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Dienstag, 3. März 2009, 11:01

Schüttelzwang und Grübelzwang

Hallo zusammen,

ich habe mich nun auch mal an dieses Forum gewandt, weil ich einfach nicht weiter weiß. Ich leide seit ca. 2 Jahren unter Zwängen und es wird von Tag zu Tag schlimmer und es kommen immer mehr Zwänge dazu. Hier mal meine größten Probleme:

- Herd aus?
- Waschzwang
- Hab ich meine Pille genommen?
- Ist die Tür richtig zu?
- Grübelzwang

Diese Zwänge betreffen ja auch Viele von euch.

Aber nun komme ich zu meinen Problemen, von denen ich noch nie was gelesen habe, die mich aber auch sehr belasten:

1. wenn ich eine Hose anziehe, darf ich nicht ans Zwickel kommen, weil mein Fuß ja "verseucht" ist. Sobald ich rankomme, muss ich den Versuch neu starten!! Bei Unterhosen ist es so weit, dass ich, wenn ich mit meinem Fuß ans Zwickel komme, ich ihn gleich in die Wäsche tue. Ich weiß net, wie ich das loskriege!!!

2. Ich muss Wäsche in jeder Form schütteln. Und das is, glaub ich, eines meiner größten Probleme!! Wenn ich Wäsche von der Leine nehme, muss ich sie tausend Mal schütteln, aus Angst, es könnten Zecken oder Tiere dran sein. Erst dann kann ich sie mit auch nicht grad gutem Gefühl zusammenlegen. Weiter gehts gleich mit dem Anziehen. Alles was ich anziehen will (von der Socke über BH, bis hin zum Pulli) muss ich schütteln. Was kann ich dagegen tun?

3. Ich kann Gegenstände nicht schließen. Ob Marmeladenglas, Cappucchino-Dose oder Margarine... Ich habe immer Angst, dass Haare oder Krümel oder Insekten drin sind und muss den Behälter dann zigmal auf und zu machen und nachschauen.


Hat jemand ähnliche Probleme und kann mir Tipps zur Bewältigung geben??

Meine Beziehung leidet auch sehr stark darunter. Mein Freund weiß nicht, wie er damit umgehen soll und distanziert sich immer mehr. Wobei es mir mit dem Liebesentzug noch beschissener geht und ich mich voll ungeliebt fühle.

Über eine Therapie hab ich auch schon nachgedacht. Aber ich hab Angst davor, jemandem mein ganzes Leben zu offenbaren.

Selbsthilfegruppe gibts bei mir in der Nähe auch eine, aber das is in so ner Gemeinschaftseinrichtung, wo auch andere Selbsthilfegruppen sind und da habe ich wieder Angst vor Dreck und Schmutz und Keimen...

Schreibt mir doch mal bitte Eure Meinung zu dem ganzen.

LG Jeanny

Maultier

unregistriert

2

Dienstag, 3. März 2009, 14:52

Zitat

Über eine Therapie hab ich auch schon nachgedacht. Aber ich hab Angst davor, jemandem mein ganzes Leben zu offenbaren.


entweder willst du gesund werden oder nicht und mittlerweile sollte jeder der hier mitliest wissen, dass es nur in ganz wenigen fällen ohne therapie ging. wovor hast du eigentlich angst? psychotherapeuten sind abgehärtet und meistens kompetent und nett. und wenn die seele vor leiden und schmerz schreit, dann muss man halt auch rausfinden woher die schmerzen und ängste stammen...nur wenige schaffen es ganz allein und auch ich hab viel selbst geleistet, aber ohne professionelle therapie und hilfe hätte es nicht geklappt, da bin ich mir recht sicher. endlich konnte ich mich mal so richtig "ausk..." über all das erlebte und zugleich von meinem gegenüber auf meine eigenen fehler hingewiesen werden!

dann brauchst du noch das buch "wege aus dem zwang" und weiter solltest du mal hier im forum rumstöbern, was man alles gegen die krankheit machen kann. aber die erstgenannten sachen (therapie und am besten holst du dir sogar 2 bücher) sind unverzichtbar!

grüße
matthias

Friedolin

unregistriert

3

Dienstag, 3. März 2009, 15:19

Hi jeanny

Ich mußte auch meine klamotten immer ausschütteln oder die Bettdecke meine Beziehung hat dadurch so sehr gelitten das sie nun erst mal zu Ende ist
Meine Freundin konnte die ganzen Zwänge nicht mehr mitmachen
Ich würde dir raten hol dir schnellst möglichst proffesionelle Hilfe das dir das nicht mit deiner Beziehung passiert denn so eine trennung tut verdammt weh
Handel rechtzeitig bevor dein Freund handelt denn aussenstehende können unsere Zwangshandlungen nicht immer verstehen



Gruß Friedolin!

4

Dienstag, 3. März 2009, 16:03

Hast Du das mit dem Schüttlwahn in den Griff bekommen? Kannst Du mir Tipps geben? Weil das ist im Moment mein größtes Problem!!

LG Jeanny

Friedolin

unregistriert

5

Dienstag, 3. März 2009, 19:37

Ja durch den weggang meiner Freundin und Meines Sohnes habe ich meinen Zwang besiegt ich bin jetzt seit Fünf Wochen nahezu Zwangsfrei mir hat es im wahrsten Sinne des Wortes Die Augen geöffnet
Du mußt dir wirklich jetzt im klaren sein was dir deine Beziehung bedeutet
Mach nicht den selben Fehler wie ich handle jetzt das kannst du viel retten
Versuch einfach die Klamotten nicht mehr zu schütteln und sie einfach anziehen ich weis das ist nicht leicht aber glaub mir einen liebsten zu verlieren den man überalles liebt ist noch viel schwerer
Wenn dann Gedanken hochkommen die dir Probleme machen denke einfach an deine Beziehung das du noch eine hast und sie dadurch dann festigst weil dein Freund stolz auf dich ist und du kannst dann auch stolz auf dichn sein was du geschaft hast
Glaub mir es klappt ich habe es auch geschaft aber ich habe einen hohen Preis dafür gezahllt



Gruß Friedolin!

6

Dienstag, 3. März 2009, 20:22

Hey Friedolin,

das tut mir alles echt leid!! Muss echt hart sein. Aber vielleicht kommt ja Deine Freundin zurück, wenn sie merkt, dass Du´s im Griff hast... :-/

Warum hast Du Wäsche geschüttelt? Hattest Du einen Grund?

Bei mir ist es ja die Angst vor Inskten/Zecken, die sich darin befinden könnten...

Aber ich werde das jetzt echt versuchen und Dich auch auf dem Laufenen halten!! Ich merke auch bei meinen ganzen anderen Zwängen, dass wenn ich nicht nachdenke und aus der Situation gleich rausgehe, es erst quälend ist, aber nach ein paar Minuten alles wieder gut ist.

Ich will das echt allein schaffen!!! :-(

LG Jeanny

Maultier

unregistriert

7

Dienstag, 3. März 2009, 21:14

ich kenne keinen einzigen (weder persönlich, noch durch bücher/internet etc.) der es ohne therapie bzw. allein geschafft hat. friedolin ist eine ausnahme und du solltest bedenken, dass auch friedolin schon seit längerem eine therapie gemacht hat und das war/ist sicher nicht unbedeutend im kampf gegen seine zwänge!

langfristig musst du sowieso dein eigener therapeut werden ("hilfe zur selbsthilfe")...

ich will dir keine angst machen, aber du musst dir im klaren darüber sein, dass es immer schwerer wird den zwang zu besiegen, weil er immer "chronischer/pathologischer" wird. das ist wie gesagt keine angstmache, sondern einfach nur realistisch! es geht hier auch nicht um eine leichte psychische erkrankung, sondern es ist eine schwere psychische erkrankung und die hintergründe davon sind auch meistens von gravierender natur! schon deshalb solltest du professionelle hilfe in anspruch nehmen, die wissen genau wo sie "rumstochern" müssen (kindheit, verdrängte probleme, ignoranz, fehler, schlimme erlebnisse, ...).

wünsch dir auf jeden fall viel glück und dass du die kraft, die einsicht und den mut besitzt dich deinen problemen und fehlern und dann auch deinen ängsten und zwängen zu stellen!
"mauli"

8

Dienstag, 3. März 2009, 23:53

das mit den hosen und der unterwäsche kenn ich nur allzu gut, es sind auch genau die selben Gruende, selbst wenn ich gerade geduscht habe...
ich kann auch nur sagen, das ich schon seit eigigen jahren an zwängen leide und immer mehr merke, dass es ohne therapie einfach nciht geht! ich kann mir nciht vorstellen, wie man sich selbst therapieren soll. ich hatte 3 jahre lang eine psychotheraopie/gesprächs thera. die mir bei meinen ganz anderen Problem sehr geholfen hat. nur im Bezug auf den Zwang leider nicht viel (außer das ich etwas entspannter im umgang mit dem zwang geworden bin, auch nciht zu verachten ;-) ) deswegen mache ich noch diesen sommer eine längere reha und danach eine ambulante verhaltens therapie (die auch auf die gespräch thera versucht aufzubauen). denn ich habe keine hoffnung das es irgenwie anderes besser werden kann, ich brauche jemanden der mir zeigt wie es geht. und finde das auch nciht schlimm.
denk vieleicht noch mal drueber nach, eine therapie ist nur halb so belastend wie man sie sich vorstellt, und es wird nichts gegen deinen willen passieren.

Friedolin

unregistriert

9

Mittwoch, 4. März 2009, 19:37

Hi Jeanny
Ich muß Maultier schon wieder recht geben ohne meine Therapie hätte ich es wahrscheinlich nicht geschafft wurde auf eine solche Sitiation geziehlt vorbereitet war vorher schon nahe dran es zu schaffen hatte aber einen schubs gebraucht den mir meine Freundin dann gegeben hat hätte es gerne früher geschafft das sie das nicht tun hätte müssen
Ich würde dir auch raten hilfe zu suchen denn allein wird es schwer bin jetzt immer noch in Therapie das ja nichts wieder kommt
Ich kämpfe jetzt um meine Familie un d hoffe immer noch das wir bald wieder eine Glückliche Familie sein können!!!!



Gruß Friedolin!

Maultier

unregistriert

10

Mittwoch, 4. März 2009, 21:16

möglicherweise ist das ein großes problem für dich und auch eins das zu deinen zwängen geführt hat: dich zu öffnen fällt dir anscheinend schwer und anderen zu vertrauen auch. mir ging es auch lang so, aber überwinde dich bitte dazu diesmal und dann kannst du in der therapie dagegen angehen!!! es ist etwas schönes wenn man anderen vertrauen und sich öffnen kann und wenn man das verlernt hat (wodurch auch immer), dann kann man es wieder lernen (kann ich aus eigenener erfahrung sagen!). grade als waschzwängler muss man lernen anderen wieder zu vertrauen!

BlueEyes

unregistriert

11

Donnerstag, 5. März 2009, 23:12

RE: Schüttelzwang und Grübelzwang

hi jeanny,

an deiner stelle würde ich auf jeden fall eine therapie machen. ich selbst leide unter zwangsgedanken und ständigen kontrollzwängen.
ich bilde mir ein, wenn ich meinen zwängen nicht nachgehe, dann passiert etwas schlimmes. ich kontrolliere mich ständig und das vertrauen in mich wird von mal zu mal geringer. das alles ist sehr anstrengend und nervenaufreibend. ich bin nicht sicher, ob die therapie erfolgreich verlaufen wird aber ich weiß auch, dass ich mich im moment noch zu schwach dafür fühle, um es alleine zu schaffen.
vielleicht gibt dir die therapie wichtige impulse oder du kommst hinter deine eigentlichen ängste, warum du immer diese zwangshandlungen vollziehen musst...
ich stehe selbst noch am anfang aber eins muss ich sagen: es ist wirklich schwer für außenstehende, diese krankheit zu verstehen...
ich habe auch einen freund und ich bin sehr froh, dass ich ihn habe. er gibt mir den halt, den ich brauche und er ist mir einfach das wichtigste in meinem leben!!!
ich weiß aber auch, wie schmerzhaft eine trennung von einem geliebten menschen sein kann weil ich das selbst schon ein paar mal erlebt habe...um so schöner ist es einfach, wenn man weiß, es gibt einen menschen, der einem sehr sehr nahe steht und den man am liebsten nie mehr wieder loslassen möchte. glaub mir, das leben hat so viele schöne seiten :))

liebe grüße, blueeyes