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1

Mittwoch, 19. Januar 2011, 10:59

Medikament oder nicht

Hallo

Ich war routinemäßig wie alle 4 Wochen bei meinem Psychiater. Die Situation mit dem Waschzwang hat Ausmaße angenommen, die es eigentlich erforderlich machen, dass meine Partnerin in eine Klinik sollte, aber ihr Leidensdruck ist immer noch nicht groß genug. Ich hab so eine Wut, dass ich am liebsten nachhelfen würde. Es ist für mich gerade nicht auszuhalten. Mein Psychialter meinte, ich soll ein stimmungsaufhellendes Antidepressiva nehmen. Toll, dann kann ich über den Waschzwang l a c h e n, obwohl ich lieber darüber weinen würde. Ich halte es für besser, wenn ich mich aufgrund des Waschzwangs meiner Partnerin eingeengt fühle, Kontakte außerhalb der Beziehung zu suchen. Wie macht ihr das, nehmt ihr zeitweise Medikamente oder versucht ihr es ohne.

liebe grüße
Momo

Brummbär

unregistriert

2

Mittwoch, 19. Januar 2011, 15:25

Wie jetzt, Deine Freundin hat die Probleme und Du sollst die Medikamente nehmen???? :wand:
Das ist ja ein genialer Arzt, mach das nicht. Nehme lieber Kontakt zu ihrem Arzt auf, damit ihr geholfen wird, dass ist auch besser für Deine Leberwerte. Wenn Ihr beide den selben Arzt habt, wende Dich an eine andere Stelle, z.B. direkt ans Krankenhaus.

3

Mittwoch, 19. Januar 2011, 17:56

Ich sehe das wie Brummbär, es macht doch keinen Sinn, Medikamente zu nehmen, weil man eine Situation nicht mehr erträgt, die durch konkrete Auslöser verursacht wird.

Versucht eine Lösung zu finden, die euch beiden hilft, aber dröhne dich nicht mit Medikamenten zu, damit du nicht mehr so ganz mitkriegst, was um dich herum passiert ...

Viele Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

4

Donnerstag, 20. Januar 2011, 10:34

Danke, so sehe ich das auch. Das ist doch parradox, sie hat das Problem und ich soll das Medikament nehmen. OK ich leide schon unter ihrem Waschzwang, aber nur, weil ich es mir zu sehr zu Herzen genommen hab. Aber desweegen gleich die chemische Keule? Ich versuche immer wieder, wenn es die Situation zulässt, das Thema Waschzwang anzusprechen, aber nicht mehr so heftig. Ich richte meinen Fokus auf mich selbst, also, was stört mich, was möchte ich. Es ist nicht mehr so wie: sie muss das doch hin bekommen. Da kommen mal so Feststellungen wie: deine Hände sind heute aber rot. Wenn sie mal eine Flasche weniger Flüssigseife genommen hat, lobe ich sie.

lG
Momo

Theobln

Schüler

  • »Theobln« ist männlich

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Zwangssymptome: waschzwang,grübelzwang,kontrollzwang.

Medikament / Dosis: keine

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Berlin

Beruf: aus gesundheitlichen Gründen Zu hause

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5

Donnerstag, 20. Januar 2011, 10:36

hi momo.

also ich finds schon echt heftig von deinem Doc das er dir medikamente gibt,scheinbar hat er das eigentliche problem nit erkannt,oder sieht drüber weg.

ich hab selber nen waschzwang,und fang mittlerweile an selbst bei meinem partner drauf zu achten wo und in welcher situation er sich die hände wäscht,und passt es mir das nit,nörgel ich an ihm rum.
er wird dann richtig böse,b.z.w geht er auch aus der situation raus,was das ganze dann bei mir wieder entschärft.wäre vielleicht auch ein möglichkeit für dich.
was den waschzwang deiner partnerin angeht,was sagt sie dazu b.z.w bekommt sie deine gefühlswelt und und den druck in dem du steckst mit??wenn nit sprich sie drauf an sag ihr wie du dich fühlst.und selbst wenn dir dabei die tränen laufen,was ihr vielelicht zeigt wie sehr du darunter leidest, verändert vielleicht auch ihr ansicht,und sie begibt sich freiwillig in ne klinik.


gruss theo

6

Donnerstag, 20. Januar 2011, 10:51

Hi Theo,

das wäre scon mein Wunsch, dass sie erkennt, dass eine Klinik gut wäre. Ich glaube, sie fängt erst an zu leiden, der Druck, dass sie Hilfe sucht, ist noch nicht da, schade eigentlich. Für mich ist das nicht schön, ich befinde mich in einer Beziehung zu zweit, aber ich bin da sehr einsam. Ihre Welt ist der Waschzwang; sie sieht leider nichts anderes mehr. Zum Glück bin ich durch eine Iritis gerade außer Gefecht gesetzt. So muss sie nach der Arbeit ihre Handtücher selbst waschen und trocknen. Sie ist damit zum Glück überfordert. Ich hoffe, dass es ihiren Leidensdruck erhöht und sie wenigstens bei ihrem Psychiater darüber spricht. Immerhin war sie bereit, von Februar bis Juni einmal monatlich zu ihrem Psychiater zu gehen. Vllt. schafft es der ja, sie zu einem Klinikaufenthalt zu bewegen.
Meine Partnerin versucht schon an mir herum zu manipulieren. Also, sie will darüber bestimmen, wie oft ich mir die Hände waschen soll. Ich habe ihr gesagt, dass ich mir die Hände wasche, wenn ich den Müll runter bringe und habe mich geweigert, bei jeder Kleinigkeit Hände zu waschen. Am Anfang gab es riesen Streit, jetzt akzeptiert sie es so gut wie sie kann.
Da sie keine Türklinken anfassen kann, wollte sie immer die Türen von mir geöffnet haben. Ich bin dazu über gegangen, alle Türen offen zu lassen.
Da sie ebenfalls keine Lichtschalter anfassen kann, habe ich überall Energiesparlampen rein gemacht und lasse das Licht brennen. Trotzdem habe ich beim Stromversorger die monatlichen Abschlagszahlungen erhöhen lassen. Das wäre aber nicht notwendig gewesen, denn durch die Energiesparlampen hab eich sogar ein Guthaben ausbezahlt bekommen.

Eins steht aber fest, mit Medis werde ich mich nicht zu dröhnen. Mir ist es wichtiger zu rfeden.

lG
Momo

Brummbär

unregistriert

7

Donnerstag, 20. Januar 2011, 16:15

Wenn Du alle Dinge für sie einrichtest, also Licht anlassen etc. dann wird auch kein Leidensdruck entstehen, wozu denn auch, ist doch alles so, wie sie es braucht. Die Rückkehr zur Normalität wird so erschwert oder sogar ganz unmöglich. Das kann also nur ein Übergang sein auf dem Weg zu einer Therapie. Da ich selbst keinen Waschzwang habe, will ich jetzt aber auch keine falschen Tips zum Umgang damit geben.

Theobln

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8

Donnerstag, 20. Januar 2011, 18:34

Hi Momo

also an deiner stelle würde ich die türen wieder zu machen,und das licht auch wieder ausmachen.
du hast ihr somit den weg geebnet sich mir ihren probleme nit mehr zu konfrontieren,den das müsste sie wenn sie türklinken anfassen müsste oder den lichtschalter betätigen müsste.
setz dich mal mit ihrem psychotherpheuten/in in verbindung,den er kann dir tipps geben wie du dich am besten bei ihr verhalten solltest,worauf du eingehen solltest und worauf nit.

Sie wird es das kann ich dir jetzt schon sagen immer mal wieder versuchen an dir rumzunörgeln und zu bestimmen.
den dasmach ich auch,oft beiss ichmir auf die zunge um es nit auszusprechen was mir allerdings geb ich zu extrem schwer fällt.


gruss theo

9

Donnerstag, 20. Januar 2011, 20:19

Ich schließe mich den anderen an. Es ist gut, Rücksicht zu nehmen, aber das mit dem Licht und den Türen ist doch etwas widersinnig. Es gibt viele Möglichkeiten, mit Waschzwang das Tür- und Lichtschalterproblem zu lösen, du musst dann nicht mehr ihrem Zwang durch Dauerlicht und offene Türen nachgeben, solltest jedoch auch versuchen, ihre Lösung dann zu akzeptieren.

Zum Thema Klinik: Sicherlich könnte ihr eine Klinik unter Umständen helfen, genauso gut, kann es jedoch passieren, dass sie total zusammenbricht und danach auch nicht mehr arbeitsfähig ist/wird. In den seltensten Fällen werden Zwangskranke nach mehr oder weniger kurzem Klinikaufenthalt als an die Norm der anderen angepasst entlassen. Viele Zwangskranke kämpfen ab Beginn der ersten Symptome mitunter ihr Leben lang gegen den Zwang an und je nach Schwere und Symptomausprägung hindert es sie mehr oder weniger am alltäglichen Leben.

Im Zusammenleben muss man versuchen, sich auf Kompromisse zu einigen, wie du das auch schon tust, zB Hände waschen nach dem Müll (was auch ohne Waschzwang hygienisch ist), aber Licht nur anmachen, wenn man es braucht bzw jeder macht sich das Licht und die Türen selbst an/auf. In eurer eigenen Wohnung fäßt das außer euch doch sowieso keiner an .....

Viele Grüße, Hermit.
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Jake_Sully

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10

Samstag, 22. Januar 2011, 02:29

Praktische Tricks sind für mich besser als Tabletten und "Psycho-Blabla". Ich musste mir schon viele Sachen einfallen lassen, damit der Zwang mich nicht total-verrückt macht. Die Lichtschalter werden 2x wöchentlich geputzt - gelten deshalb als "OK" und ich benutze den Handrücken, wenn die Hände evtl. schmutzig sind - so einfach geht das. Das Spülbecken in der Küche bleibt oft mit Seifenwasser gefüllt, Hände schnell mal kurz rein (manchmal 5x pro Stunde) und Wasser sparen.

Unbewusst gestalte ich meine Antizwang-Tricks oft zu einem Zwang-Kompromiss - "das ist der Deal".

11

Samstag, 22. Januar 2011, 13:24

Ich hab das mit dem Licht brennen lassen und den offenen Türen erst mal so gebraucht. Es war mir gar nicht bewußt, dass ich meiner Partnerin damit eine wichtige Gelegenheit nehme, sich ihrem Problem zu stellen. Durch eure Beiträge ist mir bewußt geworden, dass ich als Angehöriger mit meinem Verhalten dazu beitrage, dass der Zwangskranke negative oder positive Dinge erlebt. Letztes Jahr war ich in einem Töpfer-Kurs, aber nicht um etwas kreatives herzustellen, sondern um mir ohne Streit in aller Ruhe die Hände schmutzig machen zu können. Das war für mich aber nur eine Zwischenlösung. Die Tipps sind mir wichtiger als psycho-Pillen oder das Geschwätz eines Therapeuten. Wir haben beide die Erfahrung gemacht, dass Therapeuten oft nicht gut genug ausgebildet sind.
Wir hatten heute ein gutes Gespräch und haben einen Kompromiss geschlossen. Meine Partnerin wird die Lichtschalter mit ihrem Handrücken selbst ausmachen. Das ist erst mal ein Anfang.
Sie hat zwischenzeitlich erkannt, dass sie ihre Zwangshandlungen macht, wenn jemand ihre Grenze überschreitet, eine Grenzüberschreitung wie bei ihrem Kindesmissbrauch. Gut dass sie das erkannt hat. Darauf kann sie aufbauen. Ich selbst habe das auch bemerkt. Als sie im Büro Grenzen gesetzt hatte, gegenüber einem Kollegen, war sie nur die Hälfte der Zeit im Bad wie sonst. Ich finde, dass bei allem jammern auch mal wichtig ist, die positive Entwicklung nicht aus den Augen zu verlieren.

liebe Grüße
Momo

12

Samstag, 22. Januar 2011, 17:30

Hallo Momo,

es freut mich wirklich zu lesen, dass ihr beide euch bemüht und versucht, gemeinsam Lösungen zu finden.

Das, was du über Therapeuten schreibst, kann ich nur bestätigen, aus eigener Erfahrung.

Wenn jemand psychisch krank wird, hat das immer Gründe und manchmal sind die Auslöser so gravierend und tiefgreifend, dass man erst dann Fortschritte erzielen kann, wenn man sich selbst darüber bewusst wird, was mit dazu geführt hat, dass man den Zwang entwickelt hat bzw benötigt.

Grenzverletzungen spielen meiner Erfahrung nach immer eine große Rolle und ich wünsche deiner Partnerin, dass sie dahingehend stärker wird und dadurch auch freier vom Zwang.

Als Übergangslösung war das mit dem Licht und den Türen auch in Ordnung, in dem Moment war es so für dich und auch für sie einfacher als permanente Auseinandersetzungen. Durch den Dialog könnt ihr nun gemeinsam daran arbeiten, dass es für beide erträglich ist und bleibt.

Viele Grüße, Hermit.
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13

Sonntag, 23. Januar 2011, 10:39

Hi Ihr,Hi Momo,hi Brummbär

Wie soll es dir auch bewusst sein das du Ihr damit es erleichterst,sowas weiss man nie vorher.

Klar es ist sehr wichtig auch positive gedanken rüber zu bringen und es auch zu sagen das brauch ein mensch mit mit zwangsgedanken und handlungen eh sehr viel,sonst kommt ganz schnell das negative in ihm hoch.ist zu mindest meine meinung.:-)
und wieso jammern,es ist schwer mit jemand zu leben der unter zwängen leidet.
den die beeinflussen das ganze leben,und die gefühlswelt in der man lebt.
man weiss vom rationalem denken das es nit richtig ist sich extrem häufig die hände zu waschen.u.s.w,aber man kann gegen diese gedanken kaum was ausrichten und erlebt es hautnah mit und es tut auch weh wenn man sieht wie der partner drunter leidet.


gruss theo