Sie sind nicht angemeldet.

Kontrollzwang: Meine Kontrolzwänge

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Freitag, 4. Oktober 2013, 17:22

Meine Kontrolzwänge

Hallo,

am Montag muss ich in den Außendienst, ein Büro bei einem Kaff. Nun kriege ich schon heute Schweißausbrüche, weil dort ein alter Herd in der herabgekommen Küche steht, der auch noch funktionsfähig ist. Ich bin ganz alleine. Weiß nicht wie ich das Überwinden soll...

Quovadis

unregistriert

2

Montag, 7. Oktober 2013, 11:24

Dann berichte doch mal heute Abend, wie es gelaufen ist.

3

Montag, 7. Oktober 2013, 19:42

Naja, wie ist es gelaufen...enorm stressig. Habe mit dem Handy den Herd gefilmmt. Selbst das konnte mich nicht wirklich beruhigen.

In einem anderen Thread hatte ich bereits berichtet, dass bei mir auch kein Medikament wirkt...

Quovadis

unregistriert

4

Dienstag, 8. Oktober 2013, 00:02

Prima, hat dann doch alles geklappt, oder?

Katastrophe ausgeblieben!

5

Dienstag, 8. Oktober 2013, 21:52

Das die Krankheit nicht mal im weitesten etwas mit Logik zu tun hat, wissen wir ja alle...

Mir macht nur sorgen, dass kein einziges Medikament überhaupt wirkt. Paroxetin, Venlafaxin, Tianeurax, usw. zuletzt Citalopram. Nehme seit ca. 6 Wochen 20mg Citalopram ein. Ich habe nicht malbewegs eine (Neben-)wirkung gespürt. Bin nun mal eigenmächtig auf 40 mg rauf seit paar Tagen und ich spüre nicht mal etwas ansatzweise.

girasol1991

unregistriert

6

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 16:03

Hallo,

die Krankheit hat nichts mit Logik zu tun, aber basiert auf lerntheoretischen Ansätzen, deshalb ist es überhaupt möglich und sinnvoll mit Expositionsübungen zu therapieren. Je häufiger du solche Erfolge (also das Ausbleiben von Katastrophen, Befürchtungen, etc.) erleben wirst, desto besser wird es mit der Zeit werden. Das dauert lange, aber dein Körper und auch dein Kopf werden lernen, dass die Anspannung nach einiger Zeit nachlässt und die Katastrophe ausbleibt. Einfacher wirds, wenn man sich solche Zusammenhänge und vorherige Erfolge regelmäßig und vor allem in schwierigen Situationen vor Augen führt. (Beispiel: Ich musste eben Wäsche waschen und die Wäsche war in meinen Augen dreckig, nicht das bakterienmäßige dreckig, sondern mein persönliches, gefühltes dreckig. Nun ich wollte mich erst davor drücken, aber hab dann versucht mir klar zu machen, dass nichts passieren kann, bisher nie was passiert ist und ich danach nicht sterben werde und joah hab die Wäsche eingesteckt und - oh Wunder, oh Wunder - ich lebe noch und die Anspannung ist nur noch ganz, ganz leicht).

Ich verstehe um ehrlich zu sein immer noch nicht, wieso du so darauf aus bist, dass ein Medikament bei dir wirkt. Dadurch machst du dir nur zusätzlichen Stress und ich fürchte, dass je verbissener du darauf aus bist eine Wirkung zu spüren, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit, dass du überhaupt etwas merkst.
Hatte damals ja glaube ich bereits gesagt, dass man die Wirkung meist gar nicht spürt, ich habe es erst gemerkt als ich nach ca 1 1/2 Jahren von 60mg Paroxetin auf 20mg langsam runterdosiert wurde. Es ist ja nicht so, dass der Zwang dann weniger wird oder sich das Verhalten auf einmal komplett ändert, sondern dass man vielleicht ein wenig 'gelassener' wird und die depressiven Anteile nachlassen. Ich habe weniger geweint und war nicht mehr so Dauertraurig, aber auch das hab ich selber kaum gemerkt, sondern wurde mir vor allem durch mein soziales Umfeld wiedergespiegelt.
Bei dem eigenständigen Hochdosieren (genauso wie dem Runterdosieren) wäre ich vorsichtig, nachher geht der Schuss mal nach hinten los und du spürst vielleicht doch was und zwar einige der definitiv nicht angenehmen Nebenwirkungen.

Liebe Grüße,
girasol

7

Montag, 28. Oktober 2013, 18:40

Hallo,

naja ich habe schon mal eine Verhaltenstherapie gemacht, die ab einem bestimmten Zeitpunkt gestockt hat, weil wir nicht mehr weiter kamen. Deshalb lege ich Hoffnung auf Medikamente. Ich erwarte mir ja kein Wunder von Medikamenten, sondern eher ein Zeichen, das vom Gefühl her etwas, auch wenn nur ein bisschen, anders ist als sonst. Ich denke, dass ist Minimalansatz, dass ich an die Medikamente stelle.

Jetzt bin ich schon bei 40mg Fluxoxetin hoch und habe so gut wie nichts gespürt. Nur mal zwei Nächte nicht gescheid geschlafen, dass war's auch schon wieder.

Meine Neurologin weiß auch nicht mehr weiter. Die Medikamente, die nicht dafür gedacht sind, wie Ability will sie mir nicht verschreiben, weil sie nicht wohl aus mir nicht ein Versuchskaninchen machen will.

Unter Druck, dass die Medikamente wirken müssen, setze ich mich auch nicht. Ganz im Gegenteil, ich bin habe jedes mal die Überzeugung, dass es nun wirken wird, ohne das ich frustriert bin, dass wenn es nicht wirkt.

Weiß wirklich nicht mehr weiter, was ich noch tun kann.

Sandra

Schüler

  • »Sandra « ist weiblich

Beiträge: 85

Zwangssymptome: Wasch.-Kontroll.-Ordnungs.und Putzzwang,Zwangsged.

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Deutschland

Hobbys: Kochen,Sport

  • Nachricht senden

8

Montag, 28. Oktober 2013, 19:49

Hallo Tilo,

hast du denn schon mal eine stationäre Therapie in Betracht gezogen? Wie lang nimmst du denn jetzt das Medikament schon ein?

Liebe Grüße
Sandra

girasol1991

unregistriert

9

Dienstag, 29. Oktober 2013, 15:03

Tilo, also ich würde dir dennoch raten nochmal eine Therapie in Betracht zu ziehen. Nur weil es einmal nicht geklappt hat, heißt es nicht, dass es nie wieder klappen wird. Außerdem liegt die Rückfallquote bei einer reinen medikamentösen Therapie bei 70-80% meine ich mich zu erinnern.
Wie wäre es, wenn du dich über andere Therapiemöglichkeiten mal informierst? Es muss ja nicht zwangsläufig eine Verhaltenstherapie sein, es gibt ja noch zig andere Methoden, Maßnahmen, Ansätze etc.
Auch wenn du etwas anderes beschreibst, glaube ich irgendwie trotzdem, dass du dich im Unterbewusstsein so sehr unter Druck setzt, dass es nicht läuft.


Wg. Ability (?) oder wie das heißt, ich habe da von Leuten gehört, bei denen das wohl gut wirken soll - das nur mal am Rande.

Weiterhin, alles Gute!

10

Dienstag, 29. Oktober 2013, 19:31

Eine stationäre Therapie bringt bei mir nichts. Dieser Meinung ist meine Ärztin, weil es genau das Gegenteil bewirken würde. Ich habe zum Beispiel berufliche Existenzangst. Je mehr ich ausfalle, desto mehr hätte ich Angst meinen Job zu verlieren. Der geregelte Tagesablauf, wie bei einem "normalen" Menschen, tut mir mehr gut, als stationäre Therapie, in der man weiß, dass jeder weiß, was ich habe und daher keine Angst haben muss vor "Lebensfehlern".

Sandra

Schüler

  • »Sandra « ist weiblich

Beiträge: 85

Zwangssymptome: Wasch.-Kontroll.-Ordnungs.und Putzzwang,Zwangsged.

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Deutschland

Hobbys: Kochen,Sport

  • Nachricht senden

11

Dienstag, 29. Oktober 2013, 20:04

Hallo Tilo,

habe ich es jetzt richtig verstanden das du ausschließlich auf eine medikamentöse Therapie setzt?

Liebe Grüße
Sandra

12

Dienstag, 29. Oktober 2013, 21:29

Nein. Ich hatte mal eine Verhaltenstherapie begonnen. Nur wir kamen ab einem bestimmten Punkt nicht mehr weiter. Deshalb hieß es, ich brauche medikamentöse Unterstützung in Kombination mit einer Verhaltenstherapie.

Von einer stationären Behandlung hielt der Verhaltenstherapeut in meinem Fall auch nichts.

Ich weiß, dass ich die Kraft habe, diese Krankheit zu besiegen. Das sage ich nicht nur so, sondern sage das als jemand der von 115 kg auf 80 kg abgenommen hat in 6 Monaten. Die Energie und Kraft habe ich. Nur ich brauche diesen letzten Schubser, der nicht mit Verhaltenstherapie kam. Nur mein Pech ist, dass kein Medikament bei mir auch ansatzweise nicht wirkt. Und Psychose-Medikamente wie Abilify, die zwar auch bei Zwangskrankheiten wirken, möchte meine Neurologin, der ich übrigens vertraue, weil sie sich sehr um mich bemüht, nicht aufschreiben, weil es bei mir nicht noch so weit ist. Ich kann arbeiten gehen, auch wenn mit Hindernissen durch den Zwang und habe auch noch paar Freunde, mit den ich was Unternehmen kann. Soll heißen, ich bin noch im Leben "mitten drin".