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21

Donnerstag, 7. Oktober 2004, 11:29

Zitat

Original von wicht9
Hallo Rose,

Zitat

ich finde es ganz und gar nicht in ordnung zwangshaft zu sein.
FÜR MICH ist es nicht in ordnung!
meine lebensqualität, freude am leben etc. etc. ist dadurch enorm zurückgegangen.


Warum machst Du sie dann? Mache doch einfach mal das, was Du tun magst und da Du Deine Zwänge nicht magst, nicht tun magst, dann fallen diese dann weg! Mache das doch bitte einfach einmal - vielleicht `mal für 2 Stunden nur oder gleich für einen Tag oder für immer!!!


hey!

das geht nicht!
und wenn du wirklich mal unter zwängen gelitten haben solltest, müsstest du das wissen.
man weiss ja, dass zwängler von der sinnlosigkeit ihres handels wissen, trotzdem tun sie es - und tun es immer wieder.. auch wenn sie nicht wollen!
und sie wollen nicht!!
das hat für mich nicht mehr viel mit verstand zu tun, mehr mit angst, die man sonst nicht bändigen kann..
und damit, dass man sich einbildet, man hätte solche "magischen kräfte", d.h. man tut etwas oder tut es nicht und kann damit jemanden oder sich selbst vor unheil bewahren.
das ist alles quatsch, wie schon gesagt, aber man macht es.
ich kann dir nicht sagen, warum.
mit deinen vorgeschlagenen mitteln komme ich leider nicht davon los.


Zitat


Wie kommst Du darauf, daß Du Deine Zwänge so akzeptieren sollst??
Aber die Aussage, daß Du das beim besten Willen nicht können und wollen würdest, finde ich daneben, denn, was ich von Dir hier so raus"höre", finde ich, daß Du Deine Zwänge eben doch akzeptierst, denn, wenn ich etwas mache, dann akzeptiere ich das auch und bin dafür - ansonsten lasse ich es. Wie kann ich etwas tun und es nicht akzeptieren, es zu tun?? Das ist doch ein logischer Widerspruch wohl, oder?


ich akzeptiere meine zwänge nicht.
wenn ich sie akzeptieren würde, hätte ich kein problem damit und würde nichts dagegen zu unternehmen versuchen.
nur ich muss momentan damit leben.
und nicht mal das will/kann ich akzeptieren.
ich wünschte mir, ich könnte es ändern!


Zitat

Warum meinst Du, daß das vom Alter abhängt und scheinbar dann ein älterer Mensch mit Zwängen schöner leben können würde oder wie hast Du das gemeint?[/qupte]

ich meine nicht, dass ein älterer mensch besser mit zwängen leben könnte. aber ich bin 21 und wenn ich "vor mich sehe", sehe ich dass ich noch ziemlich am anfang bin...d.h. wenn ich gesund bleibe, was ich doch hoffe, kann ich noch 60..70.. oder vielleicht sogar 80 jahre oder so leben...
für mein ganzes leben, für alles was noch kommt.. ich würde es nicht unter zwängen leidend ertragen!!

Zitat

Zitat

wieso ist es gelogen?
ich habe doch eine zwangserkrankung!? und ein normaler mensch hätte keine angst z.b. beim trinken aus einem glas und noch weniger würde er auf die idee kommen unheil durch z.b. 7 mal aus dem glas trinken und dann 7 mal auf den tisch stellen abzuwenden.
sorry, ich komme da wohl gerade nicht mit.....


Woher weißt Du das denn alles so genau?? Es kann durchaus alles gelogen sein, was man sagt und auch alles der Wahrheit entsprechen! Nun, dann kann man doch auch das sagen, was man gerne hätte und vermutlich wird es auch dann wahr bzw. ist es schon!! Du magst doch keine Zwangserkrankung haben - dann sage doch auch, daß Du gesund bist! Das wirst Du doch sagen können und, solange Du noch glaubst zwangskrank zu sein und es deswegen unterläßt, wirst Du auch so krank sein - das glaube ich jedenfalls wohl!



wenn ich mir sagen würde, ich wär gesund und nicht zwangskrank, wäre es gelogen!!!
wahrscheinlich würde ich im selben augenblick auch noch zwangsgedanken haben und zwangshandlungen durchführen!
wie blauäugig müsste ich sein?


sorry, wahrscheinlich habe ich mich tausendmal wiederholt, aber ich weiss einfach nicht, wie ich mein gefühl (sonst) beschreiben soll!

zu dem was du alles geschrieben hast...

ich weiss nicht, ob es nicht gehtoder ob ich es einfach nicht kann??

ich glaube, es geht tatsächlcih nicht!
es sind einfach denkfehler oder so, die man hat und die sich weizer entwickelt haben... wie soll sich das einfach so wieder regulieren??


gruß, rose

22

Mittwoch, 27. Oktober 2004, 20:30

Hallo Ani,

Zitat

Original von Ani
ohne Dir in irgendeiner Form irgendwie zu nahe treten zu wollen, aber: kann es sein, daß Du bei der ganzen Sache (Zwangserkrankung) irgend etwas falsch verstanden hast ??

Das ist eine ganz schlimme, schwere Krankheit ...


Die wurde bei mir auch diagnostiziert und mir wurde auch gesagt und wohl irgendwie eingeredet (auch von mir selbst), daß das eine sehr schwere Erkrankung wäre und mir wurden oft Medikamente verschrieben - völlig unnötig wie es nun wohl scheint!!

Ich war 5x in 5 verschiedenen Einrichtungen stationär und noch einmal in einer Tagesklinik, wo ich nur täglich (wie jemand zu `ner Arbeit geht) hin und dann wíeder heim ging!

1992 Bundeswehrkrankenhaus Ulm für 4 Wochen
1997 Luisenklinik Bad Dürrheim für 8 Wochen, dann
Nervenklinik Bamberg für etwa 7 1/2 Wochen und ebenfalls
noch 1997 Brunnenklinik Horn-Bad Meinberg für 10 Wochen
2002 Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim (ZI) für
1 Monat und dann noch in der Tagesklinik der Psychiatrie
beim Stadtkrankenhaus hier in Hanau für 1 - 2 Wochen

Empfehlen für die Behandlung einer Zwangskrankheit tue ich aus meiner Sicht und Erfahrung keine von diesen!!!!
In Ulm wurde nur Diagnose gemacht, die Luisenklinik gab sich wohl viel Mühe (aber mit null Therapieerfolg nach Entlassung), die Nervenklinik war vollster Horror und erlaubte sich z. B. an mir wohl medikamentöse Versuche und Therapien, die an der Grenze des Erlaubten waren bzw. sogar schon diese überstiegen (danach war ich zusätzlich noch medikamentenabhängig, was grauenhaft für mich war und einen sehr langen Entzugsweg für mich bedeutete).
Das ZI arbeitet auch hauptsächlich mit Medikamenten (war aber auch meine Intention weswegen ich dort hinging), sodaß ich eines bekam und nach einem Monat wieder entlassen wurde, obwohl sich durch das Medikament wohl kaum etwas geändert hatte und ich dieses durchaus auch zuhause von meinem Psychiater hätte verschrieben bekommen können!
Außerdem ist das ZI eine Organisation, die unnötigerweise anTierversuchen festhält und diese in Mannheim auch selbst durchführt; hätte ich das vorher gewußt, wäre ich dort wohl kaum hin bzw. hätte dort einiges dagegen unternommen!!
Die Tagesklinik hier wollte mich nach der kurzen Zeit wieder loswerden, da ich da bereits kaum noch Zwänge hatte und das Personal wohl Probleme mit mir, da ich mir unbegründete, widerlegte Autoritätsbefehle wohl kaum so gefallen ließ wie wohl andere Patienten dort!

Dann war ich wohl auch noch bei insgesamt 5 verschiedenen Psychotherapeuten in ambulanter Therapie gewesen!!
Die Stundenzahlen schätze ich mal in etwa so:

- bei einem Psychologen in Bamberg: ca. 30 von 1996 - Anfang 97
- bei einem Psychologen in Gelnhausen ca. 15 - 20 in 1998
- bei einem weiteren in Gelnhausen ca. 15 in 2000
- bei einer Psychologin hier in Hanau (sogar in meinem Wohnhaus) ca. 3 in 2001/02
- bei einer Psychologin aus Wiesbaden in Bruchköbel ca. 30 von 2002 - 2004

Nun, ich glaube, daß man keine Medikamente für diese (selbst erdachte) Krankheit braucht und ebensowenig einen Klinikaufenthalt! Bei mir ist das jedenfalls so gewesen!
Ich bin gesund und das wohl nur, weil ich meinem "Inneren", meinem Gefühl, "Herzen", Spontanietät, der Natur ... gegenüber dem Verstand, dem "Kopp", den Gedanken, Grübel usw. den Vorzug gebe!!

Zitat


Aber eine Zwangskrankheit "einfach so" überwinden zu können, indem man sagt, "ich mache das jetzt einfach nicht mehr", finde ich zu einfach dahingesagt ...


Nun, ich sage das auch kaum einfach so, denn dann fängt mein "Kopp" meistens wieder an, dagegen zu arbeiten - es einfach tun - damit habe ich mich von einem angeblich wohl austherapiertem Erwerbsunfähigkeitsrentner mit Schwerbehindertenausweis, der womöglich lebenslang Serotoninaufnahmehemmer zu nehmen hätte und immer psychisch krank bleiben würde, zu einem Gesunden gemacht!!!
Oder??

Wicht

"Zur Zeit ist Dickdarmkrebs (Colon-Karzinom) eine ernste und oft
tödliche Erkrankung, über die allerorts aufgeklärt wird.
Dass nach mehreren Untersuchungen Vegetarier ein um 80%
geringes Erkrankungsrisiko haben, habe ich jedoch nirgends gelesen.
Dass Nichtraucher ein 80% geringeres Risiko haben, an Lungenkrebs
zu erkranken, führt hingegen zu großen Warnhinweisen auf
Zigarettenpackungen."

23

Donnerstag, 28. Oktober 2004, 09:58

Hallo Wicht

Ich würde dich gerne was fragen. Wir hatten uns auch schon mal unterhalten, erinnerst du dich? Mir gefällt auch deine Einstellung, von wegen nicht zu sehr auf den Kopp zu hören, sondern mehr auf sein Gefühl usw.
Ich habe inzwischen mein Medikament etwas reduziert, was auch bis jetzt ganz gut geklappt hat. Nun fängt das aber wieder an, dass ich Sachen sage, die ich eigentlich gar nicht sagen will. Und das immer dann, wenn ich mich angegriffen fühle.
Bist du verheiratet, oder hast Kinder? Erinnerst du dich, wie ich dir erzählt habe, dass ich nicht möchte, dass meine Familie darunter leidet? Da ging es um eine Geschichte um einen anderen Mann. Nun, das habe ich inzwischen hinter mir, aber das war ja nicht mein eigentliches Problem. Die Probleme liegen ja viel tiefer, wie du weisst. Was denkst du denn dazu, wenn ich Sachen sage, die ich nicht sagen will, weil ich nicht möchte, dass meine Kinder darunter leiden? Ich würde gerne nur meinem Gefühl, der Spontaneität usw, wie du es beschreibst, den Vorzug geben, denn ich glaube, dann wäRe auch ich gesund. Nun ist es aber so, dass das immer wieder unterdrückt wird, weil ich vielleicht einfach nicht in diese Gesellschaft passe, und ich habe aber meine Familie, die ich durch Dinge, die ich sage oder mache, was ich aber auch nicht WILL, verletze.

Das ist immer wieder das gleiche Problem. Wenn man Menschen, die man liebt nicht verletzen will, geht das einfach nicht, nicht auf seinen Kopf zu hören, denke ich mal. Ich würde am liebsten überhaupt keine Medis nehmen (SSRI), aber ohne werde ich dann wieder zu dem Monster, das seine Familie terrorisiert und das möchte ich nicht!!!
Verstehst du, was ich meine? Ich weiss, dass ich kein Monster bin, und die Medis helfen mir, so zu leben, wie ich möchte und ich glaube, das andere ist doch krank, wurde krank gemacht, durch ständige Unterdrückung der eigenen Persönlichkeit, durch die Gesellschaft, die Menschen, mit denen man leben muss, und irgendwann bricht man aus und tut den Menschen weh, mit denen man leben will........

Nun bin ich seit anderthalb Jahren in ambulanter Therapie, wovon ich seit etwa 4 Monaten Psycho-Analyse mache und es kommt einfach nichts dabei heraus, ausser die Medis haben mir geholfen und wenn ich die wieder absetzen will, ich weiss nicht, was dann wieder passiert. Ich habe die Verantwortung über zwei Kinder, die doch vollkommen unschuldig sind, und die ich nicht auch krank machen möchte, so wie meine Eltern es mir angetan haben. Wenn ich aber die Medikamente nicht nehme, dann müssen sie unter meinen Ausrastern usw. leiden. Und das geht einfach nicht!

24

Samstag, 30. Oktober 2004, 19:10

Hallo Rose,

Zitat


das geht nicht!
und wenn du wirklich mal unter zwängen gelitten haben solltest, müsstest du das wissen.
man weiss ja, dass zwängler von der sinnlosigkeit ihres handels wissen, trotzdem tun sie es - und tun es immer wieder.. auch wenn sie nicht wollen!
und sie wollen nicht!!
das hat für mich nicht mehr viel mit verstand zu tun, mehr mit angst, die man sonst nicht bändigen kann..
und damit, dass man sich einbildet, man hätte solche "magischen kräfte", d.h. man tut etwas oder tut es nicht und kann damit jemanden oder sich selbst vor unheil bewahren.
das ist alles quatsch, wie schon gesagt, aber man macht es.
ich kann dir nicht sagen, warum.
mit deinen vorgeschlagenen mitteln komme ich leider nicht davon los.


nun, bei mir war das wohl anders: ich war und bin übrigens immer noch nicht von der Sinnlosigkeit und Falschheit ... von meinen Zwängen, die ich hatte, überzeugt!! Und ich tat meine Zwänge wohl, weil ich sie eben tun wollte (trotdem oder wohl gerade deswegen habe ich unter diesen gelitten - ich mochte sie ja nicht; ich wollte sie eben!!!
Bei mir hat das in der Tat wohl eben mit dem Verstand zu tun!!
Ängste haben bei mir wohl auch mitgespielt, doch waren die mir kaum bewußt und standen kaum im Vordergrund!)

Zitat


wenn ich mir sagen würde, ich wär gesund und nicht zwangskrank, wäre es gelogen!!!
wahrscheinlich würde ich im selben augenblick auch noch zwangsgedanken haben und zwangshandlungen durchführen!
wie blauäugig müsste ich sein?


Die genauere Erklärung hierfür kann ganz schön kompliziert sein und dazu habe ich nun keine große Lust. Nur: wenn ich behaupten würde, ich wäre zwangskrank, dann wäre ich es wohl erstens wieder und zweitens wohl trotzdem evt. gelogen und vielleicht war ich sogar nie zwangskrank!! Vielleicht ist es niemand. Vielleicht bist Du es aber auch ...

Zitat


ich weiss nicht, ob es nicht gehtoder ob ich es einfach nicht kann??

ich glaube, es geht tatsächlcih nicht!
es sind einfach denkfehler oder so, die man hat und die sich weizer entwickelt haben... wie soll sich das einfach so wieder regulieren??


Hast Du denn mal für eine Stunde oder so nur das getan, wozu Du Lust hattest und was Du magst??

Gruß zurück,

Markus

So schrieb der Kirchenpräsident Martin Niemöller einmal:
"Ich entsinne mich, dass ich während eines Urlaubaufenthalts von 1967
im russischen Wald bei Cavidovo zum ersten Mal eine solche
'Hühnerfabrik' gesehen und besucht habe und dass mein erster
Eindruck - und er hat sich später nie geändert - der war: das muss für
die armen Tiere ja schlimmer sein als was wir im Konzentrationslager die
Jahre hindurch haben ausstehen müssen!"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »wicht9« (30. Oktober 2004, 19:29)


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