglich war. Meine Therapeutin hat vorher auch abgeklärt, dass ich definitiv immer begleitet werde dabei, das ich kleinschrittig anfange und wie sie mir helfen kann, wenn die Anspannung stark ist etc. - ich meinte einmal dann so halb im Scherz: Ketten Sie mich am besten an, sodass ich nicht mehr zum Waschbecken laufen kann! Das fand sie nun nicht so lustig und meinte durchaus empört, dass sie das in keinem Fall machen würde, egal was kommt, denn so würden expos keinen sinn machen. hinzugefügt sei, dass sie eine tiefenpsychologische, auf traumata spezialisierte psychologin war (somit also eher weniger mit verhaltenstherapie am hut hatte) und dennoch gegen so etwas komplett dagegen war.
Zudem muss dein Therapeut deine Zwänge ja auch erstmal kennenlernen und sich langsam herantasten finde ich, abklären was für emotionen kommen hoch und und und...

Yezrel

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3

Dienstag, 22. Januar 2013, 12:22

Danke, girasol1991!

Das beruhigt mich jetzt, denn ich hatte heute schon Horror-Zwangsbilder, wie mich der Thera zurückweisen könnte wegen den Zwängen. Kam aber jetzt wieder davon runter und schrieb meinem Thera eine E-Mail über meine verstärkt auftretenden Zwänge und dass ich nun ein Buch dazu lese, nämlich Hoffmann & Hofmann, Expositionen bei Ängsten und Zwängen.

Ich finde mich in diesem Praxishandbuch total wieder und habe nun die große Hoffnung, damit meine Arbeitsblockaden angehen zu können, denn mit dem Module-Buch "Arbeitsstörungen" derselben Autoren funktionierte es einfach nicht richtig.
Lieben Gruß
Yezrel

Yezrel

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Dienstag, 22. Januar 2013, 18:08

Da mir nicht gut war, legte ich mich hin und träumte doch tatsächlich noch von denselben Ängsten: Mein Thera (ambulant in der Klinik) beobachtet mich im Traum kritisch und versucht, aktiv meine Zwänge einzudämmen, indem er sogar meinem Hausarzt Instruktionen gibt, damit meine Zwänge nicht bestätigt werden. Es ist alles sehr surreal, mein Kopf rollt in die Klinik zu seinem Praxisraum, ich versuche, heimlich meinen Zwängen nachzugehen, indem ich z. B. überall Flaschendeckel und -zapfen anbringe in der Klinik, damit nichts ausschüttet. Er kommt überall dahinter. Aber ich spüre gleichzeitig, dass das alles nötig ist, nur kommt es mir sehr anstrengend vor. Am Ende bin ich froh, dass es auch Bereiche gibt, wo er keine Kontrolle über meinen Zwang hat, z. B. in der Beziehung zu einem Mann in beiger Jacke, einem Polizisten bzw. Beamten, den ich kenne, der mich für normal hält. Das ist ein guter Ausgleich. Aber trotzdem gut, dass mein Thera mich so sehr unterstützt. Xavier Naidoo mit seinem Lied Dieser Weg kam auch noch vor, er erinnerte mich an einen Jugendfreund. Jetzt bin ich echt gespannt, wie es in der Therapie weitergehen wird. :-)
Lieben Gruß
Yezrel

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Donnerstag, 31. Januar 2013, 23:58

Ich war nun bei meinem Therapeuten und er bestätigt die zusätzliche Zwangsstörung zur vorher bereits diagnostizierten zwanghaften Persönlichkeit. Er zeigt viel Einfühlungsvermögen, wobei er auch Verständnis dafür aufbringt, weshalb ich meine Zwänge nicht aufgeben, sondern nur abbauen kann bis zur kleinsten Ritualvariable, so ähnlich wie in Algebra auf die einfachste Formel runtergerechnet wird.

Ich bin froh, dass wir uns jetzt damit befassen und er endlich versteht, warum mein Leidensdruck so groß ist und woran es genau liegt, nämlich an den Zwängen und weniger an meiner zwanghaften Persönlichkeit.
Lieben Gruß
Yezrel

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Montag, 11. Februar 2013, 21:18

Ich hab noch diese Woche einen Termin bei meinem Hausarzt, der mich in der Therapie mitbetreut. Er möchte im Gespräch jeweils eine klare Frage von mir gestellt erhalten. Einerseits kann ich ihn auf den neuesten Stand bringen, was die nun zusätzlich diagnostizierte Zwangsstörung betrifft. Dann könnte ich erzählen, welche Fachliteratur ich gerade dazu lese. Weiter könnte ich von meiner Enttäuschung über den Verein, aus dessen Vorstand ich getreten bin, sprechen. Aber eine Frage weiß ich eigentlich nicht. Er will sozusagen wissen, inwiefern er mir helfen kann, so wie er das vom Organischen gewöhnt ist. Vielleicht die Frage, warum Menschen so sind, wie sie sind, warum sich mein Verein so verhalten hat, warum ich mich im Stich gelassen fühle, warum ich das einfach nicht akzeptieren kann. Meine Erwartungen sind einfach zu hoch, aber ich kann es nicht ändern.
Lieben Gruß
Yezrel

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Montag, 11. Februar 2013, 21:40

Auf jeden Fall wird folgendes Thema Hauptthema sein im Gespräch mit meinem Hausarzt, das hab ich schon letztes Mal angedeutet:

Mir wurde durch die verstärkte Zwangssymptomatik bewusst, dass meine Arbeitsblockaden dasselbe Muster wie meine Kontrollzwänge aufweisen. Peter Fiedler hat das sehr anschaulich beschrieben, wie die anankastische Persönlichkeit und Zwänge zusammen auftreten können, was bei mir der Fall ist. Früher waren meine Zwänge noch offensichtlicher, bis ich sie durch Zählrituale reduzieren konnte.

Peter Fiedler: Die Dispositionshypothese führt unmittelbar an einen möglichen prämorbiden Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsstil und Zwangsstörung heran. Sie besagt, dass es zur Symptomstörung kommen kann, wenn der Persönlichkeitsstil nicht mehr funktional oder tragfähig genug ist, um den Lebensanforderungen hinreichend zu genügen.

(aus: Persönlichkeitsstörungen Theorie und Praxis, Zwänge und Persönlichkeitsstörungen, Schattauer-Verlag: Peter Fiedler, Zwang und anankastische Persönlichkeitsstörung aus verhaltenstherapeutischer Sicht S. 83)

Aus diesem Grund lese ich jetzt das Buch Hoffmann & Hofmann, Expositionen bei Ängsten und Zwängen. Ich hoffe, das bringt mich weiter in der Auflockerung meiner Arbeitsblockaden.
Lieben Gruß
Yezrel

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Montag, 11. Februar 2013, 22:00

Und ergänzend dazu:

Ich merke im Alltag, wie ich mich in allem zwanghaft absichere, es gibt nur noch wenig Spontanes und kaum noch organische Handlungen, alles muss zwanghaft programmiert werden. Ich kann nicht über die Schnur gehen ohne dieses Rettungsnetz. Ich kann keine Risiken und Lücken eingehen. Mein Zwangsnetz ist engmaschig und erstreckt sich über ein zwanghaftes Lesen, Schreiben, Denken, Arbeiten, Handeln, Sein. Es ist so viel, dass ich längst blockiert und ausgebremst innehalte in zwanghafter Langsamkeit.

So wie ich wegen meiner Schmerzkrankheit Schienen trage, brauche ich Zwangsstrukturen als Krücken in allem, was ich tue. Mein Selbst kann nicht auf eigenen Beinen stehen, nur noch mit Sicherheitsnetzen und haltgebenden Strukturen.

Die Sanduhr soll mir helfen, alles bewusster anzugehen im Alltag und ganz präsent zu sein (eine Art Exposition). Ich drehe sie ab und zu, nicht immer. Das Unvollständigkeitsgefühl kommt ja auch daher, dass diese Wachheit und Eigenpräsenz während zwanghafter Handlungen zu wenig Spannkraft aufweist. Es wirkt zwar zwanghaft (und ist es wohl auch wie alles, was ich tue), immer wieder eine Sanduhr zu drehen, aber das mit der verstärkten Präsenz ist eine wichtige Exposition bei Zwangserkrankungen. Ich muss meine Selbstregulierung im Alltag stärken.
Lieben Gruß
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Montag, 11. Februar 2013, 22:50

Ich hab ihm jetzt eine E-Mail geschrieben, u. a.:

Mein Therapeut hat bestätigt, was ich Ihnen bereits letztes Mal andeutete mit dem Bild der Schnittmenge zwischen Zwanghaftem PersönlichkeitsSTIL (mein Therapeut erklärte, es sei bei mir nur ein Stil, keine Störung) und Zwangserkrankung. Der Leidensdruck bzw. die Störung kommt also nicht primär von meinem zwanghaften PersönlichkeitsSTIL, sondern von meinen Kontroll-Zwängen. Das passt zu Fiedlers Dispositionshypothese über die Zwanghafte Persönlichkeit in Kombination mit Zwängen:

Die Dispositionshypothese führt unmittelbar an einen möglichen prämorbiden Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsstil und Zwangsstörung heran. Sie besagt, dass es zur Symptomstörung kommen kann, wenn der Persönlichkeitsstil nicht mehr funktional oder tragfähig genug ist, um den Lebensanforderungen hinreichend zu genügen. (aus: Persönlichkeitsstörungen Theorie und Praxis, Zwänge und Persönlichkeitsstörungen, Schattauer-Verlag: Peter Fiedler, Zwang und anankastische Persönlichkeitsstörung aus verhaltenstherapeutischer Sicht S. 83)

Aus diesem Grund lese ich nun das Buch Hoffmann & Hofmann, Expositionen bei Ängsten und Zwängen.
Lieben Gruß
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Montag, 11. Februar 2013, 23:29

Die E-Mail wäre also jetzt geschrieben, aber irgendwie muss ich etwas vorweisen für meinen Hausarzt, sonst hängen wir fest. Da mein Thera fragte, was ich aus dem Buch "Hoffmann & Hofmann, Expositionen bei Ängsten und Zwängen" für mich verwenden kann, ist es sicher mal gut, wenn ich dort weiterlese und mir ein erstes Resultat für meinen Hausarzt überlege und bis Ende Monat für den Termin meines Theras noch weitere. Wichtig ist natürlich auch, es umzusetzen.
Lieben Gruß
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Dienstag, 12. Februar 2013, 01:25

Zu dem, was ich vorher schrieb:

Zitat

Vielleicht die Frage, warum Menschen so sind, wie sie sind, warum sich mein Verein so verhalten hat, warum ich mich im Stich gelassen fühle, warum ich das einfach nicht akzeptieren kann. Meine Erwartungen sind einfach zu hoch, aber ich kann es nicht ändern.


Dazu passt sehr gut Hermann Langs Fallbeispiel mit dem Fachhochschuldozenten und der notwendigen Entidealisierung, die aber so weh tut.
Lieben Gruß
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Dienstag, 12. Februar 2013, 01:44

Was ich vorher schrieb

Zitat

aber irgendwie muss ich etwas vorweisen für meinen Hausarzt, sonst hängen wir fest.


wäre jetzt eigentlich vorhanden durch diese Entidealisierung, die mir immer noch sehr zu schaffen macht und zuerst thematisiert werden sollte. Alles andere später, hab genug Arbeit. Ich möchte jetzt nicht ein neues Fass auftun in kurzer Zeit, weil ich noch einiges sonst erledigen muss. Außerdem ist es gut, wenn ich das Thema Entidealisierung noch etwas verarbeite, wenn es schon so spontan in mir nachwirkt. Das hat schon seine guten Gründe und passt chronologisch zum Fallbeispiel. Mein Thera hat zwar gesagt, dass es bei mir nicht unbedingt gleich laufen muss, aber ich erlebe die Entidealisierung nicht innerhalb der Therapie, weil meine nicht psychoanalytisch ist, sondern außerhalb mit dem Verein.
Lieben Gruß
Yezrel

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Dienstag, 12. Februar 2013, 02:15

Ich komme auf meinen früheren Thera zurück, weil ich einen Traum zu ihm hatte, der sich in auffällig ähnlicher Weise in diesem Fallbeispiel eines Anankasten wiederfindet, bei dem ich auch sonst viele Parallelen zu meinem anankastischen Muster erkenne. Und ich denke, der Traum hat dieselbe Funktion wie in diesem Fallbeispiel eines anankastischen Fachhochschuldozenten, der auch unter einer psychosomatischen Arbeitsstörung litt und nach Bearbeitung dieses vergleichbaren Traums eine Besserung erzielen konnte.

Im Fallbeispiel träumte der Fachhochschuldozent von seinem Vater, einem kriegsverletzten Nichtautofahrer, der am Steuer eines Autos saß, in dem sie fuhren. Da der Vater aber nicht in der Lage war, das Auto korrekt durch die verwinkelten, abschüssigen Gassen zu fahren, lenkte in Wirklichkeit der Träumer das Auto über ein Armaturenbrett mit Knöpfen. Der Träumer assoziierte seinen Traum mit dem Umstand, dass sein Vater ihn gegen seinen Willen in seiner Kindheit für 1 Jahr in Kur wegschickte auf ärztlichen Rat. Diese Obrigkeitshörigkeit konnte er ihm nicht verzeihen, da er sehr unter der Trennung gelitten hatte.

In meinem Traum fuhr mein früherer Thera das Auto. Neben ihm saßen meine Eltern und hinten meine Schwester, die Kinder und ich. Er fuhr das Auto von der Klinik zum See hinab, das auf sehr kurvige Weise. Er drehte immer wieder das Steuerrad hin und her und musste sich enorm konzentrieren, weil die Gassen so verwinkelt und steil verliefen. Ich beobachtete das Ganze ratlos. Mir wurde bewusst, wie überfordert er war, so wie meine Eltern früher die ganze Zeit. Meine früher kindlichen Erwartungen an die Erwachsenen waren einfach zu hoch gewesen.

Wie der Fachhochschuldozent, der einen ähnlichen Amtskrieg ausstehen musste wie ich, was ihn wiederum an den ihn im Stich lassenden Vater erinnerte und den Traum initiierte, stecke ich in einer vergleichbaren Phase nach den Enttäuschungen mit meinem Verein u. a. und erkenne ebenso, wie überhöht meine anankastischen Anforderungen an andere und mich gewesen sind und wie sehr Verlust-, Versagens- und Angstgefühle in mir wirksam sind, die ich nun zulassen kann.
Lieben Gruß
Yezrel

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Dienstag, 19. Februar 2013, 15:53

Das Gespräch mit meinem Hausarzt verlief gut und angenehm. Er will weiterhin zu allem eine Kopie erhalten, weil er es irgendwann schon noch liest, wenn er mehr Zeit hat, aber er fand die zusätzliche E-Mail direkt an ihn gut, damit er weiß, was ich genau mit ihm besprechen will. Also werde ich künftig weiter alle Kopien senden, aber noch zusätzlich eine Mail an ihn vor dem Termin. Die gedankliche Vorbereitung darauf hat sich also gelohnt.
Lieben Gruß
Yezrel

coca cola

Anfänger

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Zwangssymptome: Zwangshandlung, zwang der Sauberkeit, jemanden etwas schlimmes antun, sexuelle Gedanken

Medikament / Dosis: Quetiapin-Actavis 50mg, Amioxid-neuraxpharm 30 mg, paroxat 10 mg

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Wohnort: Ostfriesland

Beruf: Bauzeichnerin

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15

Montag, 11. März 2013, 19:28

Hallo, ich habe mal eine frage

wie bekomme ich schnellstmöglich einen Termin bei einem psychologen?

Habe bei der Krankenkasse angerufen und eine Liste bekommen. Aber von der Liste sind 95% die niemanden aufnehmen
und 5% rufen nicht zurück.

Bin verzweifelt und weiß nicht wie ich einen nun bekommen soll :(

Vielleicht habt ihr ja noch einen Tip.

girasol1991

unregistriert

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Montag, 11. März 2013, 23:24

hey,

nun letztendlich erleben das viele Menschen/Klienten. Du musst immer weiter anrufen, nochmals versuchen.
Wie spezifisch ist diese Liste? Ansonsten den Kreis von möglichen Therapeuten weiterfassen in der Hoffnung, dass man dort wen vllt bekommt!

Viel Erfolg!