Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 18:30

Zwang oder werde ich doch verrückt ?

Hallo liebe Leidensgenossen bin neu hier,


Ich weiß dieses Thema wurde schon mehrfach diskutiert aber in keinem Beitrag kann ich mich so recht wiederfinden, deswegen schreib ich meine Geschichte einmal kurz auf.

Alles begann im letzten Jahr mit irgendwelchen Zwangsgedanken an Selbstmord (ich wollte das nie, musste aber immer dran denken) Ich konnte abends nicht mehr einschlafen weil ich Herzrasen bekam und gedacht habe wie lange hälst du das noch aus (habe kein selbstvertrauen und bin depressiv verstimmt ) aber bis dahin blieb es bei den Gedanken Karussellen und dem Herzrasen. Am 19.04.2011 dann (an meinem Geburtstag) stand ich bei uns hier aufen Balkon und der erste Gedanke der mir kam war: du müsstest jetzt springen um zu sterben. Genau in diesen Moment bekam ich eine Panikattacke (was ich bis dahin noch nicht wusste das es eine ist, ich dachte es wäre das Gefühl das ich mir gleich etwas antun würde) direkt danach hab ich meine Mutter gebeten mich ins Krankenhaus zu fahren und kam dann, nach meiner Schilderung, für 2 Tage auf die geschlossene Station der Psychiatrie. Und was ich in diesen 2 Tagen gesehen und erlebt habe , verfolgt mich bis heute. Nach den 2 Tagen war ich dann halt auf der ganz normalen Station und diese Gedanken an Selbstmord wurden etwas besser. Nach 5 Wochen wurde ich dann entlassen. Hatte danach eine Freundinn und dachte es ginge berg auf doch 3-4 Monate später kamen aufeinmal andere Zwangsgedanken : Was ist wenn du schwul wärst ?? (hatte immer nur Freundinnen und vorher nie einen Gedanken daran verschwendet gehabt,sexuell find ich eigtl auch nur frauen attraktiv ,zwar gibts auch welche wovor ich mich abgestoßen fühle aber das ist doch nomral oder?? ) Diese Gedanken haben mich natürlich wieder so verfolgt das ich schlussendlich die Beziehung beendet habe , weil ich keine Gefühle mehr hatte. Naja und als es mir ein Tag mal wieder etwas schlechter ging und ich auf der Autobahn war kam mir aufeinmal der Gedanke was ist wenn du Schizophren wirst... dieser Gedanke lässt mich bis heute nicht los. Ich hab mich manchmal so stark dort reingesteigert bis ich kurz vor einer Panikattacke stand. Ich hab Gedacht ach das sind nur Gedanken das geht wieder weg , naja Pustekuchen. das geht jetzt mitlerweile knapp ein halbes Jahr so und mal gabs Wochen da war alles gut , da kamen dann nur wieder andere zwangsgedanken hoch, schwul etc. es war also immer so ein hin und her. Jetzt aber denke ich werde wirklich verrückt. daneben ,neben der Spur und steiger mich in völlig hirnrissige Gedanken rein zB. Ist diese Welt real? oder sind die Menschen mit denen ich rede wirklich da ? Naja und das macht mir natürlich Angst ich kann garnicht sagen wie sehr. Ich denke manchmal : Jetzt ist es soweit jeden Moment siehst du Gestalten oder hörst Stimmen. Habe auch vorm einschlafen so ganz komische Gedankenblitze da gehen mir Sachen durchn Kopf ohne Sinn und Zusammenhang, Schizophrene Menschen können sich ja auch nicht konzentrieren, wieder ein Vorbote ? Ich fange an alles zu kontrollieren. Wenn ich ein brummen eines Autos höre frage ich mich hören das jetzt andere auch oder nur ich? Oder sehen andere Mitmenschen die Farbe Rot genauso wie ich sie sehe ? Total perplexe Sachen. Es fühlt sich derzeit alles so unwirklich an. Psychiater und Psychologen meinen zwar ich würde nicht Schizopohren oder verrückt werden, da verrückte Menschen es angeblich nciht merken würden. Aber Ärzte sind auch nur Menschen, was ist wenn sie sich irren ? Hab auch gelesen das Schizophrenie oft erst garnicht erkannt wird und mit anderen Krankheiten (Angsstörung,Depression etc.) abgetan wird, bis es dann wirklich soweit ist.Aber ich denke vielleicht bin ich ja eine Person die das merkt weil ich sogut in mich hineinhorchen kann.Vielleicht, sind das ja alles Vorboten und beim ausbruch der wirklichen Schiophrenie weiß ich dann garnicht mehr das ich das mal gedacht habe. Das macht mich alles verrückt... Ich wache morgens auf und bin tierisch müde, egal wie lange ich schlafe, habe ständig dieses Unwirklichkeitsgefühl und bin überhaupt nicht mehr Gesprächig weil ich langsam meine Hoffnung verliere. Weil ich denke, ach was bringt mir meine Umschulung oder meine Ziele wenn ich eh in der Klapse lande. Und naja ich weiß grad einfach nicht mehr weiter ich denke so abstruse Dinge die mich dann auch nicht schlafen lassen. Alles sehr komisch... Ich suche jetzt einfach Rat da ich wirklich nicht mehr weiter weiß. Hab das Gefühl es wird immer schlimmer und in einem Jahr bin ich nicht mehr ich. Ist das normal bei Angststörung ? diese Zwangsgedanken und diese Müdigkeit + das durchgehende Unwirklichkeitsgefühl. Ich lese immer nur von derealisation bei einer Attacke. Aber ich hab dieses Gefühl ständig und fange halt an mich, für mich, sinnlose Dinge zu fragen.

Ich hatte oder habe also wechselnde Zwangsgedanken. Schwul,Suizid und jetzt Realitätsbedenken.
Und das ist es eben auch was mir am meisten Angst macht ich hab immer gedacht komm wenn du schwul bist dann ist das so und umbringen würd ich mich sowieso nicht. Die Gedanken waren oder sind zwar immer noch da aber ich hatte halt gute zeiten mit weniger ggrübeleien mal auch über Tage hinweg. Seitdem ich mich allerdings Frage ob diese Welt hier real ist (Ich weiß es ist total bekloppt und ich denke ich bin schizophren oder ähnliches) gehst bei mir drunter und drüber. Wenn ich jetzt mit menschen rede denke ich mir ach die sind vllt doch eh garnicht da :lol: :lol: :lol: Existieren nur in einem Programm wie bei dem Film die MATRIX.
Und ich kann euch nicht sagen wie sehr mich das kaputt macht ich denke ununterbrochen daran und habe natürlich angst wirklich bald diesen Gedanken zu glauben obwohl ich weiß das es Blödsinn ist. Aber ich hinterfrage dann alles und denke mir "hm ne antwort kann dir keiner geben, und das macht mich fertig , weil ich eben diesen gedanken nciht neutralisieren kann. Ich bin wirklich am Ende. Ich will mir nicht vorstellen das meine Familie,Freunde und bekannte garnicht existieren. Dieser Gedanke ist so prägnant das er mich um den Verstand bringt und ich natürlich angst habe bald als schizophren zu gelten.... Ich weiß ihr könnt mir auch nicht helfen aber ich musste mir das einfach von der Seele schreiben , vielleicht kennt das einer von euch, aber ich glaube eher nicht weil das schon für mich in richtung Psychose geht und nicht mehr zwangsgedanken sind. Obwohl ich weiß das der Gedanke schwachsinn is... ach ich bin schon wieder so verwirrt...

:(



Achso ich bin 23 Jahre alt,männlich und habe auch immer Gedanken wenn ich mit meinen Mitmenschen in einem Gespräch bin und denke ab und an die halte mich für verrückt oder so. Und eigentlich hab ich viele Freunde die mir auch mehrfach bestätigen das ich nciht verrückt bin und solche Dinge. Aber was ist es dann.Schizophrene denken ja auch das Menschen gegen sie sind. Suche mir auch jegliche Symptome die ich habe bei Google raus und sehe vielle Parallelen . Ich fühl mich als ob mein Leben bald zuende ist Bitte um Rat ...

kann das wirklich allles von der Angststörung+Zwangsgedanken kommen ? :wand: :wand: :wand:

2

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 21:23

RE: Zwang oder werde ich doch verrückt ?

hallo levitikus,
bin zwar nur eine angehörige, aber ich hab mich natürlich mit all den störungen beschäftigt, die da so am wege liegen. ich glaube nicht, daß du schizophren bist; soweit ich weiß, erhält der schizophrene soz. eine steuerung von außen, hört stimmen, die ihm sein verhalten diktieren, ist überzeugt davon, daß irgendeine macht ihn benutzt und er ihr willfährig sein muß.
das lese ich bei dir nicht. und auch fachleute haben dir ja offenbar gesagt, daß das nicht so ist.
du hast natürlich recht, wenn du schreibst, du findest dich in den foren nicht so recht wieder, denn die "klassischen" zwangsgedanken sind das bei dir auch nicht.
aber was ist schon "klassisch" in diesem zusammenhang?
versuche weiter, hilfe und erklärung bei fachleuten zu finden, sonst bleibt dir nichts übrig.
und übrigens: was ist denn schon"verrückt"?
ich seh das ganz pragmatisch und sage: klar bist du verückt! zwangskranke sind verrückt. depressive sind verrückt. schizophrene sind verrückt. usw., usw.
überleg dir doch mal was das wort wirklich sagt: ver-rückt. weggerückt(durch was auch immer) vom "normalen" verhalten. so wie man ein möbelstück verrückt: vorher stand es an seinem angestammten platz.da sah es gut aus. konnte seine funktion angemessen erfüllen. jetzt rück es mal weg! den geschirrschrank ins schlafzimmer, zum beispiel. da ist er ja immer noch ein geschirrschrank, keine frage. aber er ist schlechter zu erreichen. stört vielleicht irgendwie. gehört da nicht wirklich hin. das ist für mich verrückt. du bist noch du, aber du stehst irgendwie am falschen platz. und nun mußt du deinen platz wiederfinden!
lg. katja

3

Freitag, 16. Dezember 2011, 03:30

Hallo und willkommen imForum :)

Zitat

Suche mir auch jegliche Symptome die ich habe bei Google raus und sehe vielle Parallelen . Ich fühl mich als ob mein Leben bald zuende ist Bitte um Rat ...


Das ist das erste was du aufhören solltest, hör auf zu googeln, dazu gibt es einen neuen Begriff "Cyber-Hypochondrie".

Verstehe mich bitte nicht falsch, ich glaube dir deine Ängste und Zwänge. Trotzdem schürst du durch googeln nur deine Ängste.

Im Buddhismus gibt es ein Sprichwort: "Erwache aus deinemTraum, erkenne, dass die Welt nur Illusion ist."

Yoda sagt: "Deine Wahrnehmung bestimmt deine Realität."

Ich denke, du hast eine Art spirituelle Lebenssinnkrise. Anstatt nach Symptomen für Geistesgestörtheit zu googeln, suche lieber zB nach buddhistischen Sichtweisen, philosophischen Betrachtungsweisen und setze dich damit auseinander.

Zu denken, die Materie allein würde das Leben ausmachen ist doch etwas tragisch; wenn nicht die Materie das Sein, die Essenz ausmacht, sondern eine ewige Energie, ergibt mitunter alles mehr Sinn.

Die Seele 'spielt' aus Langeweile das Erdspiel und sucht sich zB einen sterblichen, menschlichen Körper als Avatar aus.

Ebenso wie Spielfiguren in einem Onlinespiel eine Simulation darstellen, hinter denen ein realer Mensch steht, könnte auch hinter der Erdsimulation "Menschenleben" eine reale Existenz, wie zB die Seele stehen.

Es könnte auch wie in der einen TNG Folge sein, wo ein Holoprogramm ein Bewusstsein etwickelt und dann 'real' werden will, letztendlich aber nur in einer erweiterten, neuen Simulation landet. Eine Simulation wird sowieso kaum feststellen können, dass sie nur simuliert ist.

Viele Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

zwangskrank

unregistriert

4

Freitag, 16. Dezember 2011, 11:15

sorry hermit, aber das problem von levitikus als lebenskrise abzutun und ihm zu raten, dass er nach lebensweisheiten suchen soll, ist sicher keine hilfe für ihn. es kann ihn sogar noch mehr verunsichern.
inwiefern hier schizophrenie eine rolle spielt, kann ich leider auch nicht sagen, da ich mit dieser krankheit keine erfahrung habe. aber ich kann definitiv sagen, dass die gedanken bzgl. selbstmord und schwul sein auf alle fälle in das schema zwangsgedanken passen. und es gibt auch zwangskranke, die zwangsgedanken haben bezüglich schizophrenie oder verrückt werden. und zwangsgedanken können durchaus die abstrusesten formen annehmen, ich weiß das aus erfahrung. und in büchern darüber habe ich auch schon von zwangsgedanken gelesen, die sich mit materie, etc. beschäftigen. prinzipiell kann der zwang alle formen annehmen!
klar bringt es nichts dauernd bei google zu suchen, ich weiß, dass einen das nur noch mehr verunsichert. das einzige was hilft ist sich einen guten arzt zu suchen, der sich mit zwängen auskennt und unbedingt eine therapie in angriff zu nehmen, sonst kommst du da nicht raus!!! ein guter arzt wird die richtige diagnose stellen, wichtig ist, dass du ehrlich bist. und ist es ja so, dass gerade das, was deine zwangsgedanken dir einreden wollen, eben nicht der wahrheit entspricht. und eine schizophrener merkt ja meist nicht mal, dass er krank ist, weil er ja seine eingebungen wirklich glaubt und gar nicht in frage stellt. alleine dass du an deinen gedanken zweifelst, ist eigentlich schon ein hinweis auf zwang.

ich wünsche dir alles gute und dass du passende hilfe findest!!

5

Freitag, 16. Dezember 2011, 22:28

Ich nehme seine Ängste und Zwänge ernst, hatte ich bereits geschrieben. Eine Lebenssinnkrise ist eine mitunter schwerwiegende Erfahrung; das ist kein "Abtun" oder verharmlosen.

Aus seinem Post geht hervor, dass er offensichtlich schon professionelle Hilfe gesucht hat, diese ihm gesagt haben, dass er angst- und zwangskrank ist, er das trotzdem anzweifelt (typisch zwanghaft) und deshalb so lange bei Google sucht, bis er sozusagen indirekt sich selbst seine Ängste ("ich bin schizophren") bestätigt.

Menschen, die in keiner Weise religiös oder spirituell sind, nicht nachdenken, nichts hinterfragen (in philosophischer Weise), werden auch nicht vor dem Problem stehen, sich zu fragen:

Was ist die Wirklichkeit?
Wer bin ich wirklich?
Was macht meine wahre Existenz aus?

Früher sind die Menschen bei Lebenssinnkrisen vll zum Pfarrer gegangen, heute muss sich ein Mensch, der sich mit solchen Themen befasst, selbst helfen, für sich selbst Antworten finden, wenn derjenige nicht in der Lage ist, derartige Sinnfragen zu verdrängen.

Nur, weil jemand auch Zwänge und Ängste hat, bedeutet das nicht, dass derjenige sich nicht auch in einer Lebenssinnkrise befindet.

Ein herkömmlicher Arzt/Psychiater wird einem da nicht weiterhelfen können; gibt hier in real schließlich keine 'netten' Pillen wie in Filmen ;)

In den USA wurde eine neue Therapieform für Zwangskranke entwickelt, die stark an buddhistische, lebensphilosophische Elemente angelehnt ist und bereits gute Erfolge erzielt haben soll.

Im Übrigen muss jeder selbst für sich entscheiden, was hilfreich sein könnte oder nicht. Deine Antwort zeigt nur, dass du offensichtlich nie selbst in der Situation warst, wo du unter Zwängen/Ängsten gelitten hast und dich gleichzeitig essentielle Sinnfragen belastet haben.

Lebenssinnfragen generell als gestörte Zwangssymptome zu betrachten, halte ich für unpassend, das würde nämlich implizieren, dass sämtliche philosophische Denkansätze und Sichtweisen etc. nur von psychisch/geistig gestörten Personen verfasst wurden undd geglaubt werden und dass jeder, der sich mit solchen Themen auseinandersetzt automatisch psychisch krank/geistig gestört ist.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L