Sie sind nicht angemeldet.

Waschzwang: Ekel usw.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Montag, 2. Juni 2008, 13:02

Ekel usw.

Hallo!
Ich glaube, ich habe das Thema irgendwann schon einmal angesprochen.
Ich habe einen Waschzwang. Allerdings habe ich keine Angst vor Bakterien, Ansteckung usw.. Bei mir ist es die Angst / Ekel vor Ausscheidungen (Urin / Sperma) . Doch das bezieht sich hauptsächlich auf die Familie. Überall wo ich bin und einen "Fleck" sehe, etwas rieche oder so, dann habe ich sofort den Gedanken, es könnte sich um entsprechende Ausscheidungen handeln.
Oftmals wird hier geschrieben, daß eine Verhaltentherapie hilft, denn dann dann merkt man, daß nichts passiert, wenn man sich nicht wäscht.
Leider dürfte das bei mir wenig Erfolg haben, denn ich habe ja keine Angst, daß etwas passieren könnte. Es ist der Ekel (wobei ich momentan nicht mal mehr weiß, ob es wirklich Ekel ist oder eine Panik, die sich im Kopf eingefressen hat).

Kennt ihr das und wie geht ihr damit um?

Pit-2001

unregistriert

2

Montag, 2. Juni 2008, 15:33

RE: Ekel usw.

Hi,

es passiert ja doch was. Dein Ekel.

Das nur rein technisch betrachtet.

Andere Waschzwängler werden eher befähigt sein, weiter auf dich einzugehen. Entschuldige mich.

Gruß

Pit

3

Montag, 2. Juni 2008, 18:34

Dürfte nur leider (oder zum Glück) nicht das gleiche "passieren" sein, als wenn man Angst hat, sich tatsächlich mit irgendwas zu infizieren.

Danke aber trotzdem für deine Antwort.

Grüsse, Denny

Carina1982

unregistriert

4

Montag, 2. Juni 2008, 19:31

RE: Ekel usw.

Hey Denny,

ich kenne dies nur zu gut. Ich leide auch seit Jahren unter Waschzwängen, allerdings weder unter Angst vor Bakterien, Ausscheidungen oder Ähnliches sondern vor Dreck von mir z. B. Schweiß etc. Es ist auch nicht die Angst irgendwas könnte passieren sondern es ist Ekel und Panik "dreckig" zu sein. Mir hat eine Tiefen- und VEehaltenstherapie sowie Medikation geholfen. Allerdings habe ich immer noch einen ziemlich hohen Ekelpegel. Frag ruhig falls noch Fragen sind.

LG Carina

5

Montag, 2. Juni 2008, 20:15

Hallo Carina!

Lieben Dank für die Antwort. Also ist es im Prinzip bei dir fast ähnlich wie bei mir.
Kannst du mir sagen, wie genau die Therapie bei dir ablief? Ich selbst habe den Eindruck, ich müsse für mich selbst wissen, warum ich diesen Zwang habe und die Ursache kennen.
Wie konnte dir denn geholfen werden?

Viele Grüsse, Denny

Fantasygirl3

unregistriert

6

Montag, 2. Juni 2008, 22:05

Hey Denny !!!
Auch mir hat eine Verhaltenstherapie geholfen. Ich hab zwar leider nen Rückfall aber das ist was anderes.Ja wie sieht eine Verhaltenstherapie aus? Du setzt dich genau dem aus wo vor du Angst bzw. dich ekelst. Wenn du oft genug übst deine Zwänge dennoch nicht auszuführen obwohl du dies und das angefasst hast was dir Angst machst lässt die Angst irgendwann nach. Man gewöhnt sich "einfach" nein einafch ist das ganz sicher nicht an den Dreck. Ich hätte das nie geglaubt, dass es bei mri klappt aber es ging tatsächlich. Es ist allerdings nen harter Kampf aber es lonht sich.Immerhin hatte ich ein Jahr Ruhe und konnte ziemlich frei leben.Pack es an und mach eine Therapie.
Ganz liebe Grüße !!!

7

Sonntag, 15. Juni 2008, 14:56

Hallo Fantasygirl13!

Danke dir für deine Antwort.
Meist ist es ja so, daß bei Leuten mit Waschzwang eine Angst vor Ansteckung, Bakterien usw. vorliegt. Dann heisst es immer, mache eine Verhaltenstherapie, denn dann lernst du, daß nichts Schlimmes passiert, wenn du dem Zwang nicht nachgibst.
Doch genau für mein Problem, dem "Ekel", der Beunruhigung usw. habe ich kaum eine Antwort bekommen. Ich hatte ja oben schon geschrieben, daß genau diese Erfahrung, "halte die Situation aus, dann lernst du, daß nichts passiert", bei mir so nicht zutrifft, denn ich habe keine Angst vor Bakterien, Ansteckung usw..
Deshalb freue ich mich, wenn ich auch dazu Infos und Ideen und einen Gedankenaustausch bekomme.

Danke und liebe Grüsse, Denny

8

Sonntag, 15. Juni 2008, 14:58

@Carina:
In wie weit konnte dann eine Verhaltenstherapie bei dir helfen? Und wie wichtig und gut war oder ist dabei die Tiefenpsychologie bei dir gewesen?

Liebe Grüsse, Denny

9

Sonntag, 15. Juni 2008, 15:09

@denny

ich verstehe nicht ganz, wie du da zwischen angst und ekel unterscheidest? dein ekel beunruhigt dich doch, also hast du doch angst oder zumindest eine befürchtung.

was mich mal interessieren würde ist der unterschied zwischen einer künstlich herbeigeführten konfrontation (bewusstes anfassen und anschließendes aushalten) und einer zufälligen berührung und anschließendem aushalten. letzteres passiert dann ja wesentlich häufiger, allerdings ist dieses aushalten nach meiner erfahrung dann wesentlich schwieriger dass die angst irgemdwann nachlässt, kann ich auch nicht unbedingt behaupten. vielleicht nach 7 tagen oder so aber das ist ja nicht wirklich ein positiver verlauf.

10

Sonntag, 15. Juni 2008, 20:45

@kootsy:
Stimmt schon, daraus resultiert eine Angst oder vielleicht eher Panik.
Der Unterschied läge bei der Konfrontation darin, daß Leute, die Angst vor Infektionen haben dadurch merken, daß nichts passiert, wenn sie dem Zwang nicht nachgeben.
Das ist bei mir aber völlig anders. Ich muss nicht "lernen", daß mir nichts passiert, denn die Befürchtung habe ich ja gar nicht.
Wenn ich bei einer Konfrontationstherapie dem Zwang nicht nachgeben würde und der Therapeut sagt, "siehste, es passiert gar nichts", dann ist das bei mir "ohne Wirkung", denn ich habe dieses Problem ja nicht.

Fantasygirl3

unregistriert

11

Montag, 16. Juni 2008, 09:32

auch zum Ekel

Hey Denny !!!
Ich denke, dass eine Verhaltensthearpie auch dabei hilft.Du gewöhnst dich an die Dinge und empfindest sie irgendwann als weniger eklig.Ich find das ganz plausibel.Ich denke das dauert zwar genau wie bei anderen Zwangsgedanken und Handlungen aber es hilft.Das ist Gewohnheitssache wie gesagt kenn ich das mit dem Ekel. Frag doch mal bei einem Therapeuten bzw.einer Therapeutin nach.
Liebe Grüße

12

Montag, 16. Juni 2008, 13:54

RE: auch zum Ekel

@Fantasygirl13: danke dir. Diese Begründung leuchtet mir ein. Momentan gelingt es mir auch ab und an, wenn ich denke, ich hätte etwas "Ekliges" berührt, daß ich mir dann sage "na und, wenn es so ist, dann ist es halt so, auch egal". Ich glaube, in diese Richtung muss es gehen, denn dann hat der Zwang auch keine Möglichkeit mehr.

Grüße, Denny

Fantasygirl3

unregistriert

13

Montag, 16. Juni 2008, 15:32

RE: auch zum Ekel

Hey Denny !!!
Super mein Glückwunsch :) Das hört sich super an. Du schaffst das ich drück dir die Daumen

14

Montag, 16. Juni 2008, 15:54

dann verstehe ich dein problem nicht, denn dann hast du was man einen "gesunden" ekel nennen würde und der ist doch normal.

15

Montag, 16. Juni 2008, 19:43

Kootsy, das stimmt so nicht ganz. Wenn man alle Situationen meidet, wo man "Probleme" mit hat, die reell betrachtet ganz normal wären, wenn man in "allem" die Spuren erkennt und sich einbildet und dann mit großen Waschritualen reagiert, dann ist das alles andere als gesund.

Gruß Denny

MissGeschick

unregistriert

16

Donnerstag, 26. Juni 2008, 22:37

RE: Ekel usw.

Hallo denny,
ich glaube ich weiß was du meinst.
ich leide selbst unter diesem ekel und der panik davor und meide gewisse "gefahrensituationen".
das hatte irgendwann extreme ausmaße angenommen. ich war bei einem psychologen und hab zwei monate lang antidepressiva genommen, was geholfen hat mich wieder "alltagstauglich" zu bekommen.
trotzdem merke ich bei vielen situationen, dass noch einiges zu tun ist.
ich rate dir auf jeden fall zu professioneller hilfe. was auch helfen könnte wäre sich mit der zeit auseinanderzusetzen in der sich der zwang eingeschlichen hat.
grüße MissGeschick

17

Freitag, 27. Juni 2008, 18:31

RE: Ekel usw.

Hallo MissGeschick!

Danke für deine Antwort. Ich denke auch, es könnte nicht schaden, wenn man an der Zeit arbeitet, an der sich der Zwang eingeschlichen hat. Allerdings habe ich Zwänge schon seit der Kindheit (da waren es wohl eher "Marotten"), die damals allerdings für mich nicht in dem Maße belastend waren.
Die Zwänge wandeln sich ja mit den Jahren (so zumindest bei mir). Aktuell, und das schon seit einigen Jahren, ist es der beschriebene Zwang (Ekel). An welchen Punkt des Beginns der Zwänge ich nun zurück muss, das weiß ich allerdings nicht.

MissGeschick

unregistriert

18

Samstag, 28. Juni 2008, 21:04

RE: Ekel usw.

Hallo Denny,
ja genau das ist das Problem..."Marotten" oder auch Angewohnheiten, die sich so eingeschlichen haben und immer schlimmer und zwingender wurden, bis man gemerkt hat, dass man sie gar nicht mehr weglassen kann...dann kommen immer neue dazu und das so lange bis man merkt, dass man so gar nicht mehr weitermachen kann, da die Zwänge den kompletten Tagesablauf bestimmen und so weiter und so fort...(kennst du ja bestimmt auch)
Wenn ich Leuten über meinen Waschzwang erzähle kommt ganz oft die Frage "Aber woher kommt das, warum hast du das, gibt es da irgendwelche Ursachen dafür?" und ich stehe dann da und weiß keine Antwort. Ich weiß auch nicht wo ich anfangen soll...ich kann nicht viel dazu sagen, da ich die Ursachen auch nicht kenne, genausowenig wie den Beginn des Waschzwangs.
Ich kann nur von möglichen Ursachen reden, die helfen mir beim Erklären, aber nicht beim "Entzwingen".
Was mir immer hilft ist, die Situation in der sich der Ekel oder der Zwang breitmachen wollen, locker zu sehen, das entschärft zumindest mal. Und man sollte erst gar nicht anfangen, sich reinzusteigern, sondern die Dinge objektiv betrachten: da ist ein Fleck, das kann auch xy sein, was viel warscheinlicher wäre (ich weiß wie schwer und teilweise unmöglich das ist)!
grüße MissGeschick