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Anniris

unregistriert

1

Sonntag, 29. Juli 2007, 12:54

Bitte um Meinungen: ungerade Zahlen, Muster im Kopf ....

Hallo,

ich hoffe, dass ich hier richtig poste; ich muss mal alles los werden und hoffe auf etwas mehr Klarheit für mich:
Seit geraumer Zeit manifestieren sich bei mir gewisse Zwänge, die ich mal aufliste und erläutere:

Ich kann gerade Zahlen nur schwer ertragen. Beispiele: ich mache den Fernseher lauter, er zeigt auf der Skala die 16 an. Ich muss zwingend auf die 17 gehen. Neuerdings habe ich aber das Problem, dass ich dann die Quersumme ziehe. Also habe ich die 8. Geht nicht, also mache ich lauter bzw. leiser bis es passt.
Ich wohne in der Hausnummer 120. Um das aushalten zu können, muss ich die Quersumme nehmen, so dass ich auf die 3 komme. Gedanklich gehe ich solche Dinge den ganzen Tag durch. Bei mittlerweile fast allen Zahlen. Es häuft sich.
Auf dem Wohnzimmertisch liegen Gegenstände. Diese muss ich so sortieren, dass sie sich aus meinem Blickwinkel nicht berühren. Dann darf die Anzahl der Gegenstände keine grade Zahl ergeben.

Ich male mit meinen Fingern und in Gedanken immer wieder die selben Muster: Schleifen, Schlaufen und endlose Blüten aus einem fortlaufenden Faden. Das "passiert" einfach, ich male die Schlaufen mit den Fingern auf mein Bein, auf die Hand meines Partners, in Gedanken. Die Muster muss ich fertig stellen, den imaginären Faden herum und durch wickeln, so, dass es sich nicht "lösen" kann. Das dauert immer länger, denn die Muster werden immer komplexer- es nervt mich enorm, beschäftigt mich immer dann, wenn ich zur Ruhe komme oder warte .... also auch an der Bushaltestelle, an der Ampel, überall.

Ich fahre Auto und muss mit einer bestimmten Stelle meines Fußes die Kupplung treten. Passt es nicht, muss ich es wieder tun. Das behindert mich mittlerweile beim Autofahren, es ist vorgekommen, dass ich rechts ran fahren musste, um diese Stelle zu berühren und im Anschluss daran ein Muster symmetrisch auf das Pedal zu "trampeln".

Bislang hat mein Partner darüber geschmunzelt, aber so langsam nervt es ihn, wenn ich seine Hand lieb halte und plötzlich auf seinem Handrücken "kritzel".

Ich starre vor mich hin. Das heißt, ich sitze mit meiner Familie am Tisch und bin plötzlich "ausgeschlatet"- für die anderen, ich selbst bekomme das mit, bin irgendwie in Gedanken. Auf meine Familie wirkt es eher "krank".

Alles in allem erwische ich mich mehr und mehr dabei, wie ich bestimmte Tätigkeiten durchordne, Gegenstände symmetrisch ordne, sinnlose Gedanken und Bewegungen wieder und wieder wiederhole. Ich nerve mich selbst!


Was meint ihr?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Anniris« (29. Juli 2007, 14:43)


Natascha

Schüler

  • »Natascha« ist weiblich

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2

Montag, 30. Juli 2007, 08:44

Liebe Anniris,

ich kenne das mit dem Zählen sehr gut - und sicherlich noch viele andere hier im Forum. Bei mir war es aber eigentlich andersrum, ich konnte ungerade Zahlen nicht ertragen, sie erschienen mir schmutzig und machten mir Angst. Ich habe lange Zeit ständig Quersummen gebildet - von Nummernschildern z.B. Ich konnte damit gar nicht mehr aufhören, wenn ich eine Zahl sah, schwups hatte ich die Quersumme. Ich hätte bei Wetten Dass auftreten können, ich hatte sogar eine eigene Formel die das ganze schneller macht.

Beim betreten von Räumen habe ich immer mit dem Fuß einen Rhythmus getippt bzw. eine Zahl, ich glaube es war die 3 oder die 5, je nachdem, obwohl das eigentlich die Zahlen waren, die mir Angst machen, keine Ahnung wieso.

Was ich Dir sagen will: Für eine Zwangsneurose ist dein Verhalten "normal", aber es ist eben eine Neurose, es sind Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Du solltest eine Therapie machen, denn von alleine wird es nicht weggehen.
Liebe Grüße
Natascha

___________________________
Tu Dir nur keinen Zwang an....

Anniris

unregistriert

3

Montag, 30. Juli 2007, 12:51

Hallo liebe Natascha,

vielen Dank für deine Antwort.
Ja, ich habe schon geahnt, dass es ein Zwang ist- hatte aber gehofft, dass es vielleicht etwas sein kann, was von alleine kommt und wieder verschwindet.
Wie auch du habe ich einen Knall mit den Zahlen. Ja, und dann diese ewige Mustermalerei in meinem Kopf, die immer komplexer werden. Das schlimme ist: ich muss es vervollständigen, sonst fühlt es sich schrecklich an.

Ich habe mich hier im Forum mal so ein bisserl durchgelesen und entdecke auch andere Dinge, z.B. dass ich Wäsche nur mit den farblich passenden Wäscheklammern aufhängen kann, dass ich Gegenstände absolut passend zum Muster der Tischdecke stellen muss usw.
Bis vor wenigen Monaten fand ich das eher amüsant, aber nun erweist es sich mehr und mehr als eine Behinderung.
Trotzallem: es tut gut zu lesen, dass du auch diese Quersummen ziehst- das ist wirklich ein komisches Ding, denn ich mag Mathematik überhaupt gar nicht! :tocktock:

Ich werde mich mal noch mehr einlesen...

Wie mache ich das mit der Therapie? Wer ist mein erster Ansprechpartner? Mein Hausarzt?

Viele Grüße!!

Hope

Administrator

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4

Montag, 30. Juli 2007, 21:12

Hallo,

ich hatte das auch als Kind das ich bevor ich einen Raum betreten habe zwischen den Räumen stand und gezählt habe.

Heute merke ich das ich oft noch Bonbons oder Kekse nur in ungeraden Zahlen esse, ich kann aber auch gerade Zahlen essen.

Nur ich ertappe mich immer wieder dabei.

Gruß

Hope
Gruß

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Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

Natascha

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5

Dienstag, 31. Juli 2007, 08:44

Liebe Anniris,

sprich am besten Deinen Hausarzt an, der überweist Dich zu einem Neurologen und dieser "sollte" was passendes für Dich wissen. Ansonsten kannst Du auch selbst auf die Suche nach einem Therapeuten gehen, einfach in den Gelben Seiten oder im Telefonbuch schauen und anrufen... Informier Dich vorher mal über die Therapieformen und welche Dir davon zusagt: Verhaltenstherapie oder Analyse...
Liebe Grüße
Natascha

___________________________
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Anniris

unregistriert

6

Dienstag, 31. Juli 2007, 16:02

Prima, vielen Dank.

@ Hope: sorry, ich hatte deinen Beitrag übersehen.
Ja, das mit den Bonbons kenne ich auch- es muss eine ungerade Zahl sein, die ich in die Hand nehme. Ist doch wirklich verrückt.... aber irgendwie auch gut zu wissen, dass es mir nicht alleine so geht.

Wie geht denn euer Umfeld mit euren Zwängen um? Mein Partner schmunzelte einst, aber mittlerweile ist er eher besorgt. Meine Mutter meint, ich solle mir nicht so einen Mist einreden- sprich: sie nimmt mich nicht ernst.
Meine Freunde finden es erstaunlich und interessant.

Übrigens: mein Sohn (10) hat eine Tic-Symptomatik (Gesicht/Mimik), meine Tochter (15) hatte einen Blinzel-Tic bis zum Einsetzen der Pubertät. Tic und Zwang liegen ja doch recht nah beieinander... oder?

Hope

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7

Dienstag, 31. Juli 2007, 23:24

In der Pubertät habe aber viele solche Ticks solange es nicht schlimmer wird würde ich mir noch nicht so viele Gedanken machen.

Mein Freund sagt nicht mehr viel dazu er unterstützt das auch nicht was mir wiederum aber hilft.

Meine Mutter kommt nicht so gut damit klar weil ich mein Bruder Autist ist er lebt auf einen Bauernhof mit mehreren Autisten er ist älter als ich und die haben auch Zwänge na und dann komme ich auch noch mit so was.

Aber sie unterstützt mich schon obwohl verstehen kann es ja keiner der es noch nie hatte.

Gruß

Hope
Gruß

Hope


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Miss.Anthropie

unregistriert

8

Montag, 8. Oktober 2007, 22:07

Ich bin grad erstaunt, dass es hier mehreren geht wie mir, ob jetzt mit geraden oder ungeraden Zahlen.
Ich kann Süßigkeiten auch immer nur in einer geraden Zahl essen.
Aber sonst verfolgen mich gerade Zahlen auch immer, ob das nun die Lautstärke beim Fernseher ist (muss immer gerade sein), beim Radio, o.ä.
Manchmal muss ich auch Dinge doppelt sagen, weil ich mich sonst unwohl fühle.

Ungerade Zahlen sind für mich etwas unheilbringendes, und deswegen versuche ich sie zu vermeiden.