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Montag, 12. März 2012, 17:20

Zwangsgedanken? ich bin ratlos..

Guten Abend werte Leser,
durch mein momentan recht häufiges "Herumgegoogle" zum Thema "aggressive Zwangsgedanken" bin ich auf dieses Forum gestoßen und ich bin recht zuversichtlich, dass ihr mir weiterhelfen könnt.

Ich leide seid ca. 2-3 Monaten unter immer wiederkehrenden, aggressiven Impulsen, die sich gegen meine Freundin richten. Dies stellt sich in der Regel so dar, dass mir Gedanken wie "du musst ihr jetzt an die Gurgel gehen" durch den Kopf schießen und ich große Angst habe, dass ich tatsächlich dazu in der Lage wäre. Ich bin eigentlich ein sehr friedfertiger und harmoniebedürftiger Mensch...nur mittlerweile frage ich mich halt immer wieder, ob ich tatsächlich zu solch einer Tat in der Lage wäre, obwohl ich meine Freundin sehr liebe und so etwas keinesfalls tun will!
Da wir eine Fernbeziehung führen und uns nur an den Wochenenden sehen, sind diese Gedanken bisher auch nur an den Wochenenden aufgetreten und das obwohl ich die ganze Woche über eigentlich Ruhe vor diesem ganzen Mist hatte. Ich weiß nun nicht so wirklich wie ich mich verhalten soll, denn es wird immer schwieriger die Zeit mit meiner Freundin zu genießen, da ich ständig Angst habe, dass die Impulse zurückkommen und ich die Kontrolle verlieren könnte. Ich frage mich nun, ob es wirklich "nur" Zwangsgedanken sind, denn das wäre, so seltsam das jetzt auch klingen mag, irgendwie beruhigend, versteht ihr?

Ich habe mit meiner Freundin auch schon darüber gesprochen, da wir eine sehr glückliche und vor allem ehrliche Beziehung führen. Sie geht auch relativ gelassen damit um und versucht für mich da zu sein und mich zu beruhigen. Allerdings funktioniert dies nur bedinngt, sie kann ja nicht in meinen Kopf gucken und die Gedanken einfach ausschalten^^ ;)

Was denkt ihr über meine Situation, habt ihr vllt. Tipps für mich?

Lieben Gruß
Lemmy

2

Montag, 12. März 2012, 19:43

hallo lemmy,
für mich ganz klar: zwangsgedanken. auch ganz typische, wie du sicher selbst schon festgestellt hast, da du dich ja hier im forum schon umgetan hast.
hast du früher schon mal mit sowas zu tun gehabt? stehst du gerade unter irgendeinem druck, der das ausgelöst haben könnte? hast du sonstige psychische erkrankungen?
auf jeden fall solltest du dir fachlich kompetente hilfe holen; je schneller desto besser. wenn sich eine zwangserkrankung erstmal "einhängt", ist es sehr mühsam und langwierig, sie in den griff zu kriegen!
liebe grüße, katja

3

Montag, 12. März 2012, 19:58

hallo matera,
erstmal danke für deine antwort =)
Ja ich stehe momentan unter einem recht großen Leistungsdruck. Mache zur Zeit eine schulische Ausbildung zum Erzieher und stehe kur vor meinem Examen. Parallel dazu studiere ich soziale Arbeit und fahre Taxi um mir den ganzen Spaß finanzieren zu können, da ich kein Bafög bekomme. Ich habe also momentan praktisch drei Jobs^^ zusätzlich stehen bald zwei Auslandssemester in den Niederlanden an und die Vorbereitungen dafür (Sprachkurs, Wohnungssuche etc.) kommen noch oben drauf. Zusammengefasst also recht viel Stress.
Ansonsten bin ich psychisch gesund und habe auch nie irgendwelche Erkrankungen dieser Art gehabt. hab mich bisher eigentlich für einen recht stabilen Charakter gehalten, der sich imm um ander kümmert ;)
Mit der fachlich kompetenten Hilfe ist das so ne Sache. Ich weiß nicht ob ich ne Therapie machen sollte den in nem halben Jahr bin ich ja, wie gesagt, in den Niederlanden und dann müsste ich ja unterbrechen.
Aber es ist irgendwie beruhigend zu hören, dass es sich "nur" um Zwangsgedanken handelt.
Gibt es vllt. noch andere Möglichkeiten fachlichen Rat einzuholen?
Achja, ich hab mir heute das Buch "der Kobold im Kopf" besorgt, hab darüber recht gute Rezensionen gelesen und denke das könnte mir helfen.

Lieben Gruß Lemmy

4

Dienstag, 13. März 2012, 16:25

Hallo ihr Lieben.
Irgendwie weiß nicht genau, was ich in meiner Situation tun soll. Sollte ich mich trotz des begrenzten Zeitrahmens (will meine Ausbildung nicht gefährden) in Therapie begeben? Wird sich die Problematik weiter verschlimmern? Werden andere Zwänge dazu kommen? Es gibt so viele fragen die mir durch den Kopf schießen, dabei sind die eigentlichen Zwangsgedanken bei mir erst drei bis vier mal aufgetreten und das in einem Zeitraum von ca 3 Monaten. Deshalb frage ich mich, ob eine Therapie wirklich nötig ist....und wenn ja, an wen ich mich zuerst wenden sollte.
Wie ihr diesem etwas wirren Geschreibsel sicher entnehmen könnt, bin ich zur Zeit mit der ganzen Situation ziemlich überfordert. *wink*

liebe Grüße Lemmy

5

Dienstag, 13. März 2012, 20:43

hallo lemmy,
daß deine zwangsgedanken erst ein paarmal aufgetreten sind ist zwar gut, zeigt aber auch, daß du gerade am anfang einer zwangserkrankung stehst, die du jetzt mit therapeutischer hilfe noch gut in den griff bekommen könntest. wenn du wartest, bis du, z.b. aus den niederlanden wieder da bist, könnte es wesentlich schwieriger werden. außerdem wird dieser neue lebensabschnitt nochmal mehr von dir fordern; könnte sein, daß sich dadurch die probleme nochmal verstärken.
ist ne blöde situation für dich gerade; einen passenden therapeuten zu finden und da dann auch zeitnah termine zu bekommen ist sowieso eine schwierige geschichte. aber ich würde es an deiner stelle trotzdem versuchen, denn:
je früher man eine zwangserkrankung erkennt und behandelt, desto bessere chancen hat man, wieder gänzlich gesund zu werden.
mach dir nicht zuviele sorgen, aber nimm das ganze auch nicht auf die leichte schulter! der gedanke: ach das schaff ich auch alleine, warum soll ich damit zum arzt rennen, ist in diesem zusammenhang falsch und kann dazu führen, daß du viele jahre leiden vor dir hast!
lg. katja

6

Dienstag, 13. März 2012, 22:59

Hmmm vermutich hast du damit recht. Ich werde das ganze im Lauf der nächsten Wochen in Angriff nehmen und erstmal beim Hausarzt vorsprechen.

Danke für die guten Ratschläge =)

lg Lemmy

Floddi.

unregistriert

7

Mittwoch, 14. März 2012, 16:01

Erst einmal zum Hausarzt ist eine gute Sache. Und wenn er ein kompetenter Arzt ist, wird er dir direkt eine Liste mit Namen geben, wo es konkret Hilfe für dein Problem gibt. Ich kann auch nur sagen, dass du auf jeden Fall jetzt schon zum Arzt gehen solltest und keineswegs zögern. ich verstehe deine Situation nur zu gut. ich bekomme auch kein BAföG, studiere Mathematik und Sozialwissenschaften auf Gymnasiallehramt und arbeite nebenher um den Spaß zu finanzieren. Da mir die Schule trotz massiver Zwänge leicht gefallen ist, habe ich den Fehler gemacht zu denken, dass es im Studium auch schon passen wird. Ich habe während des Abis und auch noch das erste Studienjahr ebenfalls 3 Jobs gehabt. Du darfst das Studium nicht vor deine Gesundheit stellen. Zur Not muss das Auslandssemester warten. Ich weiß zwar nicht wo du studierst, aber meines Wissens nach ist im Fach soziale Arbeit kein Auslandssemester nötig, um den Abschluss machen zu können. Im Zweifel kann ich dir nur raten: Mach nach dem Studium eine Pause und gehe dann die Welt erobern. Ich habe mich in den ersten zwei Studienjahren so sehr unter Druck gesetzt und wollte alles in der Regelstudienzeit schaffen, dass sich mein gesundheitlicher zustand rapide verschlechtert hat. Jetzt lasse ich alles etwas ruhiger angehen und habe akzeptiert, dass ich für das Studium länger brauchen werde und auf einmal klappt es. allerdings habe ich Schwierigkeiten wieder auf mein "altes Zwangsniveau" zu kommen. denn abstürzen geht schnell, wieder hochkommen dauert. Und als Tipp, mit entsprechendem Attest vom Hausarzt oder Psychologen/Psychiater wird die Regelstudienzeit ohne Nachteile für dich ausgesetzt, du kannst beantragen keine Studiengebühren zahlen zu müssen (je nachdem wo du studierst - in HH haben wir noch welche) oder auch ein sogenanntes Teilzeitstudium um den Druck rauszunehmen. Das geht Semesterweise, auf die Art muss man nicht gleich doppelt solange studieren und ein Studienkredit kann das Leben auch erleichtern.
Liebe Grüße, die Floddi.