Sie sind nicht angemeldet.

Zwangsgedanken: Warum mache ich das?

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Freitag, 6. März 2009, 23:31

Warum mache ich das?

Schönen guten Abend,

ich habe das ein großes Problem. Leide schon seit einigen Jahren an mehr oder weniger stark ausgeprägten Wasch- und Kontrollzwängen. Zudem besitze ich das "außergewöhnliche Talent" mir selbst Dinge einzureden, die ich gemacht haben könnte, an die ich mich jedoch evtl später nicht mehr erinnere. Dadurch entstehen immer mal wieder Schuldgefühle, die ich nicht mehr unter kontrolle habe. So auch dieses Mal.
Ich hatte bis vor ein paar Wochen großen Stress mit meinem Freund. Er hat daraufhin mit mir Schluß gemacht und irgendwie habe ich dies wohl nicht verkraftet, denn ab diesem Zeitpunkt wurde ich immer depressiver. Ich bin dann zu ihm zurück und hab mich entschuldigt für die Fehler, die ich begangen habe und er meinte er würde mich vergeben, wir sollten es nochmal miteinander versuchen. Jetzt sollte ich eigentlich glücklich sein, aber nein.
Vor ein paar Tagen fielen mir dann plötzlich noch ein paar Dinge ein die ich zusätzlich "falsch" gemacht habe und hab mich dann mit 39°C Fieber ins Auto gesetzt und bin zu ihm gefahren, nur um ihm das zu erzählen. Ok, er fand es dann nicht so schlimm und es war wieder alle gut.
Ein Tag später kam dann wieder diese große Traurigkeit über mich und mir fiel plötzlich ein, dass ich aus Rache evtl private/peinliche Dinge über ihn weitererzählt haben könnte und nur nicht mehr genau wüsste, wem ich was erzählt habe. FAkt, ist, dass er mir dies bestimmt nicht verzeihen könnte. :(
Ich habe dann alle Leute angerufen bis auf 2 die noch ausstehen, um zu fragen, ob ich jemals was privates weitererzählt habe/schlecht geredet habe etc., doch alle verneinten. Aber vielleicht haben die das ja auch nur vergessen und ich bin doch schuldig? Ich glaub, wenn ich was erzählt habe, dann kann ich mir das selbst am wenigsten verzeihen. Aber ist es möglich, dass man sich nicht mehr daran erinnern kann, wann und wo man etwas erzählt hat und es trotzdem getan hat? Woher weiß ich, dass es evtl nur ein Zwangsgedanke ist oder nicht? Und was mach ich jetzt mit meinem Freund? Ich will doch ehrlich zu ihm sein! Ich will ihn nicht belügen. Und wenn es so sein sollte, dass ich was weitererzählt habe, dann muss ich ihm das doch sagen?! :( Ich kann so nicht weiterleben. Das macht mich völlig fertig! Er ist so lieb zu mir und ich habe es evtl garnicht verdient. Aber wie erkläre ich ihm das, ohne das er mich missversteht?
Das klingt jetzt bestimmt alles total verrückt, aber ich weine seit Tagen nur noch und bin wie in einem anderen Film. Ich könnte es nie ertragen, würde mein Freund mich verlassen. Ich liebe ihn. :(

Ich bedanke mich für jeden Rat!

2

Samstag, 7. März 2009, 07:55

Hallo Tweet,

wie oft ist es dir denn schon passiert, dass du vergessen hast, was du anderen erzählt hast? Hast du deswegen schon mal Ärger gehabt? Das was du erzählt haben könntest, muss ja etwas Schwerwiegendes sein, sonst würdest du dir kaum Gedanken darum machen. Meinst du nicht, dass du dich dann erinnern würdest? Ich glaube schon.
Ich kenne das Gefühl das du jetzt hast. Die Angst irgendetwas getan zu haben, dass man mit einer Tat (an die man sich nicht mal erinnert) alles verdorben zu haben. Das eine Sekunde in der man eine falsche Entscheidung trifft das ganze Leben unerträglich machen könnte und alles fatal endet. Das ist dann meistens der Zwang. Er versteckt sich hinter offensichtlich berechtigten Gedanken ist aber nur da um dir das Leben schwer zu machen. Du hast jetzt das Gefühl agieren zu müssen, bevor jemand kommt und dich beschuldigt. Denn du selbst hälst dich ja für schuldig.
Ich kann dir jetzt leider keine Ratschläge geben was du tun kannst, aber vielleicht hilft dir ja schon die Erkenntnis, dass er der Zwang ist. Und was wäre eigentlich wenn du es weitererzählt hättest. Du bist ein Mensch mit Gefühlen, ein Mensch der Fehler machen darf. Das was du jetzt durchmachst ist vermutlich viel schlimmer als das was passieren würde wenn es wirklich so wäre.
Fühl dich :lieb:

Bev

3

Samstag, 7. März 2009, 17:06

Ich glaube bisher ist mir sowas noch nicht passiert. Also das ich konkret vergessen habe, was ich anderen erzählt habe.
Aber jetzt ist es halt die Angst, die so groß ist und mich fertig macht. Das ich einfach nur schuld bin, dass ich ein schlechter Mensch bin. Das ich etwas privates nur aus Rache weitererzählt haben könnte. Das er mir sowas nicht verzeiht ist klar.
Aber wenn ich ihm jetzt erzähle, kann sein das ich das und das weitererzählt habe, aber ich weiß nicht wem und wann. Dann macht er mit mir Schluß und ich bin im Endeffekt vielleicht unschuldig. Aber irgendwie MUSS ich ihm das sagen. Versteht mich jemand?
Kann man nicht irgendwie mit Hypnose herausfinden, ob Gedanken Erinnerungen oder Einbildung sind? Da gibt es noch ein paar Dinge aus meiner Kindheit, wo ich mir auch nicht sicher bin.

Brummbär

unregistriert

4

Samstag, 7. März 2009, 21:58

Also bei mir ist das so, dass ich ganz tief in meiner Grübelei versunken bin, in den Grübelgedanken rede ich mit Personen die ich kenne oder schreibe Mails und hinterher bin ich fest davon überzeugt wirklich geschrieben oder geredet zu haben. Ich lebe dann im Glauben ich hätte ja der Person Bescheid gesagt, in meinen Grübeleien reagieren ja die Leute sogar.
Ich traue mich das gar nicht zu erzählen, also von diesem reellen Grübeleien, denn ich werde dann für alle Vergesslichkeiten der Anderen gleich mitverantwortlich gemacht. So nach dem Motto "Haste bloß vergessen"
Schuldgefühle habe ich dadurch nicht, ich fühle mich nur ungerecht behandelt.

5

Samstag, 7. März 2009, 23:41

Hi du!

Lassen wir jetzt mal das "hab ichs jetzt weitererzählt oder nicht?" weg.
Was genau befürchtest du denn über ihn weitererzählt zu haben?

lg eddi

6

Samstag, 7. März 2009, 23:49

Private Dinge, die nur ihn betreffen und die ihm peinlich sind.

7

Sonntag, 8. März 2009, 00:17

Und du hast angst das du es weitererzählt haben könntest, bist dir aber nicht sicher weil du sowas ja sicher nicht machen würdest und denkst dir deswegen, dass es deine Zwänge sein könnten, die dir vorgaukeln, dass du es weitererzählt haben könntest.

8

Sonntag, 8. März 2009, 01:32

Ja, so in etwa. Ich weiß nicht ob ich dazu in der Lage war oder nicht. Manchmal habe ich meine Emotionen nicht unter Kontrolle. Ich würde mich nicht als einen guten Menschen bezeichnen.
Aber ja, das ist meine Angst!

9

Sonntag, 8. März 2009, 01:37

Ich sag dir du hast nix weitererzählt! Du hast angst und die is so groß, dass es deinen verstand verunsichert und deswegen hast du solche grübelzwänge... Denn Zwänge sind einfach nur da, damit man die Angst abwehren kann.

10

Sonntag, 8. März 2009, 02:06

Aber ich kann mir genau vorstellen, was ich gesagt haben könnte. Kennst du das, dass man Angst hat den Gedanken/die Erinnerung im Detail zu durchdenken, weil man dann evtl sich richtig erinnert und tatsächlich schuldig ist? Weil, wissen kann man es ja nicht. Nur ich,...und ich verdränge die Erinnerung oder sie existiert nicht...wie auch immer.
Also verbringe ich den ganzen Tag damit, den Gedanken 3000mal anzuschneiden, kurz einzutauchen und mich schnell wieder rauszuwinden, sobald ich merke, wie mir der kalte Schweiß ausbricht. Und immer dann, wenn ich kurz abgelenkt u./o. glücklich bin, ist da die Stimme die mich darauf aufmerksam macht....dass es für mich nichts zu lachen gibt, weil ich schuldig bin.

11

Sonntag, 8. März 2009, 02:27

deine beschreibung ist perfekt! lol ich habe exakt das gleiche Problem.

Und das beste und wahrscheinlich einzige was hier hilft (omg 3000mal sagst du)
ist: Du musst dich deinen ängsten bzw. nun deinen zwängen stellen.

Das geht folgendermaßen: Du musst mir vertrauen ok.

Wenn der Gedanke kommt, dass du etwas über deinen freund weitererzählt haben könntest, dann sage dir und vor allem glaube dir: "Nein, das habe ich nicht gemacht und ich kann mich auf mich verlassen!"

Jetzt kommt der Part an dem du dir nicht glauben wirst, aber dagegen musst du ankämpfen.
Das ist dann die reine Angst, die du aushalten musst. Halte Sie aus und sei stark.
Wirst sehen, es wird dann immer weniger und weniger bis es weg ist.

12

Sonntag, 8. März 2009, 12:20

RE: Warum mache ich das?

Hallo
Diese Problematik die du schilderst hatte ich auch mal gehabt.
Ich meinte auch alle meine Fehler die ich gemacht hatte, den Menschen, die mich lieben, beichten zu müssen, weil ich dies nur fair gegenüber ihnen fand.
Ich kann dir nur sagen, wir Menschen machen alle Fehler, zum Teil auch grosse. Man muss sie aber nicht alle seinen Mitmeschen offen legen, dass bringt nur Probleme.
Wichtig ist, dass man aus seinen Fehlern lernt und es nächste mal besser macht.
Darum: Take it easy! ;)
Wünsche Dir alles Gute
Ralf

13

Sonntag, 8. März 2009, 13:18

Ich danke Dir für deinen guten Rat! Werde es mal versuchen. Hoffe, dass es klappt. Danke!