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Samstag, 15. September 2007, 18:58

Ausblildung vs. Klinik

Also es ist wirklich zum Kotzen. Seit Monaten nun schwirren mir diese Gedanken im Kopf umher. Ich habe im August diesen Jahres meine Erstausbildung angetreten, nachdem ich ein halbes Jahr ein Praktikum in dem Betrieb gemacht hatte. Eigentlich sollte alles super sein, es ist mein absoluter Traumberuf und man muss wirklich von Glück sprechen, denn mit 26 Jahren bin ich nicht mehr der Jüngste für eine Erstausbildung.

So sehen das meine Eltern und die Menschen um mich herum und ich weiß das selbst. Doch im Inneren zerreißen mich meine Gedanken. Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich dringend Hilfe brauche, denn ich komme nicht mehr alleine zurecht. Gleichzeitig beiße ich mich Tag für Tag durch die Ausbildung, mime den Gesunden und hoffe darauf, dass es besser wird. Doch es wird einfach nicht besser. Mal kommen Schübe, in denen ich denke, verdammt, das ist deine Chance, endlich machst du genau das, was du schon immer wolltest, du baust dir endlich ein Fundament. Direkt danach kommen aber die Gedanken, die mir sagen, du brauchst Hilfe, du musst deine Lebensfreude und Kraft wieder zurückgewinnen. Dann sitze ich mit Bauchschmerzen in der Berufsschule, es ist grausam.

Ich weiß selbst, was da sein wird, nach drei Monaten Klinik. Ein Loch, wieder arbeitslos und kein Geld. Das Ego würde wieder leiden. Auf der anderen Seite dann aber die Gedanken, danach bist du endlich wieder fit, hast Kraft und kannst "neu beginnen". Vermutlich auch ein Irrglaube oder Wunschgedanke. Mit meinen Eltern kann ich darüber nicht sprechen, bzw. sind diese sehr verzweifelt und sensible, was dieses Thema betrifft. Denn für sie heißt es nur "Meinst du, so eine Chance bekommst du jemals wieder" "Such dir doch erstmal einen Therapeuten hier, zu dem du gehen kannst".

Ich wüsste mal gerne, wie sich andere so von ihren Jobs, ihrem Studium losreißen konnten oder habt ihr Tips oder Anregungen?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kootsy« (15. September 2007, 18:58)


Pit-2001

unregistriert

2

Samstag, 15. September 2007, 20:11

RE: Ausblildung vs. Klinik

Wenn du noch nie in einer Behandlung warst, wieso muss es dann gleich eine Klinik sein?

Warum gehts du nicht vor Ort zu einem Therapeuten, dann kannst du beides durchziehen. Bist doch noch jung, da schafft man das.

Und erst wenn das nichts nützt, kommt das Problem wieder, was du schilderst.

:hm:

Pit

Nebenbeigesagt, in deinem Altern hatte ich auch schon Zwänge, nein es war sogar 5 Jahre später. Und ich habe 2 Ausbildungen geschafft. Das nur, um dir Mut zu machen. Vielleicht bruachst du jetzt nur jemand, der dir ein zweimal in der Woche hilft.....

3

Samstag, 29. September 2007, 16:19

danke pit für deine antwort.

ich bin zwar jung aber fix und fertig, wenn es um meine gedanken und damit um meine gesundheit geht. ich habe schon mehrere therapien gemacht, die meisten davon nur mit mäßigem erfolg. außerdem nehme ich seit jahren(!!) das gleiche medikament ohne irgendeine wirkung. deshalb komme ich häufig zu dem punkt (und das schicksalhafte ist eben, dass es zeitlich zusammen mit meiner ausbildung fällt), dass mir nur noch "richtig" in einer klinik geholfen werden könnte. ich probier ja schon so viel selbst zu verbessern aber es gelingt mir einfach nicht.

zweimal die woche hilfe, diese idee hatte meine mutter auch schon. aber ich denke, das wird von den kassen nicht bezahlt oder? davon mal abgesehen, ist es sehr schwer, da einen gescheiten therapeuten zu finden und da bin ich schon sehr "wählerisch", was das angeht. ich möchte mich damit nicht aufspielen aber wenn ich sehe, dass ein therapeut eine liste an dingen hat, die er behandelt, dann frag ich mich schon, ob er die behandlung von zwängen denn auch wirklich "drauf hat". ich bin da schon an so einige unfähige kollegen geraten.

Pit-2001

unregistriert

4

Samstag, 29. September 2007, 18:04

Hi Kootsy, wenn ich wüsste, dass nach einer Klinik alles so ist, wie du dir es wünschst, dann würde ich sofort alles sausen lassen dafür.

Also ganz technisch betrachtet, müsstest du zu einem Experten, dein Leid schildern und dir eine prozentuale Schätzung holen. Liegt sie, sagen wir über 70 Prozent Chance, dass alles gut wird (was ich kaum glaube), dann mach Sache.

Wenn nicht, dann find dich einfach mal mit der Krankheit ab und besorge dir einen Therapieplatz, den du neben deinen Aufgaben wahrnehmen kannst. Zweimal in der Woche ist dann ganz normal, wenn man einen gewissen Schweregrad feststellt.

Pit

5

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 23:20

gut, pit, du hast sicher recht. allerdings ist das mit dem akzeptieren der krankheit eben so eine sache. ich denke, es sollte und müsste anders gehen und da kommt mein irrglaube ins spiel.
ich betrachte das wie bei einem menschen, dessen bein stark verwundet ist. der muss auch vorher zu einem arzt in eine klinik. so bin ich noch vor meiner ausbildung auf der suche nach einem job herumgelaufen, "du musst erstmal gesund werden, kollege, bevor du das hier machst".

es ist das unvermögen, sich da selbst herauszuziehen, so sehr ich mir das wünschen würde.