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bo

Schüler

  • »bo« ist der Autor dieses Themas

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Sonntag, 11. Januar 2009, 18:29

Zwangsgedanken

Ein Zwangsgedanke ist die Ursache für Zwangshandlungen. Fast jeder Zwangsneurotiker leidet unter Zwangsgedanken, weil sie die Ursache für fast alle Arten der Handlungen eines "Zwänglers" sind. Zwangsgedanken sind alle Gedanken, die nicht "normal" d.h. nicht logisch verlaufen. Was sind nun nicht-logische Gedanken?

Solch ein Gedanke kann z.B. die Angst vor der Schuld am Tod eines Freundes sein, wenn man etwas nicht tut oder tut. Gut, das muß ich wohl näher erläutern. Sie denken z.B. wenn Sie jetzt eine Zigarette rauchen, dann stirbt Ihr Freund und Sie sind logischerweise schuld, weil Sie die Zigarette geraucht haben. Was hat das Rauchen mit dem Tod eines Freundes zu tun? Gar nichts, normalerweise. Bei einem Zwangsneurotiker schon. Er denkt ständig, er kann über Leben und Tod bestimmen und alles hängt von ihm ab. Das ist nicht bei jedem Zwängler so, aber bei einigen. Sie schränken ihr Leben also logischerweise nun völlig ein und tun nur noch das, was die Zwänge (also sie selbst) ihnen vorschreiben. Das ist meist nichts Schönes, sondern nur unangenehme Dinge bzw. Einschränkungen. Sie leben also nicht mehr, damit andere leben können. Je öfter sie sich einschränken, um so öfter kommen die Zwänge.

Zwangsneurotiker haben fast ständig ein Gefühl der Schuld. Diese Schuld gilt es »reinzuwaschen«, indem man sich z.B. die Hände wäscht, ähnlich wie bei Mac Beth von Shakespeare, Sie erinnern sich?

Alle Gedaken eines Zwangsneurotikers werden von ihm selbst durchforstet. Was habe ich nun gedacht? Warum habe ich es gedacht? Er wird zum totalen Kopfmenschen. Alle Gedanken, die eventuell nicht 100%ig gut oder korrekt sind, empfindet er als Sünde und muß sich »bestrafen«, indem er sich z.B. die Hände wäscht oder einen »Wiedergutmachungsakt« macht, wie z.B. das ersehnte Glas Cola nicht zu trinken....

Ein Zwangsgedanke kann auch die Angst vor Ansteckung sein. Sie berühren einen Gegenstand und denken sich: "Wer hat den vorher alle schon berührt? Wo ist der schon alles gegengekommen?" Sie denken nach und denken nach. Ihnen fallen tausend Eventualitäten ein. Für sie treffen möglicherweise alle zu. Sie berühren den Gegenstand folglich nicht, denn die Angst vor einer Ansteckung, mit was auch immer, ist zu groß. Wenn Sie ihn schon berührt haben, dann müssen Sie sich die Hände waschen. Das kann dauern. Sie beginnen ihr Händewaschritual. Ist es nicht perfekt gelaufen, dann muß eben noch mal gewaschen werden bis die Hände 100%ig von allem befreit sind. Ihnen geht es nun besser. Wie lange? Bis zum nächsten Berühren. Sie achten auf alles, was um sie herum ist. Sie denken über alles nach. So oder ähnlich können Zwangsgedanken aussehen. Anstrengende Hirnschleifen aus denen man alleine nicht herauskommt.

Dr. Steffen Moritz und seine Arbeitsgruppe am UKE-Hamburg haben eine Selbsthilfetechnik zur Reduktion von Zwangsgedanken entwickelt, die zum kostenlosen Download bereitsteht:
http://www.uke.uni-hamburg.de/kliniken/p…ndex_31780.php

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