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Selbsthilfe: Meine Geschichte.

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Mittwoch, 17. Oktober 2012, 00:30

Meine Geschichte.

hallo mein name ist emily ich bin 17 jahre alt und das ist meine "Geschichte".

in der grundschule traten die ersten zwänge auf. richtige zwangsgedanken und kontrollen, bei meinen tieren könnte die stalltür offen sein. sie waren damals mein einziger halt, da ich kein gutes verhältnis zu meinen eltern hatte.
danach habe ich keine genauen erinnerungen mehr, ob sie noch da waren oder nicht. jedenfalls fingen sie vor einiger zeit, sie waren auszuhalten und es waren nur waschzwänge. mit meinem neuen freund (seit 12.12.11) ging das unerträgliche erst los. ich konnte nicht mehr duschen, da ich jeden morgen duschen musste, konnte ich zeitweise nicht mehr zur schule gehen. es ging so weit, dass ich mich selbst verletzt habe. nicht nur einmal. mir war es lange zeit echt schwer gefallen drüber zu sprechen, doch ich weiß, dass es sein muss.

2

Mittwoch, 17. Oktober 2012, 10:03

Hei Emily :-)
Herzlich Willkommen!
Du schreibst, dass in der Grundschule die ersten Zwänge auftraten. Hast du damals versucht mit Deinen Eltern zu sprechen? Wenn ja, hatten sie Verständnis für Dich?
Ich freue mich auf Deine Antwort.
Liebe Grüße Zz:.

3

Mittwoch, 17. Oktober 2012, 17:00

hallo emmi,
ich schließe mich der frage von zZ an, will darüber hinaus aber auch noch wissen, ob du je in therapie warst/gerade bist oder zumindest erwägst, eine therapie zu machen.
warst du ÜBERHAUPT schon mal in ärztlicher behandlung deswegen?
meine tochter ist 16 und seit zwei jahren zwangskrank.
sie wird behandelt, aber das ganze ist eine hartnäckige angelegenheit die lange zeit und viel geduld und durchhaltevermögen von allen beteiligten braucht. und ganz sicher kannst du das NICHT ALLEINE durchstehen! du brauchst alle unterstützung, die du kriegen kannst; deswegen ist es ganz wichtig, familie und sonstige vertrauenspersonen mit ins boot zu holen! wenn es deine eltern nicht sein können, gäbe es da noch jemand anderes? wie steht dein freund dazu; weiß er es überhaupt?
auf jeden fall mußt du dich behandeln lassen (therapie/viell. medikamente); von selbst geht diese krankheit nicht weg. und selbst, wenn du zwischendurch bessere phasen hattest/hast: du hast selbst gesehen, daß da immer was im hintergrund "lauert", was nur darauf wartet, daß eine neue, vielleicht stressige situation in deinem leben eintritt. dann meldet sich deine zwangserkrankung mit aller macht zurück.
alles gute erst mal und liebe grüße,
katja

4

Donnerstag, 18. Oktober 2012, 14:13

Ich erinnere mich auch daran, im Grundschulalter bemerkt zu haben, dass etwas nicht stimmt. An die Situation kann ich mich noch recht gut erinnern. Ungefähr zu der Zeit entwickelte ich auch eine Sprachstörung. Ich habe in beiden Fällen mit meiner Mutter darüber gesprochen.
Vorallem die Sprachstörung machte mir lange zu schaffen, da sie viele Jahre blieb und immer schlimmer wurde, bis ich dieses Handicap schlussendlich besiegt habe, sodass man sagen kann, es beeinträchtigt mich nicht mehr. Interessant übrigens, dass ich auch schon an anderer Stelle (auf dieser Seite) von einem eventuellen Zusammenhang zwischen Zwangs- und Sprachstörung gelesen habe.
Wie bei so vielen anderen Menschen haben sich auch bei mir die Zwänge verändert, und auch ich möchte diese nicht kampflos hinnehmen. Ich habe den Zwang Schritt für Schritt gelebt, erkannt und mich ihm widersetzt. Ich habe mir den Zwang selbst diagnostiziert, für mich die Ursachen heraus gefunden und mir Therapien erarbeitet.
Ich bin froh, dass ich auf ärztliche, fremdtherapeutische und pharmakologische Unterstützung verzichten kann. Ich kann gut verstehen, dass das nicht jeder kann / will. Auch ich stand als Erwachsener für mich durchaus vor der Entscheidung mich an eine Klinik zu wenden. Ich denke, es ist in dieser Hinsicht wie bei so vielen Krankheiten. Man versucht, nach Möglichkeit, für sich selbst abzuwägen. Zudem: Zum Beispiel nicht jede Depression ist unbedingt behandlungsbedürftig. Wobei ich damit nicht sagen möchte, dass meine Zwangsstörung zu keiner Zeit einer Behandlung bedurfte. Ich betrachte hierbei auch das Nutzen-Risiko-Verhältnis.
Ich nutzte außerdem die Tatsache, dass ich aufgrund meiner Ausbildung / Kenntnisse / Persönlichkeit etc., die Möglichkeit sah, mich selbst zu beobachten, zu therapieren, Selbstheilungskräfte zu nutzen etc., dies tun vielleicht sehr viele hier auch (auch wenn sie in einer Klinik etc. sind).
An dieser Stelle: Diese Seite bietet die Möglichkeit, mich in anderen zu erkennen. Danke hierfür.