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Donnerstag, 8. November 2007, 12:37

Liebe Mama.....

Ich habe von meiner Therapeutin den auftrag erhalten einen Brief an meine leibliche Mutter zu schreiben. Dies soll mir dabei helfen gewisse Dinge zu verarbeiten und sie rauszulassen. es fällt mir sehr schwer an diese Sache ran zu gehen, aber ich will es versuchen.
es soll für mich sein, ich weiss noch nicht ob ich meiner leiblichen Mutter diesen Brief schicken werde, das steht noch nicht fest, aber ich will erstmal für mich diesen Brief schreiben um Dinge loslassen zu können, um es rauslassen zu können.
Und ich dachte mir das ich diesen brief hier im Forum veröffentliche.



Liebe Mama,

es ist lange her als ich das Wort Mama in den mund nahm. Es ist lange her, das ich zu dir Mama gesagt habe.
das Wort Mama tut mir immer noch sehr weh und ich kriege es kaum aus meinem mund.
Wenn ich an dich denke dann spüre ich Hass, Traurigkeit und Wut.
Ich weiss noch ganz genau wie ich da stand und du gingst, ohne ein Wort, ohne ein Lächeln.
In diesem Moment hast du mir meine ganze Kindheit genommen.
du hast mich weggeschoben, mich alleine gelassen.
Viele Fragen habe ich, die doch unbeantwortet bleiben werden.
Und das innere Gefühl, das mich innerlich zerreist werde ich wohl nie wieder los werden.
Warum hast du mir das angetan?
Warum hast du mich, dein eigen Fleisch und Blut weggegeben?

Noch immer habe ich deinen Geruch in meiner Nase, den ich roch, als ich in deinen armen lag.
Noch immer spüre ich dein Herz klopfen und wie du mir sanft über meine Wange gestreichelt hast.
Ich habe dich geliebt! Sehr sogar.

Nun bin ich in einer fremden Familie aufgewachsen, ohne dich. doch die Hoffnung habe ich niemals aufgegeben dich wieder zu sehen irgendwann einmal.
Die Sehnsucht war groß. Ich habe immer davon geträumt, das du mich eines Tages wieder zu dir nimmst und mich in deine arme schließt.
Doch dieser Traum ist nie wahr geworden und die Schmerzen in mir wurden immer unerträglicher.

Mama, ich habe niemals erfahren wie es ist geliebt zu werden. Du hast mir nie gezeigt das du mich liebst.
Weisst du wie weh das tut??

Als ich dich damals mit 17 jahren das erste mal wieder sah nach so langer zeit, da ging für mich ein Traum in Erfüllung.
Doch das Treffen zwischen uns war leider nicht so wie in meinen Träumen. Da stand eine völlig fremde Frau vor mir. Eine kranke Frau, die von Drogen gezeichnet war.
Das war für mich ein Schock.

Und ich merkte, das all dies, was du mir angetan hast nicht wieder gut zu machen ist mit einem Entschuldigung von dir.
Zu tief sitzen die schmerzen, zu tief sind die Wunden, die du mir zugefügt hast!

Ich kann dir nicht in die Augen sehen.
kann nicht so tun als ob nie was gewesen wäre.

Ich habe versucht zu verstehen, ich habe versucht zu verzeihen, aber es geht einfach nicht.
Zu groß ist die Enttäuschung.
Du hast mir meine ganze Kindheit genommen. Mir den Wunsch auf eine Familie genommen.
wegen dir musste ich schlimmes erfahren in der Kindheit.

Ich kann heute nur schwer anderen Menschen vertrauen. Habe ein gestörtes Verhältnis zu mir selbst und kann nur schwer eine Beziehung führen. Beziehungen mit anderen Menschen fallen mir sehr schwer.
dann habe ich schlimme Verlustängste. Angst verlassen zu werden. Was mir sehr viele Probleme in meinem Alltag bereitet.
Nun bin ich seit drei Jahren akut zwangskrank und kann nur schwer mein Leben meistern. Geplagt von Depressionen, Suizidversuchen und Gedanken daran.

Seit drei Jahren habe ich einen wundervollen Sohn zur Welt gebracht. Ich liebe ihn überalles und will versuchen ihm immer eine gute Mutter zu sein.
er soll niemals erleben müssen ohne seine Mutter aufzuwachsen.
mein Sohn wird niemals eine richtige Oma haben. Auch das habe ich dir zu verdanken.

ich weiss das du auch viel schlimmes in deiner Kindheit erlebt hast und noch sehr sehr jung warst als du mich auf die Welt brachtest.
All das weiss ich , aber ist es denn gerecht dann dem eigenen Kind auch so eine schlimme Kindheit zu geben??

Du kannst entschuldigung sagen, du kannst vor mir auf knien gehen, aber meine inneren Schmerzen wirst du mir nie mehr nehmen können.

Weisst du wie weh es einem kleinen Kind tut von seiner eigenen mutter weggeschoben zu werden??
Weisst du eigentlich was du mir da angetan hast??

Du hast mir alles genommen. Alles.
Ich war doch damals immer nur eine große Last für dich. Du hast mich in Kneipen damals mitgenommen und mich schreien lassen.
Du hast mich für einen anderen Mann im stich gelassen.

wo ist da deine Liebe??

Ich werde mein ganzes Leben lang daran zu knabbern haben. Ob ich jemals all das verarbeiten kann und wieder zu mir selbst finden werde, das weiss ich nicht.

Durch meine Krankheit fällt es mir oft schwer mich um mein eigenes Kind zu kümmern. Das tut mir in der Seele weh. Aber ich würde mein Kind niemals weggeben. Niemals!
Schon der Gedanke daran tut so weh und zerschnürrt mir meine Kehle.

Ich will wieder gesund werden, ich will nicht mehr das kleine Kind von damals sein, das da so Muttersehlen allein stand und Angst hatte.

Ich hasse dich dafür, das du mich damals weggegeben hast! Ich hasse dich dafür, das du mir meine ganze Kindheit genommen hast!
Ich hasse dich für all die Schmerzen, die du mir zugefügt hast!

Und doch liebe ich dich irgendwo, weil du meine Mutter bist.........

gwendolin1000

unregistriert

2

Donnerstag, 8. November 2007, 12:51

RE: Liebe Mama.....

Liebe Nina,

dein Brief ist sehr bewegend und ob du ihn nun abschickst oder nicht, ich hoffe es hat dir gut getan alles niederzuschreiben.

Es ist traurig was dir in deiner Kindheit passiert ist, aber umso schöner dass du aus deinen Erlebnissen positives für dein eigenes Kind ziehst. Du willst es anders machen. Für dein Kind da sein und es bedingungslos lieben.

Ich wünsche dir viel Mut und Kraft für deinen weiteres Leben und hoffe dass du alles erreichst was du dir wünschst!

Viele Grüsse

Gwendoline

:lieb:

sunflower

unregistriert

3

Donnerstag, 8. November 2007, 13:56

*kiss*Liebe Nina,

auch ich finde Deinen Brief sehr bewegend, wie gwendolin schon schrieb, ein anderes Wort ist mir jetzt auch dafür nicht eingefallen.

Ich hoffe für Dich, dass Dir das Brief-schreiben letztendlich hilft. Sicher war es für Dich schwer, dass alles aufzuschreiben, aber wenn Du dadurch das seelische Leid, das Deine Mutter Dir zugefügt hat, wieder ein Stückchen weiter verarbeiten kann, würde mich das für Dich sehr freuen und ich wünsche Dir das von Herzen.

Ist dieser Brief jetzt Bestandteil der Therapie, wie Du es vor einiger Zeit mal hier erwähnt hattest? Da hattest Du ja geschrieben, Du sollst Dich mit Deiner Kindheit auseinander setzen und dass Du Angst davor hast.

Wenn das aber jetzt der erste Schritt dieser Therapie-Art war, dann hast Du den mit Bravour gemeistert, alle Achtung. Lass alles raus, denn so kannst Du Deine Kindheitserlebnisse wahrscheinlich am besten verarbeiten.

Liebe Nina,
ich wünsche Dir ganz viel Glück für die Zukunft und viel Kraft, dass Du die Therapie weiterhin gut durchstehst und es Dir besser gehen wird.

Auch Deine Einstellung, dass Du für Dein Kind da sein willst und ihm nicht das gleiche Leid zufügen willst, wie Du es erlebt hast, finde ich klasse. Dein Kind kann nichts dafür und hat ein Recht darauf, mit einer liebevollen Mutter aufzuwachsen und was ich bisher von Dir gelesen habe, denke ich, dass Du das hinkriegst.

Alles Liebe
sunflower :lieb:

Pit-2001

unregistriert

4

Donnerstag, 8. November 2007, 14:43

RE: Liebe Mama.....

Liebe Nina, vieles, was du da schreibst ahnte/wusste ich ja von dir.

Und ich muss dir sagen, mein Brief würde ähnlich aussehen, nur dass ein paar Sachen auf völlig anderen Ebenen abliefen.

Es ist nicht nur eigene Aufarbeitung, Nina. Die Welt soll das ruhig lesen!
Die Welt hat es nötig, solche Briefe zu lesen!

Das ist meine Meinung dazu. Bleib am Ball.

Ich grüße dich

Pit

Längst schon hätte ich auch sowas tun sollen, aber man schiebt und schiebt es raus, weil man es in ähnlicher Form schon so oft tat und nur Mieses dafür erntete, denn die, die wirklich schuld sind, die haben auch die besten Ausreden, um sich reinzuwaschen. Einer, der nicht schuld ist, der kann so eine Anklage auch ab und würde liebevoll reagieren, weil der stände über den Dingen. Aber so legt man den Finger in die Wunde und dann fällt denen natürlich nichts besseres ein, als sich vehement zu verteidigen. Auch damit musst du rechnen.

lämmli

unregistriert

5

Donnerstag, 8. November 2007, 19:37

Mmmmhh dies ist jetzt mein zweiter Anlauf zu schreiben, weil mir davon ja auch einiges bekannt ist, ich fand meine Worte dann aber irgendwie dämlich.. nur bla bla...aber egal jetzt schreibe ich doch...

Bei mir war es ja alles noch wieder anders, aber trotzdem kenne ich auch viel davon...

Vor ca. 5 Jahren habe ich einmal einen ähnlichen Brief an meinen Vater geschrieben. Er hat sich daraufhin gar nicht gemeldet. Ich weiß nicht mal ob er den Brief gelesen hat....

Jedenfalls geholfen hat es trotzdem... und jetzt kommt das Thema bei mir erneut hoch und es steht ja immer noch die Kontaktaufnahme an, aber auch da tue ich mich sehr schwer... Das jedenfalls scheint an uns normal zu sein... Ein Freund von mir, der auch eine ähnliche Vergangenheit hatte, zieht den Hut vor mir, weil ich mich überhaupt mit dem Thema beschäftige...

Deshalb Nina... Hut ab vor Dir *kiss*

Ich wünsche Dir viel Kraft

lämmli

Hope

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6

Donnerstag, 8. November 2007, 20:18

RE: Liebe Mama.....

Ja Nina,

auch ich wünsche Dir viel Kraft damit besser umgehen zu können.

Gruß

Hope
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

MichaelaD

unregistriert

7

Mittwoch, 12. Dezember 2007, 22:36

Hallo Nina!

:hm:So nun habe ich deinen Brief gelesen! Das du mich hassen tust kann ich nicht ändern. Der Brief war hart aber Ok für mich. Wenn du den Brief aber nur an mich geschrieben hast weil das dein Therapeut geraten hat oder weil du es ihm versprechen musstest hättest du dir das sparen können. Ich hätte es für richtiger gehalten wenn du ihn an mich geschrieben hättest weil du das wolltest und nur du. So und nun sag ich dir mal was. Ich habe dich damals nie in Kneipen mitgenommen und dort schreien lassen. Wer hat dir denn diesen Müll erzählt oder weis machen wollen. Meine Mutter bzw. deine Oma hat auf dich aufgepasst wenn ich damals mal weg bin weil ich ja auch ziemlich jung war und meine jugend irgendwie aufholen wollte. So einen scheiß will ich nie mehr hören. Meine Mutter hätte das damals nie zugelassen. Immerhin hat sie mal Erzieherin gelernt! Und was dich betrifft Nina muss ich dir mal sagen das das Leben kein Wunschkonzert ist. Ich bin heute 37 Jahre alt und es hat seine Zeit gebraucht das zu lernen und zu akzeptieren. Tut mir Leid wenn ich momentan etwas hart wirke und dir das jetzt mal schreibe. Vielleicht meldest du dich darauf nie mehr aber das muss ich mal riskieren. Du weist ich war 13 Jahre lang Drogenabhänig. Du kannst froh sein das du damals zu dieser Zeit nicht bei mir warst. Was meinst du wie es dir dann heute ergehen würde oder wo du dann vielleicht wärst und in welchem Zustand. Und außerdem wurdest du mir damals vom Jugendamt weggenommen weil ich noch nicht volljährig war als meine Mutter anfing zu spinnen und gemeint hat sie müsste ihre Jugend nachholen. Und als du mit deiner Pflegefamilie nach Berlin gezogen bist hat man mich nicht gefragt ob ich das will. Ich wollte dich damals besuchen bei deiner Pflegefamilie und stand da vor einem leeren Haus. Frag mich mal wie ich mich damals gefühlt habe. Ich bin gleich zum Jugendamt gegangen und die haben mir dann nicht gerade höflich mitgeteilt das die dich mit nach Berlin mitgenommen haben weil dein Pflegevater dort eine neue Arbeitsstelle angeboten bekommen hatte. Mich hat niemand gefragt was ich davon halte und ob ich das will. Du warst aufeinmal weg aus meinem Leben. Und damals war ich noch nicht Drogenabhängig! Vielleichlt war das, dass du auf einmal weg warst, mir weggenommen wurdest der Grund warum ich später zu Drogen gegriffen habe. Aber ich kann dir und will dir dafür auch nicht die Schuld geben. Mein Leben war bis vor etwa fast 6 Jahren auch die Hölle. Keine Liebe von meiner Mutter usw. Sie habe ich jetzt auch über 15 Jahre nicht gesehen. Und sie versucht nicht mit mir Kontakt aufzunehmen so wie ich es wenigstens bei dir tue seitdem es mir wieder besser geht und ohne Drogen lebe. Ich kann nur immer wieder versuchen mich zu melden doch du bestimmst ob du das willst oder nicht. Und glaub mir das tut mir auch unsagbar weh das du das nicht willst. Aber ich akzeptiere das und muss halt hoffen das du dich wieder meldest. Und was meinst du wie ich mich fühle als du mir in einer sms mitteiltest das du einen oder auch zwei Selbstmordversuche hinter dich hast. Meinst du nicht das ich mir auch dafür die Schuld gebe. Ich kann das verlorene nie gutmachen oder ungeschehen werden lassen. Es ist halt so. Ob du mir irgendwann verzeihst liegt bei dir. Ich warte! Alles andere liegt bei dir. Und denke bitte mal daran was ich alles in meinem Leben aushalten musste und erleiden und das war auch nicht meine Schuld allein. Vieles ist auch in meinem Elternhaus schief gelaufen.
So ich muss leider für heute diesen Brief beenden. Aber ich bin noch nicht fertig mit dem was ich dir noch alles zu sagen habe. Nur eines sage ich dir jetzt noch. Das verzeihen im Leben gehört dazu und es liegt an dir ob du noch eine Zukunft mit mir haben willst. Später wenn es zu spät ist wirst du sehen das du dir vieles kaputt gemacht hast wegen deiner Sturrheit und weil du nicht verzeihen wollterst. Halte dir das mal vor Auge. Und erinnere dich doch mal als du letztes Jahr mich besuchen warst im Krankenhaus und als wir an deinem letzten Tag im Park waren mit Jeremy. Das war doch schön! Oder etwa nicht. Und für mich ist das alles "genauso" schwer. Entschuldige bitte diesen rauhen Ton aber mich macht das auch alles Böse und Traurig. Ich bin aber nicht auf dich und deinen Brief böse das musst du mir glauben. Ich habe dich trotzdem lieb und vermisse dich und wenn es auch nur mal eine sms war. Auch wenn du das nicht glauben willst mit dem lieb haben und vermissen. Wenns so ist kann ich es auch nicht ändern.

So liebe Nina. Es ist schon etwas Spät und ich muss morgen arbeiten. Ich denke an dich und Jeremy. Ach ja und ich kann ihm ja eine Oma sein das liegt aber auch nur an dir. Falls du es nicht zulässt musst du ihm aber sagen wenn er später mal groß ist das das deine Schuld war das ich ihm keine Oma sein konnte. So erhlich musst du dann auch sein. Aber ich will ja nicht hoffen das das so sein wird. Ich habe dich wirklich lieb und es tut mir leid mit deiner zwangserkrankung. ich weiß ungefähr was du durchmachst. Immerhin war ich mal Drogenabhängig. Das ist auch kein Kinderspiel gewesen davon weg zu kommen und es wird mich mein leben lang begleiten.
Ach ja denke nicht das ich Groß und Kleinschreibung nicht unterscheiden kann. ich habe vieles nicht groß geschrieben weil ich dann schneller mit zehn finger bin als wenn ich jedesmal auf groß oder kleinschreibung achten muss.

Ich versuche morgen diesen Brief zu vervollständigen kann es aber nicht versprechen. Kannst dich aber ruhig schonmal dazu äußern sofern du das willst.

Ich denke an dich hab dich lieb gedanklich fühle dich von mir umarmt und geküsst.

Bis dann deine
Mama Michaela D. *kiss*

8

Mittwoch, 12. Dezember 2007, 23:30

RE: Hallo Nina!

Michaela,

deine Zeilen an mich haben mir sehr weh getan.
Ich finde es gut das du dich dazu äußerst.
Nur hätte ich nicht damit gerechnet das es solche worte sind.
Ich höre Wut aus deinen Zeilen....die ich auch hab.

wenn du mich nie wirklich weggeben wolltest, warum dann hast du mich im Heim damals nur ein zweimal besucht?
warum hast du mich als ich damals noch in frankfurt war bei den pflegeletern, warum hast du mich da so gut wie nie besucht?
Ich weiss das ich einmal auf dich gewartet hatte, stunden lang und du kamst einfach nicht.
oma kam mich in der Familie damals besuchen, aber du kamst glaub ich nur einmal kurz mit.

Übrigens wurdest du damals kurz darauf 18 jahre alt, das heisst du hättest mich wieder aus dem Heim holen können und dich um mich kümmern können. Mit all deiner Liebe und kraft hättest du es auch alleine geschafft ohne Oma.

das Jugendamt sagte mir damals und auch heute noch z. B. Frau Trapp das du mich damals abgelehnt hast, das du dich nicht um mich kümmern wolltest.

Und das hast du mir damals auch gezeigt. ich litt sehr, ich habe immer die Hoffnung gehabt das du mich eines Tages wieder zu dir holst, aber du hast es nie getan.
Besucht hast du mich auch so gut wie nie.

Damals als du mir diesen Brief geschrieben hattest, damals hatte ich mich sooo gefreut, damals ging für mich ein traum in erfüllung.
doch du hast mir damals nie mehr geantwortet. Für mich brach damals ein zweitesmal eine Welt zusammen.
Wieder hast du mich damals im Stich gelassen.

ich weiss das du auch eine schlimme Kindheit hattest, das weiss ich alles, aber nun musste ich auch so eine kindheit durchmachen. Findest du das gerecht?
Ist das fair?
Und was ist mit meinen drei Halbgeschwistern, die auch in anderen Familien aufwachsen und um die du dich auch nie gekümmert hast?


Deine Drogensucht war damals als ich davon erfuhr auch ein Schlag für mich.
Drogen waren dir wichtiger als ich.
Die Liebe zu mir schien nicht groß genug gewesen zu sein für mich.

Das mit dem schreien lassen habe ich noch ganz genau in Erinnerung. Ich weiss nicht genau wo es war, ich weiss nur das ich lange schrie und niemand kam. ich war zwar noch klein, aber dies habe ich bis heute immer noch in Erinnerung.
Ich glaube nicht das dies eine einbildung ist, dies habe ich immer noch in mir drin.

Du warst nie für mich da. Ich musste so viel schlimmes erleiden, dinge, die ich niemals vergessen kann.
Und wenn du sagst das du mich eigentlich nie weggeben wolltest, dann verstehe ich nicht warum du nie den versuch gemacht hast mich wieder zu dir zu holen als du kurz darauf volljährig wurdest, warum du mich so gut wie nie besucht hast??
Kannst du mir das sagen??

Ja, jetzt geht es dir besser Michaela, was ich auch toll finde. ich finde es gut, das du nun clean bist und hoffe auch das dies so bleibt!!
Aber jetzt wo es dir besser geht meinst du das alles toll ist und ich alles einfach so vergessen kann?
Ich bin krank geworden, kämpfe jeden tag aufs neue mit mir selbst.
Und viele Ursachen an meiner Erkrankung liegen in dewr frühen Kindheit zurück...dies ist leider so, so hart das auch leider klingt.

Es hat nichts mit Sturrheit zu tun, ich bin verletzt, ich kann dir einfach nicht in die Augen sehen und so tun als ob alles toll in mir ist.
Das geht nicht. ich habs ja versucht, aber es geht einfach nicht.

Vieles kommt immer wieder hoch in mir.
Ich bin wütend, traurig darüber was passiert ist.
Ich habe mir immer eine Mutter gewünscht, die mich liebt und für mich da ist. Ich hatte sie nie.
Und nun kommst du daher und meinst das nun alles schick ist.
Vielleicht kann man irgendwann einmal verzeihen, aber vergessen, das kann ich nie.
Du kannst die Jahre nicht zurückdrehen und alles ungeschehen machen.
Du kannst das, was in mir krank und kaputt ist nicht wieder gut machen.


Nina

Pit-2001

unregistriert

9

Donnerstag, 13. Dezember 2007, 00:14

RE: Hallo Nina!

Hi ihr zwei, da das hier ein öffentlicher Thread ist, will ich kurz "hallo" sagen.

Hallo Nina, hallo Michaela,

Ich hätte selbst auch so ein Gespräch mit meiner Mutter nötig, nur diese hat zugemacht, zu, einfach zu!!!!

Von daher bin ich in der Lage, das Positive an eurem Gespräch zu sehen, nämlich, dass ihr es führt.

Psychologisch gesehen hat Nina natürlich ungeheure Anklagen gegen dich, Michaela losgelassen. Forderungen, die dich wohl umhauen. Es ist wie als wenn ein Kind das Säugen nun nachholen will, aber an schwer entzündete und verletzte Brüste andockt, die es nun von sich weisen, zumal das Alter schon gar nicht mehr stimmt.

Wer hat hier Recht oder Unrecht? Beide haben Recht und Unrecht.
Zunächst sollte es natürlich die Mutter sein, die V E R S T E H E N sollte, was Nina fordert.

Aber wer versteht, Michaela? Sobald sie dich, Nina voll verstehen will, bräuchte sie wohl auch jemand, der ihre "entzündeten Brüste" um das Bild zu gebrauchen, versteht, ohne dem hat sie nicht die Kraft, voll auf dich einzugehen.

Dass ihr das trotz dieser Hindernisse hier im Forum oder danach auch privat versucht, finde ich supertoll.

Vielleicht versucht ihr das Wort Schuld mal wegzulassen, das verletzt zu sehr. Es gibt ein Wort, was man dafür einsetzen könnte, es heißt "beteiligt".

Und wenn Nina empfindet, dass etwas so und so war, dann war die Mutter halt in irgendeiner Weise beteiligt daran, denn vom heiligen Geist kommt das nicht, selbst wenn irgendeine Erinnerung wirklich übertrieben oder falsch sein sollte. Beteiligt allerdings heißt nicht schuld zu sein, vielleicht sollte man die Schuldfrage einfach mal für später aufheben, da kommt dann schon jeder selbst drauf, wer schuld oder nicht schuld war.

Jetzt kommt es doch auf die Beteiligung an und die Anerkenntnis, was die Beteiligung ausgelöst hat. Das anzuerkennen, kann doch zueinanderführen und vor allem Gefühle des Erbarmens auslösen.

Ja, Michaela, du warst an allem beteiligt, was Nina durchmachen musste!!!

Und Umstände und andere waren an dem beteiligt, was dich so gemacht hat, wie du warst, Michaela.

Erst wenn man die Beteiligungen ganz genau versteht und sich um die Prozentzahl nicht mehr streiten muss, kann sich das ganze doch mal setzen und vielleicht kommen dann auch langsam Einsichten, wo man sich als schuld bezeichnen kann und wo nicht. Das ist aber ein späterer Schritt, der wenn überhaupt, dann folgen kann, wenn man durch die Gegenwart bereits irgendwo wieder neues Vertrauen aufbauen konnte, und der erste Schritt wäre, die Beteiligungen zuzugeben, ohne sich dabei gleichzeitig schuldig vorzukommen. Eine hartes Stück Arbeit für euch alle beide.

Was meint ihr, nehmt ihr den Kampf auf.? Ich würde mich freuen - für euch - und weil ich erleben würde, dass sowas geht, auch für mich.

Entschuldigt meine Stellungnahme.

Ich wünsche euch die best denkbare Zukunft, wenngleich das jetzt erst mal ganz behutsam angehen muss.

Pit-2001

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Pit-2001« (13. Dezember 2007, 00:18)


Jessy78

unregistriert

10

Donnerstag, 13. Dezember 2007, 06:59

RE: Hallo Nina!

Hallo ihr Lieben,

ich habe mir gerade eure Briefe durch gelesen und bin doch sehr positiv überrascht, denn mit diesen Briefen habt ihr den ersten Schritt doch bereits getan. Ihr geht aufeinander zu und versucht euch, auszusprechen.
Das ist ein sehr gutes Zeichen. Ich weiß zwar nicht, ob ich jetzt auf diesen thread antworten darf, aber es liegt mir irgendwie gerade am Herzen, weil mich eure Briefe doch schon sehr berührt haben.

Die Zeit kann man leider nicht zurück drehen und für euch beide wird es sicherlich auch ein langer und harter Weg werden, aber ich denke, mit sehr viel Geduld schafft ihr es, euch irgendwann einmal wieder etwas näher zu kommen.

Aus euren Beiträgen lese ich zwar sehr viel Wut und Trauer, aber auch sehr viele Gefühle.
Ich denke, nenau wie Pit, die Schuldfrage, sollte erst mal an zweiter Stelle stehen.
Das was ihr hier macht, ist auf jeden Fall ein sehr guter Anfang und ich drücke euch ganz doll die Daumen, das ihr es eines Tages schafft, wieder zueinander zu finden und einen kleinen Neuanfang zu wagen.

Ich wünsche es euch von ganzem Herzen.

Jessy

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jessy78« (13. Dezember 2007, 07:01)


Hope

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11

Donnerstag, 13. Dezember 2007, 11:13

RE: Hallo Nina!

Hallo Ihr beiden,

ich finde da gehört auch viel zu das Deine Mutter Dir hier schreibt und Nina Du kannst die Zeit nicht zurückdrehen wie Ihr schon gesagt habt, blicke in die Zukunft.

Nicht nur Deine Mutter hat Fehler und die Schuld hat sie nicht alleine da gehören viele Faktoren zu.

Ich sage auch nicht das meine Mutter schuld hat obwohl es schon was mit Ihrer Art mit mir umzugehen zu tun hatte.


Ich Wünsche Euch alles Gute und vielleicht findet Ihr ja irgendwann doch noch zueinander.

Gruß

Hope
Gruß

Hope


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http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

MichaelaD

unregistriert

12

Montag, 17. Dezember 2007, 19:25

RE: Hallo Nina!

Hallo Nina!
(Zweiter Teil)

So Nina, jetzt möchte ich dir mal was über Drogen sagen. Ja Drogen waren wichtiger für mich als Du oder eines meiner anderen Kinder. Warum soll ich da lügen. Aber nicht weil mir das spaß gemacht hat sonder weil mein Körper die Drogen vorderte. Jeder Tag ist ein Kampf. So wie jetzt bei deiner Krankheit. Die Droge hat einen in der Hand. Der ganze Alltag wird von Drogen bestimmt. Und nicht weil du das willst sondern weil du musst. Weil die Droge dich in der Hand hat und das total. Was meinst du was man für schmerzen hat wenn man keine Drogen zu sich genommen hat. Ich meine jetzt damit Heroin. Das kannst du nicht mal erahnen und wünsche ich keinem auf dieser Welt noch nicht mal meinen Feinden. Man ist machtlos gegen diese Droge. Und du fragst warum ich mich nicht um meine anderen Kinder gekümmert habe. Konnte ich doch nicht in diesem Zustand. Hätte ich sie denn mitnehmen sollen beim Drogen kaufen oder verkaufen oder beim klauen wenn ich kein Geld mehr hatte. Ich bin froh heute und weiß das ich damit das richtige gemacht habe als ich sie weggegeben habe. So haben sie wenigstens eine Chance ein richtig gutes Leben zu führen. Wenn sie bei mir aufgewachsen wären wer weiß wie es ihnen dann heute gehen würde oder später mal. Sie Statistik zeigt das kinder die bei ihren Drogenabhänigen Eltern aufgewachsen sind selber später zu drogen gegriffen haben. Ich habe viele Kinder gesehen damals die von ihren Müttern mitgeschleppt worden sind und ich sag dir das wollte ich meinen kindern nicht antun. In Eiseskälte kaum was an kreischend vor junger und nassen Windeln standen ihre Mütter neben dem Kinderwagen mit heruntergelassener Hose und haben sich einen Druck mit Heroin oder Kokain in die Leiste gedrückt. Sind dann meistens umgefallen weil der Stoff zu stark waren. Und so lagen sie dann stunden neben dem Kinderwagen. Irgendwann haben die Babys oder kleinkinder vor schwäche nicht mal mehr heulen können. Hätte ich das meinen Kindern antun sollen frage ich dich.
Und noch was anderes Nina. Ich kann mich an nichts mehr erinnern was in meiner Kindheit so passiert ist. Du sagst du kannst dich daran erinnern das du in einer Kneipe geschriehen hättest. Das glaube ich nicht. Es ist sowieso nicht wahr weil es nie passiert ist. Aber ich kann mich wenn überhaupt bruchstückhaft an meine Kindheit erinnern.
Und das ich dich damals so selten ob im Heim oder den Pflegeeltern besucht habe dann weil es mir das Herz in der Brust zerrissen hat dich dort zu sehen. Wenn ich gehen musste hast du so sehr geweint das ich am liebsten tot umgefallen wäre so hat das weh getan. Und ich war so machtlos dagengen.
Ich verlange von dir überhaupt nicht das du so tust als ob nichts passiert ist aber so kommen wir nicht weiter in unserer Beziehung zueinander. Du musst dich öffnen und zulassen was immer du zulassen kannst momentan. Ich kann nur warten und das tue ich auch und das schon eine ganze weile. Ist aber ok. Ich verstehe das wenn du Zeit benötigst. Bis ich mit meiner Drogensituation zurechtgekommen bin hat es auch sehr lange gedauert. Aber heute akzeptiere ich das ich Krank bin und mache das beste daraus. Und das musst du für deine Krankheit auch noch lernen.
Aber sag mal wie geht es Jeremy? Schreib doch mal wie es ihm geht! Vorausgesetzt du willst es! Würde mich freuen was von ihm zu hören.
Wer Schuld an das alles hat was so in unserem Leben alles passiert ist kann man so auch nicht genau sagen. Jeder von uns trät ein stückchen dazu bei aber alleine war er es nicht. Da ist so viel passiert und es waren so viele Leute mit daran beteiligt. Ich muss heute mit meiner Situation leben so wie sie ist und wie sie abgelaufen ist. Ich kann es heute und ich denke das man im Alter auch manch Situation zu früher anders sieht.
So Nina. Das war noch nicht alles was ich dir schreiben wollte. Ich denke das ich die Tage wieder schreibe und dir noch mehr sagen kann was in mir vorgeht und was so noch alles passiert ist damals und warum ich damals so reagiert habe. Ich will mich damit nicht entschuldigen sondern nur mitteilen.
Ich wünsche dir und Jeremy einen schönen Abend!
Habe euch lieb und fühle dich von mir geküsst und umarmt.

Deine Mama MichaelaD. *kiss*

Pit-2001

unregistriert

13

Montag, 17. Dezember 2007, 22:43

RE: Hallo Nina!

Hallo Michaela, hallo Nina, ich habe den ersten Brief von Michaela kommentiert, deshalb möchte ich schreiben, dass ich den auch gelesen habe.

Ich sag aber nichts dazu, weil der Brief von Michaela für sich spricht und es an Nina ist, weiter Missverständnisse anzuschreiben oder sich gar über die Annäherung zu freuen.

Liebe Grüße an euch beide.

Pit

Pit-2001

unregistriert

14

Montag, 17. Dezember 2007, 23:16

Genau das habe ich mich auch gefragt, aber vielleicht kommt der Rest noch,
Schnecken brauchen ihre Zeit.

Pit ;)

15

Dienstag, 18. Dezember 2007, 09:09

frage mich auch was das soll??!!

Nina

16

Dienstag, 18. Dezember 2007, 09:11

RE: Hallo Nina!

danke pit für dich worte, ich weiss das dus nur gut meinst!

Nina

Jessy78

unregistriert

17

Dienstag, 18. Dezember 2007, 11:26

Hallo,

dann wäre es doch sicher sinnvoll, wenn du diese Beiträge aus diesem Thread wieder löschen würdest. Denn ich denke, mit deinen lachenden Smilies bist du bei diesem Thema irgendwie falsch gelandet.

Jessy

Pit-2001

unregistriert

18

Dienstag, 18. Dezember 2007, 12:41

RE: Hallo Nina!

Hallo Nina, klar wirst du mehr wissen, mehr fühlen, als ein Außenbeobachter aus den beiden Briefen mitbekommt.

Daher ist ja eigentlich auch Zurückhaltung von außen angebracht.

Ich wünschte mir vielleicht aus eigener Lage, dass eure Annäherung weiter geht, weil nur so die Möglichkeit besteht, dass sich auch in deiner Mutter Kämmerchen öffnen, die jetzt vielleicht noch zu sind. Sie hat offensichtlich auch viel Problematisches erlebt und hat auch Ihre Schutzmechanismen, die nicht gleich abbrechen, nur weil ein zwei Schritte getan sind.

Und in dem Sinne hoffe ich, dass ihr weitermacht, macht es anderen vor, dass es geht, Unmögliches, möglich zu machen, auch wenn es langsame und vielleicht zunächst ergebnislos scheinende Schritte sind.

Ich wünschte es euch.

Pit


:)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Pit-2001« (18. Dezember 2007, 12:43)


Pit-2001

unregistriert

19

Dienstag, 18. Dezember 2007, 12:49

An Balu:

Ne, bin ich zu doof zu, weiß nicht, wer das sein soll. Ehrlich nicht?

Pit

Jessy78

unregistriert

20

Dienstag, 18. Dezember 2007, 13:57

Findest du das hier lustig, was du machst. warum kannst du dich nicht ganz normal an Gesprächen beteiligen?

Ich denke nicht, das dieses Thema in irgend einer Weise komisch ist. Finde ich sehr traurig, da solche Beiträge ein Thema kaputt machen können.

Jessy