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bo

Schüler

  • »bo« ist der Autor dieses Themas

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Sonntag, 11. Januar 2009, 18:50

THERAPIE: Psychoanalyse

Die Psychoanalyse wurde von dem Wiener Neurologen Sigmund Freud (1856-1939) begründet und muß als erste Psychotherapieform bezeichnet werden. Freud hat zunächst versucht, seelische Erkrankungen über Hypnose und Suggestion zu behandeln. Darauf begründete er die bis heute ständig weiterentwickelte, aber im Kern unverändert gültige Theorie der Psychoanalyse. Sie geht davon aus, daß jeder Mensch lebens-, liebes- und arbeitsfähig ist. Jeder hat drei innere Instanzen: Das »Es« aIs Bereich des Lustprinzips und der Triebefriedigung, das »Ich« als die Instanz mit dem Kontakt zur Realität sowie das »Über-Ich«als Gewissensinstanz, in die auch die Wertvorstellungen der Eltern eingehen. Aus dem Kampf dieser Instanzen können seelische Konflikte entstehen, die in der psychoanalytischen Therapie bearbeitet werden. Innerhalb der Therapie dient der Therapeut als Projektionsfläche für das Seelenleben des Patienten – etwa so wie die Leinwand für den Diaprojektor.
Der Patient projiziert auf den Therapeuten jene Gefühle, Wünsche, Ängste und Gedanken, die eigentlich anderen Personen (beispielsweise der Mutter oder dem Vater) gelten. Dies wird »Übertragung« genannt.Der Therapeut hütet sich jedoch davor zu erziehen, zu regeln, zu bewerten, zu bestrafen, zu kränken, seine eigenen Wertvorstellungen auf den Patienten zu übertragen. Er trägt lediglich dazu bei, daß dem Patienten dessen seelische Innenwelt klar wird. Die Beziehung zwischen Patient und Therapeut spielt also eine wesentliche Rolle in der Therapie: Sie wurde so erstmalig selbst zum heilenden Faktor.Während einer klassischen Analyse liegt der Patient heute wie damals auf einer Couch. Der Analytiker sitzt am Kopfende und deutet das, was der Patient im freien Gedankeneinfall mitteilt. Diese Therapieform wird heute weiterhin – vor allem bei neurotischen Störungen – angewendet und dauert mehrere hundert Stunden. Später wurden auf der Basis der Psychoanalyse auch Therapietechniken entwickelt, bei denen der Patient dem Therapeuten gegenüber sitzt. Diese Techniken sind oft mit einer sehr viel geringeren Stundenzahl wirksam (Psychoanalytische Kurztherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie), gehen allerdings weniger tief als die Psychoanalyse.

Welche Idee dahinter steckt
Wenn in der Entwicklung eines Kindes traumatische Erlebnisse stattgefunden haben, so werden diese aus dem Bewußtsein eliminiert (»Verdrängung« und können willentlich nicht mehr aus dem »Unbewußten ihre dynamische Kraft und Wirksamkeit und können deshalb später in anderer Form wieder auftauchen – als Symptome seelischer Krankheiten. Die eigentliche Krankheitsursache, nämlich die ursprüngliche Verletzung, ist dabei nicht bewußt. Bewußt ist nur die Belastung durch das entstandene Symptom, beispielsweise eine Angstneurose. Erst durch eine tragende therapeutische Beziehung zwischen Patient und Therapeut entsteht die Chance, daß die früheren Erlebnisse des Patienten bewußt gemacht, in ihrer Bedeutung erkannt und so verarbeitet werden. Die Relevanz der frühen Traumata läßt mehr und mehr nach, die Symptome verlieren ihren ursprünglichen Sinn (den vermeintlichen Schutz vor diesen Traumata) und schwächen sich ab oder schwinden völlig.In dieser nicht zuletzt von dem Patienten gestalteten Atmosphäre werden auch jene zahlreichen inneren Vorgänge – die »Abwehrmechanismen« deutlich, durch die der Patient sich während des Erwachsenenalters zu schützen versucht, um die als Kind erfahrenen Ängste nicht immer und immer wieder spüren zu müssen

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