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Dienstag, 14. Juni 2011, 13:42

Super Therapieergebnisse bei Kontrollzwängen!

Hey! ;)

Ich beziehe mich hiermit auf meinen Thread: „Extreme Kontrollzwänge vor dem Schlafengehen“ (http://zwangserkrankungen.de/thread.php?threadid=5100&sid=)
Aufgrund der deutlichen Verbesserung, dachte ich mir wäre es sinnvoll einen neuen Thread zu eröffnen, da sich nun viel verändert hat.
Für diejenigen, die sich meinen alten Thread nicht durchgelesen haben, mal kurz zusammengefasst: Bei mir ging es um starke Kontrollzwänge(Herd, Licht etc.) , insbesondere vor dem Schlafengehen, die abends 1,5 – 2 Stunden gedauert haben
Nun möchte ich einfach mal über meinen aktuellen Stand berichten:
Zunächst ein paar Fakten:
- mittlerweile nehme ich seit 2 1/2 Monaten 30 mg Paroxetin
- Ich hatte bereits 6 Therapiesitzungen
Meine Kontrollzwänge haben sich seit meinem letzten Beitrag weiter verbessert.
Mittlerweile dauern meine Kontrollen vor dem Schlafengehen gerade mal 15-20 min. (vorher 1,5 -2 Stunden)
Ich nehme sie nicht mehr wirklich als Belastung wahr.
Das ist für mich so eine Befreiung... muss mich erstmal dran gewöhnen. Es tut einfach wahnsinnig gut !
Mein Selbstvertrauen ist dadurch enorm gestiegen...
Den größten Anteil für diese positive Entwicklung schreibe ich meiner Therapeutin zu.
Sie ist quasi Seelenverwandt, ein wahrer Glückstreffer. Ich kann hier nur allen dazu raten, einen Therapeuten zu wählen, der auf der gleichen Wellenlänge liegt..das hat mir schon soviel geholfen.
Ich musste ihr gar nicht viel über meine Lebensgeschichte erzählen, da sie quasi die Sätze beendet hat die ich angefangen habe. Da sie früher selber auch Ängste/Kontrollzwänge hatte, kann sie alles einfach so gut verstehen und mir soo gut helfen... man sieht einfach, dass sie es geschafft hat.. sie blüht quasi auf in Ihrem Job anderen zu helfen. Man merkt, dass sie ihre Mitte gefunden hat, nach einer langen Suche nach ihrem Selbst.
Sie hat vor über 10 Jahren ihre Kassenzulassung abgegeben, da sie frei arbeiten wollte. Daher muss ich die Sitzung auch privat bezahlen, allerdings verlangt sie lediglich 30 € für volle 60 min... und ich bekomme jede Woche einen Termin! Sie meinte, dass sie Bedürftigen helfen möchte, da sie selber die Erfahrung kennt. Solche Menschen gibt es wirklich wenige... aber sie sind wirklich inspirierend und allein mit Ihnen zu sprechen tut gut! Daher ist es wichtig auch solche Leute im Privatleben zu kennen, auch wenn solche Leute oft nach außen etwas unscheinbarer sind, haben sie eine wahnsinnigen inneren Reichtum, die der Seele gut tut! :)
Wir arbeiten daher auch gar nicht so strukturiert nach einem strikten Verfahren... dafür sind die Ursachen für Zwänge viel zu komplex.. man kann sie sich nicht einfach abgewöhnen!
Die Grundlegende Ursache ist im Prinzip, dass man mit seiner aktuellen Lebenssituation nicht zufrieden ist! Daher muss eine Therapie sehr tiefgehend erfolgen!
Ebenso hat mir die Therapeutin erzählt, dass es sich bei Menschen mit Kontrollzwängen um sehr feinsinnige, sensible, tiefgründige und komplexe Menschen handelt. Menschen, die über viele Dinge nachdenken, immer auf der Suche nach „der“ Wahrheit. Sie können Gefühle daher sehr intensiv wahrnehmen, gute Gefühle, aber eben auch schlechte Gefühle. Daher entwickeln sie auch oft Depressionen, Ängste oder Zwangsstörungen, welche ja alle miteinander zusammenhängen. Viele Konflikte, Streitereien, unsensible Menschen etc. tun Ihnen nicht gut. Ängste und Zwänge sind im Prinzip nichts anderes, als wenn sehr feinsinnige Menschen total aus dem Gleichgewicht geraten, wenn sie also hypersensibel werden und aufeinmal alles als Bedrohung auffassen. So war es im Prinzip auch bei mir! Daher auch die Kontrollen!
Die Therapeutin hat mir das so gut erklärt.. auch dass ich mich so akzeptieren soll, als jemand feinsinniges und sensibles. Jeder Mensch hat Fähigkeiten, und ich habe eben diese tollen Fähigkeiten! Wenn man diese Fähigkeiten richtig zu nutzen weiß, dann kann man Ihnen viel gutes abgewinnen.. gerade in Sachen Menschenkenntnis helfen sie mir sehr weiter. Wenn man das verinnertlicht und die Kontrollzwänge nicht als Zwangserkrankung stigmatisiert, dann kommen einem ganz neue Erkenntnisse. Man darf es einfach nicht nur als Erkrankung sehen, das hilft schon so viel ! Letzlich will dir dein Körper durch diese Symptome(Kontrollzwänge) nur sagen, dass du etwas in deinem Leben ändern musst… zu deinem Guten! Dein Körper will dich dadurch nur auf den richtigen, auf deinen persönlichen Lebensweg bringen... er will dir zeigen, dass du so wie du momentan lebst nicht weiterleben kannst! Letztendlich muss man dadurch viele Dinge in seinem Leben in Frage stellen, die man gemacht hat.. man muss sozusagen komplett aufräumen und sein Leben in vieler Hinsicht neu Ausrichten und Abstimmen..
Zwänge haben also sehr komplexe Hintergründe, daher ist es sehr wichtig sich mit seinem tiefsten inneren zu beschäftigen! Dies habe ich zwar vor der Therapie auch schon gemacht, allerdings gab es niemanden mit dem ich diese Gedanken teilen konnte, der ähnliche Problem hat bzw. hatte.
Ich könnte jetzt noch lange so weiterschreiben, aber ich denke diejenigen, die sich angesprochen fühlen werden wissen worum es geht!

Weiterhin möchte ich hier noch ein paar weitere Gedanken von meiner Therapeutin weitergeben, die ich mir in Erinnerung rufen soll, wenn Kontrollzwänge auftreten:
- Wieso sollte ich mir eigentlich selber schaden, warum sollte ich den Ofen anlassen? Schließlich möchte ich doch nicht die Erfahrung machen, dass meine Wohnung abbrennt.
- Einen inneren Dialog führen, wobei man den inneren „Kontrolleur“ in einem dazu bewegt nicht übermäßig zu kontrollieren(etwas zu kontrollieren ist zwar sehr wichtig, allerdings nur in gesundem Maße)
- Den Moment, wenn man etwa den Wasserhahn zudreht mit allen Sinnen wahrnehmen(Augen, Hände, Geräusche) -> somit kann man sich sozusagen dreifach versichern! -> das braucht allerdings erstmal Übung.
- Auf seine feine Sinne vertrauen.. Ich bin so feinsinnig, ich würde es schließlich sofort wahrnehmen, wenn etwas nicht stimmt, etwa die Tür offen steht etc.

Ich hoffe dass ich hier einige Leute inspirieren konnte, schließlich ist das oft schon ein wichtiger Anstoß für Veränderungen!
Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt mit 23 erst beginne mein Leben richtig zu Leben, ich traue mich Dinge, die ich mich vorher nicht getraut habe, das Leben wirkt viel leichter, Probleme führen nicht gleich zum Weltuntergang und ich nehme mir viel mehr Freiheiten meine Persönlichkeit zu Leben!
Ich sehe mich einfach auf einem guten Weg und dieses Gefühl des Selbstvertrauen ist einfach neu für mich.. fast "beänstigend" ! ;-)
Ich hoffe, dass es so weitergeht !

Und nie vergessen, der individuelle Weg ist der beste Weg !

2

Samstag, 3. September 2011, 06:30

RE: Super Therapieergebnisse bei Kontrollzwängen!

Ich bin 37 und habe seit 35 Jahren sehr starke Kontrollzwänge ! *wink*

Du warst einige wenige Jahre stark neurotisch. :krank:

Das ist ein Unterschied ! :bla:
Wer kann mir helfen ?

3

Samstag, 3. September 2011, 13:52

RE: Super Therapieergebnisse bei Kontrollzwängen!

Es gibt immer Unterschiede zwischen Menschen, ebenso wie bei Krankheiten; um mal ein Beispiel einer genetischen Krankheit zu bringen:

Manche Glasknochenkranke können ein relativ normales Leben führen, während vereinzelte dadurch so eingeschränkt sind, dass sie nie ein normales Leben werden führen können.

Mit psychischen Erkrankungen ist es ebenfalls nicht anders, das ist für den einzelnen hart und schwer zu ertragen, trotzdem jedoch nicht zu ändern - und nicht jeder, der mal neurotisch war, muss das sein Leben lang bleiben ....

Es gibt auch das Sprichwort: Krankheit als Weg.

Insofern ist dodos Beitrag gut, da er zeigt, dass nicht alle einmal Erkrankten dies auch unverändert in extremer Weise bleiben müssen und dass es immer auch darum geht, wie man selbst mit Dingen umgeht.

Zitat

Und nie vergessen, der individuelle Weg ist der beste Weg !


Ein wesentlicher Satz zum Abschluß :dafuer:

Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L