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Sonstige Zwänge: Übergang macke > Zwang

1

Samstag, 5. Juli 2008, 20:32

Übergang macke > Zwang

Hallo Forumskollegen,

mich würde intressieren, wo ihr den Übergang Macke > Zwang seht.

Ich habe ja schon in meinem Vorstellungspsoting angerissen, was "mit mir ist" und dass ich mich von meiner Therapeutin nicht ernst genommen fühle. Also, ich hab in der vorletzten Sitzung halt angerissen, dass ich mich immer öfter "erwische" wie ich irgendwo an ameiner Hat "rummache". Pickel drucken, Kratzer aufpuhlen, Krusten abziehen etc. und das ich mir Sorgen mache, dass es zwanghafte Formen angenommen hat. Von irh kam nur der Vorschlag, mich abzulenken, wenn ich das Bedürfnis habe, zu kratzen/puhlen.

Ich hab es nun versucht seitdem, und ich merke, dass ich je länger ich das unterdrücke, desto angespannter bin ich. Ich will kein Blut oder Narben, ich will nur das entspannte Gefühl, und ein glattes Hautgefühl.

Um ehrlich zu sein, hab ich schon das Gefühl, nicht mehr ohne "zu können".

Soviel zu mir. Wann und wo ist für euch der Übergang, oder seht ihr den fließend? Und hattet ihr das Gefühl, das euer Arzt euch ernst nahm, oder hattet ihr eine Odysee vor euch?

lg
Luna

Lieselchen

unregistriert

2

Samstag, 5. Juli 2008, 21:27

Schade, das deine Therapeutin nicht Ernst nimmt! X(
Ich finde es ein ernst zu nehmendes Ding, wenn du sagst, du kannst
einfach nicht damit aufhören!
Ich habe deinen Threat gelesen und geantwortet! Ich habe das gleiche Problem mit meinen Händen und vor allen Dingen den Fingern!
Für mich ist es eine Übersprungshandlung um nicht Haare zu reißen!

Wenn du damit nicht aufhören kannst und dir mittlerweile echt Sorgen machst, dann hast du Recht, das es ein Zwang werden könnte!
Ich kenne die Anspannung in der du dich da befindest!
In dem Moment, wo das Stück Haut "weg" muss und nimmst in Kauf, das du dich ernsthaft verletzt, die Anspannung so groß ist ............

Beispiel: Deine Freundin hat einen Hautfetzen an dem Finger, bemerkt ihn und schneidet es ab! Gut ist!
Bei dir ist es so, das dich dieser Hautfetzen so sehr stört, das du panikartig die Schere suchst, ein Stück abschneidest, dadurch entsteht wieder eine neue Stelle die du dann auch wieder abschneiden musst, dann fängst du an zu knibbeln, zu knibbeln, daduch entsteht wieder eine Stelle die ab muss, daran reißt du dann, es blutet, das stört dich nicht, du knibbelst weiter, du holst dir ein Taschentuch um das Blut abzuwischen, dann knibbelst du weiter...............endlos, bis du nichts mehr findest oder abbrechen kannst! Das ganze Prozedre dauert dann
1 Std, oder so!
Sprich nochmal mit deiner Therapeutin darüber!
Viel Glück!

3

Montag, 7. Juli 2008, 21:17

Danke schön für dein Feedback.

Ich hab die letzten Tage mal versucht, mich zu beobachten. Morgens, nach dem Aufstehen, auf dem Weg ins Bad: ich nehm beide Hände und schupper die Kopfhaut, dann puhl ich die ersten "Fetzen" ab, von der Kruste, die sich über Nacht gebildet hat.
Ich hab sogar festgestellt, dass sie nach dem Haarewaschen eine ganz tolle Kruste bildet und wasch mir neuerdings täglich die Haare. Sonst waren es nur alle 2 Tage. Also einen Waschzwang habe ich (bisher) nicht, jedenfalls keinen generellen. Mein Gesicht wasche ich an manchen Tagen mehrmals, nachdem ich es jedesmal vorher eingehend untersucht habe, was bis zu 30 Minuten dauert.
Die Fetzen, die ich abziehe, guck ich mir manchmal an, und dann denk ich: Toll so heilt das nie, du mußt aufhören damit.
Hinter den Ohren hab ich schon voll die Narben.
Vorm TV zuppel ich im Gesicht rum, puhle an der Kopfhaut und kratz meine Schultern und den Rücken auf. Abends puhl ich an Stellen im Dekolltee. Auch jetzt am PC, wandern meine Hände zwischendurch immer rum, tasten mein Gesicht ab, suchen im Haaransatz nach Stellen, die abzupuhlen sind.
Wenn ich am Kinn das Gefühl habe, da ist ein falsches Haar, versuch ich es auszuzuüfen, erst mit der Hand, dann mit der Pinzette. Ich steh dann ewig vorm Spiegel.
Überall im Gesicht hab ich hässliche rote Stellen, am Hals auch, auf der Brust, Oberarm und Rücken. Ich will die nicht, aber ich kann nicht aufhören.

Was ich festgestellt habe, der Punkt Zwang aus Aberglauben, den gibt es nicht. Meine Macken haben mehr mit Angst zu tun. Angst, durch den Gully zu fallen, wenn ich drauftrete. Angst, dass jemand in meine Wohnung eindringt, wenn ich vergesse abzuschließen, oder das man bei mir einbricht und mich bestiehlt und dann zahlt die Versicherung nicht, weil ich nicht abgeschlossen haben. Oder Angst, dass jemand, wenn ich schlafe, hier eindringt und mir, oder noch schlimmer meinem Sohn, was antut.
ich bin eigentlich kein Abergläubischer Mensch. Ich mach da eher Witze drüber, lass aber jedem seinen Aberglauben. Naja, EINEN hab ich: Nie am Montag in einer Firma anfangen. Ich hab das zweimal gemacht und es war die Hölle. Und beide Jobs gingen in die Hose, landeten beide fast vorm Arbeitsgericht.

So, ich werd mir das, was ich geschrieben habe, ausdrucken und meiner Thera geben. Vielleicht nimmt sie mich dann ernst?
Danke, dass ich mir das mal wegschreiben konnte..

lg
Luna

4

Freitag, 11. Juli 2008, 01:21

Hi du,

ich kenne die Probleme die du beschreibst.
Ich habe gelernt das Zwänge immer durch Ängste ausgelöst werden die ich unterdrücke.
Das mit dem Aberglauben ist auch so eine Sache habe ich festgestellt, es kam mir zwar immer wie ein aberglauben vor, aber in wirklichkeit waren es immer nur meine Zwänge die ich mir auf irgendeine verdrehte Art eingeredet oder eingebildet habe und die sich dann durch unterdrückte angst selbst ausgelöst hatten.