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Quovadis

unregistriert

1

Mittwoch, 15. Februar 2012, 10:30

RE: Zwangsgedanken/Kontrollzwang

Zitat

da ich mich so furchtbar dafür schäme und überzeugt bin davon jeder hält mich für eine gestörte Irre...


Du bist sicher nicht irre. Zudem... wer definiert "normal"?


Zitat

So dumm es klingt, für mich ist es total schlimm wenn andere Menschen zur Toilette müssen.


Welcher Aspekt an dem Toilettengang ist für dich problematisch? Musst du es dir zwanghaft vorstellen, wie diese Leute sich "erleichtern"? Ist es für dich so, dass das WC anschließend in unhygienischer Weise "beschmutzt" ist?

Zitat

Bis vor einem Monat beschäftigte es mich zwar aber weggehen war noch möglich. Jetzt will ich nur noch alleine sein...


So hart wie es klingt solltest du versuchen weiterhin auszugehen und nicht dem Zwang nachgeben. Jeder Zentimeter deiner Freiheit ist unermesslich wertvoll und sollte bis zum Letzten verteidigt werden denn die Rückeroberung dieser Freiheit ist ungleich schwerer.

Zitat

Ich kann mir nicht erklären woher es kommt...Evtl ein Problem mit Nähe?


Das kannst du dir nur selber, vermutlich am ehesten mit Hilfe eines Analytiker, beantworten.
Ich wage trotzdem mal ein paar haltlose Fragen:

-Fühlst du dich in Beziehungen zu deinem Partner und auch zu deinen Freunden gleichberechtigt und auf Augenhöhe?

-Hast du eine gravierende Trennung/Verlust erlebt, in/bei der du dich machtlos fühltest?

-Empfindest du dein Leben oftmals als unkontrollierbar und fremdbestimmt und wünschst dir mehr Einfluss auf deine Lebensumstände?

Diese Fragen will ich gar nicht beantwortet haben. Es sollen mehr Denkanstösse sein, die dir vielleicht helfen können dich der Ursache deines Problems zu nähern.



Alles Gute!

Loredana

unregistriert

2

Montag, 12. März 2012, 01:48

Hallo und vielen Dank für die Antwort!

Für mich ist die Tatsache schlimm dass sie müssen. Ich habe durchaus ein Problem mit Nähe und kann es schwer zulassen und mich schwer auf eine Beziehung einlassen.
Manchmal habe ich das Gefühl mein Gehirn spielt mir diesen Streich um eben die Flucht vor einer Person zu bewirken...

Wenn ich z.B. rausgehe denke ich nur daran ob die Person auf die Toilette muss. Gehen wir z.B. irgendwo hin überlege ich wieviel hat diese Person getrunken, wann kommen wir nach Hause usw. Kommen wir dann nach Hause und der andere rennt gleich auf die Toilette ist das für mich so schlimm dass ich es gar nicht aushalten kann.

Eine andere Erklärung finde ich evtl in meiner Kindheit, denn meine Mutter war ein sehr egozentrischer und instabiler Mensch und in ihrer gegenwart konnt ich nie Bedürfnisse äußern oder als Kind existieren. Für Kleinigkeiten wurde ich schon bestraft und musste so gesehen noch die Verantwortung für sie tragen. Es ging immer nur nach ihrem Willen (sie hat Borderline).

Ich versuche wirklich immer dem nachzugeben zu sagen ich gehe aus, aber ich kann diese Gedanken nicht lassen. Mich quälen diese Gedanken so sehr ich kann die Zeit nicht genießen und werde dann damit belohnt dass meine größte Sorge dass die Person dringend muss realität ist....

Hat jemand einen Tipp um das zu umgehen?

LG

Nemo

Anfänger

  • »Nemo« ist weiblich

Beiträge: 10

Zwangssymptome: Verschieden, hört einer auf, fängt der nächste an

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

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Hobbys: Reiten, Lesen, Schreiben, Tiere

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3

Montag, 12. März 2012, 06:36

Hallo Loredana,
Erstmal solltest du dich nicht dafür schämen, jeder von uns hat verschiedene Zwänge oder vielleicht auch ähnliches. Du kannst doch nichts dafür. Mir geht es auch öfters so, dass ich bemerke, dass meine Zwänge sich wieder auf etwas, mir unangenehmes und peinliches, beziehen.
Zu deinem Zwang: Ist es so, dass, wenn jemand auf die Toilette geht, du das Gefühl nicht ertragen kannst für einen kurzen Moment alleine zu sein? Hast du deswegen die Angst, dass derjenige auf die Toilette muss und dich damit alleine lassen würde? Hast du es schon einmal mit einer Therapie versucht?
Liebe Grüße Nemo
Ein Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln:
Erstens: Durch Nachdenken - das ist der edelste.
Zweitens: Durch Nachahmen - das ist der leichteste.
Drittens: Durch Erfahrung - das ist der bitterste.
(Konfuzius)

Loredana

unregistriert

4

Montag, 12. März 2012, 13:11

Ja ich bin auch in Therapie wegen einigen anderen Sachen...Bei dem Therapeuten davor habe ich es mal angesprochen der reagierte darauf mit wo ist denn das Problem, das hätte er noch nie gehört...

Ich hatte diese Zwangsgedanken früher schonmal bei meinem Exfreund, als ich mich trennte und einige Jahre alleine lebte war es super. Obwohl ich auch andere partner hatte waren es meistens nur oberflächliche Geschichten und da kamen diese Gedanken nie auf.
Es bezieht sich demnach nur auf Personen mit denen ich ein enges und wirklich Vertrauensverhältnis aufbaue.

Das schlimme daran ist für mich (soweit ich es mir erklären kann) das dringende Bedürfnis selbst das kann ich nicht ertragen. Dabei stelle ich mir auch immer vor wie es ist wenn keine Toilette in der Nähe ist (das ist für mich persönlich auch ein Problem). Ich hab panische Angst in solch eine Situation zu kommen z.B. man steht im Stau. Da ist es einerseits für mich schlimm da ich das Gefühl nicht ertragen kann dass keine Toilette da ist, dass ich dort gefangen bin UND die sorge der Partner könne aufs Klo müssen das ist noch schlimmer als das ich selber muss...Klingt total bescheuert ich weiss. :(

Darum vermeide ich es jetzt immer auszugehen, ich will das nicht aushalten und ich kann es nicht aushalten weil sobald ich mit meinem partner zusammen bin geht dieses gedankenkarussell los. Ich traue mich nichtmal mehr z.B. sexuell auf ihn zuzugehen ausser er war eben gerade auf der Toilette!!! Ansonsten KÖNNTE es ja sein...Dieses ganze könnte, was wäre wenn Gedankenspiel macht mich so fertig ich würd am liebsten sterben manchmal.

Dazu kommt dass er halt auch jedesmal wenn wir wo waren wild stöhnend und zappelnd aufs Klo rennt sobald wir zuhause sind, und ich kann das nicht ab, werd aggro und will nur weg oder ihn verprügeln...Dabei wär ich ihm so gerne eine gute Freundin :( Er wünscht es sich so sehr mit mir auszugehen, einkaufen alles und ich erfinde 1000 ausreden und geh lieber alleine oder mit freunden. und es tut mir selber so weh weil ich das vermisse. leider werde ich auch bei anderen angewohnheiten bzw. normalen taten aggressiv und kann es dann auch nicht verbergen. dabei weiss ich auch dass es aus meiner kindheit kommt denn meine mutter war genauso das war immer topfschlagen im mienenfeld und ich will überhaupt nicht so sein und merke oft ich kann net aus meiner haut raus es ist schlimm für mich und ich raste aus...

aber das klothema ist so furchtbar für mich weil es wirklich alles einschränkt. ob es davon kommt dass ich vor dieser nähe flüchten will oder darum dass ich mit menschen mit bedürfnissen nicht ertragen kann weil ich zuhause nie welche haben durfte, weder emotionen noch bedürfnisse weiss ich nicht. evtl liegt es daran? dass ich zuhause nie gesehen wurde und nur andere wichtig waren? ich hatte echt die hölle auf erden zum teil...aber wie gehe ich das thema nur an...ich will doch auch wieder richtig am leben teilhaben MIT spaß.

sorry für soviel text :verlegen:

LG Lori

Nemo

Anfänger

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5

Montag, 12. März 2012, 16:37

Hast du es bei deinem jetzigen Therapeuthen schon einmal angesprochen? Oder hast du vor dessen Reaktion Angst?
Wusste dein damaliger Exfreund von deinen Zwängen und Gedanken?
Haben sich diese Gedanken, in der Zeit, in der du Single warst, gar nicht gemeldet?
Meinst du, das eigene Bedürfnis jetzt auf die Toilette zu müssen, kannst du nicht ertragen? Heißt das, du gehst, schon bevor sich das "Füllungsgefühl" bemerkbar macht, auf die Toilette um ja nicht zu bemerken, wenn du mal dringend musst? Ich frag nur nach, um das alles richtig zu verstehen;)
Hast du, wenn keine Toilette in der Nähe ist, Angst, plötzlich zu müssen, und auch Angst, dass dein Partner muss? Dann davor, dass er womöglich in die Hose machen könnte oder dass er diesen "Druck" verspüren muss und du das nicht möchtest? Oder fürchtest du dich, dass, wenn er muss, er dies auch zeigt und du dann wieder wütend wirst?
Das klingt überhaupt nicht bescheuert, ich kann das auch nachvollziehen;) Das ist auch dass, was ich bemerke, wenn ich im Fernsehen oder irgendwo anders Leute mit Zwängen sehe: Ich kann das sehr oft nachempfinden. Nur weiß ich auch, dass es für Aussenstehende manchmal auch schwerer ist, das alles so nachzuempfinden und zu verstehen.
Mach soetwas nicht, auch wenn die Zwänge dich fertig machen, du bist stark, du hast das Problem erkannt, einen Therapeuten, der dir hilft;)
Weiß dein Partner von deinen Ängsten und Zwängen?
Kommt es sooft vor, dass er nachdem ihr irgendwo wart so dringend auf die Toilette muss? Wieso genau wirst du sauer? Weil er damit Bedürfnisse zeigt?
Vielleicht gibt es ja sowas, das ist jetzt nur eine Vermutung, ich kenn mich damit nicht so aus, wie eine Aggressionsbewältigung. Diese kleinen Knetfiguren, etc. ? Hast du deinen Therapeuten darauf schonmal angesprochen?
Du vermutest, dass es daran liegen kann, dass du vielleicht ungern Bedürfnisse und Emotionen zulässt. Wie reagierst du denn auf andere Emotionen und Bedürfnisse von ihm?
Ich finde das wirklich gut, dass du dein Problem erkennst und auch etwas daran ändern möchtest, dass du wieder am Leben teilhaben möchtest. Den Willen dazu zu haben ist schonmal ein sehr guter Anfang, und ohne den, ginge es nicht.
Ebenfalls sorry für soviel Text :verlegen: ;)
Ein Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln:
Erstens: Durch Nachdenken - das ist der edelste.
Zweitens: Durch Nachahmen - das ist der leichteste.
Drittens: Durch Erfahrung - das ist der bitterste.
(Konfuzius)