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Sonstige Zwänge: Zwänge - Hilfe zur Einordnung

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DeathNoteee

unregistriert

1

Mittwoch, 7. November 2012, 23:08

Zwänge - Hilfe zur Einordnung

Hallo,


ich hab mich hier erst vor wenigen Minuten angemeldet, weil ich Hilfe bei der Einordnung gewisser Verhaltensmuster von mir brauche.

Ich weiß nicht sicher was ich davon halten soll, ob das jetzt eine Zwangsneurose ist oder eine sonstige Zwangserkrankung.

Zu meiner Person, ich bin männlich und 19 Jahre alt.

Schon als Kind im Alter von 6 - 12 Jahren hatte ich seltsame Angewohnheiten, die sich rückblickend zwangsweise ereignet haben. Damals konnte ich das nicht einschätzen und dachte das wäre normal oder wie meine Eltern es nannten "komische Marotten". Sie taten das einfach ab damals.

Diese Gewohnheiten sahen sehr unterschiedlich aus. Ein Beispiel wäre, dass ich immer, wenn ich ins Wohnzimmer kam und die Türe geschlossen habe, die Türklinke mehrmals habe runterdrücken müssen. Soweit ich mich erinnern kann mussten das 4x sein. Dann hab ich die Temperaturanzeige, die direkt neben der Tür war, kontrolliert und erneut die Türklinke 4x runtergedrückt. Dann nochmal die Anzeige kontrolliert. Anschließend kamen dann noch einige bestimmte Handlungsabläufe, die exakt so sein mussten wie sie mir der "Zwang" vorgab. Wenn die kleinste Sache falsch war musste ich von vorne beginnen.

Und so hat sich das durch meinen ganzen Tag gezogen. Überall musste ich irgendwelche Handlungsabläufe durchführen.
Im Bett, beim Essen, in der Schule, beim Fußball spielen, bei Freunden.. einfach überall.
Wie man sich vorstellen kann war das auf Dauer sehr hinderlich.

Jedenfalls ist das mit der Zeit zurückgegangen. Heute muss ich nur noch vereinzelt solche Dinge machen.
Allerdings ist mir in den letzten Monaten etwas aufgefallen, dass mir zu denken gibt.

Und zwar hab ich den starken Zwang Dinge zu zerstören oder sie bis an ihre Grenzen zu strapazieren.
z.B. habe ich mir vor paar Monaten ein teures Smartphone gekauft. Nun, immer wenn ich es benutze habe ich den Drang so stark auf den Bildschirm zu drücken wie ich kann um zu schaun ob es es aushält. Ich weiß natürlich, dass es das kaputt machen würde und muss mich immer sehr stark beherrschen und mich ablenken, meine Fingerkuppen fangen an zu kribbeln, wenn ich es nicht mache. Dann drücke ich gegen andere Dinge.. z.b. mein Bein oder den Tisch. Der einzige Ausweg ist es das Handy wegzulegen.
So geht das auch oft bei anderen Dingen. Mir schießt oft irgendeine Idee in den Kopf, der ich dann zwangsweise nachgehen muss. Meist ist es eben diese zerstörerische Art und Weise. Nicht selten, dass etwas dabei kaputt geht.
Was mich am meisten belastet ist, dass es dann soweit geht, dass sich es auch gegen mich selbst richtet. Wenn ich z.B. Putzmittel sehe habe ich den Drang es zu trinken, genau wissend, dass es mich umbringen oder schwer verletzen könnte. Manchmal beiße ich mir in die Hand, den Arm, die Lippen, die Zunge, nur aus Zwang.

Ich möchte das nicht tun, werde aber sozusagen von mir selbst gezwungen.

Wenn ich dann diesen Zwängen nicht nachgehe und versuch es auszuschalten oder so gibts verschiedene Auswirkungen - wie z.b. das Fingerkribbeln.



Deswegen meine Frage: Wie kann ich sowas einordnen? Welche Maßnahmen kann man ergreifen? (Therapie?) Vielleicht jemand mit ähnlichen Erfahrungen?

2

Freitag, 9. November 2012, 10:03

Schön, dass du dich hier anvertrauen konntest. Es ist immer ein wichtiger Schritt zu erkennen, dass ein Zwang hinter den Problemen steckt.

Deine Angewohnheiten in der Kindheit waren ganz sicher ein Zwang und gingen in die Richtung "magisches Denken". Was deinen aktuellen Drang betrifft habe ich leider keine Erfahrungen. Wie du hier vielleicht schon gelesen hast sind Zwänge eine Strategie um mit Ängsten fertig zu werden. Steckt hinter deinem aktuellen Drang eine Angst, die du erkennen kannst?

Wie auch immer, ich halte es für ratsam, dass du dich jemanden anvertraust und dir einen Therapeuten suchst. Es ist ganz wichtig, dass du Unterstützung bekommst. Nicht nur von einem Therapeuten sondern auch von deiner Familie und von Freunden.

Ich hoffe, dass sich hier bald noch einige Betroffenen melden, die dir mehr erzählen können!

Inzwischen wünsche ich dir alles Gute!

Bee

3

Freitag, 14. Dezember 2012, 22:57

Hallo,

mir geht es genauso wie dir. Ich muss ständig Dinge zerstören. Dinge die ich mir kaufe, weil ich Freude dran habe. Dann findet sich etwas, weshalb ich mir alles schlechtrede.
Bsp. Handy: Ich habe mir ein Iphone gekauft und fand, dass der Menüknopf zu doll geknatscht hat. Das ist natürlich Schwachsinn, sagte jeder, aber ich empfand es so und das hat mich so irre gemacht, dass ich es nicht mal anfassen konnte und am Ende gegen eine Wand geschmissen hab. Dann war es kaputt.
Und das gleiche geht mir auch bei z.B PC-Mäusen so. Ich bilde mir ein, dass die rechte Taste weiter nach unten zu drücken geht, als die andere, das beschäftigt mich dann so lange, bis ich siei auf den Boden schmeiße, mir neue kaufe und das gleiche fängt von vorne an. Das ist ziemlich kostspielig und ich weiß ja, dass das nicht normal ist. Mein Arzt meint, dass sei Angstsyndrom und ich soll zum Neurologen gehen.

Keine Ahnung ob das auch eine Form von Depressionen ist. Ich habe öfters Schlafstörungen, bin innerlich sogut wie andauernd angespannt und unruhig, ich könnte den ganzen Tag nur im Bett liegen und nichts tun und wirklich freuen kann ich mich auch nicht mehr.

Diese Zwänge, Dinge zu zerstören oder mir krasse Dinge vorzustellen, die ich nie machen würde, habe ich nicht ununterbrochen, mal ist auch eine Woche Ruhe und ich habe mich unter Kontrolle.

Ich sage mir dann immer, "Das ist das letzte Mal, noch einmal was kaputt machen und dann nie wieder...." Aber dabei bleibt es meistens nicht, Die längste zerstörfreie Zeit^^ ging bei mir 4 Wochen, bis der PC runter flog :( :tocktock:

4

Freitag, 14. Dezember 2012, 23:33

dazu muss ich noch was ergänzen...beim nochmal selber lesen, fällt einem ja noch mehr ein :)
Ich zerstöre Dinge nicht von vornherein aus Aggressivität... Es ist eher die Angst, dass das neue kaputt gehen könnte. Dann teste ich so lange, BIS es kaputt ist oder vom austesten eine Macke hat. Und dann fliegt es erst. Ich traue mich zB. keine PC-Maus mehr anzuschließen, :computerwerf: weil ich schon vier Stück kaputt gemacht hab. Vielleicht ist das auch eine Art Selbstbestrafung für irgendwas? Keine Ahnung
Mit einem Therapeuten könnte ich über sowas vermutlich nie reden, weil es mir viel zu peinlich wäre, weil ich ja weiß, wie bescheuert und gestört das ist!!!! Ich nehme jetzt täglich Neurexan, dadurch bin ich etwas innerlich ausgeglichener, kann aber auch nur Einbildung sein.

Das macht mich auch echt fertig, ich weiß nicht, ob das eben nur eine extrem Schlechte Angewohnheit ist, die ich aus Gewohnheit nicht mehr los werde, oder ob ich langsam "einen an der Klatsche habe".

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Hat wer Erfahrungen mit Angstsyndrom?