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nelly79

unregistriert

1

Samstag, 29. Dezember 2007, 19:19

Zwangsgedanken

Hallo Ihr!

Wollte mal nachfragen ob es noch jemanden gibt der solche eigenartigen Zwangsgedanken hat wie ich.
Bei mir ist es nämlich so, dass ich gewisse Wörter im Kopf habe, die nicht mehr weggehn. Wie zb. das Wort sterben. Wenn ich mich mit jemanden unterhalte, sind dann immer wieder diese Wörter in meinem Kopf, so dass ich mich kaum auf das Gespräch konzentrieren kann. Das nächste was noch mein Problem ist, ich hatte so eine Phase wo ich zb Dinge angesehn habe und mir ist ein Wort dazu eingefallen. Ich sah zb auf die Uhr und mir viel das Wort Tod ein. Voll idiotisch, aber ich konnte das nicht abstellen!!! Noch dazu habe ich Gedanken gegen mich selber, wenn ich zb lachen muss, kommt der Gedanke, lach nicht so blöd. Kennt jemand sowas? Bin ich allein mit der Störung, ist das eventuell Schizophrenie? Freue mich auf Antworten von euch!

LG Nelly79

2

Samstag, 29. Dezember 2007, 19:24

RE: Zwangsgedanken

HI nelly,

also viel dazu sagen kann ich leider nicht.
Aber ich kenne diese Gedanken sehr gut, vor allem auch die Gedanken gegen mich selbst und andere, so wie du es beschrieben hast und ähnlich.

Das sind Zwangsgedanken!
Das hat meiner meinung nach überhaupt nichst mit Schizophrenie zu tun, auch wenn zwängler bekannt dafür sind, dass viele neben den Zg auch das haben, aber das was du beschreibst klingt für mich wirklich nur nach Zg und nicht nach Schizophrenie,

Aber das mit den Gedanken....Ich denk mal sowas in der Art kennt hier fast jeder!
Du bist damit also nicht allein :lieb:

Ganz liebe Grüße
Looney

tierchen29

unregistriert

3

Samstag, 29. Dezember 2007, 22:13

hallo nelly,

das was du beschreibst sind typische zg. shizophrenie äußert sich ganz anders. dort kommen einem irreale dinge genau real vor, also nicht unsinnig und nicht wie bei der zwangsstörung, bei der die gedanken schon als unsinnig oder seltsam verstanden werden, man sich aber trotzdem nicht dagegen wehren kann.

keine angst.

und herzlich willkommen hier im forum!

tierchen

nelly79

unregistriert

4

Sonntag, 30. Dezember 2007, 17:03

danke für eure antworten!
kann man zg jemals wieder loswerden? viell mit medikamenten?
bin nämlich auch schon depressiv deswegen :-(

lg

5

Sonntag, 30. Dezember 2007, 20:41

Hallo Nelly!
Ich denke, ganz loswerden ist schwierig, man kann aber lernen, gut damit umzugehen, so daß sie verschwindend gering werden, so wie gottseidank bei mir zur Zeit! Wichtig ist nur, Zwangsgedanken als solche zu erkennen, wenn man welche hat. Sie von "normalem" Grübeln zu unterscheiden. Das ist nicht immer leicht, jedenfalls bei mir nicht.
Mir hat immer gut das Clomipramin geholfen, in ganz schlimmen Zeiten 50mg.
Verständnisvolle Grüße
von Tine

rolfausberlin

unregistriert

6

Mittwoch, 23. Januar 2008, 18:10

RE: Zwangsgedanken

hallo nelly!

ich kenne das auch gut: ich sehe einen bestimmten gegenstand und es kommen sofort total "unsinnige" Gedanken, die eigentlich überhaupt nichts mit diesem gegenstand zu tun haben. es sind auch immer wieder die selben gedanken bei dem selben gegenstand. ich vermische dabei soviele gedanken, die eigentlich auch völlig unabhängige probleme darstellen. unter probleme sind aber, wenn ich genau bin, auch wieder "nur" zwangsgedanken zu verstehen.

vielleicht noch ein kleiner tipp, wie ich versuche, damit umzugehen (die betonung soll hier auf "versuche" liegen, da es mir auch nur selten wirklich gelingt):
die strategie ist, den auftauchenden gedanken als das zu identifizieren, was er ist: nähmlich ein zwangsgedanke.

hier vielleicht ein paar sachen, an denen du festmachen kannst, was ein zwangsgedanke ist und was ihn von "normalen" gedankengängen unterscheidet:

zwangsgedanken:

1. sind immer wieder die gleichen gedanken
2. sie kommen, ohne das man einen einfluß darauf hat
3. sie entsprechen nicht der realität
4. meisttreten sie in form einer frage auf
5. eine lösung der frage findest du nicht
6. die gedanken sind stark übertrieben

wenn du es schaffst, dem jeweiligen gedanken diese kriterien zuzuordnen, kann es dir, mit viel übung allerdings, gelingen, dem gedanken sein gewicht und seine bedrohlichkeit zu nehmen. das ist ein schwerer, langer und auch intensiver lernprozess, das weiss ich aus eigener erfahrung. trotzdem versuche ich diesen weg zu gehen, da ich schon kleine teilerfolge gemacht habe und es für mich der einzige weg ist, den ich kenne.

viel kraft weiterhin!
bye! rolf

bo

Schüler

Beiträge: 110

Aktueller Therapie-Status: Keine Ahnung

Status: Sonstige

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7

Mittwoch, 23. Januar 2008, 22:18

Hallo Nelly,

ich denke den zwanghaften Charakter hat man sein ganzes Leben lang.
Die Intensität der Erscheinung von Zwangsgedanken kann wohl aber sehr gut beeinflusst werden. Wenn es einem gut geht, alles im Leben stimmt und man bester Laune ist sind sie nicht oder kaum vorhanden. Kommt man aber in eine Lebenskrise, ist viel Stress ausgesetzt und es läuft alles nicht so wie man es will, sind die Gedanken wieder da. Ich habe das jetzt auch schon erlebt. Der Umgang mit den Gedanken ist die Lösung des Problems. Gibst du den Gedanken zu viel Raum, dann nimmt sich der Zwang diesem Raum auch. Die wichtigste Erkenntnis muss wohl sein: Das sind NUR GEDANKEN, du würdest das nie sagen oder machen was du denkst und es ist ein Teil von dir. Sich dagegen wehren, mit aller Macht versuchen es zu unterdrücken bringt nichts.
Cool sein & cool bleiben heisst die Devise. Das Hauptproblem all dieser Gedanken ist wohl das riesige Schuldgefühl.