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Nastja

Anfänger

  • »Nastja« ist männlich

Beiträge: 2

Zwangssymptome: Zwangsgedanken

Medikament / Dosis: Seroquel Prolong, Cipralex

Aktueller Therapie-Status: Warte auf Zusage für Therapieplatz

Status: Betroffene/r

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1

Mittwoch, 16. Januar 2013, 22:37

Hallo, zunächst mal möchte ich dir für deinen Beitrag wirklich sehr danken. Ich habe mich gerade extra angemeldet, um hierauf antworten zu können. Mir geht es nämlich ähnlich. Ich hole nun auch mal etwas weiter aus, ich hoffe, das ist ok.

Ich hab solche Gedanken seit ich etwa 10 oder 11 bin. Mittlerweile bin ich 24, dh mehr als die Hälfte meines Lebens schon. Früher hatte ich immer Angst, ich würde in der Nacht schlafwandeln und meine ganze Familie töten. Obwohl ich meine Familie wirklich über alles liebe. Ich bin abends immer in die Kinderzimmer meiner damals sehr kleinen Brüder gegangen um sie nochmal zuzudecken und habe ihnen einen Gute Nacht-Kuss gegeben, also ich habe und hatte wirklich ein sehr gutes Verhältnis, zu allen meinen Brüdern. Und doch, wenn ich ins Bett bin, bekam ich diese furchtbar schreckliche Angst, etwas zu tuen, was ich gar nicht möchte. Das war so schlimm, dass ich meinen älteren Bruder darum bitten musste, meine Türklinke abzunehmen und über Nacht mit in sein Zimmer zu nehmen. Über etliche Monate. Irgendwann hatte ich mich beruhigt nach einiger Zeit, ich weiß nicht mehr wie lange das ging, aber ich denke es war wirklich sehr lang.

Da fällt mir ein, noch früher, so mit 8, 9, 10 Jahren musste mir meine Mutter oder meine Oma, wenn ich dort zu Besuch war, versprechen, dass in der Nacht nichts schreckliches passiert, wie etwa ein Feuer, eine Gas-Explosion oä. Natürlich kann das niemand wirklich versprechen und als ich das begriffen habe, habe ich mich monatelang jeden Abend in den Schlaf geweint...

Nunja, wirklich schlimm wurden die Gedanken dann erst wieder, nachdem meine Tochter geboren wurde. Allerdings war es erst so, dass ich ständig Angst hatte, sie könnte am plötzlichen Kindstot sterben. Ich bin tagsüber und nachts gefühlte tausende Male an ihr Bett gerannt und habe geschaut, ob sie noch atmet. Bis dann irgendwann die Gedanken kamen, ich könnte ihr selbst etwas schreckliches antuen. Aber anfangs auch nur abends, wenn ich ins Bett ging. Dann habe ich kurz meine Augen geöffnet, mir gesagt, dass das völliger Schwachsinn ist und dann ging es auch wieder.

Doch irgendwann wurde es immer schlimmer. Erst tagsüber immer wieder mal (wie gesagt sonst eigtl immer nur abends wenn ich im Bett lag), dann ständig. Der schlimmste Moment war, als sie in der Wanne saß, mir sagte, dass sie mich liebt und ich plötzlich diese Gedanken bekam. Das war so ein entsetzlich schlimmes Gefühl. Ab da gings dann bergab. Ich konnte Gott sei Dank 2 Tage später zu einer Psychiaterin und habe Medikamente bekommen. Nach paar Wochen war ich wieder halbwegs auf der Höhe und konnte mit meiner Kleinen nach Hause, die Wochen davor haben wir bei meinen Eltern verbracht (denen ich diese Gedanken auch gegenüber hatte, aber nicht so stark) dort habe ich tagelang nur geheult, einer meiner Brüder musste nachts wachbleiben wenn ich schlafe usw, also richtig krass. Als ich das erste Mal zwischendurch nach Hause wollte mit der Kleinen, bekam ich je näher ich dem Haus kam ein immer beklemmenderes Gefühl, kribbelnde Arme und Hände, mir wurde kotzübel usw. Das gleiche hatte ich auch, als ich zu der Zeit bei meinem nun Ex-Freund im Auto saß. Da hatte ich panische Angst, ich würde ihm auf der Autobahn ins Lenkrad greifen. Das waren also jedesmal Panikattacken die ich in letzter Zeit auch wieder ganz stark habe.

Sorry, das ist alles etwas wirr, aber ich versuche einfach alles irgendwie zu zusammenzufassen. Aber ich denke auch immer wieder, es gibt so viele Psychopathen, vielleicht bin ich auch ein Psychopath... Aber ich will ja gar keiner sein... Aber dann denke ich an Meldungen von Müttern, die ihre Kinder brutal ermordet haben oder Kinder, die ihre Eltern töten und die haben ja auch alle eine Vorgeschichte. Ich will einfach, dass das aufhört... Aber komischerweise hatte ich meinem Ex-Freund gegenüber diese Gedanken nicht, wirklich nur zu dem Zeitpunkt, als es so gerade richtig schlimm wurde, wenn ich mit ihm im Auto saß.

Gerade jetzt bin ich wieder in einer ganz schlimmen Phase, wieder mit der Kleinen bei meinen Eltern. Ich habe gerade aber auch privat eine ganz schöne Flaute und denke, dass diese Schübe damit einhergehen. Aber das ändert ja nichts daran, dass es einfach furchtbar beklemmend und furchtbar ist und ich es loswerden will. Einen Therapeuten habe ich bisher leider nicht, weil hier in der Gegend alle, die darauf spezialisiert sind, restlos ausgebucht sind. Sprich, ich bin schon ein gutes Jahr auf der Suche und immernoch ohne Platz. Ich habe nur eine Psychiaterin die mir Tabletten verschreibt, die im Moment nicht viel bringen.

Entschuldige bitte den Roman, aber es tat gerade so gut, das mal loszuwerden und zu sehen, dass man damit nicht alleine ist...

2

Donnerstag, 17. Januar 2013, 21:08

Hi Nastja,

ist kein Problem wenn es länger wird, so kann man wenigstens mal den Druck loswerden, man will ja auch nicht jedem im privatem Umfeld erzählen wie es einem geht, da ist so ein Forum schon was tolles. Ich hab viel im Internet gelesen, gesucht und hab festgestellt, dass sehr viel mehr Leute solche Gedanken haben, wie man eigentlich denkt. Das blöde daran ist ja dass gerade weil wir sowas denken, niemals so etwas in die Tat umsetzen werden. Menschen die solche Dinge tun, denken sich nichts dabei, sonst würden sie es nicht tun. Und es ist jetzt über 10 Jahre nichts passiert, warum sollte es also jetzt, verstehst du?
Wenn ich Panikattacken habe, versuche ich der Situation erstmal zu entkommen. Es ist war richtig dass man sagt man soll sich der Angst stellen, aber wenn ich nicht weiß warum ich in diesem Moment Angst habe, kann ich auch nicht produktiv dagegen halten. Auch wenn ich in dem Moment die Attacke aushalte, wird sie wieder kommen wenn ich erneut in der Situation bin. An Sylvester hatte ich das Gefühl ich müsste aus dem zweiten Stock vom Balkon springen, habe versucht dem Gefühl stand zu halten, ging nicht, war kurz vor einer richtig richtig fiesen Panikattacke und musste dann den Raum wechseln, weil ich gemerkt habe dass ich es nicht aushalte.
Das mit der Angst vor Gas, Explosionen und generell irgendwelchen Katastrophen habe ich (und viele andere Zwängler) übrigens auch, das gehört leider dazu. Habe ich schon mein Leben lang aber mir war bis vor kurzen nicht bewusst dass das auch Angstzutände sind.
Als ich das erste Mal die ZG hatte, habe ich absichtlich tagelang nichts gegessen weil ich dachte wenn ich keine Kraft habe, kann ich diese Gedanken auch nicht in die Tat umsetzen. Die Gedanken das Lenkrad zu greifen wenn ich Beifahrer bin hatte ich früher auch, ging aber irgendwann weg.

Also wie du siehst, du bist wirklich nicht alleine, ich könnte ewig so weiter machen. Such dir einen Therapeut der mit dir eine Verhaltenstherapie oder sonstiges macht. Therapeuten müssen nicht unbedingt auf Zwänge spezialisiert sein, weil jeder Therapeut mit Zwangspatienten zu tun hat. Es gibt einfach viel mehr, als man eigentlich denkt. Die Kombination aus Medis und entsprechender Therapie ist das Beste was du machen kannst, nur die Medis alleine helfen zwar auch, aber ein Therapeut wird dir Denkweisen zeigen können, die dir den Alltag sehr viel leichter machen werden.

Kopf hoch, wird wieder!

girasol1991

unregistriert

3

Donnerstag, 17. Januar 2013, 21:58

Such dir einen Therapeut der mit dir eine Verhaltenstherapie oder sonstiges macht. Therapeuten müssen nicht unbedingt auf Zwänge spezialisiert sein, weil jeder Therapeut mit Zwangspatienten zu tun hat. Es gibt einfach viel mehr, als man eigentlich denkt. Die Kombination aus Medis und entsprechender Therapie ist das Beste was du machen kannst, nur die Medis alleine helfen zwar auch, aber ein Therapeut wird dir Denkweisen zeigen können, die dir den Alltag sehr viel leichter machen werden.
Also Therapeuten, die sich auf Zwänge spezialisiert haben, gibt es eh nicht viele, denn Zwangspatienten sind nicht unbedingt die beliebten bei den Therapeuten (hab ich mal so gehört) - wie dem auch sei: Hilfe kann dir ein Therapeut mit dem du klarkommst immer bieten!!! Viellicht findest du ja jemanden, der eine Weiterbildung im Bereich der Verhaltenstherapie gemacht hat! Bei mir hat es aber anfangs auch ein 'ganz normaler' tiefenpsychologischer Therapeut/Psychologe getan!!! :)

Viel Erfol! :)

Nastja

Anfänger

  • »Nastja« ist männlich

Beiträge: 2

Zwangssymptome: Zwangsgedanken

Medikament / Dosis: Seroquel Prolong, Cipralex

Aktueller Therapie-Status: Warte auf Zusage für Therapieplatz

Status: Betroffene/r

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4

Dienstag, 22. Januar 2013, 10:22

Ich bin echt froh, deinen Beitrag hier gefunden zu haben, vielen Dank !

Ich war letzte Woche bei einer Beratung bei der Diakonie und die nette und sehr engagierte Frau hat direkt etliche Kliniken abtelefoniert, die Patienten auch mit Kind annehmen, denn ohne meine Süße gehe ich nirgendwo hin. Und so wie es aussieht kann ich noch diesen Monat aufgenommen werden. Denn momentan schlittere ich leider von einer Panikattacke in die nächste. Genau wie du es beschreibst, manchmal weiß ich gar nicht, warum ich Angst habe, ich bekomme einfach dieses beklemmende Gefühl im Brustkorb, mir wird schlecht und ich fange an zu zittern, ohne überhaupt bewußt wieder solche Gedanken zu haben. Mir wurde gesagt, wenn ich mindestens 2 Wochen stationär war, muss mich danach ein Therapeut aufnehmen, das ist schonmal sehr beruhigend. Tagesklinik wurde mir auch angeboten, aber mein Problem ist, dass es abends am schlimmsten ist, da bringt mir die Tagesklinik erstmal nicht viel, leider.

Ich versuche mich neuerdings intensiv abzulenken, ist aber gar nicht so einfach. Wie gesagt, die Attacken kommen sogar ohne bestimmte Gedanken.

Hast du auch andere Zwänge außer den Gedanken ?

Bei mir ist zB schon immer so, dass ich abends mindestens 3 mal die Schalter des Herdes überprüfen muss obwohl ich jeden Abend die Sicherung des Herdes ausschalte. Bei meinen Eltern ziehe ich immer bevor ich abends gehe alle Stecker in der Küche raus, mache ich seitdem ich denken kann. Wenn ich all diese Dinge nicht mache werd eich unendlich nervös. Aschenbecher stelle ich über Nacht immer von außen auf die Fensterbank und überprüfe mehrmals ob er/sie auch wirklich da stehen. Echt nervig.

Manchmal habe ich Angst, dass das nie aufhört. Aber wie sagt man so schön, Genie und Wahnsinn liegen manchmal ganz nah beieinander ^^

girasol1991

unregistriert

5

Dienstag, 22. Januar 2013, 11:00

Ich bin echt froh, deinen Beitrag hier gefunden zu haben, vielen Dank !

Ich war letzte Woche bei einer Beratung bei der Diakonie und die nette und sehr engagierte Frau hat direkt etliche Kliniken abtelefoniert, die Patienten auch mit Kind annehmen, denn ohne meine Süße gehe ich nirgendwo hin. Und so wie es aussieht kann ich noch diesen Monat aufgenommen werden. Denn momentan schlittere ich leider von einer Panikattacke in die nächste. Genau wie du es beschreibst, manchmal weiß ich gar nicht, warum ich Angst habe, ich bekomme einfach dieses beklemmende Gefühl im Brustkorb, mir wird schlecht und ich fange an zu zittern, ohne überhaupt bewußt wieder solche Gedanken zu haben. Mir wurde gesagt, wenn ich mindestens 2 Wochen stationär war, muss mich danach ein Therapeut aufnehmen, das ist schonmal sehr beruhigend. Tagesklinik wurde mir auch angeboten, aber mein Problem ist, dass es abends am schlimmsten ist, da bringt mir die Tagesklinik erstmal nicht viel, leider.
Hey, also was ich dir raten kann: Erst stationär soweit fit werden, dann in den teilstationären Bereich übergehen und dann ambulant weitermachen. Das ist dann immer gestaffelter und du kannst dich langsam herantasten. Hab - als ich im TK-Bereich war - viele Mitpatienten gehabt, die nach dreimontagigem Stationsaufenthalt dann im teilstationären Bereich langsam den Übergang trainiert haben, sodass man langsam eben wieder den Alltag lernt zu bewältigen!

Yezrel

Fortgeschrittener

  • »Yezrel« ist weiblich

Beiträge: 219

Zwangssymptome: Zwangh. Persönlichkeit, Zwangh. Langsamkeit, Kontroll-/Zählzwang

Medikament / Dosis: keine

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

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6

Dienstag, 22. Januar 2013, 18:43

Hallo Nastja

Mein Thera arbeitet in einer Psychosomatik-Klinik. Er ist tiefenpsychologisch und kognitiv orientiert. Ich gehe da ambulant hin, auch wegen meiner Schmerzkrankheit. Bis jetzt bin ich sehr zufrieden mit ihm. Er ist superlieb zu mir. Vielleicht kannst Du Deinen Klinik-Thera auch behalten, wenn es so weit ist, auf ambulant umzusteigen. Ich ging immer ambulant hin, weil ich von zuhause nicht weg kann (zu viele familiäre Verpflichtungen, die es nicht erlauben).
Lieben Gruß
Yezrel

7

Mittwoch, 3. September 2014, 16:34

Hallo zusammen,


ich wollte nur Bescheid geben dass es mir im Großen und Ganzen wieder sehr gut geht. Die Gedanken sind total in den Hintergrund gerutscht, habe eigentlich gar keine Probleme mehr. Selbst Filme und Videospiele wo man einen Mord sieht oder sonstige Gewalt drin vorkommt kann ich mir wieder angucken ohne große Probleme zu haben. Seit, ich glaube März, war ich nicht mehr beim Therapeut, eigentlich sollte das damals nur eine kleine Pause werden weil mein Thera für zwei Wochen in Urlaub ging. Nach den zwei Wochen hielt ich es selbst aber nicht mehr nötig dort hin zu gehen. Ich kann wieder Feiern und mit meinem Freunden Spaß haben, also Alles in Allem geht es mir ganz gut. Geschafft habe ich das indem ich einfach die Gedanken nicht weiter beachtet habe. Wenn ein Gedanke und Impuls kam habe ich das einfach ignoriert und versucht mich so wenig wie möglich damit zu beschäftigen, das ist eigentlich alles. Ich weiß das liest sich jetzt hier so einfach, aber es ist nicht leicht, man muss das irgendwie lernen. Wie sagt man so schön, die Zeit heilt alle Wunden - auch im Kopf ;) Ich werde hier nicht mehr oft reinschauen, da ich mich nicht weiter damit beschäftigen möchte, aber ich kann allen Betroffen nur sagen: Kopf hoch, keiner der unsere Gedanken hat wird sie jemals ausführen, da die Leute die solche Dinge tun nicht diese Gedanken haben. Es geht vorbei, man darf es nur nicht auf die Goldwaage legen.


Gruß und gute Besserung


BZwang

8

Mittwoch, 3. September 2014, 20:54

Hallo

Wenn ich einen ZWangsgedanken habe dann auch meistens Wochen oder Monate!
Die schlimmsten Gedanken die ich hatte habe ich mir auf ein Tonband aufgesagt und immer wieder abgespielt bis das Gehirn sie langweilig fand!Oder immer wieder aufgeschrieben
Das habe ich von einem sehr guten Buch heist erfolgreich gegen Zwangsstörungen!

9

Mittwoch, 3. September 2014, 20:57

Hallo

Genau das mit dem nicht ernst nehmen von Gedanken ist auch das beste was man machen kann 8)
Ich bin froh gelernt zu haben damit weiterzuleben! und das es immer besser wird

Sommerblume

Anfänger

  • »Sommerblume« ist weiblich

Beiträge: 1

Status: Betroffene/r

Wohnort: NRW

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10

Samstag, 13. September 2014, 10:56

Hallo,

ich habe genau das gleiche Problem wie BZwang und seine Beiträge und natürlich auch die der anderen haben mir gerade wieder einen kleinen Schub der Hoffnung verpasst. Es ist als wäre der Beitrag von BZwang von mir. Jeden Satz den ich gelesen habe. Und ich danke BZwang dafür, denn ich weiß jetzt, ich bin nicht allein damit!

Ich habe auch eine Therapeutin (endlich) gefunden, allerdings warte ich da mehr oder weniger noch auf einen Platz. An Tagen, wo es mir echt schlecht, kann ich sie allerdings anrufen und sie macht dann schnell einen Termin frei, nur damit ich mal reden kann. Medikamente nehme ich allerdings (vllt. noch) keine. Ich lese viel über dieses Thema ZG, habe mir Bücher bestellt, besuche eine SHG und mache viele Übungen. Ich habe diese ZG seit gut zwei Monaten jetzt, aber die meiste Zeit davon arbeite ich daran und verspüre auch Erleichterung. Leider hatte ich gestern und vorgestern einen kleinen Rückfall, wo es mir echt schlecht ging und ich dachte, wer sowas denkt, der macht das bestimmt auch. Gerade wo ich diese Beiträge gelesen habe, verspüre ich wieder Erleichterung. Es hilft so sehr zu wissen, man ist ja doch nicht alleine.

Eins weiß ich aber: Wenn man was schaffen will, dann schafft man das. Mein Willen, das zu packen, ist stärker, als die Angst. Aber man muss auch damit umgehen können, dass es Tage gibt, die schlechter laufen. Wo man dann wieder denkt "Das hat alles keinen Sinn" und man könnte nur heulen. Ich gebs zu, gestern und vorgestern war wieder einer dieser Tage. Da habe ich mich so schlecht gefühlt und hätte nur heulen können. Diese innere Leere die ich hatte ... ich dachte jetzt gehts los und du bist verrückt. Aber dann habe ich hinterher rausgefunden, warum ich diesen Rückfall hatte: Ich habe etwas über ZG gelesen. Der Bericht (eine Rezension über ein Buch, in der Hoffnung, das Buch würde mir helfen) war an sich gut, allerdings stand da ein Satz, der ein wenig unglücklich formuliert war (für mich jedenfalls), sodass ich sofort dachte "Wer solche Gedanken hat, der setzt diese auch in die Tat um. Da haste es schwarz auf weiß stehen". Dabei weiß ich ja wie alle anderen auch: Das ist totaler Quatsch! Naja, meine Ansgt war aber dennoch so stark, dass ich dachte ich werde nun völlig verrückt (Angst vor Schizophrenie, etc.). Das dumme bei mir ist auch, dass ich immer Angst habe, verrückt zu werden und dann die Symptome vergleiche von ZG und Shizophrenie. Immer wenn ich was lese über Schizophrenie weiß ich das habe ich nicht. Aber wenn dann wieder diese ZG kommen und ich keine Angst verspüre (und daran arbeitet man ja, damit man keine Angst mehr hat) denke ich "Guck, du hast keine Angst mehr, also bist du nun schizophren" ....

Jetzt hab ich auch viel wirres Zeug geschrieben. Jedenfalls möchte ich sagen, wenn man will, dann schafft man das!!! Ich habe in meiner Kindheit und Jugend viel Unsicherheiten und Ängste ausstehen müssen durch schlechte Familienverhältnisse. Ich war auch immer der gute Zuredner, alle sind zu mir gekommen. Aber jetzt versucht der Kopf wohl, den Ärger und Frust, den ich immer hatte, weil für mich immer andere an erster Stelle standen und dann habe ich mich erst um mich gekümmert, sich wohl "Luft" zu machen. Ein gutes Buch schreibt: Das sind gedankliche Abfallprodukte. Ja, eben! Man muss es sich einfach nur bewusster machen.

An dieser Stelle ein dickes Danke an BZwang für deinen ausführlichen Bericht. Auch wenn du jetzt davon ab bist und es geschafft hast (ich kann verstehen, dass man sich damit dann auch nicht mehr auseinandersetzen will) hat mir der Beitrag wieder Mut gegeben eben nicht aufzugeben.

Lara

Schüler

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Zwangssymptome: zw.handlungen, zw.gedanken, ordnungszw, kontrollzw

Medikament / Dosis: keine Medikamente

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: bei Köln:-)

Hobbys: Tiere, Musik,Freunde

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11

Dienstag, 7. Oktober 2014, 11:50

bei mir war es auch so! Ich hatte mit meinen schrecklichen Zwangsgedanken Ruhe, diese wurden erst wieder ausgelöst, nachdem ich in den Medien von diesem Suizid in Köln/Dom gehört habe!
Das warf mein ganzes Gedankenkraussel leider wieder an!
Heute geht es mir aber schon bissel besser :)

Ich bin froh dieses Forum zu haben.

DANKE