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Zwangsgedanken: schuldig fühlen

giraffe83

unregistriert

1

Sonntag, 21. Februar 2010, 22:08

schuldig fühlen

hallo,

seit dem tod meiner oma vor gut 6 wochen, beschäftigt es mich total, dass ich denke, etwas mit ihrem tod zu tun haben zu können.
es begann kurz nach ihrem tod, dass ich auf einmal dachte einen gedanken gehabt zu haben, der klar aussagte dass ich schuld habe.
diese gedanken (hatte diese gedanken nämlich dann noch öfter) fallen mir aber nicht mehr ein, so dass ich die ganze zeit darüber nachdenke, inwiefern ich denn nun schuld haben könnnte, also die alten & gehabten gedankengänge wieder nachzuvollziehen,

was denkt ihr? dies hängt doch höchstwahrscheinlich alles mit meiner zwangserkrankungen zusammen oder? meine familienmitglieder versichern mir, dass ich nichts mit dem tod zu tun haben kann.

ich muss ihnen ja trauen, sonst werde ich ja verrückt, oder?

ich habe doch hoffentlich keine schuld?!

Brummbär

unregistriert

2

Sonntag, 21. Februar 2010, 23:04

Ihre Uhr des Lebens war abgelaufen, es gehört zum Leben dazu, dass alte Menschen sich mal verbaschieden. Du trägst keine Schuld daran, Deine Verwandschaft hat Recht.

3

Montag, 22. Februar 2010, 16:02

Hallo Giraffe,
du musst also ständig darüber nachdenken, an was du gedacht hast, als es dir in den Sinn gekommen ist, dass du etwas mit dem Tod deiner Oma zu tun haben könntest, oder?
Umso länger man darüber nachdenkt, desto schwammiger werden die Gedanken bis man letztendlich gar nichts mehr nachvollziehen kann...hört sich nach typischen Gedankenzwängen an.
Als Kind hätte ich auch mal ähnliche Gedanken, deswegen kann ich es ein bißchen nachvollziehen. An was ist deine Oma denn gestorben, wenn man fragen darf?
Gruß, Tomhet

giraffe83

unregistriert

4

Montag, 22. Februar 2010, 16:30

hallo,

ja genau. dies sind meine gedanken so.

an was sie letztendlich gestorben ist, wissen wir nicht. die hausärztin tippte auf herzversagen nach herzrhythmusstörungen, der notarzt gab glaub ich an, sie sei an herzversagen getorben. aber wie gesagt, genau wissen wir es nicht.

5

Montag, 22. Februar 2010, 16:44

Ihr ward alle anwesend (deine Familienmitglieder und du), als eure Oma gestorben ist, oder? Wenn du wirklich etwas damit zu tun gehabt hättest, dann würden dich deine Familienmitglieder sicherlich darauf angesprochen haben. Aber es war ja das genaue Gegenteil der Fall: sie haben dir, auf deine Nachfrage hin versichert, dass du nichts damit zu tun gehabt haben kannst.
Letztendlich sind es ja auch deine Familienmitglieder, die das am besten beurteilen können und die, im Gegensatz zu dir, ihre eigenen Wahrnehmungen nicht in Frage stellen. Ich weiß, dass es schwer fällt, aber vertraue einfach deinen Verwandten.

giraffe83

unregistriert

6

Montag, 22. Februar 2010, 17:12

nein, wir waren nicht anwesend. wir haben sie etwa 1 h nach ihrem tot aufgefunden.
ich mache mir ja auch eher gedanken, dass ich vllt. im vorfeld schon etwas gemacht habe, so dass es überhaupt zum tod kam.

ich bin halt so unsicher, weil ich eben weiß, ich datte diese gedanken, dass ich schuld habe und diese waren für mich so logisch.nur ich weiß die inhalte nicht mehr und ob ich mir nicht vllt. auch alles nur übertreibe und einrede?

7

Montag, 22. Februar 2010, 17:39

Versteh' das schon, bei mir war es ähnlich. Ich habe zurück gedacht und mir ausgemalt, was ich alles gemacht haben könnte, was wieder negative Auswirkungen auf das Leben dieses Verwandten gehabt haben könnte. Solche Grübeleien sind natürlich uferlos, weil einem immer wieder irgendwelche Situationen in den Sinn kommen, die man als Grundlage für solche Gedankenketten hernimmt.

Dass du das in dem Moment ganz deutlich und logisch gesehen hast, ist aber auch so eine Eigenheit des Zwanges. Vor allem redet man sich dann auch im Nachhinein ein, dass diese Gedanken ja so klar und nachvollziehbar waren.

Aber dieser quälende Gedanke kann eigentlich gar nicht so realistisch gewesen sein. Wenn er nämlich so gewesen wäre, dann hättest du ihn bestimmt nicht vergessen.
Vielleicht kann ich das ein bißchen beruhigen.

8

Montag, 22. Februar 2010, 17:41

hey
du redest dir das aufjedenfall ein! Aber ich verstehe dich sehr,sehr gut. Mache mir auch andauernd Gedanken. Aber umso länger du drüber nachdenkst umso mehr verschwimmen deine Gedanken und nachher kannst du kaum noch von wahr oder falsch unterscheiden. Wenn du was damit zu tun hättest wüsstest du das ganz genau. Aber,wie gesagt mir gehts genauso. Versuch dich abzulenken oder viel drüber zu reden..

giraffe83

unregistriert

9

Montag, 22. Februar 2010, 17:52

DANKE!!!
Euro Worte helfen mir sehr.

giraffe83

unregistriert

10

Montag, 22. Februar 2010, 18:11

meint ihr denn, ich kann den aussagen meiner verwandten vertrauen, wenn sie sagen, ich hätte nichts mit dem tod zu tun? ich denke ja viel kleinschrittiger und so, wie es so kein gesunder nachvollziehen kann und daher frag eich mich ob sie es richtig beurteilen können.
was denkt ihr?

11

Montag, 22. Februar 2010, 18:43

Du kannst deinen Verwandten gerade deswegen trauen, weil sie nicht so kleinschrittig denken. Du befindest dich ja quasi mittendrin im Gedankenstrudel; deine Verwandten hingegen sehen das aus der Vogelperspektive. Ihr Bild ist deswegen viel klarer, als deines in diesem Fall jemals sein kann.
Es ist schon nachvollziehbar, wenn du befürchtest, dass deine Verwandten nicht jeden deiner Gedankenschritte kennen, aber das ist nichts, was dich beunruhigen müsste. Du machst dir ja auch über Dinge Gedanken, die für deine Verwandten selber total harmlos wären.

Versuch mal deine Gedankengänge auf deine Verwandten zu übertragen, indem du dir vorstellst, dass sie (deine Verwandten) die Dinge, die du annimmst selbst nicht gemacht bzw. gemacht zu haben, selbst gemacht oder eben nicht gemacht haben. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand deiner Verwandten dann auch Schuld am Tod deiner Oma haben könnte, ist nach deinen Zwangstheorien eigentlich genauso groß. Du bist nur der einzige, der sich darüber Gedanken macht, eben deswegen, weil die Gedanken so unrealistisch sind.

giraffe83

unregistriert

12

Montag, 22. Februar 2010, 21:44

lieberr tomhet

also ist es dann in diesem zusammenhang wahrscheinlich auch nicht wichtig, dass meine verwandten ja aber eigentlich gar nicht wissen, dass ich evtl. manchmal dinge mache, von denen ich ausgehe, dass sie negative konsequenzen haben um mich daran zu gewöhnen und zu lernen, riskos einzugehen?

danke dir vielmals für deine antworten. sie helfen mir sehr!

13

Montag, 22. Februar 2010, 23:21

Ich weiß jetzt nicht ganz, ob ich deinen letzten Beitrag richtig verstanden habe.

Du meinst, dass du manchmal in deinen Augen risikobehaftete Dinge tust oder öfter wiederholst, um auszutesten, ob sie wirklich negative Auswirkungen haben könnten. Dabei gehst du davon aus, dass deswegen, weil du sie öfter tust, ein höheres Risiko davon ausgeht, deine Verwandten das aber nicht wissen können und deshalb die Situation falsch einschätzen könnten? Hab' ich das richtig verstanden?

Wenn du das so gemeint hast, dann wissen deine Verwandten zwar nicht, dass du öfter solche Dinge tust, aber genausowenig wissen sie, dass du dabei wahrscheinlich viel vorsichtiger vorgehst, als ein zwangsfreier Mensch.
Das Risiko, dass wenn ein zwangsfreier Mensch dasselbe einmal ausführt, was du wahrscheinlich viel öfter tust, ist bestimmt um einiges höher, als bei dir. Also rein objektiv betrachtet, lebt ein zwangsfreier Mensch viel gefährlicher, als du.
Deswegen finde ich das in dem Zusammenhang tatsächlich nicht so wichtig.

Wenn ich mal gedacht habe, dass mein Umfeld mein Risiko nicht versteht und ich deshalb nicht so viel Wert auf ihre Aussagen gelegt habe, dann habe ich diejenigen Personen einfach darum gebeten, dieselben Dinge zu tun, wie ich. Dabei kamen diese Personen IMMER zu dem Schluss, dass diese Handlungen nicht risikobehaftet sind. Glaub mir, das Ergebnis wäre bei deinen Verwandten bestimmt nicht anders.

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