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Familie & Partnerschaft: Verständnis für den Zwang

ra1n

Anfänger

  • »ra1n« ist männlich
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Beiträge: 18

Zwangssymptome: Wiederholungszwänge, Kontrollzwänge, Zwangsgedanken (magisches Denken), leichter Ordnungszwang und Waschzwang, Vermeidungsverhalten

Medikament / Dosis: Keine

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: bei Rostock :)

Beruf: z.Zt. erwerbsunfähig

Hobbys: Internet, Natur, Musik, Filme und Serien, Games, ...

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1

Dienstag, 6. Januar 2015, 08:18

Verständnis für den Zwang

Hallo,

Ich leide unter Zwangshandlungen, die mir sehr die Zeit und Nerven rauben. Nicht nur mir, sondern auch dem Familienumfeld. Unter den ganzen Problemen, die so eine Zwangserkrankung mit sich bringt, ist eines am schwersten.

Die Einsicht in die Erkrankung aus der Sicht anderer Menschen. Da wird man oft beledigt oder beschimpft, die Zwänge als "harmlose" Angewohnheiten abgetan und das man sie durch einfaches "Üben" ja schon wieder los werden könnte. Was für tägliche Stress- und Angstsituationen das in einem auslösen und wie man sich dabei fühlt, ist diesen Menschen doch meistens gar nicht bewusst, weil sie es selbst einfach nicht spüren.

Das Selbstwertgefühl leidet zunehmend und man wird z.T auch depressiv, verliert seine Motivation, den Spaß und die Leidenschaft für andere Dinge.

Bei mir ist es vor allem mein Vater, der trotz aller Bemühungen (Info-Broschüren, wissenswertes über die Erkrankung und Erfahrungsberichte sowie Therapiemethoden) immer noch nicht verstanden hat, dass diese Erkrankung auch zum Suizid führen kann. Ja, man kann es ruhig so drastisch deutlich machen. Nein, natürlich möchte ich das nicht, dafür bietet das Leben einfach zuviel und man sollte die Chance nutzen aber die Depression bringt einem solche Gedanken näher.

Umso wichtiger, dass bald mein erster Klinikaufenthalt ansteht, vor dem ich keine Angst habe, sondern auf welchen ich mich sehr freue und versuche mit Vorbereitungen und Zielen mich zu motivieren. Sowas klappt natürlich nicht von selbst, man muss es schon wollen.

Das Problem ... mein Vater z.B versteht diese Krankheit einfach nicht, es ist so deprimierend. Ich lebe zurzeit noch bei meiner Familie und bin auch sehr dankbar für diese, aber wie soll man sich auf eine Therapie und Erfolge freuen, wenn man weiß, dass Angehörige die Krankheit und damit auch den Sinn einer Therapie und die Kraft, die man investiert, nie verstanden haben?

Ich finde das so traurig und es macht mich manchmal echt fertig, besonders in solchen Momenten, wo mal wieder Sätze fallen wie "Kannst du doch einfach ausmachen, den Stecker" oder "wozu so lange das hin und her bewegen, einmal reicht doch".
Das sind so Dinge, die mich dann traurig und wütend zugleich machen, weil mir wieder mal klar wird, dass keiner sieht, womit man eigentlich zu kämpfen hat!


Gerne könnt ihr auch über eure Erfahrungen zu diesem Thema schreiben oder mich kontaktieren, würde mich freuen.
Der Weg aus der Angst führt durch die Angst.

2

Dienstag, 6. Januar 2015, 13:17

Hallo ra1n,

mein Mann hat seid ca 30 Jahren eine Zwangserkrankung und mein erwachsener Sohn auch sehr viele zwanghafte Auffäligkeiten.
Ich kann dich sehr gut verstehen was du meinst, aber ich verstehe auch deinen Vater. Auch ich habe mir sehr viele Informationen aus Bücher , im Internet oder sonstwo geholt, aber man kann das Verhalten eines Zwangserkrankten trotzdem nicht verstehen und begreifen. Du beschreibst viele Dinge und Situationen die ich auch sehr gut kenne.

Man weis als Angehöriger das man den Kranken nicht beschimpfen oder beleidigen soll , aber trotzdem schafft man es oft einfach nicht mehr. Auch ich werde dann irgendwann wütend , weil ich es einfach nicht mehr aushalten und ertragen kann..Auch die Kraft der Angehörigen ist irgendwann zu Ende. Auch wir sind nur Menschen und nicht unbegrenzt belastbar. Ich weiss das er sehr krank ist und wahnsinnig darunter leidet.

Ich fühle mich sehr oft einfach nur so hilflos , wenn mein Mann sich stundenlang kontrolieren muss und nicht mehr aus dem Bad rauskommt. Mich machen seine Verhaltensweisen dann auch sehr traurig weil ich dann auch sehe welchen Leidensdruck er hat. Ich möchte ihm so gerne helfen , aber ich kann es nicht. Eine Therapie möchte er nicht mehr machen.


Ich denke das es deinem Vater ähnlich geht . Es ist oft einfach die Hilflosigkeit und auch weil man nicht weis wie man sich in manchen Situationen dem Zwangserkrankten gegenüber richtig verhalten soll.
Ich weis sehr wohl wie schwer es für euch ist gegen die Krankheit zu kämpfen, ich erlebe es bei meinem Mann täglich. Es ist ein täglicher Kampf gegen den Zwang.
Dein Vater möchte dir bestimmt helfen, aber ich weis auch wie schwer das ist, weil begreifen können Angehörige euer Verhalten einfach nicht .

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für deinen Klinikaufenthalt.

VG
Ostwind

Mic26

Anfänger

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Zwangssymptome: Zwangsgedanken

Medikament / Dosis: Citalopram

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Beruf: Im Büro *gähn*

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3

Dienstag, 6. Januar 2015, 18:50

Hallo Ra1m,

das Problem kenn ich auch obwohl es bei mir fast nur um Zwangsgedanken geht und wenig um Handlungen. Ich versteh dass sehr gut was du meinst. Aber du musst dir versuchen klar zu machen das gesunde Menschen ohne diese Krankheit im Prinzip auch Recht haben wenn sie dir sagen "Du musst das nich 20 mal wiederholen" oderso.

Da haben sie ja Recht damit. Ich meine Versuch eher deinem Vater zu Glauben als deinem Zwang denn das ist der Weg zur Besserung gegen deinen Zwang. Du weist ja das diese Zwangshandlungen zumindest viel zu übertrieben sind. Versuch durch Erfahrungen mehr und mehr Vertrauen in dich selbst zu haben.

Du bist dein Chef und sagst was du machen willst nicht dein Zwang ;)

girasol1991

unregistriert

4

Dienstag, 6. Januar 2015, 19:16

ich kann mich meinen vorrednern bzw. -schreibern an sich nur anschließen.
selbst mir als zwangskranke erschließen sich viele zwangsaspekte meines ebenfalls zwangskranken vaters nicht, wie schwierig für aussenstehende ist, brauch ich dann ja gar nicht erst zu schreiben. ich denke auch, dass viel aus einer hilflosigkeit heraus passiert. gerade unsere eltern, die uns immer geholfen haben und uns mehr als alles andere wohl lieben, müssen mit ansehen wie das kind einer sinnlosen, gar dämlichen sowie irrationalen sache wie dem zwang nachgehen und darunter immens leiden. das entschuldigt nicht das verhalten deines vaters, aber macht es verständlicher.

ich kann dir nur eins sagen: mach all das für dich! sei du selbst stolz auf dich - beglückwünsche dich für jeden noch so winzigen erfolg. aussenstehende können es einfach nicht nachvollziehen.
ich kann mir übrigens vorstellen, dass dein vater trotzdem oder gerade deshalb wahnsinnig stolz auf dich ist, es nur nicht so zeigen kann aus angst oder ähnlichem. und spätestens mit einem erfolgreichen klinikaufenthalt wird auch er stolz sein.

sabrina

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Zwangssymptome: Wasch-, Gedankenzwang

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

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5

Freitag, 9. Januar 2015, 08:56

Ich hatte erst gestern einen Disput mit meinen Eltern.
Ich fragte ob ich etwas bei Ihnen im Nebengebäude abstellen könnte (ich habe keinen Keller etc.) dass ich es bei der nächsten Sperrmüll rausstellen würde.
Mein Vater sagte stelle es doch irgendwo hin ich entsorge es so für dich. Ich sagte, nein Danke, denn ich habe ein Problem wenn du es anfasst. Er meinte, aber du müsstest es doch nicht anfassen, ich sagte aber ich komme wieder zu Euch und werde damit konfrontiert dass du das Ding angefasst hast und etwas weiter verteilt hast. Er meinte, das begreife ich nicht, die Leute von der Sperrmüll fassen es doch auch an, ich meinte, mit den Leuten habe ich aber nie wieder was zu tun.
Das Gespräch wurde immer lauter, dann kam noch meine Mutter dazu und meinte ich würde übertreiben. Und ich habe ihr schon so oft erklärt dass es im Prinzip nicht mit Übertreibung zu tun hat, sondern dass dies die Grundzüge der Krankheit sind. Dann sagt sie immer, ich würde nur alles auf die Krankheit schieben. Ich versuche es dann immer zu erklären, aber es endet dass wir immer lauter werden, dass ich in Tränen ausbreche, oder wie gestern, da ist mir rausgerutscht, wenn das so weitergeht, dann räume ich mich noch weg.
Oft sage ich ihr auch, es ist einfach so und ich möchte das nun nicht erklären, dann sagt sie wieder du willst nur immer nicht darüber reden...., ich erkläre ihr dann, dass ich schon darüber reden würde, aber sie es nicht versteht und die Situation wieder eskaliert.
Vor einigen Jahren habe ich ihr mal angeboten mit zur Therapeutin zu gehen, dass die ihr das besser erklärt, aber das hat sie mehrmals abgelehnt.
Es ist schwer zu verstehen, weil wir es ja selbst nicht verstehen, es hat nichts mit Logik zu tun.
Aber es ist auch schlimm wie man sich uns gegenüber verhält.
Da kommen vorwurfsvolle Sätze:
Dein Zeug (Krankheit) wird immer schlimmer.
Reiß dich doch zusammen.
Was versprichst du dir davon wenn du wieder in die Klinik gehst, das hilft doch sowieso nicht.
Da kann einem nur das arme Kind leid tun, wenn du wieder Wochen weg bist!
Das hattest du doch letztes Jahr noch nicht.
Vom Ex:
räum dich weg
bei H.... hätten sie dich vergast
Schauspielerin
du verarschst mich mit deiner Krankheit

hätte man ein Bein gebrochen, Krebs oder Depressionen, würde man wohl bedauert werden und man würde nach seinem Wohlbefinden gefragt werden, aber so ist es besser man schweigt und erzählt so wenigen Leuten wie möglich davon. Dabei hätte man immensen Gesprächsbedarf. Ich würde oft so gerne normale Leute fragen wie sie dies und jenes machen, weil es mir im Lauf der Zeit einfach abhanden gekommen ist oder ich auch nur unsicher bin wie man dies und jenes macht. Ich beobachte auch gerne Leute um zu sehen wie sie banale Dinge machen und manchmal kommt es bei mir zu einem Aha-Erlebnis, manchmal werde ich aber auch traurig, weil ich weiß ich kann das nicht so tun. Aber manchmal ist es dann ein Ansporn.

upps ist nun etwas lang geworden!
LG sabrina
sabrina

girasol1991

unregistriert

6

Freitag, 9. Januar 2015, 21:36

Sabrina, mir fallen zwei Dinge ein...
1.) Prinzipiell haben deine Eltern ja schon recht. So unterstützen sie deinen Zwang ja.
2.) Das Problem ist die Art und Weise wie sie es dir mitteilen.
Vielleicht versucht ihr mal eine Art Liste oder einen Vertrag zu machen, in dem ihr festhaltet was du aushalten musst und wo sie dir entgegenkommen müssen.

Sommerwiese

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Zwangssymptome: waschen,desinfizieren,dokumentieren,

Medikament / Dosis: Fluexetin, seit 1 Jahr endlich abgesetzt

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

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Beruf: zur Zeit erwerbsunfähig

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7

Freitag, 9. Januar 2015, 22:15

Hallo Sabrina,

also was dein Ex von sich gibt, finde ich unmöglich und vollkommen unakzeptabel, das ist einfach nur destruktiv und verletzend und ich hoffe, du hast sowenig wie möglich oder gar nichts mehr mit ihm zu tun! :thumbdown:

Bei Deinen Eltern lese ich dagegen Hilflosigkeit, Erschöpfung und Verzweiflung heraus, aber keinen bösen Willen (wie beim Ex)

“Dein Zeug (Krankheit) wird immer schlimmer. “-------stimmt ja leider meistens, das ist das Wesen dieser Krankheit.
“Reiß dich doch zusammen. “--------- geht leider nicht, man versucht es ja schon.
“Was versprichst du dir davon wenn du wieder in die Klinik gehst, das hilft doch sowieso nicht.“---------man sollte die Hoffnung nicht aufgeben und bei vielen hilft es ja,sonst würden es die Krankenkassen nicht bezahlen.
“Da kann einem nur das arme Kind leid tun, wenn du wieder Wochen weg bist!“----- Aber du tust es doch auch FÜR das Kind, damit es eine gesunde Mutter kriegt.
“Das hattest du doch letztes Jahr noch nicht.“------Die Krankheit schreitet eben leider unbehandelt immer weiter fort.

Generell fällt es Angehörigen immer schwer, mit lang andauernden Krankheiten umzugehen, das betrifft Depressive und anders psychisch Kranke, aber auch Körperlich Kranke oder Demenzerkrankte nach einer gewissem Zeit genauso.

Die Idee von Girasol mit der Liste finde ich ganz gut, das wäre einen Versuch wert, um etwas zu haben, an was man sich halten kann.

Sommerwiese

sabrina

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8

Samstag, 10. Januar 2015, 00:36

Das mit der Liste ist an sich eine gute Idee. Aber bei meinen Eltern brauchst du mit so etwas gar nicht zu kommen,
sie sind zudem auch schon sehr betagt, wie ich leider auch.
Mit dem "du übertreibst" haben sie ja schon recht, aber bei ihnen kommt nicht an dass dies eine ernsthafte Erkrankung ist und das die Dinge die ich tue das Wesen dieser Krankheit ist.
Als Beispiel:
Jemand mäht Rasen und hinterher schneidet er mit der Haushaltsschere noch die Grashalme um die Blumenbeete herum, sieht zwar schön aus aber ist etwas übertrieben.
Ein Zwängler mäht Rasen und schiebt den Mäher auf der gleichen Bahn mehrmals hin und her, weil er könnte ja einen Halm vergessen haben und dann könnte was passieren, das ist zwar auch übertrieben, aber es ist das Wesen dieser Erkrankung und das kann ich ihnen nicht näher bringen.
Meine Mutter sieht mich eher in der Rolle desjenigen der auch noch die Blumenbeete mit der Schere bearbeitet.

Manchmal denke ich einfach nur "das sind komische Leute".


Bei mir kommt es so an, als ob sie mich gar nicht bedauern, habe ich noch nie gehört, mir wird nur immer alles erdenkliche vorgeworfen.

Für jeden anderen wird Partei ergriffen nur nicht für mich. Aber das hat wohl auch noch andere Gründe....

Momentan kann ich sowieso gar nicht gegen den Zwang ankämpfen, ich lebe nach ihm.
Ich bin gerade am überlegen wieder stationär zu gehen, aber es gibt erstens Wartezeiten für die Klinik und noch ein anderes Problem.
sabrina

9

Samstag, 10. Januar 2015, 14:22

Hallo Sabrina,

ich bin zwar eine Angehörige , aber ich habe durch das Zusammenleben mit meinem Mann und durch Informationen , schon sehr viel erlebt und erfahren von der Erkrankung. Ich verstehe die Verhaltensweisen zwar nicht ( und werde es auch nie) aber ich weis das es eine Erkrankung ist und die Menschen nicht einfach mit den Zwängen aufhören können.

Das gleiche was du von deinen Eltern schreibst , habe ich auch mit den Eltern meines Mannes erlebt. Sie waren auch schon alt und sie haben sich für ihren Sohn und sein Verhalten sehr geschämt. so ein Verhalten gab es in ihren Augen einfach nicht .

Ich habe irgendwann akzeptieren müssen, (mein Mann konnte das nicht ) das ich sie nicht mehr verändern kann und habe versucht meinen Mann zu helfen.
Ich denke auch das es Hilflosigkeit war , sie sind alt und wollten einfach ihre Ruhe haben und sich nicht mehr mit irgendwelchen Problemen ihrer Kinder auseinandersetzen.

Vielleicht solltest du akzeptieren lernen, das du deine betagten Eltern nicht mehr ändern kannst. Sie können die Krankheit und dich nicht verstehen . Es kostet nur unnötige Kraft und Verletzungen . Auch mein Mann hat immer gehofft das ihn seine Eltern verstehen .
Das du noch mal stationär gehen willst , finde ich sehr gut.

Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute .
Habe dir ne PN geschrieben.

LG ostwind

sabrina

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10

Samstag, 10. Januar 2015, 16:05

so ähnlich hat die Therapeutin mir das auch mal gesagt.
Die Eltern werde ich nicht mehr ändern können und ich soll versuchen das Thema oberflächlich zu behandeln.
Aber manchmal wird man gefragt und versucht zu erklären und dann ist man wieder mittendrin.....

Wenn ich sage "DAS hat mit der Krankheit zu tun, dann wird halt weiter gefragt. wenn ich sage " ich möchte
nicht darüber reden, dann wird mir wieder vorgeworfen, ich wäre so komisch usw., das dreht sich dann wieder im Kreis.

Ist halt so!
sabrina

motte

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11

Samstag, 10. Januar 2015, 18:34

Am besten beziehst Du Deine Eltern gar nicht mehr ein.
Stell den Gegenstand halt woanders unter, bis Du ihn entsorgen kannst.
Und wenn Deine Eltern in Zukunft etwas fragen, würde ich auch ehrlich antworten "Ihr versteht das sowieso nicht" und gar
nicht mehr drauf eingehen.
so ähnlich hat die Therapeutin mir das auch mal gesagt.
Die Eltern werde ich nicht mehr ändern können und ich soll versuchen das Thema oberflächlich zu behandeln.
Aber manchmal wird man gefragt und versucht zu erklären und dann ist man wieder mittendrin.....

Wenn ich sage "DAS hat mit der Krankheit zu tun, dann wird halt weiter gefragt. wenn ich sage " ich möchte
nicht darüber reden, dann wird mir wieder vorgeworfen, ich wäre so komisch usw., das dreht sich dann wieder im Kreis.

Ist halt so!

sabrina

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12

Samstag, 10. Januar 2015, 19:36

Bei dem Gegenstand handelte es sich um einen großen sperrigen Römerkindersitz für´s Auto, er war defekt.
Ehrlich gesagt konnte ich ihn nirgends los werden, ich habe keinen Keller, keinen Dachboden, fragte beim Landratsamt/Müll, wohin damit, man sagte mir, evtl. in die Restmülltonne. Da geht er ja nicht mal rein.


Dann meinte man zu einem Wertstoffhof bringen, aber dafür muß ich bezahlen......
Also wenn ich für Müll noch extra bezahlen muß wo ich sowieso kaum Geld habe?!

Ich war schon drauf und dran das Ding auf einem einsamen Parkplatz abzustellen, dann kam mir halt die Idee mit meinen Eltern.
Die haben einen Keller, einen Dachboden, einen Heizungskeller, eine Garage und ein Nebengebäude, aber Platz haben sie bei Anfrage dennoch nie!

So schnell frag ich sie auch nichts mehr! Hoffe ich komme nicht wieder in eine dumme Zwangslage (wie treffend das Wort ist!)
LG sabrina
sabrina

motte

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Samstag, 10. Januar 2015, 22:13

Also bei unserem Wertstoffhof zahlt man höchstens 5 € -manchmal sind die aber auch kulant.
Ich würde es einfach mal versuchen. Oder magst nicht hinfahren, weil es dort viel Müll gibt?
Zur Not im Auto lassen?

sabrina

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14

Sonntag, 11. Januar 2015, 00:21

Jetzt steht ja das Ding im Nebengebäude, wenn der Schnee weg ist und die erste Sperrmüll ist, dann räum ich es auf die Straße!
Es wäre so einfach gewesen. Aber es sollte eigentlich nur ein Beispiel sein zum Themenstarter, wir müssen uns immer erklären und
stossen dennoch auf viel Unverständnis. Selbst bei Menschen denen man schon so oft versucht hat zu erklären, ich habe ein Problem
möchte es jetzt nicht näher erörtern, Punkt.
Schreibt doch mal was bei Euch so alles ankommt?!
sabrina

Sommerwiese

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Sonntag, 11. Januar 2015, 13:46

Ich finde es auch schade, wenn andere uns nicht verstehen, tröste mich aber damit, dass ich es nicht persönlich nehme. Es geht ja allen so, die ein anderes erleben haben als andere. Egal, ob es sich um andere psychische Erkrankungen oder körperliche Unterschiede handelt. Ohne ähnliche eigene Erfahrungen KÖNNEN es andere gar nicht verstehen,auch wenn sie sich bemühen.

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