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bo

Schüler

  • »bo« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 110

Aktueller Therapie-Status: Keine Ahnung

Status: Sonstige

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Sonntag, 11. Januar 2009, 19:16

Orientierungshilfen für den Umgang mit Zwangserkrankungen

  • Gib die Illusion auf, der Betroffene könne mit „Willenskraft“ oder „Disziplin“ seine Zwänge überwinden. Appelle wie „nun reiß Dich mal zusammen“ bringen ebenso wenig wie die Diskussion über Sinn und Notwendigkeit der Zwänge. Das löst bei den Zwangserkrankten, der sehr unter seiner Krankheit leidet, nur Schuldgefühle aus.
  • Zwänge entstehen nicht dadurch, dass jemand etwas falsch gemacht hat. Gib weder dir – noch dem Betroffenen – die Schuld an der Störung.
  • Informiere dich eingehend über die Erkrankung. Frage nach, ob es in deiner Nähe Selbsthilfegruppen für Angehörige gibt. Je mehr du über die Zwangserkrankung weißt, um so besser kannst du helfen.
  • Bring den Betroffenen dazu, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Du selbst kannst die Rolle des Therapeuten nicht übernehmen.
  • Prinzipiell ist es nicht förderlich alle Rituale von Zwangserkrankten mitzumachen, da es den Erkrankten hindern könnte, über die wahren Ursachen seiner Erkrankung nachzudenken und verstärkend darauf wirkt, alles so zu lassen, wie es ist.
  • Auf keinen Fall aber solltest du dein Leben an die Ritual-Forderungen des Zwangskranken anpassen. Versuche vielmehr Grenzen zu setzen und klare Absprachen durchzusetzen, die dich und ihn berücksichtigen, denn der Zwang oder der Erkrankte sind nicht in der Lage, diese zu setzen. Versuche dem Betroffenen immer wieder deutlich zu machen, dass diese Grenzen seinen Zwangssymptomen gesetzt sind – und nicht ihn oder seine Person zurückweisen.
  • Lass die Erkrankung nicht zum Haupt-Thema der Familie werden. Plane gemeinsame Aktivitäten, mit denen sich der Betroffene nicht überfordert fühlt. Unterstütze auch, dass er von sich aus in die Welt geht. Möglichkeiten, sein Leben zu leben, mögen ihn mehr motivieren sich selbst Grenzen zu setzen als aller Druck von außen.
  • Lobe den Betroffenen für Fortschritte – und kritisiere ihn nicht für „Rückfälle“. Änderungen in der Stärke der Symptome – zum Beispiel eine entsprechende Zunahme unter Stress – sind vollkommen normal. Lob und Anerkennung sind wichtig.
  • Es ist vollkommen normal, dass du ab und zu ärgerlich oder auch wütend bist. Wichtig ist allerdings, wie du damit umgehst. Es ist besser, den Ärger zuzugeben als den anderen abzuwerten. Nimmt der Ärger jedoch Überhand, solltest du dir eventuell selber therapeutische Hilfe holen.

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