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Lara

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1

Mittwoch, 7. August 2013, 12:19

volle Erwerbsminderungsrente

ich hab eine Frage!
Ich habe eine volle Erwerbsminderungsrente diese bis 2015 gezahlt wird!
Nun möchte ich aber Zuhause ( bei meinen Eltern ausziehen)
das Sozialamt hat mich zur Jobcom geschickt! Diese sagten mir Gestern dann am Telefon das wenn ich eine Wohnung in Aussicht habe ich mit dem Schreiben das der Vermieter ausstellt zu denen kommen soll - und die Jobcom überprüft dies! Sollte die Wohnung für mich in Frage kommen müsse ich einen Antrag auf Arbeitslosengeld 2 stellen!! Jetzt habe ich aber Angst das die Jobcom mich dann trotz meiner Rente mit Jobangeboten nervt - denn durch meine Zwänge und Panikatakken und was ich noch alles so habe - kann jeder Tag anders bei mir ausschauen, und ich könnte überhaupt keinen Job von 3 STUNDEN am Tag zusagen!
Weiss da jemand ein bissel mehr drüber?

vielen lieben Dank!

Sina

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2

Freitag, 9. August 2013, 14:30

hallo,

ich nehme mal an jobcom ist die arge?
Dann wäre sie sowieso nicht zuständig! Bin auch voll erwerbsgemindert und du hättest dann keinen Anspruch auf ALG2, sindern Grundsicherung nach SGB12! Das wiederum ist abhängig vom Einkommen Deiner Eltern. Wie alt bist du? Gibt es gesundheitliche Gründe für den Auszug? Wie hoch ist die Rente? Wieso nur bis 2015?
So kann man das schlecht beantworten.

LG
Sina

3

Dienstag, 13. August 2013, 20:11

Als Fachmann kann ich hier konstruktiv helfen.

Bei der vollen Erwerbsminderungsrente gibt es zwei Varianten. Beim lesen müsst hier hierbei gut auf das Wort "...wegen verschlossen Arbeitsmarkt" achten.

1. Volle Erwerbsminderungsrente aus rein medizinischen Gründen

In diesem Fall hat der medizinische Dienst der Rentenversicherung entschieden, dass das tägliche Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt unter drei Stunden liegt. Diese Rente kann befristet oder und befristet sein. Sollte Sie befristet sein, ist das Sozialamt zuständig. Sollte Sie unbefristet sein, ist das Grundsicherungsamt zuständig. Bei rein medzinischen Gründen der Bewilligung braucht man keine Sorge haben, dass man vermittelt wird.

2. Volle Erwerbsminderungsrente wegen verschlossenen Arbeitmarkt

Hierbei ist man medizinisch gesehen, nur teilweise erwerbsgemindert, weil der medizinische Dienst entschieden hat, dass das Leistungsvermögen zwar unter 6 Stunden, aber noch mindestens 3 Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ist. Das heißt, man kann noch täglich ca. 3 Stunden theoretisch mit diesen Leiden arbeiten.

Aufgrund der heutigen Arbeitslosensituation gewährt der Gesetzgeber jedoch dennoch die volle Erwerbsminderungsrente, da der Teilzeitarbeitsmarkt als verschlossen gilt. Ziel ist es damit, eigentlich den Bezug von Sozialhilfe zu vermeiden (Statistik verschönern) und dem Betroffenen quelereien zu ersparen.

Sollte jedoch diese volle Erwerbsminderungsrente wegen verschlossenen Arbeitsmarkt nicht ausreichen, kann man natürlich Sozialleistungen beantragen. In diesem Fall jedoch ist wiederum das Jobcenter (nicht Sozialamt, nicht Grundsicherungsamt) zuständig. Für die ist jedoch der Leistungsempfänger ein Dorn im Auge, weil er in der Statistik als Arbeitsloser auftaucht. Das Jobcenter erwartet dann, dass man sich um eine Teilzeitstelle bemüht, in der Hoffnung, dass man eine Stelle bekommt. Sollte man dann eine Stelle bekommen, ist das Jobcenter einen los. Damit nicht genug, man ist dann auch die volle Erwerbsminderungsrente wegen verschlossenen Arbeitsmarkt öps. Wie bereits gesagt, kriegt man diese in diesem Fall nicht aus rein medizinischen Gründen die volle Erwerbsminderungsrente, sondern weil man pauschal davon ausgeht, dass keine Teilzeitstelle zu finden ist mit dem restlichen Leistungsvermögen. Und wenn man dann eine hat, ist die Berichtigung nicht mehr erfüllt, die volle Erwerbsminderungsrente wegen verschlossenen Arbeitsmarkt zu beziehen. Man bekommt dann nur noch die teilweise Erwerbsminderungsrente.

Ob Punkt 1 oder 2 gilt ist ganz einfach rauszufinden. Schaut auf eurem ersten Bescheid auf die zweite Seite, also Rückseite des ersten Seite im oberen Drittel. Wenn dort die Rede vom "verschlossenen Arbeitsmarkt" steht, gilt Punkt 2.

Lara

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4

Donnerstag, 15. August 2013, 17:24

Also bei mir steht NIX von Arbeitsmarkt Rente! Ich habe sie bekommen weil ich krank bin!
Sie ist die volle Erwerbsminderungsrente bis 2015 - dennoch hat das Sozialamt mich zur Jobcom geschickt - das die meine Miete bezahlen!?!?????

Lara

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5

Donnerstag, 15. August 2013, 17:55

Oh Gott, ich sehe grad da steht"das mein Rentenanspruch zeitlich begrenzt ist, weil die volle Erwerbsmi. nicht ausschließlich auf ihrem Gesundheitszustand sondern auch auf den Verhältnissen des Arbeitsmarktes beruht!!
Dabei bin ich WEGEN KRANKHEIT in Rente gegangen!!!!!

Mist - was mach ich denn nu?

6

Donnerstag, 15. August 2013, 20:50

Deshalb bist du beim Jobcenter auch richtig.

Was bei dir passiert ist:

Wenn man täglich weniger als 3 Stunden auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten kann, bekommt man die volle Erwerbsminderungsrente aus rein medizinischen Gründen.

Bei dir war das nicht so.

Der medizinische Dienst hat bei dir entschieden, dass du sinngemäß halbtags arbeiten kann. Die medizinische Prognose lautete bei dir, dass du mindestens 3 bis unter 6 Stunden täglich arbeiten kannst. Daher steht dir rein medizinische gesehen nur die teilweise Erwerbsminderungsrente, also die halbe Rente zu. Soll heißen, du kannst noch laut medizinischen Dienst bischen schon noch arbeiten mit der Krankenheit.

Wie bereits oben geschildert, hast du dennoch die volle Erwerbsminderungsrente bekommen - obwohl dir nur die teilweise medizinisch zustehen würde - eben weil der (Teil-) Arbeitsmarkt für einen kranken Menschen verschlossen ist.

Wenn du nun vom Jobcenter Unterstüzung beantragst, kriegst du diese, aber musst dich wie ein Arbeitsloser für eine Teilzeitstelle permanent bewerben. Sobald du eine Stelle hast, wirst du nur noch die teilweise (halbe) Erwerbsminderungsrente bekommen, weil der Teilzarbeitsmarkt nicht mehr für dich verschlossen ist.

Willst du deine Ruhe, ziehst du einfach nicht Zuhause aus oder du ziehst aus, aber beantragst keine Unterstützung. Was anderes gibt es nicht.

Lara

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7

Donnerstag, 15. August 2013, 21:36

in meinem Fall tut mir dann aber der Chef leid der mich einstellen würde, denn jeder Tag kann aufgrund meiner Zwänge und Depressionen leider anders sein! Und da ändert auch kein Jobcenter etwas dran! WENN die sich dann damit abfinden das ich nicht jeden Tag auf der Arbeit bin - sondern so arbeite wie ich es grad schaffe - dann habe ICH damit keine Probleme :)

Quovadis

unregistriert

8

Freitag, 16. August 2013, 13:47

Die richtige Arbeitsstelle könnte für dich auch eine Stabilisierung, oder Besserung deiner Situation bedeuten.

Regelmäßige Arbeit gibt Struktur, Halt und Selbstbewußtsein. Das Gefühl etwas zu leisten könnte dir sehr helfen.

Ich bin auch in der Zeit, in der ich schwer zwangskrank war immer zur Arbeit gegangen, was wirklich teilweise nicht einfach war.
Ich habe es immer als Kampf um meine Freiheit und Selbstbestimmung empfunden.

9

Samstag, 17. August 2013, 22:35

in meinem Fall tut mir dann aber der Chef leid der mich einstellen würde, denn jeder Tag kann aufgrund meiner Zwänge und Depressionen leider anders sein! Und da ändert auch kein Jobcenter etwas dran! WENN die sich dann damit abfinden das ich nicht jeden Tag auf der Arbeit bin - sondern so arbeite wie ich es grad schaffe - dann habe ICH damit keine Probleme :)

So einfach ist das nicht. Das Problem wird nicht wohl sein, dass unbedingt eine Stelle findest, sondern dass das Jobcenter dich nicht in Ruhe lassen wird. Du wirst dich permanent bewerben müssen, wirst regelmäßig antanzen müssen, du wirst in irgendwelche Maßnahmen gesteckt usw.

Natürlich kannst du dich regelmäßig krankschreiben lassen. Dann wirst du aber noch mehr "Laufarbeit" haben. Dann nämlich werden Sie dich auch noch regelmäßig zum Gutachter schicken, deine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung werden angezweifelt, musst zum MDK des medizinischen Dienstes usw.

Das alles ist für Dich auch Stress und tut deiner Gesundheit nichts gutes. Du wirst immer wieder versuchen, dein Problem beim Jobcenter zu schildern, nur das wird niemand interessieren und du wirst noch mehr kranken.

Glaub mir, ich übertreibe nicht. Ich bin Fachmann und Betroffener gleichzeitig.

Das Beste ist, wenn du Zuhause bleibst.

girasol1991

unregistriert

10

Sonntag, 18. August 2013, 12:50

Ich denke, Quovadis hat Recht! Arbeit ist schon wichtig, kann viel Struktur und Halt geben. Ich persönlich fand die drei Monate in denen ich krankgeschrieben war und keine TK mehr hatte, schrecklich. Sinnvoll wäre es, etwas zu finden wo man langsam herangeführt wird (gibt ja verschiedene Rehas in dem Bereich, die Freundin meines Bruders macht gerade eine, sie hat Borderline und richtig arbeiten funktioniert bei ihr auch gar nicht). Ich habe mich damals für ein Studium entschlossen (war eh immer mein Traum) und da kann man sich die Zeit selber einteilen und entscheiden, welche Leistungen man wann erbringt etc.
Zu dem was Tilo sagt, nun sie werden dich nicht in Ruhe lassen, weil es ihr Job ist. Letztendlich könnte ja sonst jeder dort hingehen und ne Krankschreibung vorlegen, die von irgendeinem Arzt aufgesetzt wurde, der einfach kein Plan hat - gibt ja genügend, die einfach schauen und dann ok krankgeschrieben - macht keinen Sinn. Ich glaube auch nicht, dass es daran liegt, dass es sie nicht interessiert, sondern weil sie ihren Job machen und sie sonst Stress bekommen. Einmal ne Ausnahme gemacht und dann kommts raus etc. - dann sind sie die 'Arschlöcher'.
Überleg doch mal, was du machen kannst Richtung Reha oder so? Kann ja auch nicht in deinem Interesse sein den ganzen Tag zu Hause zu sitzen oder? Das macht einen wahnsinnig und dem Zwang gibt es so viel Raum zum ausleben....(meine Meinung)...

11

Sonntag, 18. August 2013, 20:29

Das Jobcenter hat zwar offiziell die Aufgabe, Rücksicht auf die Belange der Leistungsempfänger zu nehmen, jedoch ist "Rücksicht" nicht messbar, so dass es Ansichtssache ist. Die Politik macht enormen Druck, um die Arbeitslosenzahlen zu verschönenern. Lara taucht im Moment in dieser Statistik nicht auf. Sobald sie zum Jobcenter geht taucht sie auf.

Ein berufliche Reha zu beantragen, macht keinen Sinn bei Lara. Sie muss die persönliche und medizinische Voraussetzung haben, eine Umschulung durchführen zu können. Das hat sie nicht. Das kann ich daher definitiv sagen, weil bei einem Antrag auf Erwerbsminderungsrente die Varianten medizinische und berufliche Reha von Amtswegen geprüft wird.

Beim Verlängerungsantrag auf Ihre Erwerbsminderungsrente wird das wieder automatisch mitgeprüft.

Wie schon gesagt, es geben drei Möglichkeiten für Lara:

1. Sie bleibt Zuhause
2. Sie zieht aus, beantragt ALG2, muss aber alles mitspielen. Die Chance, dass sie eine Stelle bekommt ist sehr gering.
3. Sie zieht aus, beantragt keine ALG2, sondern sucht sich einen € 450 Job. Hierbei muss Sie aufpassen, dass sie in der Woche weniger als 12 Stunden täglich arbeitet. Ab 12 Stunden pro Woche ist die Voraussetzungen für den verschlossen Arbeitsmarkt nicht mehr gegeben. -> nur noch halbe Rente. Also bei 11,9 Stunden pro Woche ist Schluss. Ob sie dann noch einen medizinischen Nutzen haben wird, wird sich erst raustellen.

Ich kan Lara nur empfehlen, die Augen zu öffenen. Ich merke immer, dass Leute auf dem Land, manchmal nicht vollständig mitbekommen, was abgeht in der Stadt.

girasol1991

unregistriert

12

Montag, 19. August 2013, 10:07

Ich meinte damit keine reine berufliche Reha. Das was die Freundin meines Bruders macht ist eine medizinische und berufliche Reha, die kombinieren das. Erst liegt der Schwerpunkt auf dem gesundheitlichen und medizinischen und später (die geht zwei Jahre die Reha) wird der Schwerpunkt dann langsam geändert. Wäre - wie ich finde - eine Überlegung wert.

13

Montag, 19. August 2013, 17:04

Hallo,

nochmal, egal, ob medizinisch, beruflich oder beides kombiniert:

Solange sie die Rente bezieht wird sie es nicht bekommen. Die Chance sind erst beim Verlängerungsantrag da. Da kann aber der Schuss nach hinten gehen und die Rente weg sein.

Daher meine Meinung: " Don't Chance a running System!"

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14

Freitag, 20. September 2013, 15:20

Hallo Lara,

ich habe Deinen Beitrag verfolgt.

Hätte gern gewußt wie alt Du bist?

Möchte Dir Mut machen, dass Du bald wieder in den Arbeitsprozess kommst. Selbst mit Zwänge kann man grundsätzlich einer Arbeit nachgehen. Evtl in einem geschützen Beschäftigungsrahmen??

Ich selbst bin 45 Jahre, habe mein Leben lang voll gearbeitet. Seit 1 Jahr bin ich befristet verrentet, da nach einer schweren Lebenskrise bei mir die Psyche nicht mehr dem Druck "standhielt". Ich gehe auch in Verhaltenstherapie und arbeite täglich an mir, meinen Ängsten und Zwängen.

Ich kann noch Jahre arbeiten gehen.

Möchte Dich in eigenem Interesse bitten, Dich mit DIR zu beschäftigen. Nichts geschieht ohne Grund.

Wünsche Dir baldige Besserung und Optimismus und Zuversicht.

LG