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Familie & Partnerschaft: Wunsch nach Unterstützung durch Partner

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Waschkröte

Anfänger

  • »Waschkröte« ist weiblich
  • »Waschkröte« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 11

Zwangssymptome: Waschzwang

Medikament / Dosis: Citalopram 10 mg

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

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1

Sonntag, 23. Februar 2014, 22:18

Wunsch nach Unterstützung durch Partner

Liebes Forum,

ich habe heute eine Situation erlebt, die mich traurig gemacht hat.
In letzter Zeit habe ich wieder ziemlich viel geputzt und mir gefühlt eine Million mal am Tag die Hände gewaschen. Vielleicht war einer der Gründe dafür der, dass es bei uns in den letzten Wochen sehr anstrengend war. Sowohl mein Mann, als auch danach meine beiden Kinder waren immer wieder krank, sodass wir im letzten Monat keine einzige regulär ruhige Woche hatten. Letzte Woche bin ich dann auch krank geworden. Inzwischen gehts besser.

In der Zeit meiner Krankheit konnte ich dann auch mal wieder ein bisschen durchatmen. Heute ist es mir dann einmal gelungen, meinem Mann eine Sache mitzubringen, die ich normalerweise nicht anfassen würde, ohne mir dann sofort danach die Hände zu waschen. Die Gelegenheit hatte ich in dieser Situation nicht. Und deshalb war ich ein bisschen stolz auf mich.

Als ich meinem Mann die Sache dann gab, war er gerade etwas motzig drauf. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass er meine Leistung anerkennt. Im Grunde war es für mich eine kleine Exposition. Als ich ihn danach, als er eigentlich nicht mehr so motzig war, darauf angesprochen habe, hat er nur genervt reagiert. Ich habe ihm gesagt, wir müssen nun mal vom Status Quo ausgehen und meine Fortschritte daran messen. Darauf hat er gesagt: ja, ein Status Quo, derselbe seit vielen Jahren.

Ich war so enttäuscht.

Man muss dazu sagen, dass mein Mann sich durch meine Zwangserkrankung sehr eingeschränkt fühlt, und der Meinung ist, dass ich die falsche Therapie mache.

Was meint ihr. Ist es zu viel verlangt, von den Angehörigen Unterstützung zu erwarten? Ich bin ja selbst so oft von mir enttäuscht, und mache mir Vorwürfe, dass ich meine Krankheit nicht aktiver bekämpfe.

Ich würde mich sehr über ein Feedback freuen!

Waschkröte

Sina

Schüler

  • »Sina« ist weiblich

Beiträge: 90

Zwangssymptome: waschen putzen duschen

Medikament / Dosis: nix mehr und das ist gut so!

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Nordsee

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2

Mittwoch, 26. Februar 2014, 11:12

Hallo,
Dieser Wunsch ist m.E. absolut legitim.
Ich mache es außen stehenden gerne an einem Beispiel klar.
Wie würde man sich verhalten, wenn wir im Rollstuhl sitzen würden?
Würde man uns die Krankheit vorhalten?
Wäre man stolz über Gehversuche?
Vielleicht hilft dir das.
Alles Gute
Sina

Sandra

Schüler

  • »Sandra « ist weiblich

Beiträge: 84

Zwangssymptome: Wasch.-Kontroll.-Ordnungs.und Putzzwang,Zwangsged.

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Deutschland

Hobbys: Kochen,Sport

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3

Mittwoch, 26. Februar 2014, 18:38

Hallo,

es ist gut nachvollziebar das du dich über ein Lob sehr gefreut hättest aber du solltest es deinem Mann nicht übel nehmen wenn er dir dieses verwährt hat. Du kannst selbst auf dich Stolz sein und diesen Erfolg kann dir niemand streitig machen. Für Angehörige ist ein Zusammenleben mit uns oftmals nicht einfach und dennoch, dein Mann steht zu dir und hinter dir und das ist es doch was zählt oder!? Nimm deinen Erfolg und baue darauf auf.

Liebe Grüße
Sandra

girasol1991

unregistriert

4

Donnerstag, 27. Februar 2014, 16:12

Hallo,

ich muss Sandra zustimmen, für unsere Angehörige ist es ebenfalls nicht leicht. Ihnen ist häufig gar nicht klar, was Kleinigkeiten für eine Anstrengung bedeuten können. Um ehrlich zu sein glaube ich auch, dass ein recht gesunder, normaler Mensch gar nicht die Vorstellungskraft besitzt um sich das vorzustellen. Vielleicht versucht dein Mann Abe auch den Zwang möglichst zu ignorieren, weil er selber langsam erschöpft ist...

Ich glaube auch, dass man (auch bei physisch erkrankten Menschen) manchmal einfach keine Lust auf die Einschränkungen hat und nicht ständig rücksichtsvoll sein will. Bei jemandem im Rollstuhl kann man nie so Party machen wie mit jemandem der gehen kann...

Trotz allem verstehe ich dein Bedürfnis nach Lob, nur vielleicht musst du lernen dich selber zu loben und stolz auf dich zu sein, egal was die anderen sagen. Ich darf mir häufig anhören, wenn ich erzähle, dass mir gerade alles zu viel wird und ich recht viel waschen muss aufgrund des Zwanges, dass jeder ja so seine Probleme hat und jeder das managen muss. Ebenso darf ich mir anhören wie schwierig doch das duale studium meiner cousine ist oder was für ein super schlauer mein bruder doch ist, und ich denke mir so oft: leute seht ihr nicht wie sehr ich kämpfen muss um alles irgendwie einigermaßen zu regeln?! Ihr könnt mich doch nicht mit jemandem vergleichen der komplett gesund ist?! Und doch machen sie es...ich begreife langsam, dass es wohl immer so sein wird, dass meine verwandten mich nicht dafür anerkennen wie gut ich alles schaffe, aberbdas heißt doch noch lange nicht, dass ich nicht verdammt nochmal stolz sein darf, dass ich heute morgen aufgestanden bin obwohl ich so depressiv war, dass ich mein einfaches, schlichtes studium schaffe obwohl ich regelmäßig nervlich am ende bin aufgrund des zwanges oder das ich es geschaff habe einkaufen zu gehen ohne alles abzuwaschen nachher. Ja für andere ist das vllt banal, aber für mich ist es so viel und ich bin stolz es zu schaffen!!!

Lobe dich selber!!! Und sei verdammt nochmal stolz auf dich, vielleicht kannst du dann auch eher akzeptieren, dass dein mann esmomentan nicht ausdrücken kann (warum auch immer)

Waschkröte

Anfänger

  • »Waschkröte« ist weiblich
  • »Waschkröte« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 11

Zwangssymptome: Waschzwang

Medikament / Dosis: Citalopram 10 mg

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

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5

Sonntag, 2. März 2014, 20:18

Hallo zusammen!
Vielen Dank für euere Antworten! Gerade heute tut es mir gut, sie zu lesen, weil es heute wieder eine ähnliche Situation mit meinem Mann gab.

Ich bin mir sehr bewusst, dass die Krankheit für die Angehörigen manchmal kaum zu ertragen ist. Ich möchte Verständnis für ihn haben, und versuche immer, bei solchen Bemerkungen von ihm nicht zu empfindlich zu sein. Aber manchmal gelingt es mir einfach nicht.

Manchmal ist mein Mann so positiv, dann reicht ein einziger humor- und liebevoller Kommentar von ihm, dass ich mit einer schwierigen Situation besser oder sogar gut zurechtkomme. Aber das kann ich von ihm nicht verlangen, dass er immer so zu mir ist. Es muss aus ihm selbst herauskommen, ansonsten würde es auch nichts helfen.

Ich habe übrigens gestern mit meiner Therapeutin ausgemacht, meine Citalopram-Dosis wieder auf 20 mg zu verdoppeln. Ausserdem haben wir besprochen, dass ich unbedingt versuchen muss, mein Stresslevel zu vermindern. Mir ist klargeworden, dass ich dafür andere Sachen eben nicht machen kann. Diese Prioritätensetzung wird mir schwer fallen. Aber ich bin das meiner Familie schuldig.

Ich hoffe sehr, dass ich das schaffe!

Waschkröte