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TeeTasse

unregistriert

1

Dienstag, 27. Februar 2007, 12:47

Angst vor Entscheidung - Therapie oder Job?

Hallo zusammen,

schon länger lese ich hier im Forum mit, habe mich bisher aber nicht getraut selbst etwas schreiben, weil das für mich bedeutet hätte einzugestehen, das es längst fünf vor zwölf ist.

Ich leide seit meiner Kindheit an Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Angefangen hat alles mit einem Waschzwang und dem Gefühl, das alles um mich herum verseucht ist. Am Ende war es so schlimm, das ich mich noch nicht mal mehr selbst bzw. meine Kleidung berühren konnte und mit abgespreizten Armen durch die Wohnung gelaufen bin (da war ich ungefähr 11 oder 12 Jahre alt).

Durch die Jahre (bin jetzt 24) habe ich den Waschzwang zwar etwas unter Kontrolle bekommen, dafür haben aber andere Zwänge seinen Platz eingenommen. Momentan leide ich besonders unter einem Kontrollzwang, d.h. es fällt mir unglaublich schwer die Wohnung zu verlassen (auch wenn ich alles schon 100 mal kontrolliert habe – also Herd, Fenster, Wasserhähne u.a.).
Schon eine Stunde bevor ich „raus muss“ werde ich sehr unruhig mache meine ersten Kontrollgänge und kann mich kaum noch auf etwas anderes konzentrieren. Dabei bricht mir häufig der Schweiß aus, ich bekomme Atemnot und mein Herz fängt an zu rasen. Wenn ich dann endlich mal aus der Haustür raus bin fühle ich total zerschlagen und doch nicht „sicher“.
Das gleiche passiert auch, wenn ich abends im Bett liege. Ich komme einfach nicht von dem Gedanken los, das ich etwas vergessen habe könnte auszuschalten, ich es im Schlaf nicht merke und dann, z.B. durch einen Kurzschluss, das Haus abbrennt.

Vor zwei Wochen habe ich mich in einer psychiatrischen Ambulanz beraten lassen. Eine ambulante Therapie scheidet aber eigentlich aus, weil sie neben der Ausbildung einfach zeitlich nicht machbar wäre, bzw. ich das Gefühl habe, momentan mehr zu brauchen als nur ein Gespräch einmal in der Woche.
Eine Alternative wäre ein stationärer Klinikaufenthalt mit Verhaltenstherapie. Das Problem ist wie gesagt nur, das ich Ende dieser Woche eigentlich eine Ausbildung beginnen wollte, da ich das Studium (zuviel Eigenverantwortung) nicht mehr schaffe. Ich dachte eine etwas verschultere Ausbildung würde mir den notwendigen Halt geben um es „durchzuziehen“.

Jetzt habe ich das Gefühl mich entweder für die Therapie oder für die Ausbildung entscheiden zu müssen und weiß nicht weiter.

Auf der einen Seite habe ich Angst die Chance auf einen guten Job zu verpassen, auf der anderen Seite weiß ich aber auch, dass es so nicht weitergehen kann und meine Zwänge bestimmt nicht von selbst verwinden werden.
Wenn es schlecht läuft, bzw. ich das Gefühl habe nicht genug Kraft für eine eigene Entscheidung zu haben, werde ich wahrscheinlich den Weg des geringsten Widerstandes gehen und die Ausbildung einfach beginnen.

Für Ratschläge oder Alternativ-Lösungen wäre ich sehr dankbar, weiß aber auch, das eigentlich nur ich diese Entscheidung treffen kann, bzw. sie mir niemand abnehmen kann.

Auf jeden Fall: Vielen Dank fürs Lesen und Zuhören!

Lieben Gruß
TeeTasse

Pit-2001

unregistriert

2

Dienstag, 27. Februar 2007, 13:03

RE: Angst vor Entscheidung - Therapie oder Job?

Hallo Tee-Tasse,

wenn mich jetzt auch einige steinigen, n ein, so schlimm wird es nicht sein, ich denke, dass du zwei Dinge tun solltest, wenn ich mich in deine Lage versetze:

1.) dir eine Therapie an Land ziehen, die dir ambulant hilft. Ziel einer solochen Therapie ist nicht einmmal pro Woche, sondern oft zwei bis dreimal, was man dann später wieder kürzen kann

2.) Die Ausbildung zu beginnen!!!


Ich habe das Gefühl, dass dir die zu eigenverantwortliche Arbeit am Studium die Zwänge verstärkt haben könnte.

Du brauchst Hilfe, aber auch einen klar strukturierten Plan, der dir hilft, Wichtigeres, Lohnenderes zu sehen, als die Kontrollen. Wärst du schon älter, wäre das Ganze auch eine Kraftfrage, aber in deinem Alter denke ich, solltest du den Weg gehen.

Dann hast du ein Ziel, eine Möglichkeit Selbstvertrauen zu tanken und gleichzeitig jemand, der dich therapiert, solange diese "Erste Hilfe" nötig ist.

Lass dirs damit gut gehen, lass dich füllen von den neuen Zielen, blicke nach vorne und vielleicht, können deine gesunden Anteile, dich da rausreißen.

Pit

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Pit-2001« (27. Februar 2007, 13:03)


3

Dienstag, 27. Februar 2007, 13:10

RE: Angst vor Entscheidung - Therapie oder Job?

TeeTasse,

was für ein schöner Name...

Ich kann Deine Hin- und Hergerissenheit gut nachvollziehen.
Da ich aus dem "Osten" komme, ist mir Deine Situation nur zu sehr vetraut, da uns hier nicht gerade die Arbeitsstellen hinterher geworfen werden.

Mein Mann hat auch Kontrollzwang.

Er ist zur Behandlung ambulant behandelt worden.
Und zwar mit einer Einsteigerwoche, in der pro Tag 8 Stunden!!! Therapie gemacht wurde. Nach dieser Woche brauchte er wirklich nur noch die einer Stunde Therapie pro Woche.

Deine Ausbildungsstelle gib bitte nicht weg.
Die Therpeuten legen die Behandlungen so, dass der Patient nicht in Zeitnot gerät. Die richten sich nach Dir.
Und wenn Du nach so einer "Intensivwoche" fragst, kommen sie Dir sicher auch entgegen.

Muss dazu sagen: Mein Mann ist neben der Behandlung arbeiten gegangen, er ist ein hohes Tier in seinem Institut, und da kommt leicht ein 10-Stunden-Tag zusammen. Wir haben alle gezittert, denn er war unser einziger Verdiener und wir haben vier Kinder...
Für die Einsteigerwoche hat er sich Urlaub genommen, damit niemand etwas merkt.
Und bei ihm wars damals fünf nach Zwölf.

Ich stehe Dir für weitere Fragen gern zur Verfügung.

Viele Grüße,
Anna.

TeeTasse

unregistriert

4

Dienstag, 27. Februar 2007, 14:07

Hallo Pit & Hallo Anna,

und vielen Dank für eure schnellen Antworten!

Ja, bevor ich zur Beratung gegangen bin hatte ich auch das Gefühl, das ein „Neuanfang“ durch die Ausbildung mir die nötigen positiven Impulse für eine Therapie geben könnte (wie’s Pit so treffend beschrieben hat).

Leider ist es hier in Österreich sehr schwer einen Kassenplatz für eine Therapie zu bekommen, da es generell zu wenige davon gibt (davor hat man mich auch schon bei der Beratung gewarnt).

Deshalb hab’ ich in den letzten zwei Wochen ziemlich viel rumtelefoniert – leider erfolglos. Gestern war ich dann für eine Erstberatung bei einer „kostenpflichtigen“ Therapeutin. Sie bekommt pro Stunde 75 Euro, von denen höchstens 20 von der Kasse wiedererstattet werden. Für ein Intensiv-Training würde ich pro Tag ca. 400 Euro bezahlen müssen – das kann ich mir einfach nicht leisten.
Ihr Vorschlag war deshalb auch, das ich erst einen von der Kasse bezahlten Klinkaufenthalt mache und dann abschließend einen wöchentlichen Termin bei ihr habe.

Deshalb fühle ich mich im Moment ziemlich hilflos. Selbst wenn ich durch weiteres Rumtelefonieren noch einen freien Platz finden sollte, werde ich mich zeitlich sehr wahrscheinlich nach dem Therapeuten richten müssen - und ob das dann auch klappt, wäre dann wieder von meinen Arbeitszeiten abhängig.

Vielleicht bin ich im Moment auch zu ungeduldig, weil ich gerade ein ziemliches Tief habe und sollte die Hoffnung nicht so schnell aufgeben, doch noch einen geeigneten Therapieplatz zu finden ... .

Lieben Gruß
TeeTasse

5

Dienstag, 27. Februar 2007, 14:22

okay,

das habe ich verstanden.

Was hältst Du davon, trotzdem die Ausbildung anzufangen und dann zwischendurch mal zur stationären Therapie zu gehen?
Wenn es dann gar nicht klappt mit der Ausbildung, dann kannst Du diese immer noch beenden.

Aber meistens gibt es kleine Türchen, von denen Du jetzt noch nichts weißt, die sich öffnen, und dann kommst Du sowohl zur Therapie als auch zur Ausbildung.
Das sind die Dinge, wo ich dann immer sage: Es sollte so sein.

Ist vielleicht einfach zu sagen: Lass es auf Dich zukommen.

Anna.

Pit-2001

unregistriert

6

Dienstag, 27. Februar 2007, 14:37

auswegslos

Liebe Tee-Tasse, ich würde gern etwas Tee eingießen, aber es ist keiner da. So aussichtslos sieht das aus, was du beschreibst. Ich wusste gar nicht, dass man dort von der Kasse keine Therapie bezahlt bekommt, auch wenn man so dran ist wie du. Geht nicht richtig reiin.

Ich verstehe sehr wohl und gut, dass du dich scheust, das alles selbst zu bezahlen.

Hast du denn schon einen Ausbildungsplatz? Und wie lange würde der Klinikaufenthalt dauern?

Wenn sich das nicht ewig hinzieht, kannst du ja auch während dieses Aufenthalts an der Suche nach einer Lehrstelle arbeiten.

Andererseits bin ich mir unsicher, ob dir diese Klinik die Zwänge "wegoperieren" kann.

Dass du die Waschzwänge nicht mehr so hast, sollte dir aber auch zeigen, dass diese Äußerlichkeiten vergänglich sein können, dass . . .
ach was erzähl ich, steht ja tausendfach hier im Forum.

Ich meine, mit etwas Eigenintitative, klaren erfüllenden Zielen, müsste es doch möglich sein, dich erst mal selbst zu managen . . .

Du siehst, ich dreh mich im Kreis. Aber man fühlt sich n icht so allein, wenn man sich nicht allein im Kreis dreht :-)

Du wirst das machen, und wenn du soweit bist, entscheide dich für eine Lösung und suche dann wieder Halt darin.

Grüße von Pit


auch an Anna ;)

TeeTasse

unregistriert

7

Dienstag, 27. Februar 2007, 14:45

Hallo Anna, :))

ja, Du hast recht, ich "verliere" ja nichts, wenn ich zumindest versuche die Ausbildung zu beginnen/zu schaffen. Wenn ich mich jetzt jedoch dagegen entscheide gibt es keine zweite Chance (und der Betrieb gefällt mir wirklich sehr gut).

Ich finde es übrigens ganz toll, dass Du hier als Angehörige mitschreibst!
Ich habe leider öfters erlebt (auch in der Familie), dass das Thema Zwangserkrankungen für nicht selbst Betroffene ein rotes Tuch oder sogar Tabu-Thema ist.

Lieben Gruß
TeeTasse


P.s.

Eure Sicht als Außenstehende hat mir wirklich sehr geholfen, zumal ihr direkt und indirekt ja auch selbst betroffen seid.

TeeTasse

unregistriert

8

Dienstag, 27. Februar 2007, 15:06

RE: auswegslos

Hallo Pit, :))

Zitat

Original von Pit-2001
Liebe Tee-Tasse, ich würde gern etwas Tee eingießen, aber es ist keiner da. So aussichtslos sieht das aus, was du beschreibst. Ich wusste gar nicht, dass man dort von der Kasse keine Therapie bezahlt bekommt, auch wenn man so dran ist wie du. Geht nicht richtig reiin.
Ja, die Therapie-Situation hier hat mich auch überrascht/etwas schockiert. Aber ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben.

Zitat

Hast du denn schon einen Ausbildungsplatz? Und wie lange würde der Klinikaufenthalt dauern?
Meine Ausbildung beginnt schon diesen Donnerstag (habe gar nicht damit gerechnet als Studienabbrecher so schnell eine gute Stelle zu finden). Der Klinikaufenthalt würde genau 8 Wochen betragen, in einer Gruppe von 3-4 Leuten (das ist leider wohl eine ganze Ecke zu lang um sich dafür Urlaub zu nehmen).

Zitat

Andererseits bin ich mir unsicher, ob dir diese Klinik die Zwänge "wegoperieren" kann.
Das ist ein weiterer Punkt. Ein 100 % Garantie auf Heilung habe ich natürlich nicht und dann komme ich nachher aus der Klinik, alles wie vorher - nur um eine Jobchance ärmer.

Zitat

Ich meine, mit etwas Eigenintitative, klaren erfüllenden Zielen, müsste es doch möglich sein, dich erst mal selbst zu managen . . .
Ja, das kann ich mir auch gut vorstellen. Mein letztes, ziemlich chaotisches Semester hat sehr an meinem Selbstwertgefühl genagt, was ich dann wieder mit vermehrtem "zwängeln" ausgeglichen habe. Wenn ich mich jetzt als Azubine ganz gut mache würde mir das bestimmt wieder Auftrieb geben.

Zitat

Du siehst, ich dreh mich im Kreis. Aber man fühlt sich n icht so allein, wenn man sich nicht allein im Kreis dreht :-)
Das hast du schön gesagt. :))

Lieben Gruß
TeeTasse

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »TeeTasse« (27. Februar 2007, 15:10)


tierchen29

unregistriert

9

Dienstag, 27. Februar 2007, 17:58

hallo tee-tasse, :tongue:

deine situation ist wirklich schwierig. ich bin zur zeit in einer ähnlichen situation. ich kann durch meinen waschzwang auch z.z. meinen beruf (tierärztin) nicht ausüben, allerdings gibt es auch andere punkte, weshalb mir mein beruf generell "zu viel" ist. diese ganze verantwortung, sich niemals einen fehler erlauben dürfen usw. diese gedanken haben sicherlich auch etwas mit dem zwang zu tun (thema perfektionismus, angst vor verantwortung ...) deshalb bin ich mir zur zeit etwas unsicher, ob ich mir einen komplett anderen berufsbereich suchen soll, oder ob möglicherweise die intensive therapie der zwänge mit bearbeitung der ursachen (warum angst vor verantwortung ...) mich ev. wieder so weit bringen könnte, dass ich meinen beruf wieder ausüben kann. deshalb fühle ich mich z.z. extrem gelähmt, habe mich aber entschlossen in eine klinik zu gehen bevor ich mich weiter um den beruf kümmere. danach werde ich entscheiden, was möglich ist.

die parallele zu dir sehe ich darin, dass du dein studium aus "zwangsgründen", du schriebst genauso angst vor eigenverantwortung, abgebrochen hast und ich habe mich einfach nur gefragt, ob es nicht sein könnte, dass nach erfolgreicher therapie (obwohl man damit natürlich leider nicht sicher rechnen kann) auch dein studium wieder möglich wäre, das doch wohl vom beruf her deine erst wahl war. die frage ist für mich einfach, ob du nicht einfach nur ausweichst und dies möglicherweise irgendwann bedauerst, spätestens dann, wenn du deine zwänge (vielleicht) doch besser oder gut im griff hast. denn das ist schon möglich. aber ich kenne dich natürlich nicht ...

ich kenne die ausbildungssituation in österreich nicht und weiß auch nicht, wie gut dir vielleicht auch die ausbildung gefällt. ich würde allerdings, wenn ich du wäre, nicht meinen wunschberuf sausen lassen nur wegen der zwänge, zumindest wenn die möglichkeit besteht, dass durch die therapie das studium wieder möglich wäre, und du hast ja noch nie thera gemacht, oder?

ich weiß, das sagt sich immer alles "so leicht" erst recht, wenn man jemanden nicht kennt. deshalb habe ich dir nur meine gedanken geschrieben.

viel glück.

tierchen

10

Dienstag, 27. Februar 2007, 18:56

Mir geht´s halt auch nicht so gut.

Da mein Mann der Betroffene ist, und er der Hauptverdiener, habe ich ganz oft Existenzängste.

11

Dienstag, 27. Februar 2007, 19:07

...schreibe hier weiter...

Und hier im Forum bekomme ich Sachen, die ich meistens fälschlicherweise als Lieblosigkeit meines Mannes einstufe, erklärt.

Das macht mir das Forum lieb und teuer.

Und weil Pit manchmal Schlaflieder singt.

Anna.

12

Dienstag, 27. Februar 2007, 19:07

...schreibe hier weiter...

Und hier im Forum bekomme ich Sachen, die ich meistens fälschlicherweise als Lieblosigkeit meines Mannes einstufe, erklärt.

Das macht mir das Forum lieb und teuer.

Und weil Pit manchmal Schlaflieder singt.

Anna.

13

Dienstag, 27. Februar 2007, 19:07

...schreibe hier weiter...

Und hier im Forum bekomme ich Sachen, die ich meistens fälschlicherweise als Lieblosigkeit meines Mannes einstufe, erklärt.

Das macht mir das Forum lieb und teuer.

Und weil Pit manchmal Schlaflieder singt.

Anna.

Hope

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14

Dienstag, 27. Februar 2007, 20:48

Hallo,

ja es ist nicht so einfach die richtige Entscheidung zu treffen, man muß aber bedenken wenn man die Zwänge schon so lange hat und sie nicht behandelt wurden das es sehr schwer ist sie in den Griff zu bekommen.

Darum denke ich das eine berufliche Alternative ganz gut ist.

Weil man weis leider nicht vorher wie viel Erfolg man mit der Behandlung hat.

Hauptsache man bleibt am Ball und versucht es immer weiter.

Gruß

Hope
Gruß

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http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

Pit-2001

unregistriert

15

Dienstag, 27. Februar 2007, 21:15

e i n Mal, Anna, einmal habe ich ein Schlaflied "gesungen". Ich weiß, du willst auch eines, aber ... keine Ahnung :-)

Ich hoffe nicht, dass du jetzt auch einen Zwang hast, weil dein Beitrag dreimal erschien. Das wäre dann der erste Beweis, dass Zwänge ansteckend sind.

:doof:

ich weiß

Pit

16

Dienstag, 27. Februar 2007, 22:15

Man soll ja nicht fluchen, Pit, und schon gar nicht in der Fastenzeit, aber dieses beschissene Vieh von Laptop wollte meinen Beitrag nicht senden! Bzw. hat ständig gebracht, dass der Beitrag nicht gesendet wurde.

Ähm, ist mir ja auch peinlich, aber Zwänge, da wüsste ich von.

Übrigens - das Knie von meinem Ehegatten ist knüppeldick geschwollen. Den muss ich momentan verarzten, und wir rätseln, was da los ist. Gicht? Schleimbeutelentzündung?
Jedenfalls hat er sich dadurch heute beim Autofahren NOCH mehr gequält, der Arme, und ich bestehe auf einem morgigen Arztbesuch.

Viele Grüße von Oberschwester
Anna.

Hope

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17

Mittwoch, 28. Februar 2007, 00:12

Ja Anna mit so was ist nicht zu spaßen, na wir hoffen das es nichts schlimmes ist.

Ich kenne solch Kniegeschichten meins ist ein einziger Schrotthaufen. :D

Schlaf schön.

Gruß

Hope
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TeeTasse

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18

Mittwoch, 28. Februar 2007, 11:15

Hallo Tierchen, :))

und erst mal vielen Dank für deinen Beitrag!

Ja, ich sehe auch Parallelen zwischen uns. Die Entscheidung gegen das Studium ist mir auch überhaupt ist leicht gefallen und ich knabbere immer noch etwas daran.
Auf der einen Seite habe ich das Gefühl versagt zu haben, auf der anderen Seite war der Entschluss eine echte Notbremse für mich.

Ich muss dazu sagen, das meine schlechte Organisation/Aufschieberietis dazu geführt hat, das mein Mann mir viel Verantwortung abgenommen hat, indem er ständig aufgepasst hat, das ich Termine einhalte, zu den Kursen gehe usw. Das hat die Beziehung stark belastet, da er nicht nur seinen, sondern auch meinen Alltag managen musste (oft stand er kurz vorm „Burnout“). Ohne klare Vorgaben schaffe ich es aus eigener Kraft einfach nicht die richtigen Prioritäten zu setzten und der Zwang gewinnt.

In der Schule hatte ich damals nicht so große Probleme, obwohl die Zwänge ja auch schon deutlich ausgeprägt waren. Deshalb erhoffe ich mir eine positive Stütze durch das „Zwingen“ in einen halbwegs geregelten Alltag. Ich bekämpfe den Zwang also mit einem anderen Zwang. Vielleicht auch nicht gerade das Gelbe vom Ei?

Falls ich mich doch wieder stark und eigenverantwortlich genug für ein Studium fühlen würde - und der Beruf nicht das wahre für mich ist, könnte ich zur Not auch einfach im nächsten Wintersemester wieder einsteigen und weitermachen.

Ich finde es übrigens ganz mutig, dass Du dich für einen Klinikaufenthalt entschieden hast und wünsche Dir ganz viel Kraft für deine Therapie und das sie Erfolg hat!


Hallo Hope, :))

Da stimme ich Dir zu. Eine Garantie auf Heilung habe ich natürlich nicht – besonders weil ich es schon so lange verschleppt habe. Die Therapeutin beim Beratungsgespräch meinte auch, dass meine Zwänge längst kronisch wären und eher schwer zu „knacken“.

Ich denke, ich werde die Ausbildung erst mal frohen Mutes beginnen und mich weiter nach einem geeigneten Kassenplatz umsehen.


und noch mal Hallo Anna, :))

das oft als „Lieblosigkeit“ verstandene Verhalten kenne ich von mir selbst leider auch nur zu gut. Mein Mann nennt es immer „wenn der rote Schleier aufzieht“.

Mittlerweile weiß er aber auch, das ich in diesem Moment nicht wirklich ich selbst bin und vom Zwang beherrscht werde. Wenn er mich in solchen Momenten an den „roten Schleier“ erinnert, hilft mir das sogar manchmal zu erkennen, das es eigentlich keinen echten Grund gibt so wütend zu sein und das an ihm auszulassen. Ich hoffe ich kann mich da noch besser beherrschen lernen. Habt ihr vielleicht auch so ein Codewort?

Übrigens: Gute Besserung für deinen Mann! War er denn heute schon beim Arzt wegen dem Knie?

Lieben Gruß
TeeTasse


P.s.
Pit singt Schlaflieder? Ich hab' gestern Abend gar nichts gehört! ;)

Pit-2001

unregistriert

19

Mittwoch, 28. Februar 2007, 12:31

Schlaflieder

Jetzt, Teetasse, wo alle sagen, ich singe Schlaflieder, bring ich keines mehr raus. Aber so was kennt ja jeder, gell . . .


Zumal ich derzeit nachts auch wieder schlafe. Hatte mal ne Zeit, da drehte ich das ganze um, um die tristen Wintervormittage nciht zu spüren, und so kam das mit den Schalfliedern :-)

Das mit dem "roten Schleier" finde ich gut.
Wenn ich mich mit meiner Parterin über die psychischen Abgründe unterhalte, sagen wir uns auch immer vorher: "Aufgepasst, wir befinden uns nun im Psychokeller, das was wir jetzt sagen und äußern, würden wir uns im Erdgegschoss des wirklichen Lebens nie um die Ohren hauen."

Damit wissen wir, dass wir jetzt offen sprechen dürfen und uns gegenseitig als Psychologen sehen, die an die Wunde dürfen, ohne dass der andere beleidigt ist. Das ist sehr wichtig, weil sonst wohl längst soviel Fetzen geflogen wären und jeder über den anderen beleidigt wäre.

Ich wünsch dir was.

Pit

20

Mittwoch, 28. Februar 2007, 13:32

RE: Schlaflieder

TeeTässchen,

nein, ein Codewort haben wir leider nicht.

Aber es ist eine gute Idee, lass mal nachdenken, wie ich dazu sagen könnte...
Hm.

Keine Ahnung, wird aber sicher noch.

Morgen früh wissen wir mehr zum Thema Knie.
Die Ärztin hat Blut abgenommen, und da werden wir sehen.

Weißt Du, ich fange am 01.04. auch wieder an meiner alten Arbeitsstelle an. Nach einer sechsjährigen Kinderpause, die notwendig war, denn wir haben vier Stück davon, und der sechsjährige ist zudem zu 60% behindert, weil er große Augenprobleme hat.

Ich habe ehrlich gesagt auch eine Heidenangst davor, jetzt als absoluter Oberdussel im Beruf dazustehen.
Schau auf meinen Beruf - da, wo ich anfange, sind alle superschlau und haben eine Riesenerfahrung. Sachen, die ich wieder lernen muss.
Aber das Aufschieben eines Arbeitsbeginns, meinetwegen noch zwei Jahre hinaus, hilft mir ja nicht weiter, denn dann bin ich 8 Jahre aus dem Beruf raus... Ich muss mich JETZT dem Ganzen stellen, sonst war das Studium für die Katz´.
Ich weiß auch nicht, ob ich dann die Doppelbelastung mit Kindern und Haushalt in den Griff kriege, zudem noch mit einem Mann, der 2 1/2 Stunden für den Arbeitsheimweg braucht...

Puh.

Und weißt Du - da kann ich Dich gut verstehen, dass Du Bedenken hast, mit Zwang an die neue Ausbildungsstätte zu gehen.
Ehrlich gesagt möchte ich gern den Kopf in den Sand stecken, aber das verrate ich nur hier.

Alles Liebe,
Anna.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Anna« (28. Februar 2007, 14:20)