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Samstag, 15. März 2008, 13:58

Was steckt hinter der Zwangsangst?? eine kleine Theorie um sich selbst helfen zu können!

Ich schaue gerade nach sämtlichen Theorien, wie ich den zwang besiegen kann. Ich kann und will mich auch nicht damit abfinden, das der Zwang mein ganzes Leben bestimmen soll!
Ich bin noch so jung, habe mein ganzes Leben noch vor! und ich will diesen Zwang nicht siegen lassen über mein Leben!! Niemals!!

Letzendlich bin ich zu dem Entschluss gekommen, das es mir nicht viel bringt an einem zwang zu arbeiten, weil dann der nächste zwang woanders anfängt.
Das heisst man muss am ganzes Zwangssystem im Kopf arbeiten! Nur wie?

es geht im Endefekt nicht um die Zwangsangst! Nein, es geht um die Angst, die dahinter steckt!
wenn ein Waschzwängler z.B Angst vor bakterien hat, angst sich vor Krankheiten anzustecken, dann geht es nicht um diese Angst! das ist nur die Zwangsangt. dahinter stecken oftmals ganz andere Dinge, z.B. Dinge vor denen wir im Leben Angst haben. Angst verlassen zu werden, Angst vor der Zukunft, angst zu versagen, nicht alles unter Kontrolle zu kriegen, Angst vor gewissen situationen im Leben.

bei mir z.B. ist der Oddungs-Putzzwang sehr extrem. Ich habe oft den ganzen Tag geschrubbt und geputzt und war hinterher so fertig körperlich wie auch nervlich. Und wofür das alles? Dafür, das meine innere Unruhe sich legt, das in meinem Kof wieder stille herrscht und ich meinen Kopf geordnet habe. Und den Kopf versuche ich durch die Sauberkeit in meiner Wohnung zu ordnen.
Irgendwie ziemlich clever, die Strategie, die ich da entwickelt habe, also eigentlich gar nicht dumm! Aber: meine Unruhe in meinem Kopf und das Chaos in meinem Kopf legt sich nur kurzfristig, die Unruhe und die Angst vor Chaos kommt wieder, weil sie mit dem rumputzen ebend nicht gelöscht wird langfristig.

Das heisst, ich muss da tiefer rein gehen, in diese Angst, in diese Unruhe, in dieses Chaos im Kopf!

Ich muss die Angst erkennen, was will sie mir sagen?

Worum geht es letzendlich bei den zwängen?

Es geht nicht um Sauberkeit!!!!!!
Nur so zeigt mir die Seele, das etwas nicht stimmt, das da ganz tief in mir etwas ist, was gehört werden will und geheilt werden will!!

Es geht also darum hinter die Zwangsangst zu schauen, was ist da für eine Angst und was will sie mir sagen??

Ich hatte eine schwere Kindheit, gut, das weiss ich und es ist klar das vieles daher kommt, aber eben nicht nur.

Ich habe mir hier Zuhause jetzt eine situation geschaffen, die wie in meiner Kindheit ist.
Ich habe mir einen Mann ins haus geholt, von dem ich nicht gut behandelt werde, der mich so schlecht behandelt, wie ich in der Kindheit auch behandelt wurden bin.
Ich kenne es nicht anders, ich bin dies gewohnt und empfinde dies auch wohl als gut so, denn ich bin mir ja selbst nicht viel wert, ich habs ja nicht anders verdient!
Liebe und respektiert werden, nach jmeinen Wünschen gefragt werden, das kenne ich nicht. Und dies habe ich mir ins Haus geholt, sozusagen die Kindheit zurückgeholt in mein Haus.

Erstmal geht es darum dies verstehen zu lernen und verändern zu können. Die Kraft dafür aufbringen, Dinge zu verändern, für sich etwas zu tun, sich zuschätzen und sich nicht so erniedrigen lassen.
Doch dann kommt die Angst! allein zu sein, allein zu versagen, alleine nichts auf die Reihe zu kriegen.
Diese Angst muss mir genommen werden. Oder eher gesagt muss ich selbst an dieser Angst arbeiten und mir mehr zutrauen.

Es heisst also wohl erstmal die jetztige situation zu ändern, damit es mir besser geht!

Verschwinden werden die Zwänge so auch nicht, aber so wird erstmal der Nährboden genommen!

Dann muss man gucken, was steckt nun noch tiefer hinter der Zwangsangst?

Sind es frühere, erlebte situationen, vor denen wir solche Angst haben? Vor denen wir uns so fürchten und die wir mit zwängen unterdrücken wollen?

Ja, ich gebe zu, ich habe Angst!!!
Ich habe grosse Angst alleine da zustehen!
Ich habe Angst zu versagen!
Ich habe angst meinem Kind nicht gerecht zu werden, keine gute Mutter sein zu können!
Ich habe Angst beruflich mir nicht gerecht zu werden!
Ich habe vor der Zukunft angst, vor all den Menschen!
Ich habe Angst nicht geliebt zu werden, habe angst ausgelacht zu werden!
Ich habe angst vor den Männern und das sie mir wieder weh tun werden!
Ich habe Angst auf der ganzen Linie zu versagen!!
Habe angst die Kontrolle zu verlieren, den Boden unter den Füßen zu verlieren!

Ja, ich habe Angst, eine fürchterliche Angst vor all dem!!!!!!!!!!!!!!

Und daran zu arbeiten ist nicht leicht, es ist ein langer Weg, sich den ängsten zu stellen und Dinge zu finden, die diese Angst langfritig lindern.

Niemand hat gesagt das es leicht wird. Es ist ein verdammt nochmal harter und langer Weg!! Und ich befinde mich gerade erst am anfang des langen Weges.

Der Zwang wird immer in meinem Leben bestehen und ich werde immer Rückschläge haben und in stressigen Lebenssituationen mit Zwängen reagieren, aber zuerst muss man sich die Ängste anschauen, Stück für Stück.

Worum geht es?
Was will mir die Angst sagen?
Was steckt eigentlich dahinter?

Allein die Ansicht darüber und sich einzugestehen das man Ängste hat und diese auch benennen kann, allein dies ist ein erster großer Schritt!

Dann muss man an den ängsten arbeiten, ganz intensiv und es dauert lange.
Man muss etwas finden, das einem langfristig die Angst nimmt.

Der Zwang tut dies nur für kurze Zeit.

Schaut in euch hinein, ganz tief und ihr werdet herausfinden, was eure Seele quält und was sich hinter all dem verbirgt!!

ich wünsche euch viel Glück dabei und hoffe das ihr meine Worte hier verstehen könnt und dies für euch vielleicht ein Ansatz ist.

lg nina

dieKleene85

unregistriert

2

Samstag, 15. März 2008, 14:11

RE: Was steckt hinter der Zwangsangst?? eine kleine Theorie um sich selbst helfen zu können!

hi nina,

Ich gebe dir voll und ganz recht.

Das schlimme ist ja das uns das Gefühl Ruhe und Zufriedenheit nur für einen " Moment " zugesprochen wird, denn eigenltich sind wir durch unsere Ängste den ganzen Tag in Anspannung und auf hochturen, weil wir versuchen unseren Alltag zu Kontrolieren, damit nichts aus den Bahnen gerät.
Leider ist das nicht möglich da wir in einer Welt leben wo alle anders sind und alles anders Denken nur wir Zwängler haben diese Gefühel und Empfindungen, deswegen könnene wir nicht den ganzen Tag Kontrolle über alles haben.

Es wäre schön wenn, denn dann hätte an nicht immer diese Tiefs in die man fällt und so schwer raus kommt.

Ich bina uch der Meinung das es wirklich wichtig ist herraus zu finden wo diese Änsgte herkommen und wie sie Produziert werden was es für kleine Situationen gibt, die unser Leben so in Aufruhe bringen.

Ich habe herrausgefundendas ich seit der Kindheit auch an eine Emetrophobie leide ( Angst vor dem Erbrechen und alles was dazu gehört ), warscheilich war genau das was alle anderen Ängste ausgelöst hat und nu ist alles ein Strudel aus Änsgten.

Aber irgendwie hab ich das gefühl das soweit noch niemand gedacht hat, denn die Therapeuten sagen immer " Wir müssen sie jetzt vonder jetztigen Situation befreien, aber woher die kommt, ist dennen Wurst ".

LG

ferdy01

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3

Samstag, 15. März 2008, 14:54

RE: Was steckt hinter der Zwangsangst?? eine kleine Theorie um sich selbst helfen zu können!

hallo nina und kleene
ich habe gerade deinen und den text von der kleenen durchgelesen.ich finde es sehr gut was ihr da beide schreibt.ich denke das ihr beide auf dem richtigen weg seit.bei nina find ich es sehr gut das sie nach der "wurzel"sucht.und sogar ,finde ich,etwas selbstkritisch ist.besonders aufgefallen ist mir das bei dem thema "freund".man könnte jetzt leichtsinnig sagen,trenn dich von ihm und du bist eine sorge los.aber wie du ja selber sagst, ist es für dich unheimlich schwer allein zu sein.und deswegen bin ich der meinung du solltest auf dein gefühl hören.


was die kleene geschrieben hat fand ich auch sehr treffend.zb.das wenn ihr fast den ganzen tag geputzt habt,nur eine ganz kurze zeit,die unruhe und anspannung(angst)verschwindet.und genau da liegt das problem,was ich auch noch lerne,diese verdammt angst "einfach"auszuhalten.denn wenn man das schafft.dann kann man den zwang,meiner meinung nach besiegen.

ihr habt beide so viel fachwissen,aber genau noch die schwierigkeit wie ich,es von der theorie in die praxis umzusetzen.und dennoch glaube ich das ihr beide stark genug seit,die zwänge eines tages zu besiegen.und für diesen weg wünsch ich euch ganz viel kraft und mut.

nina *kiss*
kleene *kiss*


lg ferdy-peter
Es gibt 1000 Krankheiten, aber nur eine Gesundheit.
Arthur Schopenhauer, 22.02.1788 - 21.09.1860
dt. Philosoph

dieKleene85

unregistriert

4

Samstag, 15. März 2008, 15:12

RE: Was steckt hinter der Zwangsangst?? eine kleine Theorie um sich selbst helfen zu können!

Dank dir ferdy :lieb:

5

Samstag, 15. März 2008, 16:52

RE: Was steckt hinter der Zwangsangst?? eine kleine Theorie um sich selbst helfen zu können!

hi ninchen

was meine ängste angeht,suche ich auch nach den wurzeln.
deswegen will ich auch eine tiefenpsychologische therapie machen.

bis heut abend ;)

lg tpg

6

Samstag, 15. März 2008, 18:19

RE: Was steckt hinter der Zwangsangst?? eine kleine Theorie um sich selbst helfen zu können!

Zitat

Original von nina
Ich schaue gerade nach sämtlichen Theorien, wie ich den zwang besiegen kann.


Da hast du Dir ja echt was vorgenommen! :) Ich mache das auch seit September 2001 und habe wahrscheinlich die meisten Bücher dazu gelesen.

Pit empfahl mal "So, als hätte ich kein Leben. Zwangsneurosen verstehen und heilen" von Steven Levenkron. Ich kann das nur bestätigen, wenn Du verstehen möchtest, wie Zwänge entstehen, ich habe kein besseres Buch gefunden.


Spezielle Spezialtherapeuten sind für mich eher wie flache Flachdachdachdecker. Sie bauen von außen ein Gerüst auf, versiegeln das Dach neu, klopfen Dir auf die Schulter, dass nun alles 50% besser ist. Blos nicht ins Haus reingehen, und um die Leichen im Keller kümmern sie sich eh nicht.

Zugegeben, 50% oder wie viel auch immer ist auch etwas, doch bei einigen hartnäckigen Fällen kommen sie nicht mal bis dahin. Du fragtest mal nach Sucht. Sucht ist direkt verbunden mit Zwängen weil es auch eine Störung der Impulskontrolle ist. Sucht ist aber auch verbunden mit Co-Abhängigkeit. Beide Aspekte werden von Therapeuten fast nicht berücksichtigt.

Kernsanierer sind neben der sicherlich praktischen Verhaltentherapie breiter ausgebildet z.B. in systemischer Therapie. Ich finde mittlerweile, das ist ein muss und diese Mischung gibt es recht häufig.

Wichtig: Diese Therapeuten findet man nicht im Internet!!! Die Kassentherapeuten laufen über vor Patienten und bewerben sich nicht im Internet. Das machen nur die privat abrechnenden Therapeuten, denn die suchen ja Patienten. Du bist auf Geheimtipps angewiesen. Dazu mußt Du Dich als Zwängler outen und Leute in den Bereichen fragen. Und frage auch: "was würden Sie tun, wenn Ihr Partner Zwänge hätte?" Also, was wäre der ultimative, ehrliche Ratschlag? Sammle einfach alle Informationen und sortiere dann. Schließlich würde ich nach Gefühl entscheiden.

Hope

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7

Samstag, 15. März 2008, 21:06

RE: Was steckt hinter der Zwangsangst?? eine kleine Theorie um sich selbst helfen zu können!

Hallo Nina,

Du hast Dir mit Deinem Text echt mühe gegeben und ich kann dem auch nur zustimmen denn das ist der Richtige Weg vielleicht nicht für jeden aber für viele.

Vielleicht ist eine Klinik mit verschiedenen Therapieformen das Richtige das Problem ist nur das danach da braucht man Hilfe ich finde die Therapie wo ein Therapeut mit nach hause kommt ganz gut das gibt es auch bei Zwängen ist aber eher selten.

Gruß

Hope
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

lämmli

unregistriert

8

Samstag, 15. März 2008, 22:03

Hallo Ninchen,

ich finde Deinen Beitrag echt klasse.

Bei mir hat das zwar mit der Wurzelsuche nicht hingehauen, weil es mich in noch schlimmere Grübeleieen und neue zwänge hineinbrachte, aber das ist ja echt bei jedem anders....

Gut finde ich an Deinem Beitrag einfach, dass Du so deutlich klarstellst, dass die Beruhigung die man sich durch Zwänge verschafft immer so kurzlebig ist...

Ich wünsche Dir viel Glück und alles Gute... Ich denke an Dich liebes Ninchen und hoffe auch, dass Du therapiemäßig einfach weiterkommst und die richtige Möglichkeit, Methode, Therapeuten, Therapie findest *kiss*

Yezrel

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Zwangssymptome: Zwangh. Persönlichkeit, Zwangh. Langsamkeit, Kontroll-/Zählzwang

Medikament / Dosis: keine

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

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9

Sonntag, 17. November 2013, 06:28

Pit empfahl mal "So, als hätte ich kein Leben. Zwangsneurosen verstehen und heilen" von Steven Levenkron. Ich kann das nur bestätigen, wenn Du verstehen möchtest, wie Zwänge entstehen, ich habe kein besseres Buch gefunden.

Spezielle Spezialtherapeuten sind für mich eher wie flache Flachdachdachdecker. Sie bauen von außen ein Gerüst auf, versiegeln das Dach neu, klopfen Dir auf die Schulter, dass nun alles 50% besser ist. Blos nicht ins Haus reingehen, und um die Leichen im Keller kümmern sie sich eh nicht.

Zugegeben, 50% oder wie viel auch immer ist auch etwas, doch bei einigen hartnäckigen Fällen kommen sie nicht mal bis dahin. Du fragtest mal nach Sucht. Sucht ist direkt verbunden mit Zwängen weil es auch eine Störung der Impulskontrolle ist. Sucht ist aber auch verbunden mit Co-Abhängigkeit. Beide Aspekte werden von Therapeuten fast nicht berücksichtigt.

Kernsanierer sind neben der sicherlich praktischen Verhaltentherapie breiter ausgebildet z.B. in systemischer Therapie. Ich finde mittlerweile, das ist ein muss und diese Mischung gibt es recht häufig.

Wichtig: Diese Therapeuten findet man nicht im Internet!!! Die Kassentherapeuten laufen über vor Patienten und bewerben sich nicht im Internet. Das machen nur die privat abrechnenden Therapeuten, denn die suchen ja Patienten. Du bist auf Geheimtipps angewiesen. Dazu mußt Du Dich als Zwängler outen und Leute in den Bereichen fragen. Und frage auch: "was würden Sie tun, wenn Ihr Partner Zwänge hätte?" Also, was wäre der ultimative, ehrliche Ratschlag? Sammle einfach alle Informationen und sortiere dann. Schließlich würde ich nach Gefühl entscheiden.


Das Thema ist super, auch den Buchtipp nehme ich, hab´s bestellt. Mein Therapeut bietet neben kognitiver Verhaltenstherapie auch die systemische Therapie an. Das geht in der Schweiz, wo es keine Reinkulturen gibt in der Psychotherapie. Da braucht es nur die entsprechenden Ausbildungen und das ärztliche Delegieren, wobei mein Therapeut gleichzeitig Arzt ist. Da erübrigt sich das. ;)
Lieben Gruß
Yezrel