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lämmli

unregistriert

1

Mittwoch, 22. August 2007, 11:03

Erkennen von Zwängen

Da mich immer wieder beschäftigt, wie ich "normale" Gedanken von Zwangsgedanken unterscheiden kann hier mal die Frage, was hilft Euch
Zwangsgedanken zu erkennen?


Gruß
lämmli

Pit-2001

unregistriert

2

Mittwoch, 22. August 2007, 11:05

RE: Erkennen von Zwängen

Die kürzeste Antwort:

MAN WEISS ES




obwohl die Kranheit natürlich darauf basiert, dass man Stunden, Tage, Wochen investiert, weil man anfängt zu glauben, man weiß es nicht.

Pit

lämmli

unregistriert

3

Mittwoch, 22. August 2007, 11:25

RE: Erkennen von Zwängen

Irgendwie hast Du Recht....ich traue mich auch oft nicht diese Einordnung in die Zwangsgedanken vorzunehmen, weil ja doch was 'dran sein könnte, womit man dann wieder bei den Restrsikien wäre..

Was ist wenn ich z. B. stundenlang mich frage, ob ich von meinem Therapeuten abhängig bin oder ob ich alkoholsüchtig bin etc.

Da steckt immer auch Realität drinnen... Z.B. dass ich sehr viel Kontakt zwischendurch habe mit meinem Therap. könnte doch darauf schliessen, dass ich abhängig bin oder dass ich täglich mein Gläschen Wein trinke da könnte auch schon eine Sucht vorliegen...

Manchmal ist es ja auch sinnvoll sich über so was Gedanken zu machen, aber wo fängt der Zwang an und wo hört er auf? Sind nicht die Grenzen zum "normalen" und zum "zwanghaften" Grübeln fließend...

Ich weiß nicht wie erklären soll, was ich meine...

Jo

Anfänger

  • »Jo« ist männlich

Beiträge: 30

Zwangssymptome: Kontroll-; Gedanken

Medikament / Dosis: keine

Status: Betroffene/r

Wohnort: Hessen

Beruf: Techn. Angestellter

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4

Mittwoch, 22. August 2007, 12:38

RE: Erkennen von Zwängen

Hallo Lämmli,
mein Merksatz (von J. Schwartz, zitiert aus dem Gedächtnis):
"Wenn Sie denken es könnte ein Zwang sein dann ist es ein Zwang. Die Realität nimmt niemals den Anschein eines Zwanges an. der Zwang jedoch den ANschein von Realität."

Gruß
Jo
Macht zu haben, bedeutet nicht, Recht zu haben.

lämmli

unregistriert

5

Mittwoch, 22. August 2007, 13:13

RE: Erkennen von Zwängen

Dank Dir Jo,

den ersten Teil kannte ich schon, der zweite Teil Die Realität nimmt niemals den Anschein eines Zwanges an. Der Zwang jedoch den ANschein von Realität, finde ich hilfreich...

renelovesvany

unregistriert

6

Mittwoch, 22. August 2007, 13:23

wenn der gedanke erhebliches leid verursacht, länger als 1 stunde am tag anhält und einfach in den folgenden tagen immer wieder auftaucht


meiner meinung noch wichtig: besonders dann, wenn man jedes mal keine lösung dafür findet, da der zweifel immer größer wird.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »renelovesvany« (22. August 2007, 13:24)


lämmli

unregistriert

7

Mittwoch, 22. August 2007, 14:51

Hallo mein treuer ulkirenelefanti,

ja das ist wirklich ganz wichtig - an der Intensivität der Gedanken sozusagen

8

Montag, 7. Januar 2008, 19:44

RE: Erkennen von Zwängen

Zitat

Original von Jo
Hallo Lämmli,
mein Merksatz (von J. Schwartz, zitiert aus dem Gedächtnis):
"Wenn Sie denken es könnte ein Zwang sein dann ist es ein Zwang. Die Realität nimmt niemals den Anschein eines Zwanges an. der Zwang jedoch den ANschein von Realität."

Gruß
Jo




toller merksatz. jetzt müsste man sich den nur noch verinnerlichen. :(

sisyphus

unregistriert

9

Montag, 7. Januar 2008, 20:24

Hallo lämmli,

meine 1. Therapheutin hat gesagt es ist erst ein Zwang wenn es einen belastet. Schließlich grübeln auch gesunde Menschen oder schauen nach ob der Herd aus ist.

Grüße sisyphus

sunflower

unregistriert

10

Montag, 7. Januar 2008, 21:00

Hallo an alle,

ich habe heute bei meiner Therapeutin feststellen müssen, dass es nicht unbedingt ein Zwang ist, wenn ich denke, dass es einer ist:

Ich habe ein ähnliches Problem wie jemand hier im Forum, möchte da jetzt aber nicht weiter drauf eingehen. Demjenigen hier im Forum wird immer von Euch gesagt, das seien Zwangsgedanken. Dementsprechend habe ich das auf mich "übersetzt" und bin bis heute davon ausgegangen, dass auch mein Problem Zwangsgedanken sind. Aber meine Therapeutin sieht das anders.

Es mag aber auch daran liegen, dass die Grundsituation, also die beiden Menschen an sich, die es betrifft (den einen hier im Forum und mich) komplett unterschiedliche Menschen sind und damit ganz andere Voraussetzungen gegeben sind.

Ich kenne nur die "Regel", dass ein Zwang dann ein Zwang ist, wenn etwas in "übertriebenem" Maß ausgeübt wird, man dadurch viel Zeit investiert und belastet ist und man auch eigentlich weiß, dass das, was man da gerade tut bzw. denkt absoluter Quatsch ist. So ja z. B. bei dem friedliebenden Menschen, der immer denkt, er könnte sein Kind abstechen. Es paßt nicht zum Typen.

Soweit meine Gedanken dazu...

Alles Liebe
sunflower

11

Montag, 7. Januar 2008, 21:11

RE: Erkennen von Zwängen

Ich habe mal einen Alkoholiker sagen hören, Alkoholismus ist, wenn man das Bier nicht stehen lassen kann.

Das ist etwas vereinfacht ausgedrückt, aber mir scheint das auch bei Zwängen so zu sein.

sunflower

unregistriert

12

Montag, 7. Januar 2008, 21:18

RE: Erkennen von Zwängen

Zitat

Original von Markus
Ich habe mal einen Alkoholiker sagen hören, Alkoholismus ist, wenn man das Bier nicht stehen lassen kann.

Das ist etwas vereinfacht ausgedrückt, aber mir scheint das auch bei Zwängen so zu sein.



.... wobei der Zwängler aber weiß, dass es "falsch" ist, was er tut, der Alkoholiker nicht unbedingt, oder?

sunflower

13

Dienstag, 8. Januar 2008, 23:26

Schließe mich der Meinung von Sunflower an.

Ergänzend würde ich sagen "Zwang, ist ein Handeln oder Denken, dass ich für nicht notwendig oder unsinnig ansehe."

tierchen29

unregistriert

14

Mittwoch, 9. Januar 2008, 01:25

hallo sunflower,

wenn alleine "übertriebenheit und unsinnigkeit" kriterien von zg wären, würde man aber doch immer wissen, wann man zg hat und wann nicht. also immer wenn man für sich merkt, dass etwas übertrieben ist, wüßte man "ok, zwang!" dem ist aber doch nicht so. denn der zwang ist ja auch die krankheit es zweifelns. also man ist sich eben nicht ganz sicher, inwieweit das handeln doch notwendig oder die gedanken doch real sind bzw. versteckte wünsche/probleme sind.

mein therapeut definiert zg so, dass dies all die gedanken sind, die sich plötzlich aufdrängen, häufig gerade in angenehmen situationen, nicht so einfach abzuschütteln sind, denen tw. zh folgen, die angst/unruhe auslösen.

wenn jemand z.b. angst hat, wenn er einen anruf erwarte und derjenige meldet sich nicht (der andere war z.b. mit dem auto unterwegs) nach einer gewissen zeit. das werden sicherlich viele kennen, aber nicht jeder wird das zwanghafte bedürfnis haben, nachzutelefonieren, andere anzurufen, infos einholen usw. bis man berühigt ist, dass alles okay ist. DAS ist eben nicht normal. aber oberflächlich betrachtet könnte man sagen "sorgen machen, wenn jemand unterwegs war und sich dann nicht meldet ist normal". aber ab wann ist es nicht mehr normal?

ich glaube, dass das kriterium der unruhe und die handlungen, um sich ruhe zu verschaffen auch ganz wichtig sind, denn "normal" und "übertrieben" liegen mMn oft nahe beieinander.

liegrü

tierchen

sunflower

unregistriert

15

Mittwoch, 9. Januar 2008, 10:48

Hallo tierchen,

ok, da stimme ich Dir auch zu. Das, was ich geschrieben habe, habe ich aus einigen Büchern bzw. Berichten über Zwänge und ist vielleicht nur ein Teil der Wahrheit. Dort wird es m. E. immer so erklärt und ich finde, da ist auch was dran, aber Deine Ansicht ist sicher auch richtig und kommt wohl als Kriterium auf jeden Fall noch dazu.

Alles Gute
sunflower

16

Mittwoch, 9. Januar 2008, 11:32

Ich denke, das ist noch etwas komplexer. Am Anfang, wenn man sich als Zwängler oder Alkoholiker seiner Krankheit nicht bewußt ist, dann muss es noch andere Kriterien geben.

Bei Alkoholikern fand ich mal eine Definition in Bezug auf die Umwelt. Ändert sich das Verhalten der Umwelt (z.B. Chef, Familie) aufgrund des Alkoholkonsums oder seiner Auswirkungen, dann ist man Alkoholiker.

Könnte man das bei Zwänglern ähnlich sehen?


Dann käme die Phase, wo man sich seiner Krankheit bewußt ist, sie aber nicht lassen kann. Wahrscheinlich braucht man da Außenstehende, die einem da einen Maßstab geben. So wie 1 x ist o.k., 5 x ist zu viel.

sunflower

unregistriert

17

Mittwoch, 9. Januar 2008, 11:45

Hallo Markus,

ich denke, dass man Alkoholiker und Zwängler schon irgendwie unterscheiden muss.

Der Zwängler entwickelt sich in eben diese Richtung, weil er Ängste hat und der Zwang drängt sich ihm auf, obwohl der Zwängler "das nicht möchte".

Der Alkoholiker wird aus diversen Gründen Alkoholiker, ich würde zumindest sagen nicht nur aus Ängsten. Er greift "von selber" zum Alkohol, um seine Probleme zu betäuben bzw. davonzulaufen, er macht das doch zunächst mal bewusst, oder?

Im Bezug auf das Umfeld sind die beiden, denke ich, auch (zumindest teilweise) unterschiedlich: Der Alkoholiker zieht sich zurück und nimmt nicht mehr wirklich am Familienleben teil oder er wird aggressiv, weil er sich nicht mehr kontrollieren kann. Der Zwängler versucht, das Familienleben aufrecht zu erhalten, weil es ihm Halt gibt, macht sich dies aber manchmal möglicherweise "selbst" (wohlgemerkt in Anführungszeichen, denn er kann ja durch seine Krankheit nicht direkt dafür) kaputt, weil er die Familie zum Co-Zwängler zu erziehen versucht.

Das sind so meine ersten Gedanken dazu, korrigiert mich, wenn ich da was falsch sehe.

sunflower

18

Mittwoch, 9. Januar 2008, 12:01

Im Detail sind da natürlich Unterschiede, aber gehen wir doch mal andersherum dran. Die Ausgangfrage war: "...wie ich "normale" Gedanken von Zwangsgedanken unterscheiden kann..."

Hätten Zwangsgedanken eine Veränderung des Verhaltens der Umwelt zur Folge? Wird sich das Verhalten der Eltern, Mitschüler, Arbeitgeber usw. ändern, wenn die Zwangsgedanken ausgeführt werden? Könnte das die Definition sein für das Stadium, dass ein Krankheitszustand gegeben ist?

sunflower

unregistriert

19

Mittwoch, 9. Januar 2008, 12:07

Der Zwangsgedanke an sich hätte mit Sicherheit keine Auswirkungen auf die Umwelt, weil mir ja keiner in den Kopf sehen kann und weiß, was ich gerade denke.

Sobald ich demjenigen etwas darüber mitteile, wird es möglicherweise sein Verhalten ändern. Denn wer fühlt sich schon wohl dabei, wenn er gesagt bekommt, dass der Partner o. ä. Gedanken hat in dem Sinn, dass er den anderen erstechen könnte, z. B.

Werden die Zwangsgedanken ausgeführt, hätte es natürlich Auswirkungen auf die Umwelt, speziell in obigem Beispiel, was ich jetzt nicht weiter schildern möchte.

Nochmal an alle, die solche Probleme/Gedanken haben:
Therapeuten sagen dazu immer, dass man das was man zwanghaft denkt, NICHT ausführen wird.

Ich wollte das an dieser Stelle nur nochmal erwähnen, um hier keinen in Panik zu versetzen.

sunflower

20

Mittwoch, 9. Januar 2008, 12:35

Nimm doch mal das Beispiel von tierchen29. Wenn man herumtelefoniert, weil man sich Sorgen macht, dann hat das Auswirkungen auf die Umwelt. Leute werden gestört, wollen ggf. mithelfen usw.

Selbst bei einmaliger (also nicht zwanghafter Handlung) hat das Auswirkungen. Macht man das zwanghaft, dann hat es gewiss stärkere Auswirkungen.

Selbst wenn man nur zuhause sitzt und auf einen Rückruf wartet, dann muss man ja andere Verabredungen absagen oder kann sie erst gar nicht eingehen.

Wahrscheinlich wird es aber ein Problem sein, diese Sicht als Zwängler zu haben. Von außen sieht das eben ganz anders aus.

Von innen sprach tierchen29 von einem "kriterium der unruhe". Das hieße aber wohl auch, dass das Einsetzen eines Zwanges und somit das Erkennen von Zwangsgedanken sehr individuell verschieden ist? Mal als Unruhe oder auch anders?