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Theobln

Schüler

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Zwangssymptome: waschzwang,grübelzwang,kontrollzwang.

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1

Montag, 28. Dezember 2009, 11:51

Warum Schämen und verkriechen wir uns??

Hi Leute,

also ich habs schon öfter im Forum gelesen und Merks an mir selbst auch.
Aber mal ganz ehrlich Warum!!! schämen wir uns und Verkriechen uns???
Klar sind die Krankheiten auf deutsch gesagt Sche.......,aber wir müssen uns doch nicht verstecken und schämen.
warum können wir nur im Forum so sein wie wir sind und über das reden(schreiben) was mit uns ist??
Warum aktzeptiert man das einfach nicht das es sowas gibt.

mich stimmt das Traurig und macht mich zugleich wütend.

gruss theo

p.s mir war einfach mal danach das zu schreiben.

zwängelmaus

unregistriert

2

Montag, 28. Dezember 2009, 19:27

Hallo Theo...
interessantes Thema ;).
In Gedanken habe ich meinen Eltern und meinen Geschwistern..z.B. bei einer Familienfeier...schon so einige Male erzählt, was eigentlich mit mir los ist. In der Realität wissen sie nur, dass ich Depressionen und phasenweise Angstzustände habe. Ich glaube, ich habe Angst vor ihrer Reaktion.
Was ist, wenn sie wirklich denken, ich sei eine Gefahr für Leib und Leben, d.h. sie würden wirklich glauben, dass ich Menschen verletzen könnte,wenn ich ein Messer sehe oder, dass ich wirklich Menschen schubse oder schlage oder, dass ich wirklich Erwachsene oder Kinder unsittlich berühren könnte oder ich könnte wirklich unmögliche Dinge sagen oder tun usw.. Und wie soll ich ihnen dann noch erklären, dass ich ja die Angst habe, ich mache solche Dinge in einem "Blackout" und weiß es hinterher nicht mehr :wand:.
Ich habe Angst,dass sie hinterher Angst vor mir haben :D.
Andererseits wissen es sehr gute Freundinnen von mir und die haben keine Angst vor mir und wissen, dass ich harmlos bin...und auch mein Freund weiß über alles Bescheid und steht zu mir *kiss*.
Tja...und wenn ich es z.B. Arbeits- oder Vereinskollegen erzählen würde, würde ich ja etwas das Bild von mir, der meistens lustigen Frau, die ihr Leben im Griff hat (ha,ha), zerstören. Obwohl...dann bräuchte ich nicht mehr versteckt zwängeln und könnte einfach zugeben:"Ja...ich muss noch fünfmal zurückgehen und nachgucken, ob der Wasserkocher oder der PC aus ist...es lässt mir sonst keine Ruhe"...dann muss ich nicht mehr wie ein Indianer über den Flur schleichen, damit es auch beim sechsten Mal keiner merkt :breit:.
Ach..ich weiß auch nicht, vielleicht würden die meisten sogar zugeben, dass sie solche Sachen vereinzelnd auch kennen. Vielleicht sollten wir einfach aufstehen, das Kinn nach oben recken und sagen:"Ja..ich habe eine Zwangsstörung" ..und einfach mal gucken, was passiert.....
Liebe Grüße von einer guten Schauspielerin :D

3

Montag, 28. Dezember 2009, 23:56

Tja, das Risiko ist halt sehr hoch, zur Zielscheibe des Spottes zu werden und
das ist gerade für sensible Menschen kaum erträglich...


Gruß Kater

Theobln

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4

Dienstag, 29. Dezember 2009, 15:46

Hi kater

also stimmt schon das mann angst hat verspottet zu werden.

Ich versuch mit meinen krankheiten öffentlich um zu gehen und habs schon öfters erlebt das anstatt, spott eher fragen kommen warum und weshalb.
und das beantworte ich dann halt so wie ich es beantworten kann.

und jeh mehr ich öfftentlich damit umgegangen bin desto einfacher wurde es für mich in meinem umfeld, zumal sich bekannte ,freunde, familie auch darauf einstellen konnte.

natürlich muss das jeder für sich entscheiden.
aber ich bin es leid mich zu verstecken.


ich bin so wie ich bin,anderes bekommt mich auch keiner mehr hin:-))

gruss theo.

Theobln

Schüler

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5

Dienstag, 29. Dezember 2009, 15:59

hi zwänglermaus:-)

interessanter beitrag:-)

ich denk jeder zwängler oder mensch mit psychischen erkrankungen ist ein guter schauspieler,zumal man ja am besten weiss wie sein umfeld ist,und ob mann offen damit umgehen kann in seinem umfeld.
ich denk partnerschaft und familie ist immer das schwerste,zumalviele ja auch sich nicht hinein versetzen können,und wenn man es versucht zu erklären gelingt es bei einigen die es dann verstanden haben und andere wiederum verstehen es nicht,oder wollen es nicht verstehen.

mein schatz und ich haben Jahre gebraucht um das meiner familie und seiner familie begreiflich zu machen das ich nicht spiele,und nicht arbeiten kann weil ich krank bin.

gruss theo

zwängelmaus

unregistriert

6

Dienstag, 29. Dezember 2009, 20:09

Ich glaube, die Welt ist voller versteckter Zwängler ;).
Von meinem Arbeitsplatz aus kann ich direkt durch ein Fenster auf unseren Parkplatz gucken und beobachten, dass es außer mir noch andere Leutchen gibt, die zum Auto zurückschleichen und an den Türen rütteln, ob die auch wirklich zu sind. Da meine Arbeitskollegin gleichzeitig eine meiner besten Freundinnen ist und über meine Krankheit Bescheid weiß, zwinker ich ihr dann zu und sage:"Guck' mal, noch ein Zwängler" :D.
Oder der permanent penibel aufgeräumte Schreibtisch eines Kollegen, lässt auch tief blicken.
Wenn man selbst einen "Schaden" :wand:hat, hat man einen Blick dafür.
Aber zugeben tut' es natürlich keiner gern...bin ja selbst nix besser.

Vielleicht....vielleicht sind wir Zwängler ja in Wirklichkeit in der Überzahl...also es gibt mehr von uns, als von den "´Normalen"...und wenn wir uns endlich alle "outen" würden, dann wären die "Normalen" mal die :spassbremse:n und müssen sich für ihr Verhalten schämen :lachen:...

7

Dienstag, 29. Dezember 2009, 23:33

:lachen: die Vorstellung ist klasse, Zwängler in der Überzahl, wenn sie denn offen dazu stehen würden xDD
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

Brummbär

unregistriert

8

Mittwoch, 30. Dezember 2009, 00:05

Wenn ich jetzt meiner Familie sagen würde was ich habe, dann wollen die auch wissen wo das herkommt. Soll ich denen dann sagen, "das kommt von Eurer tollen Erziehung, die netten Methoden mit denen Ihr mich verwöhnt habt!" Dann haben ich sofort den großen Familienkrach am Hals und ich bin Schuld, weil ich mir alles einbilde, sehe Zusammenhänge wo keine wären.
Die wissen auch so, welche Macken ich habe, zumindest oberflächlich.

sabrina

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9

Mittwoch, 30. Dezember 2009, 00:14

Hallo,
eigentlich wusste bis vor ein paar Jahren niemand in meinem persönlichen Umkreis davon. Dann erzählte ich es meinem damals neuen Partner weil es sich abzeichnete dass wir zusammenziehen. Es ging einige Jahre gut, aber nun erlebe ich durch ihn Psychoterror, was genau würde hier den Rahmen sprengen diese Sachen zu erzählen. Ich will mich von ihm trennen, suche "nur" noch eine Wohnung, habe aber auch ein Kind von ihm! Er droht auf jeden Fall jetzt schon, allen Leuten von meiner Krankheit bis ins kleinste Detail zu erzählen, damit nicht gesagt wird, er könne an der Trennung schuld sein. Da habe ich rießige Angst davor!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Dann habe ich es vor 2 Jahren meiner Mutter erzählt, da gab es einen Vorfall und ich mußte zwangsläufig. Da sie nun eingeweiht war, fragte ich sie natürlich viele Sachen mit denen ich nicht zurechtkam. Aber das dürfen wir ja eigentlich nicht, da es "Rückversicherungen" sind und wir dann nicht selbstständig entscheiden müssen (so habe ich das auf Kur gelernt!) Leider ist es mittlerweile so, wenn ich sie was frage und dann noch ein oder zweimal nachfrage, ob da nicht evtl. trotzdem was schmutzig sein könnte, dann wird sie mittlerweile laut und mit ihren Worten trifft sie mich derart, dass ich mich immer mies fühle, und schäm. Ich komme mir dann immer so erniedrigt vor. Selbst schuld - ich bräuchte ja nicht zu fragen. Aber es ist in diesen Momenten so verlockend, wenn man nicht klarkommt, eine Vertrauensperson zu fragen.
Wenn ich zuhause Saubermachtag habe, dann kommt sie immer und passt auf das Kind auf, da gibt es dann auch Momente wo sie mich hinstellt als wäre ich irre. Ich versuche ihr es auch zu erklären aber das versteht sie nicht oder will es nicht. Sie meint wenn sie mir eine Sache ein bis zweimal erklärt dann hätte ich das zu verstehen. Aber ich erklärte ihr schon dass das so nicht funktioniert. Neulich hatten wir deshalb schon Streit und es gab auf beiden Seiten Tränen.
Ich weiß nicht ob man sich einen Gefallen tut, es zu erzählen. Denn wenn man sich erklärt hat, dann hat man ja sozusagen "Narrenfreiheit" und ich glaube dann reisst man sich überhaupt nicht mehr zusammen (soweit das überhaupt geht) und es wird noch schlimmer, denn man denkt sich, ach die anderen wissen ja Bescheid, daß ich nicht irre bin sondern dass es "nur" eine Krankheit ist. Man gibt sich dann evtl. weniger Mühe dagegen anzukämpfen. Hoffe ich konnte das jetzt richtig rüberbringen, ist schon so spät.
Gute Nacht
Sabrina
sabrina

10

Mittwoch, 30. Dezember 2009, 03:25

Leider ist das Verständnis auch innerhalb der Familie nicht unbedingt gegeben. Momentan habe ich mit meiner Mutter heftige Auseinandersetzungen, da fallen dann Sätze wie zB:

- du warst lange genug krank, denkst du, du hast die Krankheit/krank sein gepachtet

- du hast keinen wirklichen Grund, dass es dir schlecht geht, im Prinzip geht es dir gut, du siehst es nur nicht/willst es nicht sehen, schließlich hast du keinen Krebs etc.

- egal ob es nun deine Krankheit ist oder dein Charakter, mein Verständnis ist aufgebraucht ...

Dazu kommt noch, dass sie mich andauernd mit sich oder anderer Leute Kinder vergleicht (wenn die Mutter alt/älter wird, muß sich die Tochter kümmern, nach allem was ich für dich getan habe etc.). Was ich wie Hohn empfinde, ich komme nicht einmal mit meinem eigenen Leben wirklich klar, als ob die Krankheit einfach 'verschwindet', nur weil man sie nun so und so lange hat. Natürlich meint sie auch, ich wäre zum Großteil selbst für meine Erkrankung verantwortlich, denn 'andere sind ja trotz bestimmten Erlebnissen trotzdem nicht krank und haben ihr Leben im Griff'.

@ Sabrina

Das 'Zusammenreißen' bei meiner Mutter, soweit es ging, hat letzlich nur dazu geführt, dass sie schon meinte, ich wäre gar nicht krank, sondern nur faul und bequem bzw will nicht. An manchen Tagen meint sie auch, ich hätte nur gelogen und ihr vorgemacht, ich wäre nicht krank und teils würd sie mich am liebsten in irgendein Heim oder so stecken (wohne seit 10 Jahren alleine) was ich ziemlich unpassend finde, damit jetzt anzufangen, nachdem ich so lang alleine gelebt hab und damals gleich nach der Klinik ja aus dem Elternhaus ausziehen musste. Wenn ich zB etwas 'geschafft' hab und dann 2 Wochen später nicht, dann heißt es: du willst ja nur nicht, sonst hättest du es dann und dann ja auch nicht geschafft. Genauso mit dem Ekel + Zwang, obwohl ich vorher gesagt hatte, was ich beim Hundewelpen helfen kann und was nicht, war es dann doch anders und ich musste 6 Monate ständig mit den Dreck im Haus wegmachen, der Endpunkt war dann, als sie den Hund ca 2 Monate hatte und 1 Woche verreist ist und der Hund die ganze Treppe + Flur, wo Teppichboden liegt, mit Kot verschmiert hatte, da mein Bruder die Tür zum Bad zugemacht hatte wo die Katzentoilette für den Hund stand und wir dann 3 Stunden nachts putzen mußten und man nichtmal desinfizieren konnte, weil Winter war und man die Tür nicht auflassen konnte so lange. Dadurch wurde bei mir dann auch der Zwang wieder schlimmer, wo dann meine Mutter sagte, bei ihr 'ginge' das aber nicht und es gibt ja auch gar keinen Grund 'sich so anzustellen' so schlimm wäre das ja nicht gewesen. Im Rückblick denke ich, es war ein Fehler ihr zu versprechen, den Hund zu versorgen, wenn sie nicht da ist, zumal sie ja meinte, spätestens nach 3 Wochen ist der stubenrein, alles kein Problem und ganz einfach - und sie wirft mir heute noch vor, ich hätte mich nicht an die Verabredung vom Hundesharing gehalten, weil der Hund ja nie bei mir ist+übernachtet (das hatte ich nie versprochen, es ging nur darum, ihn zu versorgen, wenn sie Termine hat, bei ihr, nicht bei mir) da vergleicht sie das dann natürlich auch wieder mit anderen, in dem Fall mit 2 Nachbarinnen (die beide verwitwet sind und NICHT zwangskrank und immer Tiere im Haus bei sich hatten ...)

Viele Grüße, Hermit.
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Brummbär

unregistriert

11

Donnerstag, 31. Dezember 2009, 23:16

@ Hermit, igitt, das mit dem Hund ist ja echt eklig. Ich musste auch manchmal den Hund von meiner Mutter in Pflege nehmen. Ich konnte sie nicht anfassen, das Tier hat aber Streicheleinheiten erwartet und legte sich stinkend neben mir. Ich habe mir zum Streicheln immer Socken über die Hände gezogen die ich danach sofort in die Wäsche getan habe. Der Hund ist inzwischen eingeschläfert, ein Glück für mich.

willibilli50

unregistriert

12

Freitag, 1. Januar 2010, 17:29

Hallo ihr Lieben alle hier !
Das wir uns zurückziehen ist für diese Krankheit ganz normal , denn das steht so auch in vielen Heften, Büchern was man aber so zuerst garnicht merkt .
Man fühlt sich nicht verstanden von anderen am schlimmsten sind die , die so gut zuhören und in wirklichkeit überhaubt keine Hilfe sind da sie kein Gefühl für das haben was uns soooo bedrückt . Nein hintern Rücken ganz anderes denken reden
Wir Zwängler ziehen uns Automatisch immer mehr von allen zurück das bring es so mit sich , ich habe von meinen 6 Geschwistern nur zu 2 kontakt alles andere hat mir nicht gebracht mir ginge es nur schlechter auch meine Mutti seit 3 Jahren verstorben hatte am wenigsten verstäntnis für mich .Ach Arbeitskollegen war bei vielen und das in der eigenen Schicht so das ich als doof und beklopter betittelt wurde die Arbeit die hohe Konzentration viel mir um so schwerrer im Kraftwerk mit überwachung an 6 Bildschirmen erst als ich die Schicht wechselte ging es mir wieder etwas besser komisch war das alles junge Kollg. waren .
Von meiner Frau ist sehr wenig Hilfe gekommen , na ja ist verständlich sie versteht es auch nicht , wir haben es auch sehr schwer nur unter gleichen haben wir oft verständnis . Aber deswegen brauchen wir uns nicht zu SCHÄMEN nein das braucht keiner von uns , ganz im gegenteil die so normal sind wie sie sagen sind oft DÜMMER als die Polizei erlaubt das merkt man schon an ihren äußerungen da habt bitte keine Angst nichts gefallen lassen sagt denen was ihr von ihn haltet und schluckt nicht alles und nicht drohen lassen wir sind bessere Menschen wie die mit viel mehr Gefühl .
Und wenn es halt rumerzählt wird , ja dann sehen wir erst richtig wer unsere Freunde sind und wer nicht so viele fallen durch das Sieb aber es kommen neue dazu . Es grüßt euch alle Willi

cinderella

unregistriert

13

Samstag, 2. Januar 2010, 16:42

Hey,

also ich denke die Krankheit ist noch nicht genug akzeptiert,wenn einer Leberzirrose hat oder Gelbsucht,dass versteht jeder, aber wenn alle Organe krank werden können dann doch auch das Gehirn oder?

Wenn es öffentlich anerkannt wäre müssten wir uns auch nicht diese Sprüche anhören:DU willst nur nicht oder das ist Dein Charakter. Das würde sich dann keiner mehr erlauben.

Ich bin froh,dass es Leute gibt die mit mir das Schicksal teilen.

Pit-2001

unregistriert

14

Samstag, 2. Januar 2010, 23:22

Danke für diesen Thread.

Ich kann das alles nur unterstützen, ja so ist es.

Ich habe verloren:

Meine Karriere (und das zweimal)
Meine sämtlichen Freunde in der Stadt wo ich damals lebte,
meine Freunde in der Stadt, wo ich herkam
und meine Freunde in der Stadt, in die ich zog
meine Religionszugehörigkeit, weil zuviele nichts mehr verstehen wollten

dann meine Verwandten allesamt,

und letztlich geht es auch mit dem Partner nicht mehr, auch wenn er sozusagen Verständnis zeigt,

die Zwänge kriegen direkt oder über fünf Ecken alles klein.

Einen Vorteil hat es, man kommt zu sich, zu den Dingen, die man selbst will, denn wenn alle gegen einen sind, tut man auch endlich, was man will (leider nicht mehr viel, weil die zwänge alles überlagern).

ich verliebe mich förmlich in Menschen, die mich verstehen und wenn das aus der Not der Einsamkeit über die Beziehung hinaus geht, wird einem noch alles mögliche Böse und Gemeine und Entsetzliche unterstellt, Dinge an die man in seinem Elend gar nicht denkt.

Eines Tages wird man allein dastehen, eine Erlösung?

Ich glaube weniger.

Enke, das war zu wenig.........um die Menschheit umzudrehen in ihrem Denken.

Ja, es gibt Krebs. Aber es gibt auch Psychokrebs und starke Zwänge sind eine schlimme Art dieses Krebses, bei dem keiner Mitleid bekommt, man wird ausgestoßen, wie man früher die Aussätzigen ausstieß, weil man damit nichts anfangen konnte. O.k. von irgendwelchen Theoretikern bekommt man hier und da gute Ratschläge wie eine Keule übergezogen, das ist schon alles.
Und das Schlimme, neulich freundete ich mich mit einer Frau an, der ich alles erklären durfte, dann kam sogar raus, dass sie selbst, die sich für voll gesund h ält, Ansätze von Zwängen hat, ja sogar das Gefühl der Angst kennt, das dann entsteht, wenn man einem Zwang nicht nachgehen kann. Aber als meine Zwänge ihr nahekamen und etwas Aufmerksamkeit verlangt hätten, brach sie den Kontakt rigoros mit entsetzlichem Schimpfen ab. Da meint man, jemand versteht - denkste.



Allen auch ähnlich Betroffenden ein tröstendes Hallo.

Pit

15

Sonntag, 3. Januar 2010, 00:27

Ich frage mich oft, wie ich auf Zwängler reagieren würde, wenn ich nicht selber
einer wäre...

Ehrlich, ich weiß es nicht.


Gruß Kater

16

Sonntag, 3. Januar 2010, 03:36

Zitat

Original von Pit-2001
Danke für diesen Thread.

Ja, es gibt Krebs. Aber es gibt auch Psychokrebs und starke Zwänge sind eine schlimme Art dieses Krebses, bei dem keiner Mitleid bekommt, man wird ausgestoßen, wie man früher die Aussätzigen ausstieß, weil man damit nichts anfangen konnte. O.k. von irgendwelchen Theoretikern bekommt man hier und da gute Ratschläge wie eine Keule übergezogen, das ist schon alles.


Das dachte ich neulich auch, dass es wie Krebs ist, nur auf einer anderen Ebene - wir sterben nicht dran, es ist in den meisten Fällen unheilbar und man muss es bis ans Lebensende ertragen und die Qualen, die das verursacht sind von anderen nur schwer nachzuvollziehen.
Außerdem führt die Krankheit an sich schon zur Isolation und das mangelnde Verständnis der Umgebung und Gesellschaft dann noch einmal zusätzlich ...

Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen haben wir eben immer noch keine Lobby ... manchmal könnte man fast meinen, psychische Erkrankungen wären ansteckend, so wie sich manche da verhalten.
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Pit-2001

unregistriert

17

Sonntag, 3. Januar 2010, 14:36

Ja, Hermit, ansteckend, so oder ähnlich. Man flieht davor und erst recht vor den Folgen, denn jahrelanger Angst- oder Zwangsstress wirkt sich auf sovieles aus, was dann nicht mehr normal läuft.

Wenn einer ständig hinkt, wundert sich keiner, dass den nicht nur das Hinken stört, sondern, dass mit der Zeit auch andere Dinge in seinem Körper davon kaputt gehen, z. B. ein Gelenk usw.
Wenn nach einem jahrelangen Zwang, plötzlich die Ehe nicht mehr funktioniert, weil man sich zu sehr verändert hat, dann ist man da ja auch noch der Böse. Der mit seinem kaputten Gelenk hingegen, der wird bedauert. Ja, du Armer, ist doch klar, wenn du 20 Jahre hinkst, dass dann das auch mal passiert, du Armer, du Armer. Stellt euch mal vor, der XY hat jetzt ein kaputtes X-Gelenk, weil er doch durch das Hinken.... der Arme, das musste ja mal passieren, meiiiiiii

der Arme,


*verzweifeltes Grinsen* Pit


aber bei Zwänglern könnte es dann heißen. Jetzt ist seine Ehe auch kaputt oder seine XX haben ihn auch verlassen usw. "Naj ja, dacht schon immer das der einen schlechten Charakter hat, deswegen hat er ja woh auch seine Zwänge. Na ja, jeder, was er verdient, kommt lass uns Abstand halten, zum Glück haben wir mit sowas nichts zu tun, also wann steigt die Party, den X hast du schon eingladen, der Y mit seiner Freundinn, usw.....


Inzwischen sucht sich der Zwängler eigene Wege, um noch etwas vom Duft des Lebens mitzubekomme, ausgeschlossen, wie er ist, und was man dann so beobachtet, macht ihn wieder zum Buhmann, der Wohlgenährten. Ein Teufelskreis.

Sorry, bin heut grad so drauf.....Pit

willibilli50

unregistriert

18

Sonntag, 3. Januar 2010, 17:47

Hallo Pit und alle ihr lieben hier !

Ich bin grad heute gut drauf !
O das habe ich in Vorbrief schon gemerkt , als ob in Pit eine Bombe ist der Druck in dir muß riesengroß sein .
So habe ich es in dieser Zeit von dir noch nicht gelesen , aber alles was du schreibst stimmt ja so genau besser geht es kaum was so ein Mensch wie du aushalten muß das wird auch auf viele andere zutreffen .
Ja wir müssen sehr viel aushalten und viele tun so als ob sie einen verstehen , nein das kann glaube ich keiner nicht mal diese die auch etwas mit dieser Krankheit zu tun haben .
Familie weg , Freunde weg , die Frau versucht aber wir sind ja so lästig und sehen lieber wenn man weg ist . Man kommt sich selber vor wie blöd es tickt und tickt und der Kreislauf nimmt kein Ende .
Hinter Rücker der ist doch blöd du gehörst in die Geschlossene , dabei sind wir lieber Pit bessere , liebevollere , und vorallem Menschen mit Herz das habe ich schon so oft gemerkt .
Jeder der nur einen Arm bricht wird besser behandel als wir , obwohl er bald wieder geheilt ist und wir unser ganzes Leben leiden .
Ja Pit du hast das gut geschrieben , Danke dafür Willi

Zwangst21

unregistriert

19

Sonntag, 3. Januar 2010, 21:13

Die Zwangserkrankung ist gesellschaftlich nicht als Krankheit anerkannt!

Hallo Leidensgenossen,

Ich glaube das man eine Zwangserkrankung hat, sollten so wenige Menschen im Umfeld wissen, wie es nur geht. Bei mir wissen es direkt meine Mutter, mein Zwillingsbruder und mein Vater. Indirekt leider noch mehr Leute.
Die Leute aus meiner früheren Klasse hatten es damals mitgegriegt als ich während der Schulzeit in die Klinik gegangen bin.
Auch dadurch große Teile meiner Verwandschaft und auch leider einige die es von meinem Vater wissen. Der kennt da kein Scham und erzählt das einfach mal so anderen Leuten. Ich wünschte es würde keiner wissen, denn die verstehen einen nicht und machen alles in jeder Hinsicht nur noch schlimmer für den Betroffenen. Wenn man etwas nicht kann dann heißt es man sei faul. Die verstehen nicht was das bedeutet, jeden Tag Todesangst zu haben. Ich habe viel mit meiner Mutter gesprochen und es hat nie etwas geholfen. Meine Mutter weiß sogar meinen Namen in dem anderen Zwangsforum. Habe Angst das die da ließt. Ich glaube ich mach mir einen neuen Account.

Wisst ihr was besser ankommt? Den Leuten zu erzählen man hätte Depressionen oder das Burnout Syndrom, denn die Krankheiten sind gesellschaftlich schon als "echte" Krankheiten anerkannt.

Pit-2001

unregistriert

20

Sonntag, 3. Januar 2010, 22:20

*kotz*

wenn man deinen Beitrag liest, ja *kotz*

aber nicht auf dich liebe Zwangs21, sondern, weil es tragischerweise stimmt, was du scheibst.

Robert Enke ist gestorben, weil er auch dachte, man kann es keinem erzählen, als der Druck zu groß wurde, gab es scheinbar nur den Ausweg.

Verbreitet das ruhig überall, vielleicht lernen die Leute draus.

Gut, Depressive bringen sich schon mal um, wir Zwängerl seltener, aber bei mir merke ich auf jeden Fall über die Jahre den stückweisen Selbstmord, weil Zwänge und Angst über viele Jahre, wie Selbstmord auf Raten ist. Und wenn ich ganz ehrlich bin, ich bin in den Zwängen oft auf andere angewiesen, die die mich da gnaz und gar fallen lassen, die sind an den schlimmsten Alpträumen schuld.

Ganz am Rande: Meine Ansicht ist immer noch, dass wir begrenzte Hilfe bräuchten, Menschen, die unseren Zwang nicht ignorieren, auch nicht überfürsorglich fördern, aber begrenzt helfen, damit klar zu kommen, wenn wir sie bräuchten, da mal abgesehen vom Verständnis, was so und so fehlt. Komischerweise gibt es Leute, die es haben, was den Rest in ein noch schlechteres Licht stellt, traurigerweise.

Jetzt viele Grüße

von Pit


Danke Willibilli für diene freundlichen wahren Worte