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sunflower

unregistriert

1

Sonntag, 22. März 2009, 16:18

Mut machen, kämpfen lohnt sich

Hallo liebe Forumsmitglieder,

einige von Euch kennen mich noch, ich bin´s, die sunflower. Ich grüße Euch alle ganz herzlich.

Ich war eine zeitlang mit Euch im Forum unterwegs, habe mich aber dann irgendwann abgemeldet, weil es mir nicht ausschließlich gut tat. Aber: Ich will das Forum keineswegs schlecht machen, nur muss halt jeder für sich entscheiden, ob es ihm in seiner Situation eher hilft, oder vielleicht noch mehr „runterzieht“. Ich muss sagen, es hat mich an einigen Stellen „wachgerüttelt“ und mir zunächst wirklich sehr geholfen.

Durch das Forum bin ich z. B. zu der Entscheidung gekommen, mir nochmal mit Tabletten helfen zu lassen, weil es so, wie es war, nicht weiterging. Heute melde ich mich bei Euch, zum einen, um Euch zu berichten, wie es mir in der Zwischenzeit ergangen ist und was viel wichtiger ist: Ich möchte Euch damit Mut machen. Aber ich will von vorne anfangen:

Zunächst mal meine „Probleme“, warum ich mich damals überhaupt für das Forum entschlossen hatte:
Natürlich in erster Linie wegen meiner Zwänge. Ich hatte Kontrollzwänge und leichte Waschzwänge. Beides war nie extrem ausgeprägt, aber hat mich gestört. Bei mir war es also nicht so, dass ich stundenlang einen Türgriff angestarrt habe, um mich zu überzeugen, dass die Tür zu ist, aber ich habe öfter hingeschaut bzw. bin auch zurückgegangen. Auch mein Waschzwang war nicht so heftig ausgeprägt, aber halt auch nicht „normal“. Weiter hatte/habe ich ein Problem, wenn ich unterwegs bin: Ich „muss“ immer rechts gehen und habe ein Problem damit, wenn mir jemand auf „meiner Seite“ entgegen kommt und beim Autofahren rege ich mich darüber auf, wenn sich nicht an die Verkehrsregeln gehalten wird.

Meine Kontroll- und Waschzwänge sind mit der Zeit geringer geworden bzw. sogar fast vollständig verschwunden, an den beiden anderen Dingen arbeite ich zur Zeit noch.
Ich denke mir bzw. weiß auch nach Rücksprache mit meiner Therapeutin, warum es mir zwischenzeitlich besser geht.

Es fing damit an, dass ich durch dieses Forum den Entschluss gefasst hatte, nochmal zu meiner Neurologin zu gehen und mir mit Tabletten helfen zu lassen. Nachdem ich ihr meine Situation beschrieben hatte, verschrieb sie mir Clomipramin. Natürlich hatte ich auch erst Bedenken, dass ich jede Menge Nebenwirkungen haben werde. Aber ich muss sagen, ich bin mit dem Medikament sehr gut zurecht gekommen; mit den Nebenwirkungen, die ich hatte, konnte ich gut leben. Etwas unangenehm waren die Schweißausbrüche, mir war ständig heiß. Aber, von einer heftigen Nebenwirkung kann man da nicht sprechen. Was für mich jetzt nicht so schlimm war, weil ich von Natur aus eher schlank bin, ich hatte rd. 10 kg zugenommen. Für mich war das eher ein angenehmer Nebeneffekt, abgesehen davon, dass ich neue Klamotten brauchte. Es waren vielleicht noch die ersten 2 Wochen, wo ich nicht so gut durchgeschlafen habe, aber auch das gab sich. Ach so, was noch unangenehm war, wo ich mich aber irgendwann „dran gewöhnt“ hatte; meine Pulsfrequenz hatte sich erhöht, was mich beim Treppensteigen aus der Puste brachte und meine Oberschenkel schmerzten, wenn ich Treppen stieg. Etwa 2 Wochen lang hatte ich mit Händezittern zu tun. Das war unangenehm, legte sich aber auch. Das war ´s auch eigentlich schon mit den Nebenwirkungen; großartig mit Müdigkeit hatte ich nicht zu kämpfen und auch meine organischen Werte waren durchweg in Ordnung. Klar war das nicht alles gerade angenehm, aber ich konnte damit umgehen, zumal meine o. g. Zwänge immer mehr nachließen und ich damit auch positive Zeichen sah. Gleichzeitig ging ich natürlich weiter zur Therapie, denn auf Tabletteneinnahme allein wollte ich mich nicht und sollte man sich nicht verlassen. Dann hätte man, sobald man diese absetzt, wohl mit einem Rückschlag zu kämpfen. Da ich aber mit meiner Therapeutin weiter an mir gearbeitet habe, habe ich im letzten Jahr viel geschafft.

Hier meine weitere Geschichte:
Ich möchte mich an dieser Stelle „outen“ und Euch mitteilen, dass ich mit meinen damals 34 Jahren noch keinen festen Freund hatte. Ich hatte über Kontakanzeigen den ein oder anderen Mann kennengelernt, aber es war immer so, dass entweder ich dachte, das könnte was werden, dann wollte er nicht oder halt umgekehrt. Dementsprechend war es für mich nicht leicht mich aus dieser Situation heraus zu entwickeln. Jugendliche lernen Beziehungen und Liebe im allgemeinen Miteinander kennen und machen ihre Erfahrungen, die fehlten mir gänzlich. Das könnt ihr Euch so vorstellen wie einen Erwachsenen, der lesen und schreiben lernt. Der tut sich damit wesentlich schwerer als ein Kind.

Nun ja, ich hab´s immer weiter versucht und schließlich mein Glück gefunden, auch über eine Kontaktanzeige im Internet. Ich habe mich nach einer Woche Emails schreiben mit dem Mann getroffen und wir wollten uns wieder sehen. Beim 2. Treffen hab ich dann Nägel mit Köpfen gemacht und ihm gleich gesagt, dass das für mich alles neu ist. Zum einen wollte ich mich dadurch „schützen“, denn wenn mir irgendwas zu schnell gegangen wäre bzw. ich mich mit einer Situation nicht wohl gefühlt hätte, hätte das für mich gleich den Rückzug bedeutet. Zum anderen wollte ich auch ihn direkt in Kenntnis setzen, damit er entscheiden kann, ob er mit der Situation umgehen und die nötige Geduld aufbringen kann. Und er hat zu mir gehalten. Um es vorweg zu nehmen, wir sind heute noch zusammen.

Es mag sich für einige von Euch jetzt blöd anhören, aber ich will es hier so schreiben, wie es war, denn aus einigen Beiträgen von Euch habe ich herausgelesen, dass es scheinbar bei Zwänglern öfter ähnliche Situationen gibt und ich möchte Euch Mut machen. So fing es bei uns mit ganz vorsichtigen Annäherungen an, umarmen war für mich ok, aber Küssen und weitere Berührungen .. das war für mich alles Neuland. Und ich hab mit meinem Freund (Jürgen) so viel Glück gehabt. Er hat mich nie zu etwas gedrängt. Nach Rücksprache mit der Therapeutin habe ich ihm gesagt, dass er wohl immer den Anfang machen müsse, weil von mir aus sicher nicht der nächste Schritt käme und so haben wir es gemacht. Ganz langsam, Schritt für Schritt hat er sich mit angenähert. Meist hat mich das zuerst zurückgeschreckt und er hat auch verstanden, wenn ich sagte, dass das für mich nicht ok ist. Beim nächsten vorsichtigen Versuch war es nicht mehr so „schlimm“ und so habe ich ganz langsam Stück für Stück gelernt in einer Beziehung zu leben und mit den Zärtlichkeiten umzugehen. Trotzdem gab es für mich immer Unsicherheiten und Entscheidungsprobleme ob das alles so das Richtige ist, eine Beziehung, ob ER der Richtige ist….Klar, vom Verstand her hab ich mir immer gesagt, dass ich keinen Besseren finden kann, der so spitzenmäßig mit meiner Krankheit und meinen Problemen umgehen kann. Aber trotzdem waren da immer diese Unsicherheit, das Hin und Her und ich konnte zunächst keine Entscheidung treffen. Ihr kennt das vielleicht auch, als Zwängler möchte man 100 %ige Gewissheit, dass das, wofür man sich entscheidet, der absolut richtige Weg ist.

Nach vielen Gesprächen mit meiner Therapeutin habe ich gelernt, dass es 100 % nie geben wird. Sie hat mir gesagt, dass ich auch nach weiterem Überlegen keine Gewissheit haben kann. Sie hat mir erklärt, dass ich in der Theorie, d. h. durch das ständige Überlegen alleine nie das Wissen erlangen kann, ob er der Richtige ist. Sie meinte, dass ich mich heute entscheiden könnte, mit ihm zusammen zu leben, aber es nach 5 Jahren trotzdem zu Ende gehen könnte. Ich habe durch die Gespräche gelernt, egal wie man sich entscheidet, das mag im Moment richtig sein, aber man hat keine Gewissheit bis zum Ende seines Lebens.

Im August 2008 war ich dann mit Jürgen das erstemal gemeinsam 2 Wochen in Urlaub. Und auch das hat prima geklappt, keine Streitigkeiten, wir waren uns in sämtlichen Unternehmungen immer einig und es hat einfach alles gepasst.

Nach diesen „Testwochen“ bin ich dann im Oktober 2008 zu ihm gezogen. Auch dieses enge Miteinander, das ich bisher nur von meiner Familie kannte, war und ist kein Problem. Und immer noch, Stück für Stück wurde es mit meinen Zwängen besser. Meine Therapeutin war zu dieser Zeit schon sehr zufrieden mit mir und meinte, dass ich mir jetzt eine Pause verdient hätte; ich hätte schon so viel geschafft, da wäre es nicht schlimm gewesen, wenn ich erstmal keine weiteren Schritte gewagt hätte.

Aber dann kamen mit Jürgen die Überlegungen, ob wir ein Baby haben möchten. Er wusste JA, ich möchte ein Kind. Bei mir kam wieder die übliche Unsicherheit und diesmal war die Entscheidung natürlich noch schwerwiegender. Eine Beziehung kann man beenden, wenn sie letztlich doch nicht funktioniert, ich kann wieder ausziehen, wenn das Zusammenleben nicht klappt, aber wenn man ein Kind in die Welt setzt, hat man eine Verantwortung. Das bedeutete für mich wieder grübeln, grübeln, grübeln, will ich, will ich nicht. Und wieder hat ein Gespräch mit der Therapeutin mir bei der Entscheidung geholfen. Ich bin mittlerweile 36 Jahre. Sie meinte dann, ich könne weiter „theoretische Überlegungen“ anstellen, was wäre wenn und dies und das, aber ich werde nie eine 100 %ige Entscheidung fällen können. Soll heißen, sie hat mir verständlich gemacht, dass ich z. B. jetzt noch ein paar Jahre grübeln kann, noch ein paar Jahre diese Ungewissheit, dieses Hin- und Her überlegen … und letztlich würde mir die Entscheidung dann von der biologischen Uhr genommen, mit 36 Jahren hat man nicht mehr allzu viel Zeit, sich Kinderwünsche zu erfüllen. Ich wollte mich auch nicht weiter mit den Grübeleien fertig machen, ich wollte Jürgen nicht zu lange mit einer Entscheidung warten lassen, ich wollte mir die Entscheidung nicht von der Natur nehmen lassen …. einen besseren Partner und Vater für mein Kind kann nicht finden. Jürgen hat mit mir schon von Anfang an schwere Zeiten durchgestanden, er ist immer für mich da … einen besseren Mann kann ich nicht finden und so habe ich Anfang des Jahres gesagt, JA, ich möchte ein Baby mit Dir haben. Er hat bis über beide Ohren gestrahlt.

Für mich bedeutete das gleichzeitig Tabletten absetzen. Das fing an mit den Betablockern, die mir der Arzt wegen der erhöhten Pulsfrequenz verschrieben hatte. Dann reduzierte ich nach Rücksprache mit der Neurologin die Clomipramin. Und ich war happy, es machte keine Probleme. Vielleicht mal leichte Kopfschmerzen, einen Tag leichtes Händezittern und wenige Tage Probleme beim Durchschlafen; ich denke, es hätte schlimmer werden können. Die Zwänge sind nicht wieder schlimmer geworden. Ich habe meine Therapeutin gefragt wie das zusammenhängt. Sie erklärte mir, dass ich in den letzten Jahren einiges an meiner Lebenssituation geändert habe, vor allem das neue Leben mit meinem Freund zusammen und damit besteht kein Grund mehr für die Ängste, die den Zwängen eine Chance gaben. Es gibt keine großen Entscheidungen mehr zu treffen, mein Leben läuft in geregelten Bahnen, also haben auch die Zwänge keine Chance mehr.

Letztens habe ich auch einen Beitrag von Nina gelesen, dass sie einiges in ihrem Leben zum Positiven geändert hat und die Zwänge sich „schlagartig“ um sich 70 % reduziert haben. Ich denke, dass unsere beiden Beispiele zeigen, dass die Zwänge viel mit der Lebenssituation zu tun haben, dass da irgendwas nicht stimmt. Sicher ist es harte, teilweise langwierige Arbeit die „Fehler“ herauszufinden, aber wenn man dort ansetzen kann, hat man echt ne Chance die Zwänge zu verbannen. Herzlichen Glückwunsch, Nina, als ich das gelesen habe, hab ich mich echt für Dich gefreut. Klasse gemacht, Hut ab!!!

Ich kämpfe jetzt noch mit meinem Problem „Autofahren und rechts gehen“ und hoffe, dass ich auch das noch in den Griff kriege. Mit Jürgen an meiner Seite bin ich da guter Hoffnung. Auch hierbei unterstützt er mich wieder so wie er kann.

Tja, das war soweit meine Berichterstattung. Der Text ist sehr lang geworden, sorry dafür und danke, wenn ihr trotzdem alles lest. Aber vielleicht kann ich dem ein oder anderen Mut machen. Kämpft weiter, lasst Euch helfen, von Therapeuten, mit Unterstützung von Tabletten, vertraut Euch lieben Leuten an. Ihr schafft das!

Ich werde mich irgendwann mal wieder im Forum melden, was sich weiter in meinem Leben tut. Jetzt kommt die spannende Zeit voller Erwartung, ob es mit dem Baby klappt. Vielleicht drückt ihr uns die Daumen.

Ich wünsche Euch allen ganz viel Kraft und Mut, dass auch ihr Euer Leben so geregelt bekommt, wie ihr es Euch wünscht, ohne Zwänge …

Macht´s gut,
Eure sunflower

lämmli

unregistriert

2

Sonntag, 22. März 2009, 16:31

:lieb:

Liebes Blümli,

freu mal wieder was von Dir zu lesen und dann noch so schöne Sachen. :verlegen: Ich gesteh allerdings, dass ich nur überflogen habe, trotzdem habe ich glaube ich einiges mitbekommen.

Jepp, üsch bin übrigens immer noch Single, aber habe im Moment auch keine Lust auf Suchen. Trotzdem finde ich was Du schreibst echt klasse und ja, ich denke kann schon Mut machen.

:lieb: :lieb: :lieb: *kiss* *kiss* *kiss*

Pit-2001

unregistriert

3

Sonntag, 22. März 2009, 22:40

RE: Mut machen, kämpfen lohnt sich

Hallo große gelbe Sonnenblume der Vergangenheit.

Danke für deinen Bericht, der sich sehr schön las.

Weiter alles Gute und viele Grüße.

Pit

Brummbär

unregistriert

4

Sonntag, 22. März 2009, 23:05

Na das ist doch mal eine schöne Geschichte, sowas muss es eben auch geben.
*kiss*

Vogelgrippenangstparter

unregistriert

5

Sonntag, 22. März 2009, 23:13

RE: Mut machen, kämpfen lohnt sich

Hallo Sunflour,
erstmal natürlich viel Freude in der Zeit der Wunschrealisierung! Wünsche alles Gute!

Dann die kritische Frage: Du schreibst von leichten Waschzwängen, Kontrollzwängen. Was hast Du mit Deiner Therapeutin ausgemacht, wie sich Dein Jürgen verhalten soll? Denn: Nach meiner Erfahrung mit meiner Frau - bei der sich während der Schwangerschaft und danach ihre Zwänge deutlich verstärkt hatten - kann ich nur den Tipp geben, Nicht den Zwängen mehr Raum zu geben, nur weil nun eben ein Kind da ist etc.

Ganz liebe Grüße,
DerPartner

sunflower

unregistriert

6

Montag, 23. März 2009, 08:31

Hallo Ihr Lieben, :lieb:

vielen Dank erstmal für Eure schnelle Rückmeldung, hat mich sehr gefreut, von Euch zu hören. Und natürlich ganz ganz lieben Dank für die guten Wünsche. *kiss*

Lieber "Partner",

ich hab mir Jürgen nichts vereinbart, was meine Zwänge angeht. Er weiß darüber Bescheid, kann gut damit umgehen, "wundert" sich nicht, wenn ich vielleicht wirklich mal wieder "kontrollieren" muss oder unsicher bin, ob ich mir die Hände gewaschen hab und ist einfach für mich da. Aber die Kontroll- und Waschzwänge sind bei uns kein Dauerthema. Wie gesagt, die waren beide bei mir nie wahnsinnig ausgeprägt und sind jetzt durch die Veränderungen in meinem Leben noch weiter zurückgegangen. Auch beim Umzug zu Jürgen hab ich von vornherein versucht, Herrn Zwang nicht mit einziehen zu lassen und das hat auch ganz gut geklappt. In meiner alten Wohnung hatte ich einen festgelegten Weg, den ich beim Verlassen der Wohnung abgehen und alles kontrollieren musste. Den gibt es jetzt nicht mehr und es gibt sowieso nicht mehr so viele Kontrollpunkte. Durch Jürgen hab ich gelernt, dass es auch nicht so schlimm ist, wenn mal ein Licht anbleibt oder so. Klar fühle ich mich insgesamt wahrscheinlich auch in allem sicherer, weil ich weiß, dass da noch jemand ist, der den Herd sicher ausschalten würde, falls ich es vergessen hätte. Aber so wie es jetzt ist, kommen wir beide gut damit zurecht.

Und die Befürchtung, dass das mit einem Baby schlimmer werden könnte, haben wir zur Zeit noch nicht und wollen wir auch gar nicht erst eintreten lassen. Sollten sich dann doch wieder Zwänge bei mir einschleichen, wird Jürgen an meiner Seite stehen und auch das werden wir meistern. Wie gesagt, mit Hilfe der Tabletten habe ich einiges in meinem Leben gemeistert und geändert und sehe der Zukunft positiv entgegen.

Ich hoffe, ich konnte Deine Frage damit beantworten. Danke Dir auch gleichzeitig, dass Du Dir "besorgte Gedanken" um uns gemacht hast und mir gleich den Hinweis gegeben hast. *kiss*

Ich wünsche Euch allen alles alles Gute und weiterhin viel Kraft im Kampf gegen die Zwänge.

Es grüßt Euch ganz herzlich
das Blümchen

7

Montag, 23. März 2009, 18:26

Hallo Sunny....ich freue mich auch mal wieder etwas von dir zu lesen!
Danke für den schönen Bericht!

Alles erdenklich gute für deinen weiterführenden Weg und für deine Vorhaben in Sachen Therapie!

gr. Mogry :lieb:

Sandrina

unregistriert

8

Dienstag, 24. März 2009, 15:04

Oh haaaaaalllllloooo Flooower... :lieb: :lieb: :lieb: :lieb:
Ist das schöööön von dir zu hören *freu* und dann auch noch sooo ein tollen Bericht... Ich hab ihn verschlungen bis zum letzten Wort... Ich gratuliere dir von Herzen und wünsche dir weiiiiterhin alles alles GUTE!!!!

Und natürlich drück ich dir die Daumen... Bei mir haben die Zwänge zwar überhaupt erst mit dem 1. Kind begonnen, hatte vorher NIE welche aber ich sag dir es lohnt sich immer... Es gibt NICHTS!!!! schöneres als Mama zu sein... Das was dein Kind dir gibt ist das SCHÖNSTE auf der Welt und entlastet ALLES!!!!!! Ich wünsch dir von HERZEM dass es klappt und ihr ein leben lang sooo glücklich bleibt wie ihr es seit!!!!

:lieb: :lieb: :lieb: *kiss* *kiss* *kiss*

Pit-2001

unregistriert

9

Dienstag, 24. März 2009, 15:50

Sandrina sprengt die neue Theorie, dass Zwänge da sind, weil eine ungute Lebensituation bereinigt werden muss. Oder kann man das so nicht sagen?

Da wäre ja ihr geliebtes Kind die ungute Situation, läge doch eindeutig auf der Hand.

Vielleicht geht es gar nicht um gute oder ungute Situatiion. Sondern einfach um Situation, wenn ich das mal so sagen darf. Situationen mögen irgendwas an sich haben, was Zwänge nach sich zieht oder fördert. Ob man die Situation beseitigen muss oder nicht ist sekundär wichtig. Primär wäre es wichtig, was die Situation auslöst, was dann zu Zwängen führt.

Ticke ich daneben?

Mir ist es übel dabei, wenn ich aus den zwei Beispielen schlussfolgere, dass man nur Situationen ändern muss, weil dann die Zwänge gehen. Nun gut, vielleicht ist duch ein Abschaffen einer Situation auch das, was eigentlich zwangsfördernd ist und in der Situation begraben ist, auch mit weg, das kann schon sein.
Aber an Sandrinas Beispiel sieht man doch, dass man nicht jede Situation abschaffen kann und auch gar nicht will. In dem Fall müsste man suchen, was ist da in der Situation, was zwangsfördernd ist.

Es haben ja auch nicht alle Zwänge, die in Lagen sind, in denen Nina oder Sunflowder waren, so schlimm diese Lagen im Einzelnen sein mögen.

Pit


ich philosophier halt gern mal, nichts für ungut

sunflower

unregistriert

10

Dienstag, 24. März 2009, 16:17

Hallo Sandrina, *kiss*

vielen lieben Dank für Deine lieben Worte und Wünsche. Ich bin extrem gespannt, ob es klappt und ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ich letztlich so happy über mein Kind sprechen/schreiben kann wie Du oder auch Nina und viele andere Mütter es können. Natürlich sind da im Moment auch "Ängste" (ist vielleicht zu viel gesagt), klingt "Bedenken" vielleicht besser? Ich nehme an, dass jede werdende Mutter erstmal auch voller Sorgen ist, ob sie die Situation meistert, was da auf sie zukommt usw. Ich habe da auch mit meiner Thera und Neurologin drüber gesprochen und beide haben mir bestätigt, dass das normal ist. Letztlich ist meiner Thera kaum eine Mutter bekannt, die sich später gewünscht hätte, doch kein Kind zu haben. Also gehe ich voller positiver Erwartungen da heran.

Hallo Pit, *kiss*

tja, das mit meiner Theorie scheint in Sandrina´s Fall wahrlich nicht zuzutreffen. Sie wird wohl kaum ihr Kind weggeben, weil die Zwänge damit begonnen haben. Ich denke nicht, dass das Kind letztlich der Auslöser ist, sondern da vielleicht in der Vergangenheit noch irgendwas "begraben" liegt. Aber das vermag keiner von uns zu beurteilen und ist auch wiederum nur eine Theorie.

Mmh, meine Theorie träfe also z. B. auf Nina und mich zu, auf Sandrina wieder nicht; sie scheint also letztlich nicht der 100 %-ige Schlüssel zur Lösung zu sein.

Wie auch immer wünsche ich Euch allen, dass ihr den "Schlüssel" findet und die Zwänge in den Griff bekommt.

Alles Liebe, :lieb:
das Blümchen

lämmli

unregistriert

11

Mittwoch, 25. März 2009, 08:35

Zitat

Original von Pit-2001
Sandrina sprengt die neue Theorie, dass Zwänge da sind, weil eine ungute Lebensituation bereinigt werden muss. Oder kann man das so nicht sagen?

Da wäre ja ihr geliebtes Kind die ungute Situation, läge doch eindeutig auf der Hand.

Vielleicht geht es gar nicht um gute oder ungute Situatiion. Sondern einfach um Situation, wenn ich das mal so sagen darf. Situationen mögen irgendwas an sich haben, was Zwänge nach sich zieht oder fördert. Ob man die Situation beseitigen muss oder nicht ist sekundär wichtig. Primär wäre es wichtig, was die Situation auslöst, was dann zu Zwängen führt.

Ticke ich daneben?

Mir ist es übel dabei, wenn ich aus den zwei Beispielen schlussfolgere, dass man nur Situationen ändern muss, weil dann die Zwänge gehen. Nun gut, vielleicht ist duch ein Abschaffen einer Situation auch das, was eigentlich zwangsfördernd ist und in der Situation begraben ist, auch mit weg, das kann schon sein.
Aber an Sandrinas Beispiel sieht man doch, dass man nicht jede Situation abschaffen kann und auch gar nicht will. In dem Fall müsste man suchen, was ist da in der Situation, was zwangsfördernd ist.

Es haben ja auch nicht alle Zwänge, die in Lagen sind, in denen Nina oder Sunflowder waren, so schlimm diese Lagen im Einzelnen sein mögen.

Pit


ich philosophier halt gern mal, nichts für ungut


Hallöchen lieber philosophierender Pit ;)

Jetzt gibst Du meinem Hirnlein auch wieder Denkstoff :lieb:

Wenn also bestimmte Situationen Zwänge auslösen, kann man/will man ja nicht die Situation unbedingt abschaffen, es sei denn sie ist negativ. Du schreibst, dass man in dem Fall suchen müsste was in der Situation zwangsfördernd ist. Die Aussage finde ich gut. Ich frage mich nur gerade, wie das aussieht wenn man das herausgefunden hat. Kann man das zwangsfördernde einfach dann weg nehmen? Das hört sich so einfach an. Ich vermute mal eher, dass man lernen muss mit dem was den Zwang auslöst umzugehen. Mhmm - oder kann man das doch einfach wegnehmen?

Wenn sich jemand in einer Lage befindet entwicklen sich nicht unbedingt Zwänge... Stümmt... gibt ja auch noch genug andere Störungen auf die man auswecheichen kann. Wenn ich keinen Zwang habe werde ich eben depressiv oder aggresiv oder ich entwickle Persönlichkeitsstörungen... Die meisten Leute haben dann ja auch einen Haufen angesammelter Störungen, so nach dem Motto eine Störung kommt selten allein... *Kopf kratz - denk*

L.G.
Lämmli

*kiss*

Pit-2001

unregistriert

12

Mittwoch, 25. März 2009, 13:56

Hallöchen lieber philosophierender Pit ;)

Jetzt gibst Du meinem Hirnlein auch wieder Denkstoff :lieb:

Wenn also bestimmte Situationen Zwänge auslösen, kann man/will man ja nicht die Situation unbedingt abschaffen, es sei denn sie ist negativ. Du schreibst, dass man in dem Fall suchen müsste was in der Situation zwangsfördernd ist. Die Aussage finde ich gut. Ich frage mich nur gerade, wie das aussieht wenn man das herausgefunden hat. Kann man das zwangsfördernde einfach dann weg nehmen? Das hört sich so einfach an. Ich vermute mal eher, dass man lernen muss mit dem was den Zwang auslöst umzugehen. Mhmm - oder kann man das doch einfach wegnehmen?

Wenn sich jemand in einer Lage befindet entwicklen sich nicht unbedingt Zwänge... Stümmt... gibt ja auch noch genug andere Störungen auf die man auswecheichen kann. Wenn ich keinen Zwang habe werde ich eben depressiv oder aggresiv oder ich entwickle Persönlichkeitsstörungen... Die meisten Leute haben dann ja auch einen Haufen angesammelter Störungen, so nach dem Motto eine Störung kommt selten allein... *Kopf kratz - denk*

L.G.
Lämmli

*kiss*[/quote]

Hallo Lämmli, ich will mal konkret werden. Ich hatte schlimme Zwänge, als ich frisch und glücklich verheiratet war. Und ich habe Zwänge auch als diese Verbindung immer probelmatischer wurde (nicht wegen der Zwänge). Viele sagen, beende sie endlich, weil merkst du nicht, dass deine Zwänge daher kommen?
Nein, das merke ich nicht, weil ich sie ja auch schon in langen und besseren Zeiten hatte und zwar eher mehr als heute.
Aber veilleicht steckt in der Situation ein Mitauslöser von Zwängen? Vielleicht in dem Moment der Anforderungen, die eine Beziehung auslöst, ganz egal, ob sie gut funktioniert oder nicht?

Ich in meinem Fall merke schon in vielerlei Hinsicht, dass alle Situationen, die mich irgendwo einplanen, verpflichten, wichtig machen usw. Zwänge verstärkt kommen, weil jetzt MUSS ich funktionieren! Lass ich mich ganz hängen, ziehe ich mich aus allem zurück, verlieren die Zwänge an Kraft.

O.k Lämmli, jetzt habe ich viel offenbart. Scheiß drauf (sorry)! Aber ich muss ja auch mal was über mich erzählen können.

Viele liebe Grüße

Pit

lämmli

unregistriert

13

Mittwoch, 25. März 2009, 14:46

Hallo Pit,

danke für Deine Antwort, warum solltest Du nicht offenbaren? Dazu ist doch dieses Forum auch da.

Du schreibst, dass sich bei Dir die Zwänge verschlimmern, wenn Du Anforderungen hast. Warum lösen Anforderungen bei Dir Zwänge aus? Hat das was damit zu tun, dass die Ansprüche die an Dich gestellt werden einen Druck in Dir erzeugen - z.B. Leistungsdruck oder ähnliches?

Das komische ist, dass ich es bei mir genau anders herum empfinde. Ich entwickele die meisten meiner Zwänge, wenn ich keine Anforderungen mehr habe, wenn ich gefordert bin lassen die Zwänge nach...

Nur bei "reinen" Kontrollzwängen verhält es sich anders. Das ist bei mir situationsgebunden. Das kann ausgelöst sein durch Druck von außen, wenn jemand von mir verlangt weniger Flüchtigkeitsfehler zu machen, muss ich aufpassen, dass ich nicht zwanghaft kontrolliere... (Also sogar im wahrsten Sinne des Wortes situationsgebunden) Von dieser Sorte gibt es glaube ich eh nicht so viele Zwängler. Bei den meisten ist ja eher so, dass sie kontrollieren, aber letztendlich haben sie nie so ein Erlebnis gehabt, dass ihnen gesagt wurde, sie sollen nicht so viele Flüchtigkeitsfehler machen und dann deshalb kontrollieren..

Liebe Grüße
Lämmli

Maultier

unregistriert

14

Mittwoch, 25. März 2009, 15:30

bei mir ist der zwang hauptsächlich als "emotionsregulierer" entstanden und die hauptursachen dafür waren: eine recht schlimme kindheit (mieser vater v.a.), 3-4 schicksalsschläge in den jahren vor entstehung des zwangs, druck in der endphase des studiums, einsamkeit+schlechte freunde+unerfüllte liebe und auch übermäßiger marihuana-konsum (jetzt kann ich es aber wieder ab und zu mit genuß machen!). diese dinge hab ich aufgearbeitet/gelöst/verändert (je nach fall) und danach fiel es mir deutlich leichter den zwang in den griff zu bekommen.