Sie sind nicht angemeldet.

Zwangsgedanken: Verlagerung der Gedanken ?

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

zwangler34

Schüler

  • »zwangler34« ist männlich
  • »zwangler34« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 90

Zwangssymptome: Zwangsgedanken, Zwangsimpulse, Grübelzwang

Medikament / Dosis: Parotexin 10 mg

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Karlsruhe

Beruf: Verkäufer

Hobbys: Fotografieren, Sport

  • Nachricht senden

1

Montag, 11. April 2011, 11:16

Verlagerung der Gedanken ?

Hey, hab mal wieder ein Problem und hoffe, jemand hat ähnliche "Verlagerungen"...

Angefangen hat alles mit der Angst, krank zu werden und zu sterben und die Entwicklung meiner Kinder nicht mitzuerleben...
dann kamen die aggressiven Gedanken gegen die Menschen, die ich liebe...
Nächste Station: Angst vor Schizophrenie, Psychose, Borderline usw....

Aufgrund der Medis, die ich nehme und die ich auch ausschleichen möchte, sprüre ich die Ängste nur gedämpft (so interpretiere ich das).

Ich habe immer gedacht, ich hätte "nur" Zwangsgedanken, aber ich google ständig nach Symptomen, und die Leere, die ich teilweise empfinde, trifft ja auf fast alle psychischen Erkrankungen zu..., und die Gedanken auch teilweise, und wenn ich mir sicher bin, dass die Gedanken von innen kommen, was ja ein Symptom für Zwangserkrankungen ist, frage ich mich sofort, "kommen die bald von aussen?" Echt krass !!

ist das "Googeln" auch eine Art Zwangshandlung ?

Habe sämtliche Tests gemacht, habe laut Tests eigentlich ne Angststörung und Zwangsstörung, und auch der ehemalige Therapeut hat das bei mir diagnostiziert...,
also weder Schizophrenie noch Psychose noch Borderline, das beruhigt mich aber nur ne Zeit, und dann kommt die Unsicherheit wieder....

Jetzt die Frage, kann es sein, dass die Angst vor Schizophrenie und sonstigem daher rührt, dass die Angst vor körperlichen Krankheiten "weg" ist, und ich mir sicher bin, dass ich meine kranken Gedanken nicht ausführen werde, dass sich die Gedanken verlagern und mir neue Ängste "bringen" ? Immer wenn eine Angst weg ist, kommt ne neue ....

Immer diese doofe Unsicherheit........... Ich habe ja auch keine Angst, schizophren oder so sein, ich habe Angst, so zu werden.... (manche denken, warum hast du Angst davor? Ich habe sie halt, diese Angst !!)

Danke schonmal für eventuelle Antworten :P

Meine

2

Montag, 11. April 2011, 12:58

RE: Verlagerung der Gedanken ?

hallo,

ich glaube schon,dass sich die gedanken verlagern können. angeblich können sich auch zwänge verlagern (hat auch mein therapeut gesagt)

manchmal glaube ich aber auch, dass wir zwängler manche dinge, die einfach psychisch "normal" sind,auch gleich in den zwang-kontext stellen,dabei sind sie einfach nur menschlich.
also dass du angst hast,schizophren oder ähnl. zu werden,ist doch auch einfach nachzuvollziehen.(hinsichtl.deiner geschichte)
ich habe auch angst, dass ich andere zwänge noch entwickel, manchmal hab ich auch angst total durchzudrehen, weil der zwangszustand halt auch einfach nicht normal ist.

hast man eine leichte erkältung,hat man ja auch angst,dass sie vielleicht schlechter wird,oder?

hab ich dich richtig verstanden?ich hoffe,ich schreibe nichts falsches!!
viell.hilft es dir ja irgendwie...

auf jedenfall alles gute!!!

zwangler34

Schüler

  • »zwangler34« ist männlich
  • »zwangler34« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 90

Zwangssymptome: Zwangsgedanken, Zwangsimpulse, Grübelzwang

Medikament / Dosis: Parotexin 10 mg

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Karlsruhe

Beruf: Verkäufer

Hobbys: Fotografieren, Sport

  • Nachricht senden

3

Montag, 11. April 2011, 14:51

Hi, danke für die Antwort 8)

diese Angst vor Schizophrenie ist aber so übertrieben, dass sie nicht mehr "psychisch normal" ist, sonst hätte ich die Angst, nach objektivem Nachdenken
ja nicht mehr ;), weil die Symptome für alles zutreffen (teilweise, aber wenn ich eine depressive Freundin frage, leidet sie auch an innerer Leere), aber die psychotischen Symptome habe ich nicht....

Es ist, als würden mich meine Gedanken immer dort treffen wollen, wo es weh tut ?!?

Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist die Angst hinsichtlich meiner Symptome normal, ich habe jetzt mal recherchiert, Menschen, die Zwangsstörungen haben bzw. angstgestört sind (was bei mir wohl eher zutrifft), haben oft Angst, schizophren zu werden, weil sie dann die Kontrolle verlieren würden, und das macht den Zwängler ja fertig, wenn die Sicherheit weg ist. Oder lieg ich da falsch ?

Und nachdem ich meine früheren Probleme relativ gut im Griff hab (Krankheiten, aggr. Zwangsgedanken), such ich mir immer selbst etwas neues...., haben auch mein Therapeut und meine Frau gesagt, sobald ich mich beruhigt habe, kommt irgendwas anderes, in das ich mich wieder reinsteigere...

Nerv !! :silly:

Grüße

Gypsy85

unregistriert

4

Montag, 11. April 2011, 15:19

Das kommt mir seeeeehr bekannt vor....

Ich habe auch mit Angst angefangen, schwer krank zu sein. In meinem Fall war es Krebs :( Weiter ging es dann mit der Angst, verrückt zu werden oder zu sein, einen Hirntumor zu haben, schizophren, psychotisch oder sonstwas zu werden... als ich damit abgeschlossen hatte, kam die Angst, ich könnte mir etwas antun, direkt gefolgt von der Angst, ich wär einfach "nicht ganz dicht" und deswegen nicht heilbar.

Momentan hab ich Angst, meinen Freund nicht mehr lieben zu können seufzt.

Ja, ich kenne das Gefühl, dass immer was Neues kommt. Man hat gerade so tapfer und mutig an der einen Baustelle gekämpft und die Gedanken lassen nach und SCHWUPPS kommen neue. Oft welche, bei denen man denkt: Herrje, da will ich ja lieber die anderen wieder....

Sorry, dass ich keinen Rat habe, aber vielleicht tut es gut zu lesen, dass es vielen anderen auch so geht. Ist bei mir jedenfalls immer der Fall!

zwangler34

Schüler

  • »zwangler34« ist männlich
  • »zwangler34« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 90

Zwangssymptome: Zwangsgedanken, Zwangsimpulse, Grübelzwang

Medikament / Dosis: Parotexin 10 mg

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Karlsruhe

Beruf: Verkäufer

Hobbys: Fotografieren, Sport

  • Nachricht senden

5

Montag, 11. April 2011, 15:50

Es tut verdammt gut, von Leuten zu hören, die ähnliche und oder gleiche Probleme haben, da komm ich mir nicht ganz so bescheuert vor....
Ich habe dafür die Angst, meine Frau und meine Kinder nicht zu lieben, schon hinter mir ...

Merkst du was, dann ist bei dir die Angst, deinen Freund nicht zu lieben und bei mir meine Angst bald weg :D , hoffe ich mal. Irgendwann habe ich mir keine Gedanken mehr darüber gemacht, und dann kam ein Moment, in dem ich die Liebe voll gespürt habe, ich habe Freudentränen vergossen, dass kommt wirklich aus dem Moment heraus, und darauf kannst du aufbauen *kiss*

Bin jetzt echt etwas beruhigt, ich glaube, ich schau zu viel im Internet nach.... Hab mir jetzt vorgenommen, eine Woche im Psychobereich nur auf diese Seite hier zu schauen, wenn ich das schaffe und weiß, dass es nur Panik ist, bin ich auch happy

Hast du oder jemand Ahnung von der Assoziationsspaltung (siehe im Forum oben bei Steffen) , ist echt interessant, weiß nur nicht, wie ich das genau auf mein Problem anwenden kann, ich werds mal versuchen....

Grüße

motte

Schüler

  • »motte« ist weiblich

Beiträge: 162

Zwangssymptome: Wasch- und Putzzwänge

Medikament / Dosis: Citalopram

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Niedersachsen

  • Nachricht senden

6

Dienstag, 12. April 2011, 04:31

RE: Verlagerung der Gedanken ?

Ich kann nur von meinen Wasch- und Putzzwängen berichten.
Da verlagern sich die Gedanken auf jeden Fall. Beispielsweise war eine Zeit lang die Garage für mich ein riesen Problem, da durfte mein Mann nicht rein gehen, weil da einige schwierige Gegenstände für mich waren. Auf einmal -hat sicherlich sechs Monate gedauert -ging es wieder, dafür darf er jetzt nicht in den HRW wo ich meine heilige Waschmaschine stehen habe.
Mal ist das eine, mal das andere für mich schwieriger. Habe manchmal das Gefühl, dass der Zwang sich immer wieder eine neue Lücke sucht, wo er mich ärgern kann.

Und das spielt sich ja auch alles im Kopf ab, also die Zwangsgedanken "Ich muss das jetzt putzen" -daher denke ich, dass sich in allen Zwangsformen die Gedanken verschieben können.

zwangskrank

unregistriert

7

Dienstag, 12. April 2011, 13:43

Hallo zwängler34,

natürlich verlagern sich die zwänge, sowohl handlungen als auch gedanken! bei mir wechselt das schon mein ganzes leben: waschzwang, angst vor keimen, angst vor atomkatastrophe, angst dass jemanden etwas passiert, kontrollzwänge, angst vor dem tod, einbildung einer schlimmen krankheit, angst dass der partner einen nicht mehr liebt, aggressionsgedanken gegenüber den liebsten, angst jemanden anzufahren, etc. das ist bei vielen zwangskranken so, dass das ganze wechselt. und der zwang sucht sich natürlich immer das, was einem im moment am liebsten ist. natürlich treffen dich die gedanken, da wo es weh tut. der zwang hätte ja keinen sinn, wenn dir das, was er dir erzählt, gar nix ausmacht. solange der zwang nicht ausgelöscht ist, wird er sich immer etwas neues suchen. als ich z. B. Single war, hatte ich natürlich keine zwangsgedanken bezüglich der beziehung. kaum ist man wieder in einer beziehung, setzt sich der zwang da gleich wieder drauf. er will einem halt immer alles schöne vermiesen. da gibt es dann mütter, die sich auf ihr kind freuen, und was macht der zwang? redet ihnen ein, dass sie ihr kind verletzen könnten. deine übertriebene angst vorm verrücktwerden ist ganz sicher ein zwangsgedanke. das erkennt man schon daran, dass dir jegliche versicherung nichts hilft, denn du zweifelst eh wieder daran. und wie gesagt, er sucht sich immer das, was einen im moment am meisten beschäftigt oder wichtig ist.

Gypsy85

unregistriert

8

Dienstag, 12. April 2011, 14:39

Ohhh jaaa, was würd ich für diesen Moment geben!!!! ALLES!!!! Im kleinen habe ich diese Momente ja...dann macht er irgendetwas, meist irgendwelche Faxen und dann muss ich lächeln und spüre, wie mir das Herz aufgeht. In wieder anderen Momenten sagt mein Kopf: "Nun sei so fair und trenne dich, wenn du ihn nicht wirklich liebst. Das ganze Rumgeheule, das sind doch nur Ausreden, weil du Angst vorm Alleinsein hast und ihm nicht weh tun willst. Mach die Augen auf Mädchen...." usw. In den Momente verzweifel ich dann vollends.... bis mich wieder was beruhigt, ein kleines Gefühlchen oder ein Beitrag hier...dann bin ich innerlich zufrieden.

Deswegen, keine Sorge...ich dachte auch: Jau, jetzt ist das eine zu Ende, jetzt fängt das nächste an.... du bist vollends gestört... ich befürchte, es ist einfach Teil der Krankheit.

So aus dem Rückblick heraus, woher hättest du schon während des Zwangs wissen können, dass es nur Zwangsgedanken sind? Ich suche so händeringend nach irgendwelchen Anhaltspunkten und seien es noch so kleine...

Kopfkino

unregistriert

9

Dienstag, 12. April 2011, 20:59

@Zwangler,

erstens solltest Du Dich mal beruhigen und wissen, dass du weder schizophren bist, noch Gefahr läufst, schizophren zu werden. Zumindest so lange Du Angst hast schizophren zu sein, bist Du es nicht, in einer schizophrenen Phase würdest Du nämlich nicht mal annehmen, Du könntest es sein.

Das genau ist der Unterschied zwischen einer Zwangsstörung und einer Schizophrenie. Der Zwangler weiß, dass er krank ist, der Schizophrene nicht!

Was nun schlimmer ist, vermag ich nicht zu sagen.

Bezüglich Verlagerung der Angst: Das ist ja das "Nornalste von der Welt". Niemand kann Angst ertragen, jeder sucht sich eine Art Übersprungshandlung, die meisten davon gehen leider in eine wenig produktive Richtung. der eine flüchtet sich in Drogen, der andere ritzt sich, wieder einer wird bulemisch und ja, ein großer Teil wird zwangskrank.

Dass diese irrationalen Ängste austauschbar sind, ist ja auch klar. Die Zwangsgedanken sind ja eine Angstvermeidungsstrategie, wenn Du also grübelst, rückt die Angst in den Hintergrund.

Deine Angst vor körperlichen Krankheiten ist ja auch vermutlich irrational, deswegen hast Du nur die Möglichkeit, Dich Deinen wahren Ängsten zu stellen oder Dir eine produktivere Angstvermeidungsstrategie zu suchen.

Klingt klug, ist auch der einzig mögliche Weg, klappt aber nur meistens nicht, geht mir also genauso ;-)

Zur Zeit ist neben Ihnen 1 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

1 Besucher