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Sonstige Zwänge: komische abstrakte Impulse

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Freitag, 27. Juni 2008, 20:41

komische abstrakte Impulse

Zwangsgedanken, ich verschwende meine ganze Energie.

Als ich um die 14 Jahre alt war habe ich das erste mal bewusst wahrgenommen, das ich nicht ganz „normal“ bin. Habe es aber nicht wirklich ernst genug hinterfragt, zumindest habe ich nie daran gedacht deswegen zum Arzt zu gehen.

Damals fing ich an zu sprühen. Wenn man sich in dieser Materie bewegt hat man meines Erachtens ein drittes Auge für Dinge wo andere Menschen niemals einen Blick hinwerfen würden. Man kennt jede Ecke in seinem Viertel, jedes noch so kleine Gekritzel, sei es von Kindern oder sonst wem, es wird alles wie automatisiert aufgesaugt. Ich war immer mit offenen Augen unterwegs und habe jede Veränderung in meiner Umwelt registriert. Es gibt schöne, aufwendige und auch hässliche Bilder. Es gibt Tags (diese Kürzel), es gibt dicke und dünne Buchstaben, Zahlen, Figuren usw. Es ist ein riesiger Kosmos und es ist eine interessante Art der urbanen Kommunikation.
Man merkt mit der Zeit,das es gute wie schlechte Maler gibt. Man registriert, was ein guter Style ist. Es gab eben die Bilder die jeder kannte und wenn man dies oder jenes Bild gesehen hat, wusste man sofort wer das gemalt hat.
Ich liebte Buchstaben. Aus Buchstaben Bilder machen, Klasse !
Bis hier hin ist noch alles gesund gewesen.
In dieser Zeit bemerkte ich aber auch das erste mal, das ich Gedanken habe die ich eigentlich gar nicht will.
Naja, es war eben so: Hab ich z.B. ein Bild von einem Freund gesehen oder von einem bekannten Sprüher war es für mich ein anderes Wahrnehmen, als wenn ich in der letzten Ecke wo niemand hinguckt, etwas geschriebenes sehe. Das ist ja soweit erstmal plausibel, es ist ja nicht das gleiche.
Das Problem liegt wo anders. Je sinnloser, je weniger ein Bezug zwischen mir und dem was da an der Wand steht vorhanden ist, umso nichtiger es im Ganzen erscheint, je abstrakter der Moment in dem ich damit konfrontiert werde, umso mehr ich dies spüren kann, umso mehr Macht kann „es“ auf mich „ausüben“.
Das ist sehr schwer zu erklären ohne in Gefahr zu laufen nicht ganz ernst genommen zu werden.
Bsp.:
Ich stehe am Bahnhof in einer großen Stadt, ich sehe z.B. ein Bild eines bekannten Malers, es kann auch ein riesengroßer H&M Werbe-Schriftzug an einer Hauswand sein. Mein Gehirn nimmt das wahr. Jeder kennt H&M,ich auch, also besteht eine Verknüpfung zu dem schon abgespeicherten.
Es bewegt mich aus verschiedenen Gründen nicht sonderlich und ich denk nicht weiter drüber nach.
Es besteht kein Interesse dies näher zu beleuchten. Die Verknüpfung besteht und es ist eben nur ein
scheiß H&M Werbe-Schriftzug. Ich kann mir ja letztendlich denken wie und warum das dort an der Wand angebracht wurde.
Bei dem Bild des mir bekannten Malers denke ich mir „Oh, Okay der war hier...“ Es besteht also auch eine Verknüpfung. Ich bezeichne diese Art und Weiße der Wahrnehmung mal als positiv, da keine negativen Gedankenströme vorhanden sind.

Das ist die eine Seite.

Die andere Seite:
Dafür gibt es tausende Beispiele.
Um mal bei den Bildern zu bleiben...
Ich hab lange überlegt was ich hier schreiben könnte denn das was letztendlich, als ich 14 war in meinem Kopf ablief kann ich jetzt nicht mehr exakt wiedergeben. Das wesentliche Prinzip dieser Denkmuster kann ich anhand eines Beispiels wiedergeben. Also, wie schon oben beschrieben, je weiter von mir entfernt, je sinnloser, umso abstrakter die Situation .... Zum Beispiel zeigt mir eine Bekannte ein Foto von sich und ihrer Freundin. Das Foto wurde in der U-Bahn aufgenommen und man sieht sie und ihre Freundin am Fenster sitzend in die Kamera grinsen. Ich sehe die beiden und erblicke im selben Moment das was die beiden in der U-Bahn umgibt. Im selben Moment sehe ich im äußersten Winkel ein total schlecht zu erkennendes „abc“, welches in das Fenster was auf dem Foto abgebildet ist reingeritzt wurde. Also ich sehe auf dem Foto so ein stinknormales Scratching. Ich interessiere mich nicht für solche Graffiti. Ich kann mich ja auch für Kunst oder Graffiti im allgemeinen interessieren und dadurch einen versierten Blick für so etwas zu haben. Ich müsste, selbst wenn ich es nun sehe, nicht wirklich ernst nehmen oder irgendeine Verbindung her führen. Kann dieses „abc“ gut finden oder nicht und müsste nicht weiter drüber nach denken. Nichts müsste passieren, kein Schwein beachtet sowas.
Naja, aber der Haken ist ein anderer. Es geht um den Moment. Ich nehme es wahr, soviel steht fest.
Es ist eben nur ein „abc“ von irgendjemanden den ich nicht kenne, auch nicht kennen will. In dieser
Sekunde von meinem Leben ist dieses „abc“ auf mich getroffen. In dieser Sekunde denke ich glaube ich etwas anders als die meisten Menschen. Ich weiß gerade nicht wirklich wie ich erklären soll warum ich auf diesen „abc“ hängen bleiben könnte. So was hört sich doof an. Gerade weil es so extrem nichtig ist , vielleicht gerade weil man es so schlecht erkennen kann, weil es nur durch tausende zufallsähnliche Nebensituationen letztendlich auf diesem Foto gelandet ist und ich dieses jetzt betrachte... Gerade weil es so abstrakt ist und es keine, außer die eben entstandene Verbindung zwischen mir und diesem „abc“ besteht, bekommt es einen symbolischen Charakter. Es brennt sich irgendwie in meinen Kopf.
Ich erblicke intuitiv diese unscheinbare Tiefe, diese unbekannten Zusammenhänge die diesen Moment entstehen lassen haben- es ist nur ein „abc“ auf diesem Foto aber dieser Augenblick in dem ich mich unbewusst damit befasse ist ja schon wieder was für sich. Dieser Moment hinter denen so viele unbekannte Fäden gesponnen sind. Es ist Realität, es war irgendwann mal ein Mensch der dies dahin geritzt hat, in irgendeiner mir unbekannten Situation. Dieser weiß nichts von diesem Foto, er weiß nichts darüber, das ich mir in dieser Sekunde auf Muttis Sofa, Gedanken über so etwas mache. Das ist so schwierig zu beschreiben, es geht um dieses nichtige an sich, dieses abstrakte so intensiv wahrzunehmen. Jeden Pixel dieses Bildes zu erblicken . Die Zeit, dieses Abstrakte, Zufälle, Verkettungen. In dieser Sekunde gibt es nur mich und dieses fragmentierte „abc“ auf diesem Foto in der vorhandenen Konstellation aus Anordnung auf dem eigentlichen Bild und der momentanen Reflektion.
Dieses kleine sinnlose Geschmierte wie es aber doch z.B Beispiel auf Fotos eine gewisse Rolle spielen kann. Ich fand es auch immer interessant, wenn z.B.: auf Hochzeitsfotos irgendwelche Kürzel auf Hauswänden abgebildet sind. In 20 Jahren werden diese Fotos vielleicht den Kindern gezeigt und dieses Kürzel ist mit dabei. So versteckt aber genauso ein Teil von diesem Bild. Aber was meine ich mit hängen bleiben ?
Auf der einen Seite dieses Sinnlose. Ja, gerade weil es im ersten Augenblick meine Gedanken angeregt hat und weil ich diese extreme Nichtigkeit spüre, mache ich mir auch schon wieder Gedanken, das ich mir überhaupt Gedanken mache. Ich kann nichts dafür, das ich manche Kleinigkeiten mit so viel Scharfsinn betrachte, das mach ich unbewusst. Ich mache mir Gedanken nur weil da mal irgendein Depp sein pubertären Wahn an dieser Fensterscheibe ausgelebt hat.Ich muss halt noch mal bemerken, das ich mich ja auch sonst für Buchstaben interessiere...Aber ich empfinde dabei negativ. Ich will nicht von sowas undurchsichtigen beeinflusst werden.Ich spüre dieses Gefälle aus dem was das ist und was ich da hinein interpretiere.
Aber ich bekomme leicht Panik wenn ich in Situationen bin wo ich solche Verkettungen spüre und so etwas auf mich trifft, denn jetzt kommt das, was ich immer als Zwangsprogramm bezeichnet habe. Gerade weil mein Ich checkt das es nur ein „abc“ ist und es keinerlei tiefgehende Bedeutung hat schreibt sich nun dieses Programm, was gegen meinen Verstand arbeitet. Gerade weil dieses „abc“ diese Sonderrolle eingenommen hat weil es so abstrakt erscheint ist es nun der Virus für dieses Zwangsimpuls - Programm.Ich hasse dieses Programm. Gerade weil ich diese Sinnlosigkeit so intensiv spüre ruft dieses Programm nun das „abc“ in einem ganz anderen Kontext immer wieder auf. Es schickt immer wieder Impulse. Dieser Impuls ist eine Mischung aus einem Flashback was dieses Abstrakte in einem Bruchteil von Sekunden wieder erspüren lässt und mit dem anschließenden zurück erinnern an dieses „abc“ weitergeführt wird. Darauf hin flogt verwundert in Gedanken graben warum das so ist. Je mehr ich darüber nachdenke und erkenne wie sinnlos das ist umso intensiver ruft es das „abc“ auf.Ich muss mal sagen, das ich nicht ständig mit solchen störenden Impulsen gelebt habe. Ich habe 3 – 5 solcher Episoden durchlebt. Meistens gingen diese nach einiger Zeit wieder weg. Wenn ich zum Beispiel lache, jemanden die Hand gebe, Freude spüre, jemanden die Hand gebe oder sonst was für eine Handlung ausübe auf die ein Affekt folgt, kommt dieser störende Impuls. Ich denke in diesen Moment an dieses „abc“

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Freitag, 27. Juni 2008, 20:44

Ich habe keine Halluzination oder sind genau das welche ?
Es besteht gar kein Anlass an dieses „abc“ zu denken aber ich tue dies in allen erdenklichen Situationen. Ich will überhaupt nicht daran denken aber weils ja so sinnlos ist macht das mein Kopf.
Auf so Gedanken zu kommen wo, wie, was entsteht ist ja ganz interessant aber dieses Zwangsprogramm ist ein anderes Kapitel.
Ich will nicht an so etwas nichtiges wie das „abc“ denken und genau aus dem Grund schießt mich dieses Programm mit diesen in Impulsen verpackten, tiefen Erinnerungen zu und ich weiß nicht wie ich mit diesen Reizen umgehen soll.
Ein anderes Beispiel ist z.B.:, wenn ich im Jahre 2001 in einem Internetforum unterwegs war und in diesem Forum hat ein User einen markanten Namen. Im Jahre 2008 sagt ein Kumpel einen Wortwitz und in diesem fällt das selbe Wort wie der Name des Users. In dieser Sekunde erinnere ich mich vielleicht das erste mal wieder an diesen Namen, ich habe eine Verbindung. Ohne diesen User hätte ich jetzt nicht diese Erinnerungen und Gedanken. Das finde ich abstrakt, ich kenne den User nicht, er mich nicht, diese ganze Zeit dazwischen, dieses subtile. Diesen Auslöser und das was es in meinem Kosmos bewirkt hat, es hat einen Vorgang in mir gegeben obwohl dieser Mensch der diesen Namen getragen hat nichts von mir weiß. Und die Situation in der ich mich gerade befinde, wie dieser Mensch in diesen Moment an meinem Leben teil hält. In so einer Situation kann das Programm auch eingreifen und diesen Namen zum Impuls umwandeln.
Okay man könnte meinen ich denke zu viel aber es ist doch alles Realität, ich kann es nicht greifen aber es ist da. Ich sehe mehr in den Dingen.


Man könnte meinen, ich mache mir unnötige Gedanken aber ich kann nichts dafür das ich so bin.
Irgendwie ist es vielleicht auch bemerkenswert so feinfühlig Dinge zu sehen, unterscheiden zu können und Zusammenhänge zu erkennen. Oder nicht ?
Das mit den Impulsen ist schwer zu beschreiben. Also ich gehe davon aus das ich sowas wie Zwangsgedanken habe. Zwangshandlungen wie ständig waschen etc. habe ich nicht.
Ich habe nur diese zwanghaften Reizimpulse auf denen das ebenso automatisierte zwanghafte Grübeln darüber folgt, wie was zusammenhängt und was das denn überhaupt ist. Anstrengende Hirnschleifen aus denen man alleine nicht herauskommt.











Wenn ich zum Beispiel an der Ampel stand und auf den Knopf gedrückt habe damit die Autos anhalten habe ich nicht nur darüber nachgedacht das es möglichst schnell gehen soll...
Zum Beispiel halten da 8 Autos nur weil ich da gestanden habe und drauf gedrückt habe.
Die Autos halten vielleicht 20 sek und dann fahren sie weiter.
Eigentlich ist das völlig belanglos aber ich war damals erst 6 oder 7 Jahre alt und habe alles schon komplexer gesehen.
Ich habe den Fluss in dem sich diese vielleicht 15 Personen (8Autos) befanden durch meine Handlung um etwa 20 sek verzögert.
Also alles was bei diesen Personen die nächsten Stunden passiert findet verzögert statt.
15 Menschen die ich in ihrem Leben beeinflusst habe. Ich habe manchmal extra geschaut wer da so drin sitzt. Ich fand das irgendwie interessant...
Klar könnte an meinen das, das ist doch egal ist, die paar Sekunden.
Aber es ist eben eine Beeinflussung.
All diese Menschen sehen und fühlen, sie sind in Bewegung und haben ein Ziel wo sie ...also es finden sich tausende Situationen und Momente in denen sich diese Leute befinden und noch befinden werden. Und diese Momente wäre ohne mich etwas eher und wahrscheinlich auch in ihrer Ausübung anders gewesen. Anderes Empfinden? 100%ig.
Ich spinnte den Gedanken weiter..Inwiefern beeinflussen diese 8 Autos, die sich jetzt an einen durch mich beeinflussten Punkt befinden, oder die Personen in diesen Autos durch ähnlichen Prozesse andere Menschen an Punkten wo sie letztendlich durch Raum und Zeit auf diese treffen? Das eine Auto könnte z.B.: jemanden anfahren. Dies wäre nicht passiert wenn es 20sek eher gekommen wäre..dies stellt für den angefahrenen eine drastische Veränderung dar. Diese Person und ich haben keine Verbindung obwohl es eine gibt !
Diese Autofahrer müssen anhalten, bremsen, ihren Fuß bewegen, das Gehirn benutzen.
Es bewegen sich Muskeln, Körper befinden sich durch den Bremsweg in einem anderen Zustand..
Gespräche werden evt. unterbrochen, werden weitergeführt - sie verlaufen anders da sie unterbrochen wurden, andere Ergebnisse und Entscheidungen die daraus folgen. Warum steh ich hier an der Ampel ? ich bin selber nur ein teil in diesen Menschenhaufen und würde ich hier stehen wenn ich vorher nicht den marienkäfer...wegen dem Marienkäfer wäre x nicht angefahren wurden.
Das was ich an Intensionen verspürt habe als ich an der Ampel stand empfand ich als logisch und spürte dies in sich greifenden Mechanismen sehr intensiv. Ich konnte mir das alles so extrem gut in Bildern vorstellen.

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Freitag, 27. Juni 2008, 20:48

uuh naja ich hab n bissl zu viel text hinein kopiert, das letztere ist ein wenig unstrukturiert.
Also es geht mir um diese Impulse und deren enstehungsweiße, die ich ein wenig versucht habe zu beschreiben.