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1

Sonntag, 7. September 2008, 13:00

Ganz tiefe Depression

Hallo, ich schreibe euch gerade, weil es mir unendlich schlecht geht. Ich habe realisiert, wie sehr meine Zwangsgedanken mein bisheriges Leben bestimmt haben und es nachwievor tun. Ich bin 28 und habe damit mein halbes Leben zu kämpfen. Wieviel haben mir meine Zwangsgedanken schon geraubt? Sie haben eine Beziehung zu einer tollen Frau zerstört, sie hindern mich daran, was man Karriere nennt, eigentlich zerstören sie alles ständig.

Ich bin auch traurig über jedes einzelne Schicksal, das hier beschrieben steht. Ich würde auch gerne zu jedem einzelnen etwas schreiben aber ich weiß nicht was. Ich weiß ja nichteinmal mehr, wo ich gerade stehe, ich spüre nur, wie es mir gerade meine seele zerreißt und das fühlt sich furchtbar an.

Head&Heart

unregistriert

2

Sonntag, 7. September 2008, 13:13

Ich kann Dich verstehn und es nachvollziehen. Solche beschissenen Tiefpunkte kommen bei jedem.
Aber sieh vielleicht den Funken Hoffnung. Denn Du siehst, dass es quatsch ist, was Du tust/denkst (kenne die genauen Zwnagsgedanken bei Dir nicht). Auch hast Du die Schnauze voll. Nimm das als Ehrgeiz und KÄMPFE. Kämpfe für ein besseres Leben. Kämpfe für Dich und Deine Zukunft.
Wie sieht es denn mit einer erneuten Therapie aus?

3

Sonntag, 7. September 2008, 13:36

bei meinem letzten "vorsprechen" hatte mir der therapeut gesagt, dass er mir mit seiner eher konventionellen art der psychotherapie nicht helfen könne. ich fand das ehrlich und war deshalb nicht besonders frustriert. eher frustriert mich meine generelelle lage, dass ich überhaupt so weit bin,mir therapeuten suchen zu müssen. dann blicke ich um mich, denke an verflossene lieben und frage mich, warum gerade mich dieser scheiß gepackt hat, warum ich nicht so sein kann, wie der oder der. es ist grausam zur zeit.

Head&Heart

unregistriert

4

Sonntag, 7. September 2008, 13:42

Tja, leider wird das jeder Zwängler sich fragen. Ich glaube auch nicht so wirklich, das Medikamente dagegen helfen. Unterstützen ja, aber nicht helfen. Auch kannst Du die Zeit leider nicht mehr zurückdrehen, was die Liebe angeht. Hast Du Dir denn jetzt einen neuen Therapeuten gesucht? (Finde ich auch nicht schlimm, sich in Behandlung zu begeben) Oder eine stationäre Klinik? (Ich weiß, wegen Arbeit bestimmt schlecht zu vereinbaren)

5

Sonntag, 7. September 2008, 13:53

ja ich war bei zwei therapeuten. der erste wird nicht von der kasse bezahlt,obwohl genau dieser offensichtlich auf dem feld reizkonfrontation gut bewandert zu sein scheint. der andere, wie gesagt, wollte sich meiner nicht annehmen, weil meine thematik offenbar zu chronofiziert sei und er da mit allgemeiner psychotherapie nicht mehr herankäme.

mir widerstrebt es generell mich mit sowas auseinandersetzen zu müssen.ich sehe doch, alle anderen menschen müssen das nicht. ich will das auch endlich nicht mehr müssen. aber scheinbar ist das mein schicksal.

Head&Heart

unregistriert

6

Sonntag, 7. September 2008, 14:04

Wenn Du das nicht mehr willst, mußt Du kämpfen und an Dir arbeiten. Das es Schicksal ist, da geb ich Dir leider Recht. Wieso, weshalb, warum Du es hast, kann Dir niemand sagen. Falls es tief in Dir drin wegen eines Traumas ausgelöst wurde, kennst Du selber nur den Grund und dann MUSST du in Therapie. Meine Frau kämpft seit Jahren dagegen, aber selbst Sie geht nun auch in Therapie, Man schafft es nicht allein. Zumindest nicht alles. Da erfahrungsgemäß die Zwänge bei Nichtbekämpfung nur noch schlimmer und schlimmer werden, mußt Du Step by Step dran arbeiten und Dich selber aus dem Sumpf rausholen. Hast Du denn Freunde und Familie, die Dich unterstützen?

Pit-2001

unregistriert

7

Sonntag, 7. September 2008, 16:30

RE: Ganz tiefe Depression

Hallo Kootsy, dein Bericht könnte auch meiner sein, nur das ich schon viel viel länger daran leide.

Meine Beziehung ist kaputt (nicht im herkömmlichen Sinne). Wir können nichts gemeinsam unternehmen, da ich dann schlimmere Zwänge bekomme und ich die Partnerin nicht dauernd in Freude auf irgendwas halten kann und sie dann stehen lassen, wenn es nicht mehr geht.
Mein soziales Umfeld ist kaputt, weil die Leute lange Hälse machen, aber nicht kapieren, welche Art Umgang mit mir gut wäre. Meine 4 möglichen Berufe sind gescheitert und trotzdem muss ich jeden Tag aufstehen und neu anfangen.

Ich las mit Befremden, wie ein Therapeut zu dir sagte, dass mit 28 schon alles zu chronifiziert ist. Huch, was ist dann bei mir, wo ich doch viel älter bin. Ich finde nicht den Therapeuten, dem ich vetrraue, das das ganze was bringt, kenne ich doc h viel zu gut, was ich brauche. Und wenn ich mal einen entdecke, sagen die ab.

Na ja, wie du könnte ich noch viel schreiben . . . Ich habe sogar einen dicken Roman geschrieben, mit dem Motiv, der Welt alles zu sagen, was sie darüber erfahren muss, aber den muss man erst mal in die Welt bringen.

Fühl dich also wenigstens nicht ganz allein, mit all den Verlusten, die ich sehr gut kenne.

Pit

Destiny

unregistriert

8

Sonntag, 7. September 2008, 16:38

Hallo Kootsy!

Ich bin die Frau von Head&Heart, ich hatte auch schon oft sone absoluten Tiefpunkte!
Wo ich mich auch schon oft gefragt habe, warum ich den blöden Zwängen immer nach gehen muß, die mir das Leben schwer machen!
Mich einschränken und mir auch vieles kaputt machen!
Wo alles über mich zusammen gebrochen ist und ich dachte ich schaff das alles nicht mehr!

Aber es ist wichtig immer weiter zu kämpfen auch wenn es noch so schwer ist!

Sieh die Therapie als einen Weg um aus dem ganzen wieder raus zu kommen, denn im Inneren wehrst Du Dich noch ein wenig dagegen, wenn ich das richtig sehe!
Du solltest nicht denken, soweit ist es schon gekommen, daß ich eine Therapie machen muß, sondern ich werde jetzt eine Therapie machen, weil ich das nicht mehr will, ich fange jetzt an zu kämpfen!

Ich kämpfe schon immer dagegen an, daß es besser wird, daß es nicht schlimmer wird und nichts neues dazu kommt!
Und ich hab schon einiges erreicht, komme zur Zeit gut zurecht!
Ich mache aber trotzdem noch eine Therapie, weil es noch Sachen gibt, die ich alleine nicht schaffe!

Es ist auch klar, daß es Dich fertig macht, wenn Dir auf einmal klar wird, was Dir die Zwänge schon alles kaputt gemacht haben!
Vorallem was die Liebe angeht!
Aber verarbeite den Schmerz ( weine oder schreie)und dann laß ihn hinter Dir!
Sieh jetzt nach vorne und kämpfe dafür, daß der Zwang Dir nicht noch Dein weiteres Leben schwer macht!
Die Vergangenheit kannst Du leider nicht mehr ändern, aber Deine Zukunft und dafür solltest Du kämpfen!

Ich wünsche Dir, daß Du noch den richtigen Therapeuten für Dich findest und viel Kraft und Erfolg weiterhin!


LG Destiny

9

Montag, 8. September 2008, 18:08

vielen dank für eure aufmunternden worte.