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bo

Schüler

  • »bo« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 110

Aktueller Therapie-Status: Keine Ahnung

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Sonntag, 11. Januar 2009, 18:54

Weitere klinische Einordnung

Definition nach Reinecker (1994)

Innerer subjektiver Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun.
Charakteristisch: Widerstand der oder des Betroffenen- zumindest permanenter Versuch, gegen diesen Drang anzugehen
Einsicht in die Sinnlosigkeit der Gedanken oder Handlungen
Verteilung von Untergruppen bei Zwangsstörungen

* Wasch-u. Kontrollzwänge: 25 %
* Waschzwänge: 21 %
* Kontrollzwänge: 42 %
* Zwangsgedanken: 12 %


Epidemiologie

* Beginn der Zwangsstörungen meistens schon vor Pubertät
* Vorphase: Angst-Probleme oder auch depressive Phasen
* Kindliche Zwänge allerdings oft nur passagere Rituale: "Sicherheit" (vor dem Einschlafen
bestimmte Dinge an bestimmten Plätzen etc.)
von Kinderpsychiatern oft auch als "magisch-ritualistische Phase" bezeichnet


Verlauf

* eher ungünstig, Tendenz zur Chronifizierung
* teilweise Übergänge in Depressionen

Prävalenzen (nach Stevens et al.)

* 6-Monate-Prävalenz: 1,6 %
* Lebenszeitprävalenz: 2,5 %

Verteilung auf Geschlechter

* in etwa gleich (evtl. Hinweis auf Sonderstellung der Zwangsstörung)

Ätiologische Aspekte

Genetik der Phobien:

nach Schneider, 1995
- MZ: 13 % DZ: 8%
Maudsley twin register (Carey and Gottesman)
- MZ: 33% DZ: 7%

Neurobiologie

Veränderter Metabolismus in folgenden Strukturen

* Corpus striatum (Nucl. caudatus + Putamen)
* Gyrus cinguli

Anmerkung: = Hinweis auf Beteiligung des Serotoninsystems
Informationsverarbeitung bei Zwang (nach Reinecker, 94)
Beliefs bzw. Bias führen zu einer Filterung von Gedanken/Erinnerungen:

* Belief der Verantwortlichkeit
* Belief der Schuld
* Belief der Unsicherheit und des Zweifels (Gefahr / Nicht-Gefahr)
* Belief des negativen Ausganges (Katastrophisierungs-Tendenz, nach Clark)



Kognitive Aspekte des Zwangs (nach Reinecker, 98 )

* Unsicherheit: Entscheidungen, Bildung von Gedächtnisstrukturen
* Verzerrung der Erwartung
* Aspekt der Verantwortlichkeit (inflated responsibility, Salkovskis)


Experimentelle Untersuchungen zu Informationsverarbeitung bei Zwangsstörungen

Wahrnehmungs-Bias:

* langsamer bei „Verantwortungs-Worten“ in Entscheidungsaufgaben (Santeraud et al. 1995)

Gedächtnis-Bias:

* bessere Unterscheidung zw. gesehenen und imaginierten Worten (Brown et al. 1994)
* schlechtere Leistungen bei visuellen und visuospatialen Gedächtnistests (Literaturübersicht: Tallis, 1997)
* Unsicherheit über eigene Gedächtnisleistung (sog. Meta-Kognitionen) (McDonald et al. 1997)

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