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onieDKoma

unregistriert

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Dienstag, 2. Dezember 2008, 21:26

Furchtbare (sexuelle) Zwangsgedanken

Erstmal Hallo,

ich denke, ich war schon als Kind eher "melancholisch" und öfters traurig, auch wenn es dazu überhaupt keinen Grund gab. Soweit ich mich erinnere gab es auch damals schon erste Gedanken die sich eine zeit lang in meinem Kopf einnisteten und mich den ganzen Tag beschäftigten: Das waren zum Teil einfach Fragen und Sachen die mich interessierten und mit denen ich mich so lang beschäftigen musste bis ich möglichst viel darüber wusste, aber auch ganz komische Ängste (ich erinnere mich z.B. daran, dass ich als ich ca. 9 war für ungefähr ein halbes Jahr panische Angst davor hatte zu verbrennen). All diese Zwangsgedanken bzw. Themen über die ich grübeln musste, verschwanden aber früher oder später einfach wieder.

Als ich dann 16 war fiel ich nach einer wirklich ziemlich schweren Zeit in meinem Leben (die durch meinen Zwang alles immer ergründen und verstehen zu müssen noch schlimmer wurde), in eine "herkömmliche" Depression. Nachdem ich dann auch noch anfing mich selbst zu verletzen, wurde ich in Behandlung geschickt. Damals hatte ich wohl auch Zwangsgedanken, die ich aber (und meine Therapeutin) einfach als Teil der Depression sah (ich hab mir gedacht, dass es wohl nicht so ungewöhnlich ist wenn man sich mit den Dingen, die einen in die Depression getrieben haben sehr viel beschäftigt, auch wenn man eig gar nicht mehr will). Auf jeden Fall ging es aber irgendwann wieder langsam aufwärts in meinem Leben. Für ca. ein Jahr war ich, so glaube ich zumindest, relativ glücklich und beendete sogar meine Therapie.

Die Katstrophe begann dann vor ca. 2 Jahren, als ich 20 war: Der ursprüngliche Auslöser war ein Witz den ein Freund machte. Da begannen diese furchtbaren (sexuellen) Gedanken (ich schaffs nicht mich zu überwinden die genauer zu beschreiben). Seit diesem Tag verging kein einziger Tag an dem ich keine Angst hatte, irgendwie pervers und gewalttätig zu sein. Stufenweise wurde es immer schlimmer: Zuerst half es mir zu wissen, dass ich dann sicher nicht 20 Jahre ohne irgendwelche Anzeichen dafür hätte leben können. Nachdem mich das nicht mehr beruhigte versuchte ich mich mit Situationen, in denen die Gedanken besonders schlimm wurden absichtlich zu konfrontieren - das half eine Zeit lang: Wenn ich solch eine Situation durchstand, ohne solche Gedanken zu haben (heute weiß ich dass ich sie wohl nur unterdrückte), beruhigte mich das eine Zeit lang. Irgendwann kamen die Gedanken aber dann umso stärker und ich bekam immer mehr das Gefühl dass ich tatsächlich sexuelle Erregung bei diesen Gedanken verspüren würde, auch wenn mir eigentlich klar war dass das Blödsinn ist. Nachdem dass dann also auch nicht mehr half, bemühte ich mich solche Verbechen "sachlich" zu analysieren: Zigtausendmal kam ich zur selben Erkenntnis, dass ich weder gewalttätig noch sonst irgendwie sexuell aggressiv und pervers bin, sondern im Gegenteil ein sehr sanfter friedlicher Mensch bin - die Gedanken verschwanden trotzdem nicht mehr, und die Angst wurde immer schlimmer. Irgendwann begann ich nur noch von Ablenkung zu Ablenkung zu fliehen, also z.B. Sport, sich mit Freunden treffen, oder einfach mich mit etwas zu beschäftigen was mich interessiert (was bei mir manchmal wie gesagt auch an Zwanghaftigkeit grenzen kann).

Im Sommer kam dann der totale Zusammenbruch: Die Ablenkungen wirkten nicht mehr. Auch beim Sport begann das alles in meinem Kopf herumzugeistern; es hat sich eine furchtbare Angst entwickelt dass wenn ich mich mit meinen Freunden treffe und was trinke, dass ich dann wirklich ein furchtbares Verbrechen begehen könnte (auch wenn ich aus Erfahrung weiß, dass die gedanken dann meistens fast ganz verschwinden für kurze Zeit); und mit etwas anderem beschäftigen kann ich mich auch kaum noch, ohne nicht zumindest nebenher diese Ängste und Gedanken zu haben.

Aus der Angst ist mittlerweile eine richtige Panik geworden - ich hab oft das gefühl dass ich irgendwann sicher im Gefängnis ende, auch wenn mir völlig klar ist dass das kompletter Schwachsinn ist. Es ist nicht nur so dass diese Gedanken und Grübelein srtändig, ohne Unterbrechung in meinem Kopf sind, manche Auslöser führen dann auch noch in eine komplette Katastrophe. Kleine Dinge sind es oft die mich komplett in die Verzweiflung und Panik treiben: Z.B. ist es oft wenn ich in der Zeitung Artikel über solche Verbrechen lese...und dann die hasserfüllten und rachelüsternen Kommentare der Leute dazu. Ich muss dazu sagen, dass ich von diesem "hängt ihn höher"-Gegröle generell absolut nichts, auch bei nicht-sexuellen Verbrechen, und normalerweise ist mir klar dass das halt einfach meine EInstellung dazu ist - wenn ich das was die Leute da so schreiben (aber auch was Freunde in den paar Diskussionen dies zu solchen Themen gab sagen), denke ich sofort "Oh mein Gott, du findest es übertreiben, wenn Leute fordern, dass der Täter jetzt grausamst gequält wird, Recht durch Rache^10 ersetzt wird und du hast das Gefphl dass manche da ihrem eigenen Sadismus verbal Ausdruck verleihen...du zeigst Sympathie mit ihm, du musst ein Monster sein", und das versaut mir dann ganze Tage und sorgt für Nächte komplett ohne Schlaf (z.B. heute war das der Fall). Ich hab versucht solchen Artikeln und Berichten einfach aus dem Weg zu gehen, aber ich fühle mich sogar schon gezwungen so etwas zu lesen.

Ich bin jetz seit 2 Monaten wieder in Therapie. Leider treiben mich die Gedanken (und dei daraus resultierende Angst und Panik) immer noch in den Wahnsinn - und ich hab das Gefühl dass es jeden Tag schlimmer wird. Manchmal hab ich das Gefühl dass ich suf der Stelle durchdreh, oder mein Kopf einfach explodiert. Es fängt immer mehr an mich auch körperlich fertig zu machen: Ich habe hohen Blutdruck (obwohl ich Sportler bin), leide unter ziemlich schweren Schlafstörungen (hatte immer schon leichte), manchmal werde ich stundenlang von Herzrasen gequält. Ich fühl mich komplett am Ende. Ich würd im Moment alles tun, nur um meine "normalen" Depressionen wieder zu bekommen!

Tut mir leid dass das Posting so lang ist und meine halbe Lebensgeschichte enthält. Aber ich hab das jetzt einfach niederschreiben müssen und mich würd nur sehr interessieren obs vielleicht Leute gibt die sich irgendwie ähnlich fühlen und was ihr hier generell so denkt?

2

Dienstag, 2. Dezember 2008, 23:27

RE: Furchtbare (sexuelle) Zwangsgedanken

Hi
Eigentlich weiss ich nicht was ich dir schreiben soll ich weiss nur:
Die Angst ein schlechter Mensch zu sein ( egal aus welchem Grunde)
ist bei vielen Zwänglern vorhanden. Das einem perverse Phantasien im Kopf herumspucken ist durchaus nichts unnormales, dass haben eigentlich die meisten Menschen. Mach dir darum nicht so den Kopf und nimm es locker ;)...
Ich wünsche dir alles Gute...
Ralf

willibilli50

unregistriert

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Mittwoch, 3. Dezember 2008, 19:45

Hallo!! Was Du da schreibst es hört sich nicht gut an, und ob Du da beim richtigen Arzt bist?? ich weiß nicht? .Perverse Phantasin hat nicht jeder Mensch, sexuelle Phantasin dagegen schon. Aber perverse??? wenn Du so etwas hast mußt Du ja denken Du wärst ein schlechter Mensch und dann noch mit Sexualverbrecher Mitleid haben das geht nicht . Sicher diese Menschen sind auch Krank, sie hätten vorher schon hilfe gebraucht. Nach der Tat gehören sie weggesperrt ja für immer, denn es zeigt immer wieder sie können nicht geheilt werden . Wie jetzt in Ochtspringe bei Stendal, ein angeblich geheilter Mann wurde entlassen und hat die Klinik mit Kinderporn. versorgt ,Er ist wieder drinne was soll man da noch zu sagen. Gehe zu einem Arzt der dir wirklich helfen kann oder in eine Klinik . Bespreche das mit deinem Therapeuten denn ob er dir nur alleine helfen kann ???? Bei diesem Thema lieber eine Hilfe mehr als zu wenig!! Viel Glück Wilfried ?(

onieDKoma

unregistriert

4

Mittwoch, 3. Dezember 2008, 20:07

Naja, wenn ich gesagt hab dass ich permanent "perverse Phantasien" habe, war das vielleicht ein wenig übertrieben: Es ist mehr eine extreme Angst davor, dass ich etwas furchtbares machen könnte...ich meine damit keine richtigen "plastischen" Vorstellungen oder Träume. Es ist irrsinnig schwer das zu beschreiben: Aber meine Gedanken drehen sich eher um die Angst davor, dass ich durchdrehen und so ein Verbrechen begehen könnte, nicht wirklich darum wie so ein Verbrechen tatsächlich abläuft bzw. rede ich mir permanent ein dass etwas schon der erste Schritt in den Wahnsinn ist. Ein Beispiel: Wenn sich mein Blick rein zufällig mit dem einer Frau kreuzt, ist es mir schon ein paar mal passiert das ich tatsächlich dachte "Oh mein Gott, dass ist schon der erste Schritt in Richtung Vergewaltigung", auch wenn ich genau weiß dass das Schwachsinn ist.
Ich hab auch nicht gemeint, dass ich "...mit Sexualverbrechern Mitleid habe", ich hab nur gesagt dass ich dieses rechte Gegröle nach übertriebenen Strafen generell ablehne, und dass ich mir dann aber manchmal einbilde dass ich Sympathien hätte...auch wenn ich ganz genau weiß dass das nicht der Fall ist. (Und ich fürchte die Einstellung die du offenbar hast ist genau die die ich ablehne, denn die beruht einfach nicht auf Fakten...aber das wär jetz off-topic)

5

Donnerstag, 4. Dezember 2008, 18:27

Ich glaube dass das bei dir wirklich eine Zwangserkrankung ist und nichts schlimmeres.
Soweit ich weiss sind Zwangserkrankte sehr gewissenshafte Menschen und würden nicht zu schlimmen Straftaten in der Lage sein.Darum keine Panik... sprich mit deinen Terapeuten darüber.
Grüsse Ralf