Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Samstag, 13. Januar 2007, 23:26

Angst vor einer Einfahrt zu parken

Hallo,

leide seit über 20 Jahren an massiven Kontrollzwängen. Hauptsächlich quäle ich mich mit den "üblichen" Situationen beim Verlassen der Wohnung: Herd, Bügeleisen, Kaffeemaschine, Toaster, Wohnungstür....

Seit einiger Zeit habe ich einen neuen fiesen Kontrollzwang.
Jedesmal wenn ich irgendwo auf der Straße parke, werde ich die Angst nicht los,
evtl. vor einer Einfahrt zu stehen. Dann muss ich mehrmals um das Auto gehen
und immer wieder prüfen, ob ich nicht vielleicht doch eine Einfahrt versperre.
Das geht dann soweit, dass ich manchmal wirklich nicht mehr weiß, ob da nur ein Haus oder änliches ist und nicht vielleicht doch eine Einfahrt.
Kennt das jemand von euch??

Habe mich zu einer stationären Therapie entschlossen, obwohl ich große Angst davor habe. Habe mal eine Verhaltenstherapie gemacht, die mir nicht wirklich was gebracht hat. Die Therapeutin ist mir nach Hause gegangen und wollte mit mir Übungen (z. B. Herd verlassen) machen. Nur leider hat dies überhaupt nicht funktioniert, da ich diese Zwänge in dieser künstlichen Situationen und ihrer Gegenwart nicht hatte. Die Gespräche mit ihr habe ich als angenehm empfunden, geholfen haben sie mir nicht...

Kenne in meinem Umfeld niemanden, der auch nur ansatzweise diese Probleme hat. Deshalb tut dieses Forum einfach nur gut.

Freue mich auf eure Antworten!!
LG Etta

Pit-2001

unregistriert

2

Samstag, 13. Januar 2007, 23:35

RE: Angst vor einer Einfahrt zu parken

Was du über deine Therapeutin erzählt hast, hat mir ein Lächeln abgerungen.

Ansonsten habe ich das Phänomen, völlig andere Zwänge zu haben als du!!

Aber ich habe deine Zwänge als Sekundärphenomen. Also sie schleichen sich an, ich werde aufmerksam, mal mehr mal weniger, aber sie haben nicht genug Gewalt, als dass Sie mich beherrschen wollten/könnten.

Na klar, meine eigentlichen Zwänge sind ja da. Diese sind quasi Hilfszwänge :-)), wie ein Ersatzspieler der ständig mit seinem Einsatz rechnen muss, aber doch meist nur auf der Bank sitzt.

Komisch gell -----

Gruß Pit

3

Sonntag, 14. Januar 2007, 21:31

RE: Angst vor einer Einfahrt zu parken

Hallo Etta,

kann dich gut verstehen.

Wohnung verlassen und Auto abstellen sind auch bei mir zwei Knackpunkte. In der Wohnung treiben mich oftmals die Wasserhähne in den Wahnsinn, gerade so als ob sie sich von Geisterhand wieder öffnen.

Beim Auto abstellen habe ich oft Angst, dass die Handbremse nicht angezogen ist ... oder das Licht könnte noch brennen ... ich kontrolliere den Lichtschalter ... laufe ums Auto ... sind die Lampen wirklich aus? ... oder ein Fenster könnte noch offen sein ... ist die Tür auch wirklich abgeschlossen? ...

Dauert sehr lange bis ich vom Auto weglaufen kann.

Und vor der Fahrt habe ich immer Angst vor einem platten Reifen. Diese Angst ist durch einige Reifenstecher in der Vergangenheit entstanden.

Viele Grüsse
Rolf :)

Hossianna

unregistriert

4

Montag, 15. Januar 2007, 19:04

Hallo,

genau diese Zwänge kenne ich auch...
Man parkt, läuft vom Auto weg.... und dann.. kommt einem auf einmal in den Sinn das man ja vor einer Einfahrt stehen könnte. Man geht zurück, im gleichen Atemzug kann man ja nochmal schauen ob die Fenster und Türen zu sind und ob das Licht aus ist, ob das Radio aus ist oder die Zigarette im Ascher noch brennt..
Zu "Hochzeiten" kostes´t mich das auch enorm Nerven..
Zur Therapie muss ich auch sagen, dass ich schon ein Jahr zur Verhaltenstherapie gehe aber bisher hat sich noch nicht viel getan.. Leider.. :o(
Weiss auch net wie ich jetzt weiter machen soll.. Hats mal jemand mit Hypnose probiert???

LG und alles Gute Hossianna

Pit-2001

unregistriert

5

Montag, 15. Januar 2007, 19:09

Hi Hossianna, wenn du Lust hast, mich würde mal interessieren, was die mit dir in der ergebnislosen VT machen? Willst du dich mal etwas darüber auslassen?

Warum wirkt es nicht, welche Gefühle sind es, die die Therapie unwirksam machen usw.?

Gruß Pit

Hossianna

unregistriert

6

Montag, 15. Januar 2007, 19:20

Hi Pit...

Tja is ne gute Frage.. Also es sind ja wie so oft nicht nur die Zwänge die einen zur Therapie bringen. Bei mir sind es viele Sachen wo ich auf einmal völlig die Kontrolle verliere obwohl ich ja Kontrollzwänge habe. Ich habe Sachen getan die ich net wollte um zu einer Gruppe zu gehören. Mein Selbstwertgefühl ist nicht das Beste und noch nie gewesen.. :o(
Ich mache mir viele Gedanken darüber was Menschen über mich denken ( ja nicht negativ ) usw. usw.. Es sind also einige Therapieansätze nötig..
Tja und ich muss auch sagen das ich sehr faul bin und Ratschläge nicht so sehr befolge, z.B. soll ich Entspannung nach Jakobsen machen aber ich hab einfach keinen Bock.. Manchmal frage ich mich ob ich mich mit meinem Zwang schon abgefunden habe..
Sie ist eine sehr nette Therapeutin aber ich dachte das irgendwas passieren muss, damit mir die augengeöffnet werden oder so, aber bisher waren das immer nur Erfolge von kurzer Dauer..
Nach der Therapiestunde gehts mir eigentlich immer ziemlich gut, ich bin aufgebaut und gut drauf aber das hält net lang an..

Was soll ich da machen...?? Und nun diese Überlkeit.. Auch wenn man es net sagt aber ich würd an manchen Tagen lieber tot umfallen als diese Todesangst zu haben nur weil mir übel ist.. Schon bescheuert aber ich komme nicht dagegen an..

Ups, Pit nun haste aber einiges zu lesen... Hoffe ich höre/lese wieder von dir..

Pit-2001

unregistriert

7

Montag, 15. Januar 2007, 23:35

An Hossianna

Hallo, da bin ich nochmal.

Ja, du hast recht, mich wundert es sowieso, dass die meisten hier nur immer über Zwänge reden, denn Zwänge sind ein Sympthom, dahinter stecken manch andere Dinge, die auch zu Problemen werden können, die in Therapie gehören. Aber was wundere ich mich, ist ja bei mir auch so, dass sich in letzter Zeit Probleme entwickeln, die ..... usw.

Was ich eigentlich von dir erwartet hätte, wäre ein Bericht, über die Verhaltenstherapie, von der du schreibst. Was du schreibst, klingt mehr wie Gesrächstherapie. Ich verstehe unter Verhaltenstherapie immer gleich, eine Therapie, die die Zwänge niederkämpfen will, in die man sich freiwillig begibt und in der man dann Zwänge aushalten lernen muss. Da hätte mich interessiert, wie das bei dir abgeht und warum du "versagst", wie wir alle immer wieder, mehr oder weniger oft.

Ich befürchte jedenfalls, dass die inneren zuständigen Kräfte, wenn sie vom Zwang durch Therapie abgezogen werden, woanders rauskommen können. In ganz anderen Problemen. Man könnte sogar soweit gehen, zu sagen, dass die, die immer nur über Zwänge reden (ich jahrelang eingeschlossen) so sehr verhaftet sind, dass an eine Bewältigung noch nicht zu reden ist. Denn der Zwang ist, glaub ich immer mehr, nciht das Problem, sondern nur ein sehr hartnäckiges Zeichen von darunter/dahinter liegenden Problemen in der Persönlichkeitsstruktur, die oft erst sichtbar werden, wenn man ihn endlich besiegen will oder besiegt hat.

Gut es kann sein, dass das was ich hier sage nur auf einige zutrifft, nicht auf alle.
Dass ist auch noch so ein Punkt, der mich mehr wissenschaftlich interessiert, ob esvielleicht tatsächlich auch Zwänge gibt, die für sich stehen und nichts mit alle dem Kram zu tun haben, von dem ich grad schrieb. 'Wenn das so ist, müssen all die die sowas haben oder in sich fühlen, sowieso viele meiner Kommentare entschuldigen. - Ich wollte nie etwas auf sie überstülpen, aber man geht allzuoft einfach von sich aus. Das kann helfen, weil es authetisch ist, es kann aber andere Gesichtspunkte außer Acht lassen.

Zu deiner Übelkeit: Es gibt ja alle möglichen Erscheinungen von Angst und Zwang. Es gibt Leute, die Angst haben sich zu erbrechen usw. Also das beste ist, wenn du fachmedizi. nichts findest, das ganze als neuen Zwang zu sehen, weniger als bedrohliche Krankheit.

Ich wünsch dir alles Gute, ich kanns auch brauchen zur Zeit, weil ich wieder mal in einer selbstherbeigeführten Verhaltenstherapie mit mir allein bin, und weil sich andere Probleme dazugesellten, die die gleich Schlagkraft haben wie die Zwänge, weil evtl. alles irgendwie von den Ursachen her zusammenhängt. Es sind Höllen, zwei Höllen auf einmal. Also fühl dich nicht allein.

Ich grüße dich Pit

Hossianna

unregistriert

8

Dienstag, 16. Januar 2007, 09:01

Hi Pit,

danke für deine Antwort. Also ich finde definitv auch das nicht nur die Zwänge einen zur Therapie treiben. Ich denke man merkt schon früh ( also so war es bei mir ) das irgendwas mit der Seele und dem Geist nicht im Gleichgewicht ist..
Ich kann dir heute noch Kindheitserinnerungen sagen, wo ich genau mein heutiges Ungleichgewicht hatte nur noch nicht so schlimm und auch schon als Kind darüber nachgedacht habe das irgendwas nicht ok ist und ich mich auch nicht wohl fühle...

Zu deine Frage zur Therapie: Bisher war es eine reine Gessprächstherapie. Heisst wir nehmen meinen Zustand noch auseinander ( seit einem Jahr jetzt ). Sie sagte wir wollen demnächst Übungen bei mir zu Hause machen was die Kontrolle anbelangt, aber ehrlich gesagt denke ich nicht das ich dann auch kontrollieren werde wenn jemand neben mir steht. Da ist ja auch ein gewissen Schamgefühl dabei und auch die Sicherheit da snoch jemand neben einem ist und zur Not noch sieht falls z.B. der Herd noch an ist. Also fällt die Kontrolle flach..

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie das weiter therapiert wird.. Gut, ich gebe ja gerne zu das ich nicht gerade eine große Hilfe für mich selbst bin, da ich diese vorgeschlagenen Übungen nicht regelmäßig mache, aber irgendwann muss es doch mal Klick machen und es muss besser werde??? Also ich habe zumindest noch die Hoffnung..

Du gehst nicht in Therapie oder??

Warum gehts dir momentan schlechter??

Ich drücke dir auf alle Fälle die Daumen das es wieder besser wird und du wieder Kräfte sammeln kannst..

Bis dahin grüßt dich Hossianna

Pit-2001

unregistriert

9

Dienstag, 16. Januar 2007, 15:33

Hossianna

Hallo, danke für die Erklärung.

Zu mir: Ich habe so spezifische Probleme, dass ich weiß, dass ich keine herkömmliche Verhaltentherapie packe.

Aber ich erlege mir das selbst auf und hoffe, jedesmal etwas dazu zu lernen, auch wenn ich wieder aufgebe.

Ich weiß soviel über meine Zwänge, dass ich keinen bla-bla-Therapeuten brauche.

Natürlich bräuchte ich ab und zu einen Menschen, der mich versteht, aber so eine Therapie auf Abruf gibts ja nicht.

Mal sehen, was kommt, momentan nerven mich andere Dinge so sehr, dass ich dafür viell. noch Hilfe brauche, möchte aber jetzt darüber nicht sprechen.

Danke für den freundlichen Austausch, bis auf Weiteres.

Pit

10

Dienstag, 16. Januar 2007, 21:14

Hallo zusammen,

ich danke euch für eure Antworten!

Rolf, Hossianna, speziell die Problematik "Auto verlassen" ist mir wirklich auch sehr vertraut. Vor allen Dingen das mit der Handbremse (Auto könnte ja rollen und ein Kind überfahren....). Hatte heute Abend ein besonders schönes Erlebnis. Mein Nachbar hat mich beim Kontrollieren beobachtet. Normalerweise ist es mir so (bei euch wahrscheinlich auch), dass ich, wenn ich Zuschauer habe, das ganze Procedere möglichst unauffällig gestalte. Leider ist mir dies heute misslungen. Der arme Nachbar hat mich dann völlig irritiert gegrüßt und sich wahrscheinlich gedacht, dass ich einen Dachschaden habe...

In letzter Zeit nehmen diese Zwangsrituale aber auch immer groteskere Formen an. Manchmal muss ich zusätzlich meine Handlung laut kommentieren, manchmal muss ich dabei schon so etwas wie eine Grimasse schneiden. Wirklich sehr beängstigend.

Pit, du scheinst dich wirklich sehr mit dem Thema bzw. möglichen Ursachen der Erkrankung auseinander zu setzen. Mich würde interessieren, welche Zwänge dich so belasten. Oder möchtest du dies lieber nicht sagen? Ist natürlich auch in Ordnung!

Übrigens weiß ich bei mir sehr gut, wodurch meine Zwänge entstanden sind. Bin bereits in meiner Kindheit mit Tod und Krankheit von Angehörigen konfrontiert worden. Soll nicht zynisch klingen, aber Ursachenforschung ist bei mir "zum Glück" überflüssig.

Kürzlich habe ich etwas gelesen, das mich sehr beschäftigt, weil es irgendwie auch auf mich zutrifft: Eine in der Erziehung unverkrampfte Auseinandersetzung mit Themen wie Sexualität, Liebe, Hass führt dazu,
dass Zwangsstörungen gar nicht erst entstehen.

Noch zum Schluss, Hossianna, Muskelentspannung nach Jacobsen habe ich als völlig sinnlos empfunden und hat mich einfach nur gelangweilt.

Wünsche euch alles Liebe!!
Etta

Pit-2001

unregistriert

11

Dienstag, 16. Januar 2007, 23:45

Etta

Habe im Forum schon öfter darüber geschrieben. Veilleicht findest du was unter "Suche", wenn du die Stichwörter Heizungsmonteur und Pit eingibst. Dort habe ich an diesem Beispiel zu erklären versucht, welche Struktur meine Ängste haben.

Ich grüße dich.

Pit

Thema bewerten