Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

inmydarkesthours

unregistriert

1

Dienstag, 10. März 2009, 22:40

Angst vor Schwulen,schwul sein und Angst vor Frauen

hier schriebe ich diesen bericht,weil ich gesehen habe,das noch zwei Männer hier drin sind,die das selbe erleben wie ich,ich bin für jede Art von Anregung dankbar.

Hier mein Bericht vom 06.12.08

Hallo Gleichgesinnte,
ich suche mal wieder Antworten auf viele Fragen und hoffe sehr, sie hier zu finden.
Zuerst mal danke an alle, die dieses Forum zu etwas ganz besonderem machen, und zwar an euch alle.

Ich habe schon mehrmals über meine Probleme hier berichtet.

Ich leide unter dem für mich sehr quälenden Zwangsgedanken, "schwul" sein zu können, oder eben Angst vor Schwulen Menschen zu haben, ich kann einfach nicht unterscheiden, ob ich mich davor ekel, oder ob ich evtl. schwul sein könnte, ist alles ziemlich kompliziert.
Bei dem Gedanken daran, habe ich oft viele und schlimme Symptome, wie z.B. Herzrasen, Schwitzen, Augenstechen, Druck im Kopf, Grübelzwänge, Grübelspiralen, Zittern u.s.w..
Diese ganzen Symptome haben zur Folge, das ich oft in Depressionen verfalle und mich immer und immer mehr isoliere, und mich so vom sozialen Netz ausgrenze.
Ich flüchte mich in Sport, manchmal so schlimm, das ich völlig erschöpft bin.
Ich habe diesen Zwang jetzt über 3 Jahre, habe schon meinen dritten Therapeuten, der übrigens sehr gut ist, Verhaltentherapie und nehme zur Zeit keine Tabletten, eine stationäre Therapie in einer Reha über 2 Wochen, hatte ich auch schon.
Auf die Frage, ob mich Männer erregen, kann ich sagen nein, aber ein ganz seltsames und komisches Gefühl, schleicht sich in meinen Kopf, das mich total verwirrt und mir eine heiden Angst einjagt, ich wechsel die Straße, ich laufe davon, im Büro gehe ich auf Toilette und in ganz schlimmen Zeiten fühle ich mich wie verfolgt und denke, alles und jeder ist schwul, sogar meine Freunde und Verwandten.
Seit gestern habe ich mich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen, bei der auch ein Schwuler dabei ist, der mir sagte, das ich evtl. eine Homophobie haben könnte.
Leider werde ich aus diesem Begriff nicht so ganz schlau, vielleicht kann mir jemand von euch genaueres darüber berichten.
Evtl. gibt es ja noch jemanden hier drin, der das selbe oder ähnliches erlebt, wie ich.
Ich bin für jede noch so kleine Anregung von euch froh, in der Hoffnung, das ich eines Tages damit umgehen, oder sogar leben kann, denn das dieser Zwang mich eines Tages ganz verlässt, daran glaube ich mittlerweile nicht mehr!
Es sei noch zu erwähnen, das mein Bruder schwul ist, das ich vor 15 Jahren angeschossen wurde und seitdem an zwei Gehhilfen laufe und somit schwere Probleme habe, eine Frau kennen zu lernen, die mich so nimmt, wie ich bin. Meine Kindheit, unter einem alkoholkranken Vater und einer kleingehaltenen Mutter, haben auch ihr übriges dazu beigetragen, und mein Vorgesetzter auf der Arbeit, kann auch alles andere als gut mit Behinderten umgehen, zudem hat meine vorletzte Freundin mich so dermaßen seelisch verletzt, mit den Worten ich sei zu dick, ich könnte nicht tanzen, nicht shoppen gehen, sie müßte dauernd Rücksicht nehmen, ich würde ihr Leben bremsen, ich könnte kein Kind vor dem Auto retten und noch vieles mehr, also alles in allem vier sehr lebenserschwerliche Baustellen, die mit Sicherheit zu diesen Zwängen beigetragen haben.
Ungeduldig und aggressives innerliches Brausen tobt in mir, das Gefühl, nicht geliebt zu werden und abgestoßen zu sein, verfolgt mich seit meiner frühesten Kindheit.
Mein Therapeut sagt, ich bin in einem Konflikt mit mir selbst gefangen, denn der eine Teil in mir wünscht sich nichts mehr, als eine Beziehung zu einer Frau, der andere Teil denkt, ich bin schwul, aus Angst, wieder so schlimm enttäuscht und verletzt zu werden und läßt mich somit alleine Leben.

Ich hoffe, das der ein oder andere von euch mir in irgendeiner Art und Weise behilflich sein kann und bedanke mich schon mal im Voraus.

2

Mittwoch, 11. März 2009, 00:26

Hey du,

ich habe zwar auch ein Problem im Hinblick Sexualität, aber doch unterscheidet es sich wie Tag und Nacht von Deinem!!

Ich bin hier leider noch ganz neu und habe mich nie intensiv mit Psyche beschäftigt. Bin auch kein Arzt und kann daher kein wirkliches Statement geben.

Was ich dir allerdings 100% sagen kann und das aufgrund logischer Zusammenhänge, die aus deinem Beitrag resultieren, ist, dass du nicht schwul bist! Versuch dir in einem Moment, in dem es dir gut geht deinen Beitrag nochmal durchzulesen und beurteile dann mehr oder weniger objektiv, ob die Person die das geschrieben hat schwul ist oder nicht?!

Du hast sicher ein Problem, sei es aufgrund deiner Verg'heit oder aus anderen Gründen,,
Die Panikattaken die du beschreibst hören sich unglaublich belastend an und ich denke kein Mensch hält sowas auf Dauer aus! Geh bitte zu einem Therapeuten und lass dir helfen. Ich befürchte, dass du alleine nicht mehr oder nur sehr schwer aus diesem Problem rausfindest!

Ich könnte jetzt viele Theorien aufstellen, aber eine wirkliche Diagnose kann dir nur der Arzt und du selbst geben.

Möglicherweise liegt es daran, dass das Outing für deinen Bruder sehr schwer war und du hast das miterlebt.... oder vieles andere..

Aber ich wag mich wirklich so weit aus dem Fenster und sage dir dass du nicht schwul bist!

Was mir übrigens hilft, wenn die Angst kommt,...

- einen Moment Ruhe nehmen und darüber nachdenken, warum ich gerade so reagiere..meistens stellt sich dann raus, dass ich keinen wirklichen Grund dazu habe

- in der Arbeit einfach sagen, wenn diese Gedanken kommen..."Ich habe jetzt keine Zeit, ich muss arbeiten!!" Dann nimmst dir ein Thema aus der Arbeit zur Brust und kaust es durch bis du auf andere Gedanken kommst!

- zu Hause zu den Eltern, Geschwistern setzen oder einen Freund anrufen und lass dir irgendwas erzählen um dich abzulenken. Wenn niemand da ist, dann dreh am besten den Comedykanal auf und schau dir was Lustiges am TV an.

Je mehr du diesen Gedanken Zeit gibst und du dich damit beschäftigst, desto mehr Punkte findest du dich dort reinzufinden.

So wie in dem Film 23 ;)
Wenn man es wirklich will ergibt jede Quersumme die Zahl 23 (für Leute, die den Film nicht kennen klingt das jetzt wohl etwas wirr ;))

3

Mittwoch, 11. März 2009, 12:23

:ditsch:

Hallo erstmal ...

Das Thema ist garnicht mal so selten.Es wird auch wohl oft falsch verstanden.
Da kommen dann so schlechte Komentare wie "Vielleicht sträubst Du dich dagegen"
oder "Probiere es doch mal aus".Jedoch bleibt es das was es ist,ein reiner
Zwangsgedanke der schreckliche Angst machen kann.Es ist wie bei allen
Zwangsgedanken.Es kommt immer auf die Bewertung des Gedankens an.
Läßt Du dich als Hetero von diesen Gedanken verunsichern,so steigerst Du dich
in übermäßliches Maß an Angst und Panik hinein.Aber das weißt Du alles selbst.
Was Du vergessen hast in deiner Angst ist,das es nur ein aufdringlicher,unangenehmer
Gedanke ist,dem Du immer und immer wieder Bedeutung beiwohnst.Wie wäre es
wenn Du Schritt für Schritt anfängst dir wieder selbst zu vertrauen?Wie wäre es
wenn Du dabei ab und an ein bißchen Humor beimischt und den Gedanken wieder
ziehen läßt?Es geht nur um dich selbst und eigentlich weißt Du tief in deinen
inneren,das Du keine Neigung zur Homosexualität hast,denn Du hast "Angst"
davor.Es wird nicht von heute auf morgen weg gehen,aber noch so ein winzig kleiner
positiver Schritt wird dich wieder in deinen Selbstvertrauen stärken und dich standfester
machen.Und denke immer daran,"Zwangsgedanken" sind eine grausame Art des
Zwanges,aber "Du bist nicht der Gedanke".

inmydarkesthours

unregistriert

4

Freitag, 13. März 2009, 22:46

hallo olla,hallo trully,
erstmal danke für eure antworten,

alles was ihr schreibt,versuche ich seit 3 jahren in den griff zu bekommen,jedoch gelingt es mir nicht immer und in den schlimmen phasen zweifel ich an mir und meinem verstand.
zur zeit geht es mir sehr schlecht und ich habe würge bzw. brechreitgefühle,wenn ich mir vorstelle,mehr als nur freundschaft mit einer frau zu haben,auf der anderen seite schrecken mich männer extrem ab,die mir zu nahe kommen,das geht sogar soweit,das ich keinen freund mehr umarmen kann und jegliche berührungen und kontakte vermeide.

der gedanke ist durch das citalopram zwar gedämmt,aber dennoch trotzdem immer anwesend.
das mit dem einfach vorbeiziehen lassen,will mir einfach nicht gelingen,obwohl ich zig bücher und hörbücher gelesen bzw. gehört habe.
diese zwänge sind ein teil von mir,und obwohl ich eigentlich weis,das mich männer abschrecken,erwische ich mich oft dabei,das ich mich in eine zwangsspirale verwickel mit anschließenden grübelzwängen und der daraus resultierenden angst,ich könnte doch schwul sein.
das ist alles sehr belastend und die zusätzlichen würgegefühle verursachen eine angst in mir,wenn ich mir etwas mit einer frau vorstelle und lassen mich wieder zweifeln.

ich weis nicht recht was ich wie fühle,da ich zur zeit sehr isoliert bin,und situationen vermeide,ich fühle zur zeit weder was für mann noch für frau.

Theobln

Schüler

  • »Theobln« ist männlich

Beiträge: 72

Zwangssymptome: waschzwang,grübelzwang,kontrollzwang.

Medikament / Dosis: keine

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Berlin

Beruf: aus gesundheitlichen Gründen Zu hause

  • Nachricht senden

5

Samstag, 14. März 2009, 06:23

hi

hi inmydark

hier mal der link zu wiki wo der bergriff Homophbie erklärt wird.
vielleicht hilft es dir ja dich etwas selber zu verstehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Homophobie


Du schriebst dein Bruder wäre Schwul,weiss er von deiner Angst??

gruss theo

6

Samstag, 14. März 2009, 10:38

:ditsch:

Hallo erstmal ...

Nur mal so eine Frage.Kannst Du dich hiermit identivizieren?

http://de.wikipedia.org/wiki/Asexualit%C3%A4t

Liebe Grüße

7

Samstag, 14. März 2009, 18:52

RE: Angst vor Schwulen,schwul sein und Angst vor Frauen

Hi
Kann es sein, dass du Schwieirgkeiten hast, dich selbst zu akzeptieren wie du bist und dass du den Glauben an Liebe völlig verloren hast?
Ich glaube, dass dies einer der häufigsten Gründe für eine seelische Erkrankung ist.
Ich glaube wenn man einmal angefangen hat zu denken, dass die Welt und man selbst schlecht ist, kommt man nicht mehr so leicht von dieser Überzeugung weg und wird zum "Schwarzseher".
Man darf sein Bewustsein nicht mit negativen Überzeugungen vergiften, man muss davon loslassen können!
Selbstakzepttanz und die Liebe zu seiner Umwelt ist vermutlich ein ganz wichtiger Faktor um überhaupt gesund zu werden.
Ich denke man sollte das Gute in seinen Leben suchen, auch wenn es augenscheinlich nicht zu exestieren scheint.

Wollte diese Gedanken nur mal niederschreiben; vielleicht kannst du damit etwas anfangen...

Viele Grüsse
Ralf