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cheeech

unregistriert

1

Freitag, 15. Juni 2007, 10:48

Hallooooo!äääh....

hallo zusammen!

ich wohne in einer großen wg in der ein mitbewohner wohl unter einem waschzwang leidet.

ich kann euch ja mal sein verhalten beschreiben:
er duscht ziemlich oft...2-3-(oder öfer) mal am tag (10-15 min.)und ist ständig am wäsche waschen. keine ahnung wie oft, aber man sieht ihn andauernd mit nem berg von klamotten in den keller rennen. außerdem benutzt er so ein desinfektionsmittel für die hände welche davon ziemlich gereizt sind und rot glühen! er versucht auch nicht so viel anzufassen....das kann ich nicht gut bescheiben....er schiebt z.B. die Ärmel vom Pullover mit den unterarmen hoch :bla: letztens hat er dann noch alle türklinken im haus gereinigt. na ja, es ist nicht so das er völlig gestört wirkt aber sein hang zur reinlichkeit fällt allen leuten im haus auf und ist irgendwie befremdent.
irgendwann hab ich ihn mal darauf angesprochen wieso er ständig duschen würde worauf er mir eine ziemlich krumme geschichte erzählte die ich ihm so nicht ganz abkaufe.
jedenfalls versuche ich mich jetzt erstmal ein wenig über die neurose schlau zu machen, denn als ich heute nacht um 3 uhr auf toilette musste, war mal wieder die dusche am laufen und das fand ich ziemlich krass. ich meine, wenn ich mir überlege nachts aufstehen zu müssen um zu duschen würde mich das so dermaßen aufregen.... :wand:

ich hoffe ihr leutz im forum könnt mich ein wenig über die erkrankung aufklären. hab mich jetzt schon ein wenig reingelesen und mich über die ursachen und symptome aufgeklärt, aber mir ist nicht klar wie ausgeprägt nun der zwang meines mitbewohners ist und wie ich am besten mit ihm umgehe bzw. ob ich ich irgendetwas tun kann um ihm da irgendwie unter die arme zu greifen.

danke schonmal für eure posts!

schöne grüße!!! :))

2

Freitag, 15. Juni 2007, 10:57

RE: Hallooooo!äääh....

Hallo du,
j, für Außenstehende sieht so ein Verhalten immer sehr komisch aus und es ist sehr fremd. Ich selbst leide an Waschzwängen, die aber zum Glück noch nicht so weit ausgeprägt sind. So wie du das Verhalten deines Mitbewohners beschreibst ist das ein ganz typische Putzzwang. Und wenn die Hände schon gerötet und rissig sind, dann wird es höchste Zeit das dein Mitbewohner sich dringend Hilfe sucht!!
Das Hinderniss dabei ist allerdings, das dein Mitbewohner sich eingestehen muss das er krank ist und Hilfe braucht. Also es muss von ihm selbst kommen, denn nur dann nützt eine Therapie.
Vielleicht versuchst du mal mit ihm zu sprechen??
Natürlich darfst du die Zwangshandlungen von deinem Mitbewohner nicht unterstützen, aber du solltest ihm zeigen, das er nicht alleine ist und das du da bist, wenn er reden will. Vielleicht wünscht er auch das du mit ihm zusammen nach einer geeigneten Therapie suchst??
Nur setze deinen Mitbewohner nicht unter Druck, gib ihm keine Vorwürfe, denn das ist das letzte was er jetzt noch gebrauchen könnte.
Ich wünsche euch besonders deinem Mitbewohner ganz viel Kraft und Mut auf dem weiteren Weg, der hoffentlich in eine Therapie weitergehen wird...

LG nina

cheeech

unregistriert

3

Freitag, 15. Juni 2007, 20:20

hallo nina!

danke für deine schnelle antwort! ích denke, ich werde ihn demnächst bei günstiger gelegenheit ansprechen. wie ich das mache, weiss ich allerdings noch nicht....na ja, wahrscheinlich ist da eher eine subtilere herangehensweise gefragt :tocktock: wie auch immer....das problem sehe ich eher darin, dass er mit ziemlicher sicherheit nicht eingestehen wird das er ein problem hat. schließlich hab ich schon einmal mit ihm gesprochen und auch da kam ziemlicher stuss bei rum.
was jetzt kommt ist zwar hätte, wenn und aber nur kann es doch nicht sein, dass er dann einfach weitermacht!
erstens wird sich der zwang doch mit sicherheit im laufe der zeit verstärken, sollte man dem nicht irgendwie entgegenwirken und zweitens habe ich auch egoistische, die wasserrechnung betreffende, gründe wieso es besser werden sollte.
es ist doch einfach bescheuert: erst muss es völlig ausarten damit jemand auf die idee kommt hilfe zu suchen und die möglichkeit besteht den zwang abzulegen!

schöne grüße!

Carum Carvi

unregistriert

4

Dienstag, 26. Juni 2007, 23:42

Die Frage die ich mir stelle: "warum zieht man mit so einem Zwang in eine WG?"

Hatte er den Zwang schon vorher? - Vllt. betrachtet er die WG als eine Art Konfrontationstherapie. Für mich jedenfalls wäre es der pure Albtraum mit fremden Leuten in einer WG zu wohnen, die evtl. meine Ordnung zerstören. Außerdem wäre ich nicht darauf erpicht, daß irgendjemand meine Krankheit checkt.

Oder ist er erst in eurer WG entstanden? Die Basis war auch bei mir vorhanden - ein gewisser Grad an Sauberkeit und Ordnung war schon
mit 20 da - jetzt bin ich 34 und rückblickend erkenne ich diesen schleichenden Prozeß der nur auf den Auslöser wartet.

Kann man einen Zwang ablegen? So wirklich kann ich mir das nicht vorstellen. Ich denke, man kann höchstens lernen ihn zu kontrollieren.
We´ll see - am 6.8 startet meine Therapie. Na, da bin ja mal auf den gespannt, welche Synapsen da gerade gerückt werden.

Bella80

unregistriert

5

Donnerstag, 28. Juni 2007, 13:38

Hallo Carvi,


ich wohne auch in einer WG. Und das aus finanziellen Gründen weil ich mir eine Wohnung für mich alleine definitiv nicht leisten könnte...
Außerdem habe ich oft Angst alleine zu sein und bin froh wenn jemand da ist. Auch wenn ich Angst habe, dass dann andere Personen meinen Zwang bemerken könnten.

Das mal nur als kleiner Hinweis warum man gezwungen sein kann in einer WG zu wohnen.

LG, Bella

Bella80

unregistriert

6

Donnerstag, 28. Juni 2007, 13:45

RE: Hallooooo!äääh....

Hallo cheeech,


mir ist noch was eingefallen zum Thema: Viele Zwangskranke schämen sich extrem für Ihre Krankheit und haben Schuldgefühle oder Komplexe. Manchmal haßt man sich auch selber für diese Krankheit und würde am liebsten sterben, weil man es nicht mehr aushält.

Daher der Tipp: Sei lieb und verständnisvoll zu Deinem Mitbewohner. Gib Ihm das Gefühl dass Du ihn ernst nimmst und respektiert. Gib ihm nicht das Gefühl dass Du Dich über ihn lustig machst wegen seiner Krankheit oder ihn nicht ganz für voll nimmst. Denn man kann nichts dafür. Versprich ihm dass Du das was er sagst vertraulich behandelst und für Dich behälst. Dann besteht die Möglichkeit, dass er sich Dir öffnet und Du ihm helfen kannst.

LG, Bella

cheeech

unregistriert

7

Donnerstag, 28. Juni 2007, 13:57

ja, diese Frage habe ich mir auch schon gestellt.

Es ist jedenfalls so das die Verhaltensauffälligkeit schon bei seinem Einzug bestand. Ich denke das er sich selbst nicht über das Ausmaß seines Zwanges bewusst ist und ihn gewisserweise gar nicht als solchen erkennt bzw. glaubt alles sei noch "im Rahmen".
Würde man ihn darauf ansprechen hätte er für uns wahrscheinlich eine klare und irgendwie auch logische Rechtfertigung parat, mit der er gut zurecht kommen würde.

Konfrontation mit seinen Ängsten versucht er weitgehend zu vermeiden, wohl aber unbewusst. Z.B. ist er immer seltener im Wohnzimmer anzutreffen. Sein Zimmer ist sein Reich. Und die Dusche dann wohl sein Thron! :))
Auffällig ist das er sich nirgens hinsetzt. Im Wohnzimmer steht er öfter in der Tür; für eine ganze Weile und guckt Fernsehen. Echt krum ist das! Und wenn es doch auf dem Sofa sitzt achtet er beim Aufstehen darauf sich nicht mit den Händen sondern nur mit den Beinen hochzudrücken. Also mit Bakterien und so kleinkrams hat er es jedenfalls nicht so wohingegen Unordnung kein Problem ist.
Sein Zimmer ist nicht gerade ein Englischer Garten.

Im übrigen glaube ich schon, dass ein Zwang, bleiben wir bei dem Wort, abzulegen ist. Nur sollte man das Wort genauer definieren bevor man es bewertet.
Abzulegen heißt natürlich nicht mehr dem Verhalten nachzugehen, es einfach nicht mehr zu tun. Am Anfang ist das mit Sicherheit ein extrem psychisch belastender Prozess da er auch nur über das Bewusstsein zu steuern ist. Aber wie sagt man doch: Die Zeit heilt alle Wunden.
Vielleicht etwas überspitzt ausgedrückt aber ich glaube das dieses Sprichwort auch mit dem Problem etwas zu tun hat.
Sind erst einmal über einen langen Zeitraum neue Verhaltensmuster in die Person eingekehrt, treten die alten immer seltener ins Bewusstsein und geraten langsam, wenn auch vielleicht nie völlig, in Vergessenheit.
Der Mensch verbraucht immer weniger Energie um dem Verhalten nicht mehr nachzuhehen. Deswegen ist es wohl auch nach langer Zeit möglich sich dem alten Verhalten wieder hinzugeben. Der Mensch denkt einfach es wäre kein Problem das Verhalten wieder abzustellen da man in dem Moment auch keine Probleme damit hat.
Kontrolle hingegen ist doch eher ein schwacher Umgang mit einem Zwang. Ein Raucher der sich vornimmt täglich 5 Kippen zu schmoken hat trotzdem noch das Problem das er raucht.

Bella80

unregistriert

8

Donnerstag, 28. Juni 2007, 14:20

Hey Cheeech!

Hab Dir etwas weiter oben in der Diskussion eine Nachricht geschrieben! Gar nicht gelesen???

Grüße, Bella

cheeech

unregistriert

9

Donnerstag, 28. Juni 2007, 14:57

hallo bella!

hab deinen post tatsächlich überlesen!
und wahrscheinlich schreibst du mir die nachricht wegen dem smilie hinter dem satz mit dem thron!ich gebs zu: :doof:


Irgendwie ist die ganze Sache sehr verzwickt für mich.
Ich will ihm ja wirklich helfen aber unser Verhältnis ist einfach nicht herzlich genug um solch persönliche Themen zu diskutieren.
Ich würde mich einfach nicht gut dabei fühlen. Also versteh mich nicht falsch, natürlich bin ich in der Lage solche Dinge offen anzusprechen und vertrauensvoll mit Ihnen umzugehen nur denke ich auch es ist in dem Fall nicht meine Aufgabe. Ich mag ihn ja, nur würde ich nicht von Freundschaft sprechen wenn ich über unser Verhältnis rede.

Wenn er denn einsieht das er ein Problem hat und sich Hilfe holt dann soll es nicht heißen, du hast mit mir zusammengewohnt, gesehen das ich ein Problem hab und nichts dazu gesagt?

Ich gehe mit Freunden ins Kino. Auf der Staße macht mir ein Vogel auf die Schulter. Ich bemerke es als einziger nicht, nur, dass die Leute sich nach mir umdrehen und lachen, dann wär ich verdammt nochmal sauer auf meine Freunde die mir nichts gesagt haben. :bla:

Ich weiß einfach nicht wie ich das machen soll. Keine einfache Geschichte!

cheeech

unregistriert

10

Donnerstag, 28. Juni 2007, 15:05

ach so, bella!? :tocktock:

Du wohnst ja auch in einer WG! Wie ist es denn bei dir? Du versuchst wohl auch deine Zwänge versteckt zu halten.
Sagen wir deine MItbewohner würden sie bemerken. Wäre es dir lieb sie sprächen dich direkt darauf an?