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21

Freitag, 13. Juli 2007, 14:05

RE: Doris

hallo Doris,

ich kann Ihnen auch nur den dringenden Rat geben, Ihren Sohn der raum zu lassen, den er benötigt.

Sie haben mal geschrieben: " Durch Bücher, eure Meinungen u andere Leute, habe ich mir vorgenommen ihn mehr selbst verantwortlich handeln zu lassen.
Vielleicht hat er bisher das Gefühl gehabt, Mutter macht schon...
Ich versuche immer mehr Vertrauen in seine Fähigkeiten zu haben u muss lernen abzuwarten, auch wenn es mir schwer fällt u ich nicht weiß ob es so wirklich richtig ist."

Ihr Sohn wird allein den Weg gehen müssen, denn das Vertrauen hat er zu Ihnen nicht, da dieses Vertrauen schon viel früher genommen wurde bzw. erstickt. Vertrauen in seine Fähigkeiten zu haben ist von Anfang sehr wichtig, und wichtig gewesen. Er kann nicht Vertrauen, wenn ihm dieses Gefühl geraubt wurde oder erdrückt. Ich vermut, dass Ihr Sohn spürt, dass Sie nicht im geringsten ahnen, was in ihm vorgeht. Aber das ist nicht erst seit heute so, das wird er auch schon viel früher so empfunden haben und da er es so empfunden hat, wird er sich auch Ihnen logischerweise immer verschlossen haben und somit kein Vertrauen haben, da Sie ihn nicht so angenommen haben, wie er es gebraucht hat, nicht wie Sie es gebraucht haben. Ich hoffe, Sie können mich verstehen. Sie sagen, dass Sie versuchen mehr Vertrauen in seine Fähigkeiten zu haben und lernen müssen abzuwarten und wissen nicht, ob dies richtig ist. Verstehen Sie Ihre eigenen Worte? Sie haben Ihren Sohn vermutlich nie mit seinen eigentlichen bedürfnissen gesehen, eben ihm schon viel früher nicht vertraut, auch nicht seine ureigensten Fähigkeiten oder Bedürfnisse gesehen, weil Sie selbst eine definiton davon hatten, was gut ist und was nicht. Darum haben Sie sich auch "so viel übernommen oder abgenommen" - wie sie schreiben, "Mutter macht das schon". Irgendwann wird ihr Sohn begriffen haben, dass egal, was er macht oder nicht macht, Sie machen schon, weil Sie ihm nicht vertraut und wahrscheinlich auch nicht zugetraut haben, weil Sie ihn nicht gesehen haben, emotional gesehen. Ihr Sohn wird sich oft allein gefühlt haben, vor allem emotional. Ich zweifle auch nicht daran, dass Sie Ihren Sohn lieben, die Frage ist, um Ihretwillen oder um seinetwillen. Vielleicht wird Ihr Sohn eben gesprürt haben, dass Sie unsicher sind, unsicher ihm gegenüber, wie soll er sich selbst dann sicher fühlen und wie er soll wahrnehmen, dass er ernst und angenommen wird?

Ich gebe Ihnen den Rat, Ihren Sohn nicht zu bedrängen. In gewisser Weise ist ihr Sohn von Ihnen abhähnig, aber keine gesunden. Wichtig ist, dass Sie veruchen sich selbst zu reflektieren, Ihr Verhalten zu Ihrem Sohn, von Anfang an, versuchen Ihn emotional wahrzunehmen. Ihr Sohn hat einerseits Angst, wegen dieser zwänge, aber genauso wird er sich iHnen anvertrauen, warum auch. sie habe schon vorher seine Bedürfnsise nicht gesehen oder gespürt, wenn er vielleicht Ängste hatte.

Versuchen Sie jetzt nicht, Ihren Sohn zu irgendeinem Verhalten oder Handlung zu bewegen, die Ihnen gut tut, heißt eben therapie oder Klinik. Ich weiß, dass Sie Angst haben, weil für Sie sein Verhalten nicht einschätzbar ist, weil sie das so nicht kennen und einordnen können. Bleiben Sie in seiner erreichbaren Nähe, aber vercuhen Sie auch Ihr Verhalten als Mutter in Frage zu stellen und zu reflektieren, mögliche Handlungen oder Veränderungen ergeben sich von selbst, weil sich Ihr Bild ändert.

Es ist schwer, das verstehe, vielleicht wird sich ihr Sohn selbst informieren oder belesen, vieileicht auch nicht.

Wenn Ihr Sohn spürt, irgendwann, dass Sie ihn sehen wollen, emotional, ncith so wie sie sich das wünschen oder projezieren, dann wird er sich vielleicht angenommen fühlen, und vielleicht Ihnen öffnen. Dann sollten sie da sein, aber Ihm so helfen, wie er benötigt oder verlangt, nicht wie Sie sich das vorstellen.

Sie können mir auch gerne eine Mail schicken, falls Sie Fragen haben oder eben hier posten.

Ich will Ihnen mit meinen Worten nicht zu nahe treten, es kommt darauf an,wie sie das jetzt empfinden oder emotional fühlen und darauf eingehen können.

Liebe Grüße

Anna

Pit-2001

unregistriert

22

Freitag, 13. Juli 2007, 16:09

RE: Doris

Hallo Anna 32,

ob du den Kern bei Doris getroffen hast, muss man abwarten. Man kennt sich ja nur übers Net ein wenig, drum war ich auch sehr vorsichtig.

Aber mich hat dein Brief auf jeden Fall berührt. Tausende davon hätte meine Mutter gebrauchen können. Aber leider ist sie noch nie im I-Net gewesen und mein Bruder hat wohl innerlich zugemacht, alls ihre Sorge um mich, die nur die Sorge um sich war, schlagartig vor einiger Zeit mit dem Entscheid aufhörte, mich links liegen zu lassen. Dabei war ich es sogar, der den Kontakt wollte, die Aussprache usw. , aber gerade das muss die innerlich so zapplig gemacht haben, dass sie die Luken dicht machten, um ihre wohl noch zerbrechlichere Seele zu schützen.

S chhhhh aaaa ddd eeeeeeeeeeeeeeeeee.


Denn wer sowas macht, muss schon ganz schön Angst um sein bisschen Weltbild haben, was durch Gespräche angesprochen werden könnte. Dabei wollte ich nie Ärger oder so. Ich berschäftige mich täglich mit dem Thema und habe längst Vergebensstrategien entwickelt, um nicht durchzudrehen. Trotzdem kaputt ist kaputt.

Kurzum, dein Brief tat mir gut, weil es doch so genau auf meine noch verbliebenden Verwandten passen würde.

Ich grüße dich

Pit

23

Freitag, 13. Juli 2007, 20:43

RE: Doris

Hallo Pit,

ich grüße dich zuallererst auch einmal und danke dir für deine Grüße.

In der Regel ist es meist so, dass die, die verletzt wurden, die Aussprache suchen und wünschen, um nach dem Warum zu fragen, um eine befriedigende Antwort zu bekommen, damit dies alles aufhört, diese ganzen Ängste und Zwänge, dass man endlich frei leben kann und der sein kann, der man eigentlich ist. Man versucht, bemüht sich, versucht entgegenzukommen, ist bereit, um nur endlich Antworten zu bekommen, zu hören, warum man allein gelassen wurde, zu verstehen, woher diese Verlustängste kommen, warum man solche Probleme mit Nähe und Distanz hat, es nicht schafft, Beziehungen zu halten, sich so sehr Nähe und Geborgenheit wünscht, diese aber, wenn diese eintreffen, gar nicht aushält und wieder wegrennt. Ich kann dir aber sagen, dass du diese Aussprache mit höchster Wahrscheinlichkeit nie bekommen wirst, weil du, wie du ja schon selbst festgestellt hast, das Selbstbild deiner Mutter zerbrechen würdest und du ihr zu nah kommen würdest, Nähe, die Sie selber nicht aufbauen konnte und dir damit auch nie geben konnte. Sie selber hat Angst vor deinen Gefühlen, sie fühlt sich bedroht durch dich, in ihrem Selbstbild, in allem. Sie hat deine Gefühle schon als Kind bedrohlich empfunden, hat ja deine Bedürfnisse negiert, nicht angenommen, somit bist du für sie auch jetzt eine Bedrohung. Das Bedürfnis, dass du nach einer Aussprache hast, ist das Bedürfnis, einmal Antworten zu bekommen und ganz tief in deinem Innersten auch von ihr gesehen und endlich angenommen zu werden. Sie sieht dich aber nicht und wird das wahrscheinlich auch nie, weil sie sich dazu mit sich selbst auseinandersetzen müsste, ihr Leben beschauen müsste, ihr Verhalten hinterfragen müsste.
Ich kann dich und deine Bedürfnisse wirklich gut nachvollziehen.

Auch dass du versuchst, Vergebensstrategien zu entwickeln, um nicht durchzudrehen, spiegelt deinen innersten Wunsch wieder, den du logischerweise schon als Kind hattest, und dir auch einfach auch zustand, von ihr gesehen zu werden, angenommen zu werden, einfach geliebt zu werden. Solange du daran festhältst, oder auch festhalten musst, weil das auch eine Überlebensstrategie ist, wird es dir so gehen, wie es dir bisher ergangen ist. Es tut tierisch weh, zu merken, dass die Mutter einem nicht zuhören möchte, nicht da sein möchte, wenn man doch so gerne mit ihr reden möchte, dass sie einem ausweicht. Das tut verdammt weh, und man fühlt sich wieder abgelehnt. Du hast ein Recht darauf wütend zu sein, wütend auf das, was dir in Kindheit wiederfahren ist, wütend darauf, dass du nicht angenommen, allein und nicht gesehen wurdest mit deinen Bedürfnissen. Wut, die du damals nicht spüren konntest, da Gefühle, egal welcher Art, eh nicht verstanden wurden oder gesehen, eher negiert. Heute hast du aber ein Recht darauf, zu fühlen, was dir wiederfahren ist und die Wut auf die Menschen zu richten bzw. auszusprechen, die dich so verletzt und deinen Seele zerstört haben. So kommst du ein Stück zu dir selbst, kannst vielleicht nach und nach spüren, warum du heute so bist, wie du bist, warum du eigentlich damit niemals du selbst sein konntest und warum der Zwang und die Ängste Lebensbegleiter wurden und damit mussten.

Du musst aber deinen Eltern nicht vergeben, nur weil sie deine Eltern sind, das wird immer wieder gerne in Therapien gesagt, dass man seinen Eltern vergeben soll, sie haben es doch nur gut gemeint oder wussten es nicht besser. Viele glauben und meinen, dass sie durch das Vergeben Heilung empfinden können. Ich vergleiche das ganz drastisch damit, als wenn man seinen Vergewaltiger vergeben soll, der auch nicht anders konnte, um dann endlich inneren Frieden zu finden. Das funktioniert aber eben nicht, weil die Seele und der Körper eine andere Sprache sprechen. Das Vergeben, einfach so, ohne es zu fühlen, ohne Erkenntisse, kann nicht funktionieren. Entscheidend ist es, für sich selbst ein Gefühl zu entwickeln, ein Verständnis, für das, was einem wiederfahren ist, und zwar schon früh in der Kindheit und in Jugendjahren, es wahrzunehmen, für seine eigenen Gefühle Partei zu ergreifen, dass, was man fühlt als echt und wahr anzunehmen, um somit auch heute mögliche Manipulationen durch andere zu erkennen, und zu verstehen woher die Zwänge kommen und damit die verborgenen Ängste.

Es ist sehr schwierig, ich kann das immer nur wiederholen und braucht oft sehr viel Zeit.

Ich höre dir gerne weiterhin zu, lieber Pit, du kannst mir gerne weiter schreiben, über all das, was dich bewegt und was du fühlst

Vorerst, liebe Grüße

Anna

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Anna32« (13. Juli 2007, 20:50)


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24

Freitag, 13. Juli 2007, 21:23

RE: Doris

Hallo Anna,

Du schreibst das alles so toll und bei mir ist es auch so gewesen ich finde mich darin auch wieder es war bei mir auch so wie Du es schreibst, das liegt wohl daran das wir alle ähnliches erlebt haben in irgendeiner Weise.

Danke für Deine tollen Beiträge.

Gruß

Hope
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

Pit-2001

unregistriert

25

Samstag, 14. Juli 2007, 14:32

RE: Doris

Liebe Anna32,

ja du hast Recht, so sehr Recht.

Ich weiß all das seit Jahren, ja, ich bin nicht doof :-)

Aber die Härte der Eltern macht einen doof. Immer wieder sucht man die Schuld in sich, immer wieder, immer wieder, weil das Problem ja besteht, weil DIE so kalt sind, so selbstverständlich kalt, dass es ja nur an einem liegen kann.

Wenn ich das was ich darüber weiß, das was du schreibst zusammennehme, kann man nur sagen, wie arm müssen die erst sein, die so jämmerlich an ihrem Selbstbild hängen, dass sie solche Sünden begehen? Aber sie sind ja gar nicht arm, ihr Bild hält und damit preschen sie durch die Gegend.

Alles Katastrophen.

Ja, du hast auch Recht, was das Vergeben betrifft, Vergeben muss nicht bedeuten, ..... usw.


Vielleicht erfahren wir auch über dich noch mehr, denn wie ich mich erinnere, ist deine Emphatie und dein Wissen ja auch nicht aus der Schuldbank gefallen, sondern du hast selbst dies und das erlebt und kämpfst damit.??

Bis auf Weiteres ... ja man bräuchte sehr große Hände, wenn man das Schicksal vieler hier begreifen möchte und das tun möchte, was man glaubt, was jedem gebührte. Manchmal ist es traurig, andere Male auch tröstend, weil man nicht ganz so allein ist.

Liebe Grüße

Pit

26

Mittwoch, 18. Juli 2007, 20:41

RE: Doris

Hallo Pit, vielen Dank fuer deine Antwort. Habe mir auch schon ueberlegt, meinen Sohn mehr in ruhe zu lassen. Bin deshalb auch mal in Urlaub gefahren,nach polen.Ich hoffe er kopmmt dann ein wenig zu sich.der letzte Stand der Dinge war, dass er versprochen hat, sich in muenster nach einer klinik zu erkundigen. Aber meine gedanken sind natuerlich immer bei ihm und mache mir Sorgen, ob er auf grund des geruches aus seiner wohnung nicht eines tages rausfliegt.Was dann?? Koennte den Vermieter sogar verstehen...
Aber muss es wohl oder uebel auf mich zu kommen lassen..ja ich weiss..
Viele liebe gruesse u danke bisher von DORIS

27

Mittwoch, 18. Juli 2007, 20:45

RE: Austausch

danke sehr fuer deine Antwort. Wir koennen gern in Kontakt treten,denn ich bin dankbar fuer jede gute Meinung und Hilfe... Liebe gruesse DORIS

Pit-2001

unregistriert

28

Mittwoch, 18. Juli 2007, 20:51

RE: Doris

tut mir echt leid, Doris, da wähnt man sich hilflos.

Vielleicht kannst du ihm doch helfen, so wie ich dir oder Anna uns usw., aus einer gewissen Distanz, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln un doch ohne dass die Mutter in ihm sichtbar wird, keine Ahnung, klingt ja, als würde ich dir was anhaben wollen. Ist aber nicht so. Ich weiß einfach zu wenig und versuche, etwas sinnvolles zu sagen.

Also erstmal tschüs

sei ihm "Freund" und kein Gramm mehr, außer er wünscht es

29

Dienstag, 24. Juli 2007, 20:32

RE: Doris

Hallo Pit, danke für deine Antwort. Nein, du willst mir doch nichts vorwerfen, so verstehe ich deine Ratschläge wirklich nicht!!
Es ist nur schwer für mich nicht an meinen Sohn zu denken und nicht helfen zu können. Bin wieder in deutsche Land haha und habe etwas Abstand gewonnen, es hat gut getan mal anderes zu sehen. Ja und habe gehört, er war in der Zeit sogar mal in der Disko...Ja ist doch schon mal wieder ein Anfang...Ich denke einfach nicht an seine Wohnung...scheinbar macht er dies auch nicht! Bin gespannt wie es weitergehen wird u hoffe immer auf Besserung.
Viele liebe Grüße Doris

30

Dienstag, 24. Juli 2007, 20:50

RE: Doris

Hallo Anna, ich habe die Antwort von dir mit großem Interesse u auch Tränen gelesen. Ja, es macht mich betroffen, dass aussenstehende merken wieviel ich behüten wollte und dadurch doch nur erdrückt habe. Aber ich bin endlich dabei mich zu ändern, zu warten, meinem Sohn signalisieren: ich bin da!! Jederzeit bereit zu gesprächen..Seit ich ein wenig zu mir selbst gefunden habe, kann ich besser ruhiger warten..
Vielen lieben dank u liebe Grüße Doris

Pit-2001

unregistriert

31

Mittwoch, 25. Juli 2007, 00:44

RE: Doris

Disko ist gut, bringt auf andere Gefühle und Gedanken. Mir hat das immer geholfen.

Alles Gute weiter....

Pit

32

Mittwoch, 25. Juli 2007, 14:51

RE: Doris

Hallo Doris,

es ist schön, dass du dich gemeldet hast. Ich finde sehr gut, dass du versuchst über dein eigenes Verhalten nachzudenken, dass du dich als Mutter hinterfragst. Ich kann dir gleich sagen, dass dies nur sehr wenige sind, die das versuchen. Viele fühlen sich durch die Gefühle und Gedanken der eigenen Kinder verunsichert und angegriffen, als dass sie versuchen ihnen zuzuhören und darauf einzugehen, da sie das ihr ganzes Leben lang nicht konnten. Die Kinder haben es dann eh schon schwer sich zu öffnen, besonders den eigenen Eltern gegenüber, weil sie das Gefühl haben, dass man Ihnen sowieso nicht zuhört, nicht so wie sie es brauchen, vieles abgestritten und negiert wird und natürlich viel Angst dahintersteckt,die Angst, die die Eltern schon in jungen Jahren mitgesät haben. Du wirst die Kindheit, die du deinem Sohn gegeben hast, nicht wieder rückgängig machen können, aber es ist immer ein Weg nach oben offen. Den ersten Schritt, den du ja schon eingegangen bist, ist bei dir selbst zu schauen, welchen Beitrag hast du dazu geleistet, dass dein Sohn so ist wie er ist, kein Vertrauen zu dir hat, sich nicht angenommen gefühlt hat, so wie er es brauchte, seine Fähigkeiten nicht gesehen wurden, ebenso seine Bedürfnisse. Ich finde gut, das du in dich selbst hineinsiehst und nachfühlst, deine Verhalten und deine Handlungen in Frage stellst. Das ist ein langer Prozess, aber notwendig, damit dein Sohn dir auch wieder nah sein möchte. Momentan wird dein Sohn die Entscheidung treffen, wann, wie und ob er Hilfe will und auch von wem. Das kann noch sehr lange dauern, das kann aber auch schnell gehen. Es hängt viel von seinem eigenem Lebensbedürfnis ab und davon, ob er Menschen in seiner Umgebung hat, die auf ihn eingehen können und begleiten, ihm das Gefühl geben, dass er seine Gefühle ernst nehmen soll und kann und das es auch Möglichkeiten gibt, einen Weg zu finden, zu sich zu finden. Aber das kann wie gesagt dauern. Es ist gut, wenn er aber unter Menschen geht, wie die Disko, wenn er somit Dinge macht, die ihm gut tun und für die er sich selbst entscheidet, heißt eben, Entscheidungen, die er aus eigenen Bedürfnissen trifft und so wird es auch mit einer möglichen Behandlung sein.

Versuche ihn ein wenig zu fühlen, wie er Situationen erlebt haben könnte, wie er Ereignisse in der Kindheit erlebt hat, versuche die Sicht aus seinen Augen einzunehmen, um zu fühlen, wie er dich wahrgenommen hat. Dazu musst du natürlich ganz abrücken von all den Erziehungsklischees und vorgepriesenen Erziehungsstilen, einfach nur fühlen, wie er etwas empfunden hat, ein Stück weit seine Ängste und Unsicherheiten fühlen. Ich weiß, dass ist nicht einfach und geht auch nicht so leicht, aber du wirst vielleicht somit auch einiges über dich erfahren und ihm emotional viel näher sein, als dass du es jetzt bist, weil du ihn verstehen kannst, seine Bedürfnisse. Es kann sein, dass dadurch sehr viele unterschiedliche Gefühle an die Oberfläche kommen. Wichtig ist, diese nicht zu verdrängen, sondern ganz bewusst wahrzunehmen, zu fühlen, sie ganz bewusst anzunehmen, eben richtig hochkommen lassen. Es wir vielleicht komisch sein, diese Gefühle bewusst wahrzunehmen und zu merken, was bei dir passiert, aber so wirst du vielleicht ansatzweise erahnen können, was dein Sohn durchgemacht hat, was er fühlt, wie er dich als Mutter gesehen hat. Wichtig ist, dass du es für dich tust, denn so kommst du deinen Sohn vielleicht auch emotional näher, nicht unbedingt gleich persönlich, das braucht seine Zeit.

Dein Sohn wird sich die Zeit nehmen, die er braucht, um etwas zu unternehmen oder auch nicht, dass musst du akzeptieren. Es wird Zeiten geben, da informiert er sich mehr und geht einen Schritt weiter und Zeiten, da wird er nichts tun, weil es ihm einfach beschissen geht und er nicht weiß, was er tun soll und auch an wen er sich wenden könnte. Dein Sohn weiß selbst, dass er das nicht leben möchte, was er gerade lebt, er kann nicht anders, seine Zwänge und damit seine Ängste bestimmen sein Leben, er wird dadurch bestimmt. Fragen, warum er etwas tut, wie seine Wohnung verkommen lassen, aber sich selbst endlos waschen, wird er nie zu deiner Zufriedenheit beantworten, weil er selbst nicht die passende Antwort hat, noch nicht.

Momentan kannst du nicht viel tun, jetzt funktioniert das nicht, das Tun und Bereitsein, das ihm zuhören und annehmen hätte viel früher stattfinden müssen, aber es gibt immer wiegesagt einen Weg weiter und dass was du jetzt machst, ist schon sehr viel, dich zu reflektieren und zu hinterfragen. Ich kann dich darin nur bestätigen, denn das machen wirklich nur die Wenigsten.

Ganz liebe Grüße,

Anna

Pit-2001

unregistriert

33

Mittwoch, 25. Juli 2007, 15:26

RE: Doris

Liebe Anna 32,

dein Beitrag ist wunderbar, hätte ihn irgend jemand die vergangenen 20 Jahre an meine Mutter geschrieben, vielleicht wäre einiges anders gekommen. Es ist genau der Beitrag, den sie bräuchte, aber wer kommt an sie ran. Ich habe ihr schon wunderbare Sachen geschickt.

Weißt du was rauskam?

Es waren 10 Seiten eines Buches, im Sinne deines Beitrages (der allerings nicht zu übertreffen ist :-) )

Sie schrieb damals, als sie nich reagierte, 3 Sätze aus den 10 Seiten zurück, die man wenn man wolllte auch gegen mich anwenden könnte und bedankte sich für das Kanonenfutter. Die restlichen 9 ein halb Seiten wurden einfach ignoriert.

Tja, so ist das.

Danke nochmal dafür, dass du so einfühlsam denken kannst und einiges davon hier abgibst.

Pit

34

Donnerstag, 26. Juli 2007, 14:19

RE: Doris

Hallo Pit,

ich kann dein Gefühl sehr gut verstehen. Ich habe das auch durchgemacht. Ich habe mir immer wieder überlegt, wie ich meine Mutter dazu bewegen kann, ihr Verhalten zu überdenken, zu reflektieren. Was kann ich tun, damit sie mich endlich versteht, versteht, wie es in mir aussieht, dass ich mir so sehr ein Mutter gewünscht habe., eine emotionale Mutter, eine mich liebende Mutter. Ich habe es oft probiert, über verschiedenste Wege, aber jeder endete damit, dass sie sich angegriffen gefühlt hat. Sie hat uns gerne als die Bösen hingestellt, die ihr wehtun wollen. Was soll das, fragt man sich da? Heute habe ich aufgehört damit, weil ich verstanden habe, auch emotional, dass ich machen kann, was ich will, ob ich ihr einen Brief schreiben würde oder Bücher schenken, oder mit ihr zu einem Berater gehen würde. Ich kann mich drehen und wenden, wie ich will, die schönsten wohlklingendsten Wörter suchen, sie hat sich immer angegriffen gefühlt. Was ganz fatal ist, dass sie dann oft die Opferrolle eingenommen hat, und mit einem solchen Menschen nur annähernd zu diskutieren, der ständig diese Rolle einnimmt, geht gar nicht, weil man keine Chance. Letztendlich fühlt man sich selbst wieder schuldig, nur weil man der eigenen Mutter die Bedürfnisse mitteilen wollte und auch, was einem weh getan hat. Diese Menschen fühlen sich oft bedroht. Deine Mutter wird beim Lesen dieses Buches sich wahrscheinlich auch bedroht gefühlt haben und gedacht haben, willst du mir weh tun, weißt du denn nicht, dass du damit deiner Mutter wehtust, weißt du nicht wie schwer das für mich alles ist........? Es ist für sie Angriff, so in der Art, willst du mir sagen, was ich falsch gemacht habe? Du tust mir weh, und um dir das nochmal deutlich zu sagen und spüren zu geben, kontert sie auf ihre Weise. Dein Ziel war aber eigentlich ein ganz anderes. Ich habe gelernt und gefühlt, dass ich nichts tun kann, um das Hirn dieser Menschen zu öffnen, dass sie mir zuhören, für mich da sind. Es liegt wirklich nur bei Ihnen, genügend Anstöße sollten sie bekommen haben, aber sie nehmen uns nicht wahr und warum sollten sie sich selbst hinterfragen oder die Gefühle ihrer Kinder wahrnehmen? Ich hoffe für Doris, dass sie den Mut hat, tief reinzuschauen, damit sie vielleicht irgendwann etwas versteht und wahrnimmt. Sie scheint momentan die ersten Schritte gegangen zu sein und das ist wirklich selten und ich hoffe und wünsche es vor allem für ihren Sohn, dass sie weiter geht.

Ich kann deine Trauer sehr gut spüren, dieses Verzweifeltsein, diese Wut. „Warum Mutter, warum nur, warum hast du mir das angetan, warum, warum muss ich mit diesen Zwang und den Ängsten leben, was hast du mir angetan?“ Wieso hörst du mir nicht zu, wenn ich doch mit dir reden will, über mein Gefühl, warum musste ich immer nur auf deine Gefühle und Bedürfnisse achten? Warum hast du nicht wahrgenommen, wenn ich mich allein gefühlt habe, wenn ich Angst hatte, warum hast du mich nicht einfach in den Arm genommen, mich an dich gedrückt? WARUM!!!
Es macht tierisch wütend, wenn man diese Gefühle rausläßt, und es ist wichtig, diese Gefühle raus zu lassen. Selbst diese Gefühle von Wut mussten wir schon als Kind unterdrücken, unsere Verletzungen aushalten, es hätte auch niemanden interessiert, am wenigsten die Eltern. Die eigenen Eltern haben einen benutzt für ihre Bedürfnisse, weil sie selbst bedürftig waren. Sie haben es aber nicht verstanden, sie konnten das Leid der eigenen Kinder nicht wahrnehmen, weil sie selbst ihre Gefühle und Gefühlswahrnehmungen abgeschnitten haben. Der Zwang ist oft das Einzige, was ein Lebensbegleiter war, ein Überlebensbegleiter. Damals war das auch notwendig, um zu überleben, um dieses Verlassensein, vor allem emotional, die Demütigungen und das Angenommenwerden, auszuhalten. Heute funktioniert das natürlich nicht mehr, weil wir nicht mehr die Kinder sind, aber die Verletzungen natürlich trotzdem da sind, und durch neue Situationen immer wieder erneuert werden, weil wir auch nichts anderes kennengelernt haben, als auf Stresssituationen oder, wenn man von einem Partner verlassen wird, wieder mit dem Zwang zu reagieren, weil der uns damals geholfen, auszuhalten. Heute spüren wir aber den Zwiespalt, merken ganz genau, dass wir das nicht sind. Der Zwang ist wie ein Sprachrohr unserer Seele und unseres Körpers. Und heute fällt es natürlich sehr schwer, dahinter zu schauen, in die Angst reinzugehen, die den Zwang nährt. Viele können noch nicht einmal ihre Ängste zuordnen. Es wird viel verdrängt oder eben sich angepasst. Viele fragen sich, was wäre, wenn man den Zwang nicht hätte,wer wäre man dann?. Das beängstigt auch schon wieder viele. Die Anpassung an den Zwang ist für viele die einzige Möglichkeit, damit zu leben, der Zwang wird integriert, obwohl man innerlich ganz genau spürt, das es nicht richtig ist, aber man versucht den Zwang bzw. die Handlungen auf einem Level zu halten, um einigermaßen lebenswürdig damit zu leben, aber im Grunde ist alles nur Verschleiern. Es ist ganz schwierig.

Ich werde hier mal wieder abbrechen, sonst wird es wieder zu lang....:-)

Vorerst, auch an dich Pit liebe, liebe Grüße

Anna

Pit-2001

unregistriert

35

Donnerstag, 26. Juli 2007, 22:29

RE: Doris

Hallo Anna, es ist so wunderschön, wenn einer das versteht, der es selbst erlebt hat. Danke.!!!

Ein ganz großer Zug von dir, dass du keinen Rat angefügt hast.

Rat ist zwar was Gutes und ich wäre wohl auch dankbar, unter Umständen, aber manchmal ist es einfach so, dass man was auch mal offen lassen kann, und das tut besser als gleich wieder einen Deckel drauf zu machen.

Was musst du durchgemacht haben. .....


Viele liebe Grüße Pit

36

Freitag, 27. Juli 2007, 14:03

RE: Doris

Hallo Pit,

Das Ausmaß dessen, was uns in unserer Kindheit und den Jugendjahren widerfahren ist, können wir meist erst viel später begreifen. Wenn wir uns den eigenen Symptomen, körperlich wie seelisch stellen, wenn wir zulassen, was wir selbst verdrängen mussten. Die Zwänge, egal welcher Art, sind in der Psyche durch die frühesten emotionales Erlebnisse des Kindes mit seinen Eltern verankert. Sie lassen sich oft nicht mit Worten und guten Ratschlägen auflösen, sondern eher und lediglich durch Erlebnisse auflösen, und zwar nicht durch korrigierende des Erwachsenen, sondern vor allem durch Erlebnisse der ganz frühen Angst vor der Verachtung der heißgeliebten Eltern und der darauf folgenden Gefühle von Empörung und Trauer. Bloße Worte, und seien es oft die geschicktesten Deutungen, belassen oder vertiefen die Spaltung zwischen intellektuellen Spekulationen und dem Wissen des Körpers. Ganz entscheidend ist es, sich diesen Ängsten zu stellen, denn das, was wir durchschauen, macht uns nicht krank, weil es in uns Empörung, Trauer oder Ohnmachtsgefühle auslösen darf und kann, das ist wichtig. Diese Gefühle werden aber als bedrohlich empfunden und oft daher wieder verdrängt. In vielen Therapien geht es ja darum, die Angst und somit den Zwang auszuhalten, um zu merken, dass ja doch das Unheil nicht eintrifft, vor dem man so viel Angst hat. Ganz ehrlich, ich finde das absurd, als Therapieansatz eine Angst oder besser gesagt den Zwang auszuhalten, indem man den Zwang unterdrückt, ihm nicht nachgeht, um dann zu merken, war ja doch nicht so schlimm. Aber hinter das eigentlich Gefühl kommt man damit nicht... das Aushalten der Angst, ist ja etwas, was Zwangskranke ja bis zur „Perversion“ gut können, eben durch den Zwang.. schon früh in der Kindheit lernen mussten, darum halte ich diesen Ansatz für schlichtweg falsch. Es ist für mich wie eine Anpassung an den Zwang oder die Angst, um damit besser leben zu können, um es einfacher zu haben, und damit die Therapeuten glücklicher sind. Viele können sich auch nicht an ihre Kindheit erinnern oder bewusst erinnern, weil man damals gezwungen war, den Schmerz und den Zorn zu verdrängen. Deswegen ist es ganz entscheidend, wenn diese Gefühle auftauchen und sie mit den früheren Situationen in Verbindung gebracht werden können. Das ist aber ein langer Prozess und auch immer ganz unterschiedlich. In meinen Augen sollte das Ziel sein, die Begegnung mit dem eigenen Schicksal und die Trauer darüber zu ermöglichen. Das zu erleben, um somit auch zu sich selbst zu finden und die unbewusste Manipulation und die Missachtung der der Eltern bewusst zu erleben, um somit freier zu werden, das ist für mich wesentlich.

Der Zwang für uns ja mit das Quälendste, zeitweise, für manche ganz massiv. Er ist lebenseinschneidend, lebensabschnürend, lebensraubend... er ist aber unser Sprachrohr, so paradox das auch klingen mag, aber das einzig „menschliche“, was uns geblieben ist, um zu überleben, um diese Gefühle von Missachtung, Demütigung, Isolation, Verlassenseinsgefühle, Desinteresse, mangelnder Liebe auszuhalten. Das Bewusstsein darüber hat sich aber im Laufe der Jahre weiterentwickelt und wir wurden uns unsere Zwiespalte mehr und mehr bewusst, unserer Wahrnehmungen, die ja vielen Zwangskranken komisch und beängstigend erscheinen, denen sie nicht glauben, glauben können, der Angst vor einem Selbst, weil man spürt, dass man ja auch nicht man selbst ist. Die Eltern oder auch andere Bezugspersonen haben durch ihr „Un“Verhalten dieses Gefühle gesät, haben den Kontakt zu ihren Kindern verloren, niemals gehabt, haben sie benutzt für ihre eigenen Bedürfnisse. Die Zwangs“krankheit“ ist nur eine Form, mit der der Körper reagiert, es geht mit vielen Erkrankungen einher wie Depression, Bulimie, Magersucht.. überhaupt viele Formen der Sucht, und vieles vermischt sich auch miteinander.

Alles ist menschlich, unsere Ängste, unsere Empfindungen, unsere Wahrnehmungen, sie haben Berechtigung, der Zwang ist die Konsequenz aus dem, was wir aushalten mussten, der Zwang bzw. die Ängste sagen sehr viel aus, es ist ist oft nur schwierig und meist sehr schmerzvoll dahinter zu schauen, denn diese Gefühle, die dabei hochkommen könnten, sind oft so überwältigend, dass sie wieder Angst machen und man glaubt, diese Wahrheit nicht aushalten zu können, das Gerüst der Illusionen von den guten Eltern aufzugeben, das ja oft aufrechterhalten wird, weil man nicht glauben will, dass die Eltern so sein konnten, weil man ja nur diese hatte. Ein Kind würde ja auch nie unbedingt das Verhalten in Frage stellen, ein Erwachsener, der dahinter blickt, vielleicht schon, der versucht, seine Gefühle und Zwiespältigkeiten zu ergründen.

Viele, vor allem unsere Eltern, die davor zurückschrecken, selber Angst vor der Wahrheit haben, können das Geschenk nicht erkennen, die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Kindern etwas zu erfahren, über sich und ihr Verhalten, ihren Kindern näher kommen, was sie bis dahin nie waren. Diese Eltern müssten sich aber wie gesagt frei machen, wie ich das schon mal geschrieben habe, um wirklich offen zu sein für ihre Kinder. Die Realität ist aber eine andere, und das tut natürlich weh, aber um trotzdem an seine eigene Geschichte zu kommen, seine Ängste zu ergründen, brauchen wir nicht unbedingt den Austausch mit den Eltern, die ihn sowieso verweigern, sondern Menschen, die unsere Gefühle und Bedürfnisse ernst nehmen, unsere Ängste sehen, nicht ständig erwarten, dass man verzeihen muss, aber ohne Erkenntnis. Menschen, die uns in unseren Gefühlen und Wahrnehmungen bestätigen und bestärken, all das, was uns ausmacht, ist menschlich. Wir glauben ja oft nicht unseren Gefühlen, können nicht erkennen, wer uns gut tut, wer nicht, egal ob in einer Freundschaft oder Beziehung, wir haben Angst vor dem Verlassensein, Angst etwas zu verlieren, darum wird alles getan, um es zu halten, obwohl es uns nicht gut tut. Der Zwang ist aber stärker, die Angst dominierend, dadurch Manipulationen nicht unbedingt erkennbar. Es ist schwierig, ich weiß das, ich hoffe, man kann mir folgen.

Vorerst liebe Grüße,

Anna

Pit-2001

unregistriert

37

Freitag, 27. Juli 2007, 16:49

RE: Doris

Es ist ganz komisch, wenn plötzlich jemand dasselbe schreibt, was ich immer vertreten habe. Schön! Aber auch komisch.
Auf jeden Fall danke.

Aushalten von Zwängen, wenn es einem von irgendwelchen Zeitgenossen aufgepfropft wird, verstärkt die inneren Traumata. Wie du schon schreibst, das mussten wir ja schon als Kind und es wurde als Trauma in uns angelegt.

Trotzdem stimmt es, dass man mit den dahinterliegenden Gefühlen in Kontakt kommen muss.

Manchmal werden sie offenbar, wenn jemand den Zwang mit
G E W A L T (allein das Wort) unterbricht, aber meistens denkt man
dann nicht über die Gefühle nach, sondern über die neue Gewalt und das erzeugt neue Zwänge.

Als wenn es als Problemlösung nur Gewalt gibt. Und das glauben sonstwie gelehrte Psychologen und deren Anhänger allen Ernstes.
Allein dagegen lohnt es sich ein Leben lang zu kämpfen!!

Als Zwängler wird man da manchmal unsicher, na ja man kämpft gegen die halbe Welt oder mehr.

Viele Grüße erstmal vorab Pit

Ach so mein neuer Roman beschäftigt sich damit intensiv. Wäre er nur schon veröffentlicht, aber er ist noch nicht ganz fertig. Dafür mein kleineres Büchlein, worin es aber vorrangig um andere Dinge geht.

Ach noch was an Anna 32. E-Mail ist mir lieber als PM. Hoffe, du hast meine PM-Antwort bekommen. Danke.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Pit-2001« (27. Juli 2007, 16:58)