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Zwangsgedanken: Angst schlimme Dinge zu tun

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1

Montag, 16. März 2009, 16:29

Angst schlimme Dinge zu tun

Hallo zusammen,

ich hatte ja bis vor kurzem noch ein Problem mit der Sexualität...

jetzt scheint das Ganze wie weggeblasen zu sein und ich hab plötzlich Angst davor schlimme Dinge tun zu können..?!?!?!?!

Seit dem Vorfall in Winnenden habe ich Angst, dass ich auch mal so krank werde und schlimme Dinge tun könnte.....

Ich mein, der Mensch, der das getan hat war wohl psychisch krank und ich denke ich bin auf dem besten Weg dahin auch mal krank zu werden wenn ich nicht endlich aufhöre nachzudenken und wieder normal zu leben....

Ich nehme alles in meinem Leben nur noch so halb wahr und freue mich über nichts mehr richtig.. Auch die Menschen um mich herum sehe ich nicht als Menschen an, sondern irgendwie ist alles so komisch geworden.
Ich kann das nicht beschreiben! Jedenfalls habe ich wirklich Angst davor, dass es bei mir schlimmer wird und ich irgendwann schlimme Dinge tun könnte.

Habe mich noch nie in meinem Leben weder geprügelt, noch irgendwas dergleichen getan und jetzt sowas?!?!?!

Dann dachte ich mir, stell dir mal vor der Mensch wäre wegen dir nicht mehr da, wie schlimm das wäre. Irgendwie war das dann im Gefühl nicht schlimm. Mir kommt es so vor, als ob ich nichts mehr fühlen kann!! Außer die blöden Gedanken und Ängste!!
Mich kotzt das so an mittlerweile!!

Maultier

unregistriert

2

Montag, 16. März 2009, 18:13

der typ hat das aber nicht getan, weil er psychisch krank war, sondern weil er ein mieses schw... war, dem andere vollkommen egal sind und der sich bereits vor der tat darüber gefreut hat, dass ihm endlich mal aufmerksamkeit zuteil wird (deshalb ist das ausmaß und die art der medienberichterstattung darüber auch die beste vorbereitung für den nächsten amok-affen...genau das wollen die damit auslösen!). dass er wohl auch psychisch krank und diese tat auch ein akt der verzweiflung war, steht doch auf einem anderen blatt.

du wirst sowas definitiv nie machen, denn du hast "nur" ein problem mit zwangsgedanken (wohl an der grenze zu anderen angststörungen) und solltest dich rasch in therapie begeben bwz. dein eigener therapeut werden! sexualität und amokläufe, das sind ja in gewisser hinsicht tabu-themen (bis mal ein amoklauf passiert halt und dann wird es leider gnadenlos ausgeschlachtet und sexualität wird meist nur oberflächlich offen behandelt). es könnte sein, dass du ein problem hast mit deinem wertesystem und das deshalb derartige gedanken aufkommen...und anstatt locker zu bleiben, versteifst du dich darauf und somit ist (schleichend) ein zwangssystem geboren X(

3

Montag, 16. März 2009, 18:48

:ditsch:

Dich hat leider in einen sensiblen Moment ein Gedanke gefangen auf dem Du
mitgeschwommen bist.Du stellst dich selbst in frage,bist verunsichert und traust
dir selbst nicht mehr.Du bist aber nicht der Gedanke,weil dieser irreal ist.

Es ist etwas schlimmes passiert und in den Medien wird gepuscht.In den Medien
wird berichtet von einen psychisch kranken Mann der unter schweren Depressionen
litt.Hast Du mal unter den Begriff "Depressionen" gegooglet?Ein Mensch mit
Depressionen wird sicherlich solch eine Tat nicht begehen,weil er in seinen schweren
Zeiten nicht aus dem Bett rauskommt.Dieser Täter in den Medien war aber fit.
Er betrieb Sport.Dieser Jemand war "Eiskalt".Er muß seine Tat von langer Hand
geplant haben.Er war getrieben von perversen Rachegelüsten.

Zitat aus dem Buch "Frei werden von Zwangsgedanken" von Hans Rüdi Ambühl:
Es ist wichtig,sich klar zu machen,das Zwangsgedanken immer das Gegenteil von
dem enthalten,was dem Betroffenen lieb und teuer ist.Deshalb besteht "NICHT" die
"GERINGSTE" Gefahr,das sie ihre Impulse jemals in die Tat umsetzen.Das die
Betroffenen unter ihren gewaltätigen,blasphämischen und sexuellen Impulsen leiden
unterscheidet sie von Menschen,die solche Taten begehen.Verbrecher bauen über
lange Zeit absichtlich lustvolle sadistische Vorstellungen auf,die ihnen Vergnügen
bereiten,während die von aufdringlichen Zwangsimpulsen gequählten Menschen
solche Gedanken nur als erschreckend,abstoßend und beängstigend empfinden.

Mit freundlichen Gruß

Jo

Anfänger

  • »Jo« ist männlich

Beiträge: 31

Zwangssymptome: Kontroll-; Gedanken

Medikament / Dosis: keine

Status: Betroffene/r

Wohnort: Hessen

Beruf: Techn. Angestellter

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4

Montag, 16. März 2009, 19:37

RE: Angst schlimme Dinge zu tun

Oft ist ein sicherer Weg einen Zwang loszuwerden, sich einen anderen anzuschaffen. Eine Frage: Wenn du an deinen alten Zwang denkst, erkennst du jetzt, wie unbegründet deine Zwangsängste waren? Genauso unbegründet sind deine jetzigen.
Gruß Jo
Macht zu haben, bedeutet nicht, Recht zu haben.

5

Montag, 16. März 2009, 19:38

Hey danke euch!

Ich kann mir jetzt auch nicht wirklich vorstellen mal so eine Tat zu begehen!!

Allerdings muss ich mir momentan dauernd vorstellen, v.a. weil ich immer so wütend werde bei Kleinigkeiten, dass ich die Beherrschung verliere und mal wirklich ernstaft jmd zu Schaden kommt. Ich weiß nicht wohin mich diese Krankheit noch treibt, das ist mein Problem. Und ich hab echt Schiss dass ich meiner Freundin,etc mal etwas antun könnte... Mir kommen auch dauernd irgendwelche Szenen in den Kopf in denen ich das tue und dann gehts mir wieder echt beschissen!

Ich bin so "gefühlstot", dass ich es in den Gedanken nicht mal als traurig empfinde wenn ich an sowas denke!

Früher wenn ich mir nur vorgestellt hab, dass meiner Freundin, meinen Eltern,...etwas passiert habe ich sofort auf die Tränendrüse gedrückt und jetzt kenn ich das wiedermal nicht mehr an mir!

Der Termin beim Therapeuten ist gebucht..leider sehr lange Wartezeiten!!

Ich würd so gern Hilfe bekommen, weil ich echt Angst vor der Zukunft habe und nicht weiß wie ich da wieder rauskomme.

War grad beim Pool spielen um mich abzulenken und musste dauernd daran denken und darüber nachdenken ob es mir gefallen würde jmd zu schlagen, oder sogar noch mehr was ich hier nicht hinschreiben möchte....

Würd echt gern mal mit jemandem reden, der sich auskennt und helfen kann..mir sozusagen ne Linie aus dem Schlamassel gibt!

6

Montag, 16. März 2009, 19:39

RE: Angst schlimme Dinge zu tun

Jein!

Mir ist der alte Zwang jetzt gleichgültig, weil der Neue (wenn es einer ist) mich deutlich mehr belastet!

Maultier

unregistriert

7

Montag, 16. März 2009, 20:28

da gibts nur eine personengruppe die dir helfen kann und das sind psychotherapeuten etc.

wenn es sehr schlimm und akut ist, kannst du SOFORT eine klinik aufsuchen, dann wirst du sofort aufgenommen und behandelt bis dann deine reguläre therapie beginnt.

niemand hier wird dir ernsthaft helfen können. das sind alles gutgemeinte und auch durchaus hilfreiche beiträge, aber sie können professionelle hilfe nicht ersetzen!

8

Montag, 16. März 2009, 22:44

Vielleicht tröstet es dich zu wissen, das ich genau in dem Moment diesselben aber auch wirklich genau die selben Befürchtungen wie du durchmache.

Mich haben auch diese Berichte erschüttert und auch ich habe diese quälende Angst / Befürchtung davor auch so zu werden. Außerdem leide ich auch manchmal unter solchen Vorstellungen (Szenen wie du sie nennst). Habe auch wie du schon mehrere Zwänge durch seien sie sexueller oder zerstörerischer Natur die völlig konträr zu meinen Wesen stehen.

Das hat mich schon manchmal zum Weinen gebracht. Ich denke wir sind im Grunde sehr sensible Menschen denen solche Gedankengänge wirklich schwer treffen (zeigt uns ja das wir Angst haben davor so zu werden). Das müsste eigentlich schon genug sein um sich darüber klar zu werden das wir das nie tun würden aber leider dreht sich das Gedankenkarussel oft weiter :alarm:

Ich hoffe für uns beide das wir bald einen Weg aus diesem finden werden.

Floddi.

unregistriert

9

Montag, 16. März 2009, 23:19

Zitat

Original von mozzel
Das müsste eigentlich schon genug sein um sich darüber klar zu werden das wir das nie tun würden.


GENAU DAS ist der springende Punkt. Wir fühlen alle mit und es ist wirklich eine schreckliche Tragödie die dort passiert ist.
Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich denke, dass soetwas durch die Medien gefördert wird. Es handelt sich meistens um unscheinbare eher stille typen, die soetwas machen. Ich denke, dass diese Personen aufmerksamkeit wollen und sie wissen, dass sie diese mit so einer aktion zur genüge bekommen, egal ob sie selbst noch leben oder tot sind.
Jetzt werden wieder die wildesten Theorien frei, was der Grund dafür sein könnte, wo wir "psychisch kranken" natürlich die Schuldigen Nr.1 sind.


IHR DÜRFT EUCH DAVON NICHT ANGESPROCHEN FÜHLEN, denn Fakt ist, man wird nie wissen, was genau diese Menschen zu so schlimmen Taten bewegt.

liebe Grüße, Floddi..

Brummbär

unregistriert

10

Dienstag, 17. März 2009, 00:46

Klar machen die Medien da mit. Vor 20 30 Jahren gab es solche Berichte noch nicht oder nicht so ausschweifend und dann kam man auch nicht auf die Idee, sowas zu tun. Also mit "man" meine ich jetzt die Täter, nicht jedermann.
Trotz aller verschiedener Zwänge haben wir eben doch noch einen gesunden Menschenvertand.
Ich fühle mich gar nicht angesprochen, ich bin ja anders. Ich habe keine Wahnvorstellungen und keine Halluzinationen. Ich nehme auch keine Drogen, die mich in eine andere Welt versetzen.
Ich bin gestört und ich habe Zwänge aber ich bin nicht gemeingefährlich.

Aber dieses über einen Kamm scheren stört mich trotzdem, das gibts aber überall. Da macht einer ein großes Ding, hat eine Störung und promt werden alle für gefährlich gehalten, die die selbe Störung haben.

Floddi.

unregistriert

11

Mittwoch, 18. März 2009, 23:10

Ja, da hast du ja auch vollkommen recht und das kotzt mich auch echt an. dadurch habe ich imemr das gefühl meine zwänge rechtfertigen zu müssen....

12

Donnerstag, 19. März 2009, 10:50

Hey zusammen,

ich bin zwar dankebar für jede Antwort zu meinem Thema, bitte euch aber trotzdem hier nicht eure Meinung zu dem Vorfall zu schildern.

Das Problem ist, ich schau doch öfters mal rein, um eure Meinungen zu lesen und werde dann immer wieder an den Vorfall erinnert. Vielleicht macht ihr ja einen eigenen Thread auf zu diesem Thema :)

Bei mir hat sich auch wieder was getan.

Es ist ganz komisch, diese Angst hat sich wieder etwas gelegt. Ist zwar nicht ganz weg, aber momentan habe ich eher ein anderes Problem.

Irgendwie bin ich mir meiner Umwelt nicht mehr so ganz bewusst. Wenn ich mich mit Leuten unterhalte, dann höre ich kaum zu, sondern achte immer auf ganz andere Dinge..
Es passiert mir auch oft, dass ich Fragen stelle, deren Antwort ich gestern schon bekommen habe und es nicht mehr so wirklich zuordnen kann...
Ich hab das Gefühl, dass zwar alles real ist, aber dass ich nicht mehr so darüber empfinde wie früher.
Es ist alles so gleichgültig und bedeutungslos.
Es fühlt sich alles anders an, selbst Hunger oder wenn ich weggehe,...
Warum soll ich etwas essen, oder warum regen sich alle über solche Kleinigkeiten auf, über die ich früher auch geredet habe, aber etz isses so egal.
Hab auch nen neuen TV bekommen, das juckt mich aber irgendwie kein bisschen. Früher hätt ich mich da Wochen oder Monate darüber gefreut und wär glücklich gewesen. Jetzt steht er eben da.

Ich sehe selbst Menschen etwas anders an. So als ob sie auch nur "Tiere" oder sonst was wären. Kann das so schwer beschreiben.

Krieg auch nicht wirklich was gebacken. Wollte gestern mein Motorrad wieder herrichten und nix hat geklappt..

Es ist als könnte ich keine klaren Gedanken mehr fassen! So als ob das alles was passiert irgendwie an mir vorbeizieht und mich nichts angeht.

Bei uns werden momentan viele Leute leider entlassen..wenn sie zu mir kommen und mit mir reden, dann bin ich eher genervt, sprachlos, uniteressiert,...und ich denk mir ist doch nicht so schlim...
Obwohl es schlimm ist und ich das eigentlich weiß, nur fühlen tu ich es nicht mehr!

Hat jemand eine Ahnung was das sein kann? Was man dagegen tun kann?
Ist das was Schlimmes oder normal?

13

Donnerstag, 19. März 2009, 16:36

Hallo olla,

kannst dur die vielleicht meinen Thread durchlesen? Mir geht es würde ich sagen ähnlich wie dir, seit 2 Monaten fühl ich mich total leer und gefühlslos, und versuche mir alle möglichen alltäglichen Sachen im Leben zu erklären, und mir bewusst zu machen, warum ich die Sachen mache.
Bei mir ist es jedenfalls nicht so, dass ich die Sachen nicht kann, sondern dass ich mir immer wieder in Kopf rufen mus, warum ich das tu, und den ganzen Prozess der Dinge die ich tue, erklären muss. Ich denke mal dadurch, dass die Welt für mich so "fremd" geworden ist und nur noch logische Erklärungen herhalten müssen, bin ich so leer geworden.
Wie sieht es bei dir mit sozialen Kontakten aus?

Ich würde mich freuen, wenn du auch in meinem Thread deine Meinung schreiben könntest

http://www.zwangserkrankungen.de/thread.…eadid=4035&sid=

Grüße,

biba